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Veröffentlicht am 09.04.2021

Rezension: "Speed me up" von Sarah Saxx

Speed Me Up
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Autor/in: Sarah Saxx
Titel: Speed me up
Reihe/Band: Supercross Love, Band 1
Genre: New Adult
Erschienen: März 2021
ISBN: 978-3-95761-197-0

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem ...

Autor/in: Sarah Saxx
Titel: Speed me up
Reihe/Band: Supercross Love, Band 1
Genre: New Adult
Erschienen: März 2021
ISBN: 978-3-95761-197-0

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise vom Verlag über Vorablesen zur Verfügung gestellt worden ist. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Klappentext
Die 22-jährige Brooke Ferguson ist Supercross-Fahrerin und als eine der wenigen Frauen in diesem Sport äußerst erfolgreich. Als sie während eines Rennens auf Matthew Carr trifft, ihren besten Freund aus Kindertagen, knistert es gewaltig zwischen den beiden. Doch der Gedanke an eine Beziehung macht Brooke nervös, und statt Matt in ihr Leben zu lassen, stößt sie ihn von sich und verletzt ihn damit zutiefst. Als ein paar Monate später ein verleumderischer Artikel über Brooke erscheint, gib es nur einen, der ihr helfen kann: Matt. Kann Brooke ihre Angst überwinden und sich der Liebe öffnen?

Buch-/Reihentitel und Coverdesign
Das Cover ist nahezu durchgängig in hellblau gehalten und wirkt ein bisschen ‚pfützenartig‘, wie ein Wasserfarben-Auftrag. Während der Titel mittig das Cover ziert, wurde die Autorenangabe am oberen Rand und die Verlagsangabe am unteren Rand platziert. Über bzw. unter den letzteren genannten Angaben zieren dezente herausgeprägte Reifenspuren in weiß das Cover. Ich finde das echt cool gemacht, denn es macht schonmal richtig Lust auf die Geschichte und passt auch sehr gut zum Thema „Supercross“.
„Speed me up“ als Titel lässt schon auf richtig gutes Feuer unterm Hintern hoffen. Von der Bedeutung her kann man es wohl mit „beschleunigen“ gleichsetzen und ich frage mich, ob es dabei um ein ganz spezielles Ziel geht oder rein um das Gas geben während einer Fahrt mit dem Bike. Ich lasse mich auf jeden Fall überraschen.

Charaktere
Brooke Ferguson ist 22 Jahre alt und lebt schon seit frühester Kindheit für den Sport. Sie ist die einzige Frau unter einer Horde von Männern, die es geschafft hat, an der Weltmeisterschaft teilnehmen zu dürfen. Bei all ihrem Training der letzten Jahre hat sie kaum Freunde außer ihrem Team, ihrer Crew. Der Kontakt zu ihrem besten Freund ist mit den Jahren immer schwächer geworden und auch zu ihren Eltern pflegt sie nicht das beste Verhältnis. Wenn man Brooke näher kennenlernt, kann man schnell feststellen, dass sie eine starke und toughe junge Frau ist, die hier und da allerdings auch mal etwas kindischeres Verhalten an den Tag legt.
Matthew Carr ist großer Sportfan und studiert Journalismus in Bakersfield, mit dem Ziel später mal bei einem Sportsender zu arbeiten. Matt lebt mit seinem besten Freund Ty zusammen in einer kleinen WG. Zu seinen Eltern hat er sein sehr gutes Verhältnis, denn trotz der Entfernung zueinander telefonieren sie regelmäßig. Er ist der typisch nett Junge von nebenan. Immer für seine Freunde da und absolut loyal.

