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Veröffentlicht am 08.10.2025

Ein fesselndes Krimidebüt, das unter die Haut geht

Mord in eiskalter Nacht
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Die bekannte Fernsehmoderatorin Kira Westerlund wird nach einer rauschenden Party ermordet in ihrem eigenen Ehebett aufgefunden, geknebelt und mit einer Plastiktüte erstickt. Die Kriminalkommissarin Leena ...

Die bekannte Fernsehmoderatorin Kira Westerlund wird nach einer rauschenden Party ermordet in ihrem eigenen Ehebett aufgefunden, geknebelt und mit einer Plastiktüte erstickt. Die Kriminalkommissarin Leena Victor wird zunächst von den Ermittlungen ausgeschlossen, da sie selbst unter den Gästen der Feier war und als befangen gilt. Trotzdem beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln.

Dies ist der Reihenauftakt zu der neuen Krimireihe rund um die Kriminalhauptkommissarin Leena Victor, die in Helsinki ermittelt. Band zwei "Tod in heller Sommernacht" erscheint Ende Juli 2026.

"Mord in eiskalter Nacht" hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Im Mittelpunkt stehen Mika Levin, Kira Westerlund, Lilli Rosengard, Leena Victor und Leenas Schwester Hanna. Allesamt Figuren, die durch ihre Tiefe und Menschlichkeit überzeugen. Jede von ihnen trägt ihr eigenes Päckchen, was sie umso greifbarer macht. Besonders die Beziehung zwischen Leena und ihrer Schwester Hanna hat mich berührt, zwei Frauen, die trotz harter Kindheit und unterschiedlicher Persönlichkeiten ein enges Band verbindet.

Leena Victor, die als Kriminalkommissarin ermittelt, kämpft nicht nur gegen äußere Widrigkeiten, sondern auch mit den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit. Ihr Vater, selbst Polizist und Alkoholiker, soll Selbstmord begangen haben, doch Leena glaubt nicht daran. Lilli Rosengard wiederum, die an Bulimie leidet und mit ihrer schwierigen Lebenssituation kämpft, ist eine Figur, die einem sehr nahegeht. Und auch das Opfer, die Fernsehmoderatorin Kira Westerlund, wird so eindringlich geschildert, dass man ihre letzten Tage fast miterlebt. Hanna letztlich, eine erfolgreiche Schauspielerin, kämpft für die Wahrheit.

Besonders beeindruckt hat mich, dass der Kriminalroman nicht nur spannend erzählt ist, sondern auch gesellschaftskritische Themen anspricht. Tabus wie Essstörungen, Alkoholismus, Suizid, familiäre Traumata, Machtmissbrauch oder der Druck durch öffentliche Erwartung werden realistisch und sensibel behandelt, ohne den Lesefluss zu bremsen. Dadurch gewinnt der Krimi eine Tiefe, die ihn von vielen anderen unterscheidet.

Auch wenn die Ermittlungen erst nach dem Prolog einsetzen und zunächst die letzten Tage des Opfers geschildert werden, mindert das die Spannung in keiner Weise. Im Gegenteil, die Atmosphäre wird dichter und intensiver, sodass man regelrecht in die Geschichte hineingezogen wird. Der Schreibstil von Lisa Sarah Brandstäter ist angenehm, flüssig und gleichzeitig fesselnd. Man vergisst beim Lesen völlig die Zeit.

Fazit: Ein starkes und zugleich sensibles Debüt, das nicht nur Spannung, sondern auch gesellschaftliche Relevanz bietet. "Mord in eiskalter Nacht" hat mich vollkommen überzeugt, und ich freue mich schon jetzt auf weitere Bücher von Lisa Sarah Brandstäter. Das war definitiv ein Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Weniger Leichtigkeit, aber gute Unterhaltung

Salute - Das letzte Gebet
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Als Immacolata Ruggeri eines morgens die Pfarrkirche betritt, findet sie dort einen Toten vor, der sich später als Marcello Ferretti aus Monza herausstellt. Commissario Lanza übernimmt die Ermittlungen. ...

Als Immacolata Ruggeri eines morgens die Pfarrkirche betritt, findet sie dort einen Toten vor, der sich später als Marcello Ferretti aus Monza herausstellt. Commissario Lanza übernimmt die Ermittlungen. Auch der ehemalige Kommissar und jetzige Barista Zeitler mischt sich wieder ein. Einmal Polizist, immer Polizist.

