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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2022

Spannender Pageturner vor toller Ostsee-Kulisse

Der Strand: Vermisst
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Als die 19-jährige gehörlose Lilli Sternberg sich am Ostsee-Strand mit ihrer Freundin Fabienne treffen will, verschwindet sie spurlos. Einzig eine seltsame WhatsApp-Nachricht, die sie nach ihrem Verschwinden ...

Als die 19-jährige gehörlose Lilli Sternberg sich am Ostsee-Strand mit ihrer Freundin Fabienne treffen will, verschwindet sie spurlos. Einzig eine seltsame WhatsApp-Nachricht, die sie nach ihrem Verschwinden ihrer Freundin schickt, scheint eine Spur liefern zu können. Für Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und die Kryptologin Mascha Krieger beginn ein Wettlauf gegen die Zeit.

Karen Sander hat mit Der Strand – Vermisst einen gelungen Auftakt einer spannenden Thriller-Trilogie geliefert. Das rätselhafte Verschwinden des Mädchens, eine ebenso rätselhafte Vorgeschichte, ein ganzes Dorf voller Bewohner, die mehr wissen, als sie sagen und gleich mehrere Verdächtige machen das Buch zu einem echten Pageturner. Die Personen, allen voran das Ermittlerteam, sind sympathisch und authentisch beschrieben. Man fliegt förmlich durch die kurzen Kapitel und kann fast nicht aufhören, weiterzulesen. Der Thriller endet dann auch mit einem echten Cliffhanger. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, der im März erscheint und bin sehr gespannt, wie das Geheimnis um Lillis Verschwinden aufgeklärt und wie sich das tolle Team Tom-Mascha weiterentwickelt.

Mein Fazit: echter Pageturner vor der tollen Kulisse des Fischland Darß-Zingst. Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 18.12.2022

Spannender Krimi in walisischer Idylle

Die letzte Party
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Am Neujahrsmorgen wollen die Bewohner eines idyllischen walisischen Dorfes ihr traditionelles Schwimmen im eiskalten See durchführen, doch es kommt anders: eine Leiche treibt im See. Der Tote ist Rhys ...

Am Neujahrsmorgen wollen die Bewohner eines idyllischen walisischen Dorfes ihr traditionelles Schwimmen im eiskalten See durchführen, doch es kommt anders: eine Leiche treibt im See. Der Tote ist Rhys Lloyd, der wohl bekannteste Sohn der Stadt, der es als Sänger und Schauspieler geschafft hat. Auch seine Ferienanlage „The Shore“ am Seeufer, die gegen den Widerstand der walisischen Bevölkerung gebaut wurde, ist ein voller Erfolg und soll die Schönen und Reichen Englands anziehen. Für Ermittlerin Ffion Morgan und ihren Kollegen Leo Bradley beginnt eine schwierige Aufklärung, denn nahezu jeder in Dorf und Ferienanlage hat ein Motiv, den reichen, arroganten Lloyd zu ermorden.

Dieser Krimi erinnert mich von der Fülle der Verdächtigen und den schwierigen Ermittlungsarbeiten ein wenig an Agatha Christie. Wirklich jeder in diesem Buch kannte den Toten und keiner war wirklich gut auf ihn zu sprechen. Dabei erfährt man im Laufe des Romans durch Rückblenden immer mehr Details aus dem Leben der Protagonisten und wird immer wieder auf falsche Fährten geführt.
Dabei werden gesellschaftliche und menschliche Abgründe ausgelotet und der Spannungsbogen bleibt konstant hoch. Dabei liest sich das Buch sehr schnell und locker, vor allem das Zusammenspiel zwischen den beiden Ermittlern ist gespickt mit Wortwitz und schlagfertigen Dialogen, die einfach Spaß machen. Es war mein erstes Buch von Clare Mackintosh, aber es wird sicher nicht mein letztes sein.

Mein Fazit: spannender Krimi mit tollen Protagonisten, einigen überraschenden Wendungen und viel Witz. Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 12.12.2022

Die Frau hinter dem Mythos

Ein Abend mit Marilyn
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Es ist der 31.5.1962. In einem italienischen Restaurant in New York wartet eine illustre Runde auf ein weltbekanntes Geburtskind. Der Regisseur Billy Wilder, Schauspiellehrerin Paula Strasburg und Joe ...

Es ist der 31.5.1962. In einem italienischen Restaurant in New York wartet eine illustre Runde auf ein weltbekanntes Geburtskind. Der Regisseur Billy Wilder, Schauspiellehrerin Paula Strasburg und Joe Di Maggio, der Baseballstar Amerikas warten ebenso auf das Erscheinen von Norma Jean Baker wie auch der große Sir Lawrence Olivier. Während Norma Jean – oder besser Marilyn Monroe – sich wie immer um Stunden verspätet, versinken die Geburtstagsgäste in Erinnerungen an ihre Erlebnisse mit Marilyn.