Schreibstil und Handlung
Der Schreibstil von Sarah Saxx war wie gewohnt sehr locker, leicht und flüssig. Die Kapitel hatten eine angenehme Länge und luden mit interessanten Überschriften immer gut zum Weiterlesen ein. Zusätzlich ist auch immer kenntlich gemacht worden, wie bei einem typischen Perspektivenwechsel, aus welcher Sichtweise das aktuelle Kapitel gerade in der ersten Person geschildert wird. Außerdem hatte ich wieder sehr viel Freude an dem bunten Mix aus witzigen, tiefgründigen und auch ernsten Wortwechseln zwischen den verschiedenen Charakteren. Sarah weiß genau, wann es angebracht ist, mit einer Prise Humor bestimmte Situationen aufzulockern. Trotzdem hatte ich hier und da ein paar kleinere Probleme, denn die Geschichte konnte mich nicht so sehr in ihren Bann ziehen, wie ihre anderen Bücher. Aber dazu gleich mehr.
Inhaltlich gesehen war ich unglaublich neugierig, wie das Thema Frauen beim „Supercross“ umgesetzt werden würde. Es ist grundsätzlich eine sehr interessantes und vor allem individuelles Thema, wenn auch nicht ganz mein Fall. Man konnte einen sehr guten Einblick in die routinemäßigen Tagesabläufe von Brooke bekommen und auch ein paar Regeln konnte man hier und da aufschnappen, was mir sehr gut gefallen hat. Allerdings waren mir die einzelnen Rennen mit etwas zu wenig Details versehen. Da hätte ich mir eindeutig mir gewünscht. Auch der zweite Themenbereich, dass Frauen alles erreichen können, wenn sie nur genug Kraft aufbringen, hat mir vom Motto her sehr gut gefallen. Die Message war für mich als Leserin schon sehr motivierend und regte mich gewissermaßen auch etwas zum Nachdenken an und ich denke, dass damit auf jeden Fall ein Ziel erreicht ist.
Was die Charaktere angeht, habe ich die meisten als sehr sympathische und angenehme Zeitgenossen aufgefasst. Matt war einfach großartig, den konnte man nur gernhaben. Mit Brooke allerdings hatte ich so öfter meine Probleme. Sie war stur und festgefahren in ihrer Denkweise, hat viele Dinge nichtmal annähernd rational begründen können und hat sich gefühlt in der ganzen Geschichte kaum entwickelt, was ich wirklich sehr schade fand. Gerade, weil sie auch die Protagonistin der Geschichte ist, haben ihre Charakterzüge dafür gesorgt, dass die Handlung an einigen Stellen ziemlich zäh gewesen ist und auch dementsprechend auch mit dem Lesen noch sonderlich gut vorangekommen bin. Auch der Einblick in die Gedanken und Gefühle von Brooke durch die Erzählperspektive haben da für mich nicht viel geraderücken können, sondern mich teilweise nur verständnislos mit dem Kopf schütteln lassen. Zwischen Brooke und Matt war schon von Beginn der Story an ein Knistern spürbar, was mir sehr gut gefallen hat, auch wenn sein Charakter im Vergleich unglaublich blass gewesen ist. Leider wurde diese Zufriedenheit meinerseits durch ein dauerhaftes Hin und Her der Protagonisten zerstört und führte öfter mal zu Situationen zwischen den beiden, die ich als Leser einfach nur befremdlich fand und ich mich teilweise auch nicht mit wohlgefühlt habe.
Generell war ich auch etwas irritiert, dass die im Klappentext angesprochene Handlung erst nach dreiviertel des Buches endlich passierte. Etwas spät für meinen Geschmack und vielleicht lag es auch daran, dass sich der vordere Teil so in die Länge gezogen angefühlt hat. Vieles an der Geschichte um Brooke und Matt war für mich vorhersehbar, bot keine Überraschungen oder Wendungen, mit denen man sich genauer auseinandersetzen müsste. Diese Art von Action brauche ich zwar nicht immer, aber hier wäre doch ein klein wenig mehr nicht verkehrt gewesen. Ich weiß von Sarah Saxx, dass sie auf jeden Fall mehr auf dem Kasten hat, als man in „Speed me up“ gelesen hat, trotzdem war das Buch auf jeden Fall für mich noch im guten Bereich, denn viele der angesprochenen Aspekte sind, im Hinblick auf die Geschichte, nicht ganz so stark ins Gewicht gefallen.

