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Veröffentlicht am 23.09.2020

Ein Bücherschatz für alle Piratenfans

Der kleine Fuchs liest vor
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Mit ihrem Buch „AHOI, ihr wilden Piraten!“ ist Kathrin Lena Orso eine fantasievolle und vielfältige Piratengeschichtensammlung innerhalb der Reihe „Der kleine Fuchs liest vor“ gelungen, die im Verlag Ellermann ...

Mit ihrem Buch „AHOI, ihr wilden Piraten!“ ist Kathrin Lena Orso eine fantasievolle und vielfältige Piratengeschichtensammlung innerhalb der Reihe „Der kleine Fuchs liest vor“ gelungen, die im Verlag Ellermann erschienen ist und 60 Seiten umfasst.
In der Reihe „Der kleine Fuchs liest vor“ sind noch weitere Geschichtensammlungen nach Themen sortiert erschienen. Es handelt sich hier beispielsweise um Bauernhofgeschichten, Gutenachtgeschichten, Feuerwehrgeschichten, Prinzessinnengeschichten usw.

Das Buch „AHOI, ihr wilden Piraten!“ umfasst acht ganz verschiedene Piratengeschichten und ist in einfach, klarer Sprache zu lesen.
Kathrin Lena Orsos Geschichten sind sehr vielfältig. Es kommen beispielweise nicht „nur“ Piraten vor, sondern auch Piratinnen, ein Piratenhuhn, ein Spielzeugpiratenschiff, ein Seeungeheuer, natürlich auch eine geheimnisvolle Flaschenpost, ein echter Piratenschatz und vieles mehr. Meine Kinder sind von dem Buch und den Ideen darinnen ebenfalls begeistert und würden am liebsten gleich selbst als Piraten in See stechen.

Unsere Lieblingsgeschichte in dem Buch heißt übrigens „Piri, das Piratenhuhn“ und die Botschaft, die in dieser Geschichte steckt gefällt uns richtig gut: an Träume glauben, sich nicht entmutigen lassen und dafür eintreten.

Passend zu jeder Geschichte sind immer wunderschöne große und kleine Zeichnungen von der Illustratorin Nima Kellner zu finden. Die Bilder sind farblich gestaltet und laden zum genauen Betrachten und Entdecken ein. Sie sind sehr liebevoll, klar, aber dennoch detailreich gezeichnet und haben meine Kinder und mich sehr angesprochen.

Fazit: Wir sprechen eine Leseempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 6-7 Jahren zum Selberlesen und ab 5 Jahren zum Vorlesen.
Wir fanden die acht unterschiedlichen Piratengeschichten sehr gelungen und schließen unsere Rezension ab mit einem kräftigen „AHOI“.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2020

Eindringlich und tiefsinnig, düster und packend, gefühlsvoll und erschreckend realitätsnah

Zugvögel
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„Zugvögel“ von Charlotte McConaghy ist 2020 im S. Fischer-Verlag erschienen. Der berührende und feinsinnig geschriebene Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 399 Seiten.
„Zugvögel“ in ein bestimmtes ...

„Zugvögel“ von Charlotte McConaghy ist 2020 im S. Fischer-Verlag erschienen. Der berührende und feinsinnig geschriebene Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 399 Seiten.
„Zugvögel“ in ein bestimmtes Genre einzuordnen fällt mir sehr schwer. In meinen Augen ist er eine Mischung aus Kriminalroman, Liebesgeschichte und Ökodystopie.

Die Autorin Charlotte McConaghy erzählt in ihrem Buch auf sehr berührende Art und Weise die Geschichte von Franny Stone. Im Hier und Jetzt ist es ihr ganzes fast zwanghaftes Bestreben, den letzten Küstenseeschwalben auf ihrer Reise in die Antarktis zu folgen. Um ihr Ziel zu erreichen überzeugt sie den Kapitän und dessen ganze Besatzung von ihrem Vorhaben und heuert auf deren Boot an.
Auf dieser teilweise illegalen und auch gefährlichen Reise lernt der Leser die Lebensgeschichte von Franny kennen, aber auch die ganz eigenen Charaktere der Crew.