Ein Abend mit Marilyn zeigt die wohl bekannteste Blondine aller Zeiten von einer anderen Seite. In Erinnerungen wird die nicht gerade schöne Kindheit und Jugend des auffallenden Mädchens zwischen Pflegeeltern, bester Freundin der Mutter und Waisenhaus gezeigt. Auch erlebt man die Schauspielerin als zutiefst unsicheren Menschen, der ständig nach Perfektion und Anerkennung strebt und ohne Pillen nicht zurechtkommt. Auch wenn es sich um einen Roman handelt, steckt doch einiges an Wahrheit in diesem Buch. Die Personen sind allesamt real und auch sehr authentisch beschrieben. So könnte der Abend stattgefunden haben, der letzte Geburtstag dieser einzigartigen Frau, die 2 Monate später mit gerade mal 36 Jahren starb.

Mein Fazit: ein gut lesbarer, interessanter Roman über Marilyn Monroe, der auch Lust macht, die alten Filme wieder anzusehen. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 08.12.2022

Gefährliche Berliner Nächte

Die Stunde der Hyänen
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Ein Feuerteufel geht um in Berlin. Immer wieder brennen Autos, darunter ein Bulli, aus dem sich der Obdachlose Radek in letzter Minute retten kann. Während er als „polnischer Messias“, der durchs Feuer ...

Ein Feuerteufel geht um in Berlin. Immer wieder brennen Autos, darunter ein Bulli, aus dem sich der Obdachlose Radek in letzter Minute retten kann. Während er als „polnischer Messias“, der durchs Feuer ging durch die Straßen zieht, um andere vom Alkohol abzuhalten, streifen auch die Polizistin Romina und die Journalistin Jette auf der Suche nach dem Brandstifter und einer guten Story durch die nächtliche Hauptstadt, ebenso wie der junge angehenden Postbote Maurice, der seinen Frust nur mithilfe von Bränden abbauen kann.

Die Stunde der Hyänen wird als Thriller bezeichnet, ich finde, es ist eher eine sozialkritische Studie der Hauptstadt. Die Protagonisten sind ebenso vielfältig, wie die Themen, die Johannes Groschupf in seinem Roman verarbeitet: der trinkende Fernfahrer, der bei einem Unfall ein Menschenleben auslöscht, die Polizistin, die von ihren männlichen Kollegen gemobbt wird, die Frau, die einen gewalttätigen Mann zuhause hat und das Mädchen, dass von den Ältesten der Gemeinde missbraucht wird. Nicht zu vergessen, die Bürgerwehr, die sich zum Selbstschutz bildet. Das liest sich wirklich gut und ist auch spannend, vor allem, wenn die Geschichte zum Ende hin doch noch ein paar Wendungen nimmt die nicht vorhersehbar waren. Alles in allem ist der Roman leider etwas überfrachtet, aber durchaus lesenswert.

Mein Fazit: kein Thriller, eher ein spannender Roman mit viel Sozialkritik. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 29.11.2022

Was eine Mutter aus Liebe tut

Für euch
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Iris Sayram, eine erfolgreiche Juristin und Journalistin, besucht ihre kranke Mutter im Krankenhaus, wäscht sie, hilft ihr beim Schminken und erinnert sich an ihre Kindheit und Jugend in Köln. Eine Zeit, ...

Iris Sayram, eine erfolgreiche Juristin und Journalistin, besucht ihre kranke Mutter im Krankenhaus, wäscht sie, hilft ihr beim Schminken und erinnert sich an ihre Kindheit und Jugend in Köln. Eine Zeit, die geprägt war von ständigen Geldsorgen. Denn der Papa, ein türkischstämmiger Ford-Arbeiter, gibt seinen Job auf, um sich ganz seiner Spielsucht hinzugeben. Und auch Mimi, wie Iris ihre Mama liebevoll nennt, hat keinen „richtigen“ Beruf. Sie schlägt sich als Putzfrau durch, später als Toilettenfrau, die nebenbei Pillen verkauft und schließlich auch als Prostituierte. Alles „Für Euch“ – für Iris, damit es ihr einmal besser geht und sich ihre Träume erfüllen. Das Mädchen durchlebt eine aufregende Kindheit unter Drogensüchtigen und Prostituierten und schafft es entgegen aller Zweifel aufs Gymnasium.

Für Euch ist ein autobiographischer Roman, der eine Reise von den Achtzigern bis in die heutige Zeit beschreibt. Das Milieu, in dem Iris groß wurde, ist trotz aller krimineller Energien geprägt von Freundschaft und Zusammenhalt, voller Angst vor dem HIV-Virus und der „Schmier“, der Polizei. Eine Welt, in der ein kleines Mädchen schnell erwachsen und vernünftig werden muss. Dabei beschreibt Iris Sayram vor allem ihre Eltern mit so viel Liebe und Wärme, dass man merkt, wie sehr ihr die Eltern fehlen und wie schön ihre Kindheit und Jugend trotz allen Widrigkeiten waren. Sprachlich ist das gut geschrieben, man fliegt förmlich durch die Kapitel, auch weil man wissen möchte, wie die Geschichte der Sayrams weitergeht. Dazu noch die Musik der 80er und die Beschreibungen von Köln und der wunderbare Kölsche Dialekt, da passt einfach alles.

Mein Fazit: ein starker autobiographischer Roman mit Tiefgang. Eines meines Jahreshighlights.

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