Nach "Salute - Der letzte Espresso" und "Salute - Die letzte Fahrt" ist dies bereits der dritte Fall für den ehemaligen Münchner Kommissar Zeitler und Commissario Lanza am wunderschönen Gardasee.

Diese Reihe entwickelte sich in kürzester Zeit zu eine meiner Lieblingsreihen, weswegen ich mich sehr auf die Fortsetzung gefreut habe. Insgesamt hat mich "Salute - Das letzte Gebet" gut unterhalten, auch wenn ich am Ende sagen muss, für mich war es der bisher schwächste Teil der Reihe. Der Einstieg mit Sofias Tod hat mich sehr getroffen. Sie war mir wirklich ans Herz gewachsen, und Pauls Zukunft war dadurch erst einmal unsicher.

Wie gewohnt fand ich Pauls sarkastische Art großartig, auch wenn er diesmal deutlich brummiger war. Ich habe mich sehr über das Wiederlesen mit den bekannten Figuren gefreut, die die Geschichte für mich einfach lebendig machen. Gleichzeitig hat Lanza mehr Raum bekommen, was einerseits spannend war, weil man seine Ermittlungen besser mitverfolgen konnte. Andererseits ist Paul dadurch etwas in den Hintergrund geraten. Ich träume ja immer noch davon, dass die beiden sich irgendwann mal ohne Misstrauen auf einen Espresso treffen. Der Kriminalfall selbst war solide aufgebaut, aber für mich stellenweise etwas zu ernst. Am Ende, als klar wurde, was passiert ist, hat mich die Auflösung nicht mehr so sehr gepackt und berührt, wie ich es erwartet hätte.

Der Schreibstil liest sich wie gewohnt angenehm leicht, fast wie ein Urlaub in Buchform. Mit seinen lebendigen Schilderungen bringt Friedrich Kalpenstein das italienische Flair erneut wunderbar rüber.

Fazit: Ein spannender dritter Band, der mich trotz kleiner Schwächen gut durch die Seiten getragen hat. Mir fehlten allerdings Witz und Leichtigkeit, die ich an den ersten Teilen so geliebt habe. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Salute und bin gespannt, wie es mit Paul, Lanza und den anderen weitergeht.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Freundschaft, Mut und ganz viel Herz

3 Streuner und der sprechende Berg
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Erzählt wird die Geschichte von drei ehemaligen Straßenhunden: King Kerl, Big Ben und Flirty. Jeder von ihnen hat eine eigene Vergangenheit und eine ganz besondere Persönlichkeit. Gemeinsam ziehen sie ...

Erzählt wird die Geschichte von drei ehemaligen Straßenhunden: King Kerl, Big Ben und Flirty. Jeder von ihnen hat eine eigene Vergangenheit und eine ganz besondere Persönlichkeit. Gemeinsam ziehen sie los und geraten in ein spannendes Abenteuer rund um einen geheimnisvollen Berg, der sprechen kann und voller Rätsel steckt.

Nach "3 Streuner wittern das Abenteuer" ist dies bereits das zweite Abenteuer mit den drei Streunern Flirty, Big Ben und King Kerl. Der dritte Teil "3 Streuner werden Filmstars" soll im März 2026 erscheinen.

Am meisten hat uns begeistert, wie unterschiedlich die drei Hunde sind. King Kerl wirkt stark, mutig und manchmal ein wenig stolz, aber man spürt, dass auch er seine verletzliche Seite hat. Big Ben ist eher gemütlich und bringt Ruhe in die Gruppe, manchmal auch ein bisschen Humor. Flirty dagegen ist lebhaft, neugierig und sprüht nur so vor Energie. Er sorgt oft für überraschende Wendungen. Gerade durch diese Unterschiede entsteht eine spannende Dynamik. Man sieht, dass echte Freundschaft nicht bedeutet, gleich zu sein, sondern einander zu ergänzen. Die Hunde müssen über sich hinauswachsen, Vertrauen zeigen und ihre Ängste überwinden. Wir haben beim Lesen richtig mitgefiebert und konnten uns die Landschaft sehr gut vorstellen, fast so, als wären wir mit den drei Streunern unterwegs gewesen.