Charlotte McConaghy spannt über ihr gesamtes Buch einen wunderbaren Spannungsbogen, der den Leser mitfiebern lässt, was sich alles in Frannys Vergangenheit ereignet hat und welche Auswirkungen dies letztlich auf sie haben wird. Die Autorin berichtet hierzu immer wieder in Rückblenden über Frannys mysteriöse Vergangenheit und lässt viel Raum für Spekulationen und Vorahnungen. Mich hat dieser Roman komplett in seinen Bann gezogen und richtiggehend gefesselt. Dieser gewisse mysteriöse Unterton, der während des gesamten Buches mitschwingt, ist wirklich faszinierend.
Charlotte McConaghy schreibt detailliert, ruhig, tiefsinnig und mit einem außerordentlichen Gefühl für Sprache. Dieses wunderbare Gefühl für Sprache lässt eine tiefgehende, leicht düstere Atmosphäre entstehen, die einen regelrechten Sogwirkung auf den Leser entwickelt. Jedenfalls war es bei mir so. Die düstere Atmosphäre entsteht auch dahingehend, dass sich die im Buch beschriebenen Auswirkungen des Klimawandels eine heutzutage tatsächlich vorstellbare Zukunftswirklichkeit sein kann.

Ich spreche eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch aus, das bei jedem Leser sicherlich lange nachwirken wird und ein ganz besonderes Leseerlebnis ist. Es ist eindringlich und tiefsinnig, düster und packend, gefühlsvoll und erschreckend realitätsnah.
Ein wirklich faszinierendes und gelungenes Buch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2020

Ein facettenreicher Familienroman mit viel Tiefgang zum Thema „Bigamie“

Das zweitbeste Leben
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Der Roman „Das zweitbeste Leben“ von Tayari Jones ist 2020 im Arche Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 346 Seiten.
Tayari Jones, eine amerikanische Schriftstellerin, berichtet in ihrem ...

Der Roman „Das zweitbeste Leben“ von Tayari Jones ist 2020 im Arche Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 346 Seiten.
Tayari Jones, eine amerikanische Schriftstellerin, berichtet in ihrem Buch vom Leben des James Witherspoon, der aufgrund seiner bigamistischen Lebensweise gleichzeitig mit zwei Familien lebt. Seine beiden Töchter jeweils eine in jeder Familie, sind fast gleichalt. Während er die eine Beziehung offen nach außen lebt und diese Ehefrau und auch die Tochter nichts von der anderen Familie weiß, bleibt die andere Familie eher geheim allerdings mit dem Wissen um die andere.
Und eines Tages musste es ja passieren: die beiden Töchter laufen sich über den Weg. Das Geheimnis von James bleibt nicht länger ein Geheimnis und dies bedeutet für die einen den totalen Zusammenbruch und für die anderen vielleicht etwas anderes.

Tayari Jones hat sich mit ihrem Roman ein in meinen Augen kompliziertes Thema für einen Roman ausgesucht, denn es muss sicherlich sehr vielschichtig erzählt werden. Dies gelingt er so unglaublich gut. Sie geht wirklich in die Tiefe, schreibt schonungslos und offen und schafft ein Hineinfühlen für den Leser in beide Realitäten. Sie beschreibt die Auswirkungen auf die Ehefrauen und Töchter und auch die Verstrickungen untereinander, sie berichtet von den Wunden und Ängsten, von Chancen und Möglichkeiten und dies alles in einem sehr feinfühligen Ton. Der Schreibstil hat mir wirklich ausgesprochen gut gefallen und vor allem die stillen Passagen waren für mich sehr intensiv und schön zu lesen.

Sehr fasziniert hat mich an dem Buch der Perspektivenwechsel, den Tayari Jones sehr bewusst setzt. Sie beschreibt zunächst das Leben aus der Sicht der einen Familie und dann aus Sicht der anderen. Im ersten Moment war ich als Leserin darüber etwas perplex, aber so verdeutlichte sich für mich als Leserin eine der wichtigsten Botschaften, die für mich das Buch transportiert, nämlich, wie wichtig es immer wieder ist, den eigenen Standpunkt zu überdenken und den Blickwinkel zu verändern.

Fazit:
Ein facettenreicher Roman zum Thema „Bigamie“ und den Auswirkungen für die jeweiligen Familien, der mir ausgesprochen gut gefallen hat.
In meinen Augen realistisch und ohne Schnörkel und dennoch sehr feinfühlig und mit vielen Denkanstößen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 07.09.2020

Ein farbenprächtiges und wunderbar recherchiertes Hörerlebnis zum Bau des Freiburger Münsters

Der Turm aus Licht
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Das Hörbuch „Der Turm aus Licht“ ist ein sehr gelungenes historisches Hörbuch mit fiktiven Elementen. Es wird hier vom Bau des Freiburger Münsters erzählt, der verbunden ist mit vielen menschlichen Schicksalen. ...

Das Hörbuch „Der Turm aus Licht“ ist ein sehr gelungenes historisches Hörbuch mit fiktiven Elementen. Es wird hier vom Bau des Freiburger Münsters erzählt, der verbunden ist mit vielen menschlichen Schicksalen. Die Zeit, in der die Geschichte spielt, umfasst die Jahre 1270-1330.