Fazit
„Speed me up“ war anders als alles, was ich bisher von Sarah Saxx kennengelernt habe. Die Themen-Idee hat mir richtig gut gefallen, allerdings hatte die Lovestory so ein paar Macken, über die ich nicht hinwegsehen konnte. Das geht auf jeden Fall besser, aber wer weiß, was uns in Band 2 der „Supercross Love“-Reihe erwarten wird. Ich werde ihn auf jeden Fall lesen ♥

Bewertung: 4  von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Rezension: "Never really me" von Katie McLane

Never Really Me
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Autor/in: Katie McLane
Titel: Never really me
Genre: Dark Romance
Erschienen: Februar 2021
ISBN: B08VH9RMDG

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise ...

Autor/in: Katie McLane
Titel: Never really me
Genre: Dark Romance
Erschienen: Februar 2021
ISBN: B08VH9RMDG

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise von der Autorin zur Teilnahme an einer Leserunde auf Lovelybooks zur Verfügung gestellt worden ist. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Klappentext
Mehr als acht Jahre lang und fast dreitausend Meilen weit bin ich vor allem davongelaufen, besonders vor ihr. Nur, um ihr jetzt in meinem eigenen Nachtclub zu begegnen.
ETHAN – Ich bin das erfolgreiche Arschloch, das reihenweise Weiber flachlegt und sich ab und zu einen Adrenalinkick holt. Ein wunderbares Leben, könnte man meinen. Bis meine erste Liebe auftaucht und unsere verkorkste Vergangenheit heraufbeschwört. Und damit auch mein dunkelstes Geheimnis.
LILLIAN – Ich erkenne meinen Jugendfreund kaum wieder, purer Sex und Arroganz auf zwei Beinen. Er ist abscheulich zu mir, provokant ehrlich und ruchlos, will mich damit auf Distanz halten. Doch diesen Fehler werde ich kein zweites Mal begehen. Und davon kann mich auch die Dunkelheit in seinen Augen nicht abschrecken.

Buchtitel und Coverdesign
Das Cover ist vom Untergrund her komplett in schwarz gehalten und vermittelt so einen sehr düsteren und geheimnisvollen Eindruck. Aus der oberen linken und der unteren rechten Ecke züngeln flackernde gelbe Flammen in Richtung der Covermitte. Sie hellen die Dunkelheit auf, strahlen den Leser förmlich an, und sind ein absoluter Blickfang. Auch der Buchtitel ist in diesem gelb, wenn auch etwas heller, farblich kenntlich gemacht. In schwungvollen Buchstaben ist „Never really me“ in drei Zeilen über die Front verteilt.
Vom Titel her könnte ich mir vorstellen, dass sich die Geschichte viel mit der Frage beschäftigt, wer man eigentlich ist und ob man sich durch eigene getroffene Entscheidungen entwickelt hat oder eher durch die Entscheidungen anderer. Vielleicht hat einer der Charaktere auch eine Art Identitätskrise – ich werde es sicher in der Geschichte erfahren.

Charaktere
Lillian arbeitet als Sekretärin der Geschäftsleitung bei einem großen Marketingunternehmen. Sie scheint durchweg eine graue Maus zu sein, die man locker mal übersehen oder vergessen kann. Sie ist eher konservativ, trägt immer ein ordentliches Business-Kostüm und hat, meines Wissens nach, keine Freunde. Ihre Beziehung zu ihrem Freund Willard ist gewöhnungsbedürftig – sie wirkt auf mich kindisch und lieblos, als hätte Lillian keinerlei Ansprüche an einen Partner. Generell wirkte sie zu Beginn der Geschichte sehr farblos und öde auf mich, dass ich sie gerne mal geschüttelt hätte.
Ethan ist der Manager seines eigenen Nachtclubs. Er kümmert sich gut um seine Mitarbeiter, privat jedoch ist er ein ziemliches Ar******h. In seinem Leben scheinen nur Alkohol, Sex, eine Menge verschiedener Frauen und riskante Freizeitbeschäftigungen, wie z.B. illegale Autorennen, eine Rolle zu spielen. Mit all dem versucht er vehement vor seinen mehr als düsteren Gedanken davonzulaufen. Zusätzlich ist Ethan noch Teil der sozialen Organisation ‚Blue Guardian‘, bei der er sich um einen traumatisierten Jugendlichen kümmert. Man kann definitiv sagen, dass Ethan eine sehr kontrastreiche Persönlichkeit hat, die nicht immer ganz so leicht zu verstehen ist.