Fazit: "3 Streuner und der sprechende Berg"  ist ein Abenteuer voller Spannung, Wärme und Herz. Es zeigt, wie wichtig Zusammenhalt, Mut und Freundschaft sind, egal ob Mensch oder Tier. Wir haben die drei Hunde sofort ins Herz geschlossen und konnten das Buch kaum aus der Hand legen. Für uns ist es eine Geschichte, die sowohl spannend als auch berührend ist und die man unbedingt weiterempfehlen sollte.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Französisch vegan genießen

Französische Landhausküche vegan
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Als ich "Französische Landhausküche vegan" von Aude Richard das erste Mal in den Händen hielt, war ich sofort begeistert von der Aufmachung. Das Buch ist sehr schön gestaltet, jedes Rezept wird von einem ...

Als ich "Französische Landhausküche vegan" von Aude Richard das erste Mal in den Händen hielt, war ich sofort begeistert von der Aufmachung. Das Buch ist sehr schön gestaltet, jedes Rezept wird von einem ansprechenden Foto begleitet. Genau so, wie ich es mir von einem guten Kochbuch wünsche. Allein beim Durchblättern bekommt man Lust, direkt loszulegen und etwas auszuprobieren.

Besonders gefällt mir, dass Aude Richard es schafft, die klassischen Gerichte der französischen Landhausküche auf eine rein pflanzliche Weise neu zu interpretieren. Viele Rezepte erinnern an traditionelle Familiengerichte, wirken aber gleichzeitig modern und leicht zugänglich. Ich habe das Gefühl, dass hier wirklich mit Liebe zum Detail gearbeitet wurde.

Beim Kochen selbst habe ich schnell gemerkt, dass die Rezepte gut erklärt und auch für den Alltag geeignet sind. Man braucht keine ausgefallenen Spezialzutaten, sondern kann vieles mit dem umsetzen, was man ohnehin zuhause hat. Meine absoluten Lieblingsrezepte sind die Bäckerkartoffeln und die Zitronentarte. Beides Gerichte, die mich sofort überzeugt haben und die ich mittlerweile  nachgekocht habe. Die Bäckerkartoffeln sind herzhaft und sättigend, die Zitronentarte frisch, aromatisch und ein perfekter Abschluss für jedes Essen.

Fazit: Insgesamt ist dieses Buch für mich eine wunderbare Bereicherung. Es zeigt, dass vegane Küche keineswegs Verzicht bedeutet, sondern im Gegenteil Vielfalt, Kreativität und Genuss bieten kann und das alles mit einem Hauch von französischem Flair. Ich kann es jedem empfehlen, der Lust hat, die vegane Küche von einer anderen, besonders genussvollen Seite kennenzulernen.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Herbst und Winter ohne Wärme

Herbstgenuss & Winterglück
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Das Kochbuch "Herbstgenuss & Winterglück" von Vanessa Seder verspricht Wohlfühlgerichte aus der amerikanischen Ostküstenküche, von klassischem Soulfood wie Mac and Cheese bis hin zu modernen, international ...

Das Kochbuch "Herbstgenuss & Winterglück" von Vanessa Seder verspricht Wohlfühlgerichte aus der amerikanischen Ostküstenküche, von klassischem Soulfood wie Mac and Cheese bis hin zu modernen, international inspirierten Rezepten. Die Kapitel sind übersichtlich nach Mahlzeittypen gegliedert, was grundsätzlich einen guten Einstieg in die Rezeptauswahl bietet.

Leider konnte mich das Buch insgesamt nicht überzeugen. Die Rezepte wirken weder besonders kreativ noch überraschend und haben mich persönlich nicht angesprochen. Gerade bei einem Kochbuch wünsche ich mir Inspiration und das Gefühl, etwas Neues auszuprobieren. Dieser Funke sprang hier leider nicht über.

Auch die Gestaltung hat mich enttäuscht. Viele Rezepte kommen ohne begleitendes Foto aus, was schade ist, da Bilder beim Kochen nicht nur Orientierung bieten, sondern auch Lust aufs Nachkochen machen. Insgesamt wirkt die Aufmachung eher lieblos und unpersönlich.

Fazit: Ein Kochbuch, das zwar eine stimmungsvolle Idee verspricht, herbst- und winterliche Wohlfühlgerichte von der Ostküste Amerikas, in der Umsetzung jedoch wenig überzeugt. Wer auf der Suche nach außergewöhnlichen Rezepten und einer liebevollen Gestaltung ist, wird hier vermutlich nicht fündig.

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