Ich bin sehr davon beeindruckt, wie gut die Geschichte recherchiert ist und man merkt ihr auch an, dass Astrid Fritz hier sehr viel Herzblut hineingesteckt hat.
Sie haucht auf ihre Art und Weise den Baumeistern und Handwerkern, den Adeligen, kirchlichen Herrn, den damals lebenden Menschen Leben ein und erschafft für den Hörer einen direkten Bezug zur damaligen Gesellschaft.
Das Hörbuch handelt von vielen unterschiedlichen Menschen, aber dennoch ist es klar strukturiert und für den Hörer sehr gut nachzuvollziehen. Astrid Fritz entwickelt zudem die einzelnen Charaktere wirklich sehr individuell und so wird ihr Hörbuch nach meinem Empfinden zu einem wirklich tollen Erlebnis.
Über welch großes Wissen Astrid Fritz zu diesem Thema verfügen muss, lässt sich für mich nur erahnen. Das Hörbuch ist natürlich gespickt mit vielen historischen Daten und Fakten, mit vielen Details in Bezug auf die Architektur, aber auch die damalige Ausdrucksweise kommt zum Tragen, das Denken zu dieser Zeit, die Stellung der Frau und vieles mehr.

Sehr gefallen hat mir auch die Erzählstimme von Svenja Pages. Sie transportiert mit ihrer angenehmen Stimme die vorherrschende Atmosphäre und bringt mit ihrer Art der Modulation dem Hörer die einzelnen Personen wirklich nahe.

Das Hörbuch „Der Turm aus Licht“, das von Astrid Fritz verfasst und von Svenja Pages gesprochen ist, erschien im Jahr 2020 im Audiobuch Verlag OHG. Es umfasst 2 MP3-CDs mit einer Laufzeit von insgesamt 21 Stunden und 39 Minuten.

Fazit: Ein tolles Hörerlebnis zum Bau des Freiburger Münsters - historisch belegt und mit fiktiven Elementen verwobenen. Hier kommt Wissen und Unterhaltung zusammen.
Absolut zu empfehlen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.08.2020

Was für ein gelungenes Finale!

Muse of Nightmares - Das Erwachen der Träumerin
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Was habe ich auf diesen letzten Band hingefiebert und ich bin wirklich wieder richtig beeindruckt.
Laini Taylor hat mit ihrem Buch „Muse of Nightmares – Das Erwachen der Träumerin“, dem vierten Band aus ...

Was habe ich auf diesen letzten Band hingefiebert und ich bin wirklich wieder richtig beeindruckt.
Laini Taylor hat mit ihrem Buch „Muse of Nightmares – Das Erwachen der Träumerin“, dem vierten Band aus der Geschichte um Sarai, Lazlo, die Bewohner der Stadt Weep und all die anderen sagenhaften Gestalten, wirklich wieder einmal unter Beweis gestellt, dass sie eine grandiose Geschichtenerzählerin ist. Sie schreibt ihre Geschichten mit einem unglaublichen Ideenreichtum, sie reiht Worte magisch und so fesselnd aneinander, sie nimmt den Leser wirklich hautnah mit.
Ja, ich bin begeistert und kann das Buch, das 2020 im Verlag Bastei Lübbe One erschienen ist, und auch die drei Vorgängerbände absolut weiterempfehlen. Die Reihe gehört wirklich zu meinen Favouriten im Leseuniversum.
Laini Taylor schließt in ihrem Buch die Geschichte um Sarai, Lazlo und Weep und Nova und Kora auf wirklich tolle Art und Weise ab, sie überrascht den Leser wieder durch ungeahnte Wendungen und fügt letztendlich alle Fäden zusammen. Mehr darf in meinen Augen an dieser Stelle fast nicht zum Inhalt gesagt werden. Jetzt heißt es selber lesen und in die Welt, die Laini Taylor geschaffen hat einzutauchen.
Eines vielleicht doch nicht: Gut gefallen hat mir, wie sehr in diesem letzten Band die Geschwisterliebe zwischen Nova und Kora zum Tragen gekommen ist. Es war wunderschön zu lesen und sehr liebevoll und emotional geschrieben.
Das Cover ist passend zu den anderen Bänden gestaltet und auch ein richtiger Augenschmaus.

Fazit: Ein grandioser Abschluß: fantasievoll, sprachgewaltig, packend, emotional, spannend – alles was ein gutes Buch, eine gute Reihe braucht.
Lesefreude ist hier 100%ig garantiert!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Atmosphäre