Schreibstil und Handlung
Für mich war „Never really me“ das erste Buch der Autorin und ich muss sagen, dass es mir vom Schreibstil her sehr gut gefallen hat. Angenehm und flüssig wurde ich durch die Geschichte geführt und von den Worten ausgehend wollte ich immer weiter und weiter lesen. Auch der Perspektivenwechsel in der ersten Person von Kapitel zu Kapitel hat dafür gesorgt, dass man einen tiefen Einblick in die Protagonisten nehmen konnte, was auch den Drang steigerte, wissen zu wollen, wie sie sich entwickeln, etc. Leider muss ich hier allerdings anmerken, dass für mich verschiedene Gedankengänge und auch Gefühlsauslegungen nicht immer nachvollziehbar gewesen sind. Auch wenn ich nicht alles so verstehen konnte, wie vielleicht notwendig gewesen wäre, um zu 100 % in die Geschichte abzutauchen, ist die Darstellung all der widersprüchlichen Gedanken in Lillians und Ethans Kopf sehr deutlich und genau zum Ausdruck gebracht worden – das hat mir dann doch sehr gut gefallen. Auch die Verwendung der vielen unterschiedlichen Emotionen, die zwischen den beiden hochkochen, wie Freude, Trauer, Erregung, etc. ist sehr gut gelungen und hat für ein recht intensives Leseerlebnis gesorgt. Besonders die Anziehung zwischen Lillian und Ethan ist mit ihrer verruchten, sexy und überaus heißen Art sehr gut zur Geltung gekommen. Auffällig war auch, dass bestimmte Umgebungsbeschreibungen äußerst genau gewesen sind, sodass man sich die Orte perfekt vor Augen vorstellen konnte, während an anderer Stelle leider nahezu komplett auf Beschreibungen dieser Art verzichtet worden sind. Eine etwas ausgeglichenere Variante hätte mir an dieser Stelle besser gefallen, auch um sich die einzelnen Handlungsszenen teilweise besser vorstellen zu können.
Inhaltlich gesehen war die Story anders, als ich es erwartet hatte. Meine Erwartung bezog sich auf alte Freunde, die sich Jahre später wiedertreffen, einiges aufzuarbeiten haben, sich langsam wieder annähern und wieder zusammenfinden, etc. Der Klassiker vom Gedanken her. Grundsätzlich war das auch so, allerdings mit vielerlei Aspekten gespickt, die leider nicht meinen persönlichen Vorlieben entsprochen haben. Die Charaktere z. B. waren ziemlich in ihrem Denken, hier speziell in den Erlebnissen der Vergangenheit, festgefahren. Interessant waren auf jeden Fall die Rückblicke eben dieses Vergangenheit, um das Denken und Handeln der Charaktere in der heutigen Zeit zu verstehen, allerdings wäre ich grundsätzlich mit vielen Dingen anders umgegangen, als es die Protagonisten in „Never really me“ tun. Viele Probleme und Taten von Ethan rührten von Eifersucht her, die viele Jahre Zeit hatte, sich aufzustauen. Für mich ist Eifersucht allerdings ein so schwaches Motiv, dass seine deshalb geplanten Racheaktionen auf mich einfach nur kindisch und sinnlos gewirkt haben sowie seinen Charaktere äußerst unsympathisch haben erscheinen lassen. Wenn man Lillian in der Geschichte näher betrachtet hat, wird auffällig, dass sie eine sehr starke Entwicklung durchmacht – von der grauen Maus hin oder eher zurück zu einer selbstbewussten Frau. Leider ging dieser Vorgang viel zu schnell vonstatten, um noch realistisch zu wirken, und außerdem wurde schnell deutlich, dass sie gewisse Marotten von ihrer letzten Beziehung direkt auf mit in die neue projizierte. Bei beiden Charakteren kam es mir irgendwann so vor, als würden sie pausenlos nur Rumjammern, statt endlich was an ihrer Situation aktiv zu ändern. Lillian gelang die Änderung auf jeden Fall schonmal besser als Ethan, aber trotzdem war es ein ständiges Hin und Her zwischen den beiden, ohne dass neue Aspekte einen Part in der Geschichte gefunden haben, dass es mich kurzzeitig sogar genervt hat. Zusätzlich gab es auch viele Szenen, die sich für mich einfach befremdlich angefühlt haben. Einerseits, weil verschiedene Dinge wirklich Geschmackssache sind, und andererseits, da einige Aspekte einfach nicht zu meiner Erziehung oder auch meinen bisherigen im Leben gesammelten Erfahrungen gepasst haben.
„Never really me“ fasst eine Menge ernster Themen zusammen, wie z. B. Verlust eines guten Freundes, Trauer, aber auch Eifersucht, die Frage nach der eigenen Identität, das Erkennen seiner eigenen Träume und Wünsche, etc. Es ist eine Menge, was hier unter einen Hut gebracht worden ist. Einige Bereich wurden ausführlicher und realistischer dargestellt als manch andere. Jedes dieser Themen bedurfte sehr viel Aufarbeitung und Verständnis, was mich allerdings nicht immer erreichen konnte, da sich einige Szenen für meinen Geschmack zu stark ähnelten und so eine Art Doppeleffekt hervorgerufen haben. Auch wenn man die beiden Bereich nicht miteinander vergleichen sollte – ähnlich ging es mir mit den Sexszenen zwischen Lillian und Ethan. Am Anfang war noch alles unglaublich heiß und verrucht und es hat Spaß gemacht, diese zu lesen. Aber irgendwann schwang das um, denn bei jeder Begegnung, die die beiden auf diese Art hatten, lief es gefühlt nach Schema F ab und es wurde nichts Neues mehr mit hineingebracht.
Besonders positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle aber noch den abschließenden Epilog. Mir gefiel die darin deutlich werdende Entwicklung in der Beziehung von Lillian und Ethan sehr gut. Wie locker und angenehm der Umgang miteinander geworden ist, wie sie zueinander stehen und vor allem, dass sie nicht mehr in einem Meer aus Düsternis versinken. In Anbetracht der vorhergehenden Szenen ein überaus realistischer und harmonischer Abschluss, der sogar mich sehr glücklich machen konnte. Gerne würde ich z. B. auch Kurzgeschichte über die beiden lesen, wie es ihnen vielleicht in ein paar Jahren in der Zukunft ergangen ist. Nach diesem Abschluss würde mich das sehr interessieren.
Man merkt, ich hatte einiges zu diesem Buch zu sagen, aber so langsam komme ich zum Ende. Das wohl Wichtigste an einer Geschichte ist wohl unter anderem die Kategorisierung in ein Genre und hier muss ich sagen, dass „Dark Romance“ für mich nicht wirklich gepasst hat. Klar, Ethan und Lillian sind auf jeden Fall emotional kaputte Charaktere, aber nur weil Ethan sich die erste Hälfte dauerhaft wie ein Idiot aufführt und ganz offensichtlich mit starken psychischen Problemen zu Kämpfen hat, reicht das noch lange nicht für diese Genrezuordnung aus. Für mich war es eher eine sehr düstere New-Adult-Geschichte mit einer großen Menge an Vergangenheitsaufarbeitung. Letztendlich haben Lillian und Ethan schließlich, glücklicherweise, nahezu jegliche Dunkelheit verloren.

Fazit
„Never really me“ hat mich leider etwas zwiegespalten zurückgelassen. Der Schreibstil war auf jeden Fall top, weshalb ich auch gerne noch weitere Bücher der Autorin lesen würde. Allerdings konnte mich der Inhalt nicht so mitreißen, wie ich es mir gewünscht hätte, was meistens daran gelegen hat, dass ich eine ziemlich unterschiedliche Einstellung zum Leben und vereinzelten Handlungen der Protagonisten hatte als diese selbst und ich mich dadurch bedingt nicht vollständig in sie hineinversetzen konnte.

Bewertung: 3  von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Rezension: "Suicide Love" von Mika D. Mon

GRIMM - Suicide Love (Band 1)
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Autor/in: Mika D. Mon
Titel: Suicide Love
Reihe/Band: Grimm, Band 1
Genre: Dark Romance
Erschienen: März 2021
ISBN: B08Y5FKBYY

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, ...

Autor/in: Mika D. Mon
Titel: Suicide Love
Reihe/Band: Grimm, Band 1
Genre: Dark Romance
Erschienen: März 2021
ISBN: B08Y5FKBYY

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass bei NetGalley zum „Sofort lesen“ zur Verfügung steht. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Klappentext
"Ich habe keine Angst vor dem Tod!"
"Ich weiß", haucht seine raue Stimme leise. "Du liebst ihn ebenso wie ich."
– Sein Name ist Grimm.
Er hat meine Familie getötet und jetzt werde ich ihn töten. Allein auf diese Rache habe ich die letzten Jahre hingearbeitet. Dafür lebe ich.
Aber als ich ihm endlich gegenüberstehe und ihm meine Klinge an den Hals halte, fühle ich meine Emotionen über mich hereinbrechen.
– Mein Name ist Grimm.
Ich bin tot. Nur in den Momenten, in denen mir der Tod am nächsten ist, schlägt mein Herz. Aber du, deine Gefühle, deine Tränen, sie regen etwas in mir.
Was ist es?
Ich weiß es nicht, aber ich will mehr davon.
Mehr von dir

Buch-/Reihentitel und Coverdesign
Das Cover ist nahezu vollständig in schwarz gehalten und wirkt dadurch unglaublich dunkel und düster. Mittig ist ein knochiger Schädel mit sehr gruseliger Wirkung zu sehen, um den herum ein Meer aus schwarzen Rosen zu sehen ist.
Der Reihentitel „Grimm“ ist in silbern glitzernden Buchstaben mittig darunter platziert und „Suicide Love“ wiederum darunter in weißen, schlichter gehaltenen Buchstaben. Damit wird der Fokus eindeutig auf Grimm gelegt, der auch der männliche Protagonist der Geschichte zu sein scheint. „Suicide Love“ assoziierte ich mit einer sehr selbstzerstörerischen, dem Tod geweihten, Liebe – düster, dramatisch und gefährlich vom Eindruck her.

Charaktere
Grimm ist ein sehr gefährlicher Mann, denn er ist Auftragskiller von Beruf. Er ist konsequent, absolut zuverlässig und verspürt des Öfteren einen Hang zum Tod. Von der äußeren Beschreibung in der Geschichte ähnelt Grimm sehr dem Totenschädel auf dem Cover, mal abgesehen von der Tatsache, dass er am ganzen Körper tätowiert ist. Er kann keine Gefühle empfinden – konnte er aufgrund einer Krankheit noch nie –, weshalb er auch nur sehr wenige, dafür aber gute, Freunde hat. Grimm umgibt eine Düsternis, die in Anbetracht seines Berufs und seines Aussehens absolut kein Wunder ist – grob gesagt erscheint er vollkommen gestört. Wenigstens ist er durchweg ehrlich und steht zu sich selbst, was man unter den Umständen nicht immer erwarten kann.
Lucia, die Protagonistin der Geschichte, steckt seit einigen Jahren in einer lieblosen und gewalttätigen Ehe fest. Handlungen gegen ihren Willen stehen seit langer Zeit auf der Tagesordnung und seit ihre Familie vor Jahren brutal vor ihren Augen ermordet worden ist, sind ihr nur noch sehr wenige Vertraue geblieben. Lucia ist unglaublich willensstark und mutig. Sie sinnt seit Jahren auf Rache an dem Mörder ihrer Familie, was wahrscheinlich das Einzige ist, was sie bis jetzt hat überleben lassen.

Schreibstil und Handlung
Der Schreibstil des Autoren-Duos war in diesem Buch sehr angenehm, flüssig und fesselnd. Auch der Perspektivenwechsel in der ersten Person hat gut zum Vorankommen innerhalb der Geschichte geführt. Sowohl bei Grimm als auch bei Lucia konnte man sehr intensive Einblicke in deren Gedanken und Gefühle nehmen. Was das angeht ist gerade bei Grimm ein absolutes Meisterwerk gelungen – überaus faszinierend! Generell bot die Geschichte eine Mischung aus erotischen, düsteren, gefährlichen und beängstigenden Szenen. Insgesamt mag ich so einen Mix von verschiedenen Sinneseindrücken sehr gerne, aber bei diesem Buch hat leider irgendwann der abstoßende Teil überwogen. Auch ist mir beim Schreibstil aufgefallen, dass für Rückblicke und Gedanken kursive Schrift verwendet worden ist. Für das deutlich machen eben dieser fand ich das sehr gut, nur leider wurde diese Formatierung nicht konsequent eingehalten.
Von der Handlung her muss ich sagen, dass ich gerne vor dem Lesen gewusst hätte, dass es sich bei der Geschichte um eine Mafia-Dark-Romance handelt, denn dann hätte ich das Buch wahrscheinlich gar nicht erst zur Hand genommen, denn dieser Bereich ist absolut nicht mein Fall. Vielleicht hätte ich es gewusst, wenn ich bereits andere Bücher der Autorinnen kennen würde, aber da das nicht der Fall ist und es auch sonst nirgends vermerkt gewesen ist, bin ich enttäuscht worden.
So schön flüssig und angenehm der Schreibstil des Autoren-Duos auch gewesen ist, haben sie es für mich leider in der Handlung nicht geschafft, die Spannung zu halten. Viele Gedankenstränge neigten dazu, ständig wiederholt zu werden und auch der Cliffhanger am Ende war irgendwie von Anfang an vollkommen vorhersehbar für mich.
„Suicide Love“ wurde eindeutig dem Genre Dark Romance zugeordnet, allerdings hatte ich hier mit dem „Romance“-Aspekt so meine Probleme. Ich konnte bei keinem der beiden Protagonisten wirklich nachvollziehen, wie sie von Hass, in Lucias Fall, und einem Mordauftrag, in Grimms Fall, zu einer gegenseitigen gefühlstechnischen Anziehung gelangt sind. Dieser Anziehungsaspekt war für mich leider null gegeben und somit war die Geschichte auch viel mehr „Dark“ als Dark Romance. Aber vielleicht habe ich auch einfach eine andere Definition von Dark Romance. Für mich ist es nämlich nicht, dauerhaft Vergewaltigungsszenen geschildert zu bekommen oder den Mann richtiggehend blutig zu foltern, um wenig später mit ihm ins Bett zu steigen, weil die Anziehung angeblich so groß ist. Natürlich kann man sowas bei Dark Romance, meiner Meinung nach, mit reinbringen, allerdings sollte die Geschichte nicht zum Großteil daraus bestehen.

Fazit
Für mich war dieses das erste Buch des Autoren-Duos Mika D. Mon und auch, wenn ich feststellen durfte, dass die beiden wirklich genial schreiben können, war die Story inhaltlich nichts für mich. Ich mag Dark Romance wirklich sehr, allerdings überwog hier der „Dark“-Anteil für meine Begriffe zu sehr. Aus diesem Grund werde ich wohl auch eher nicht weiterlesen.

Bewertung: 2  von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Rezension: "Lisa und der Mond" von Lisa Wirth

Lisa und der Mond | Kinderbuch über eine zauberhafte Reise zum Mond | Entdecke die Magie und Schönheit auf der Erde und in deinem Leben.
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Autor/in: Lisa Wirth
Titel: Lisa und der Mond
Genre: Kinderbuch
Erschienen: Januar 2021
ISBN: 978-3-96698-996-1

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass bei ...

Autor/in: Lisa Wirth
Titel: Lisa und der Mond
Genre: Kinderbuch
Erschienen: Januar 2021
ISBN: 978-3-96698-996-1

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass bei NetGalley zum „Sofort lesen“ zur Verfügung steht. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Klappentext
„Sieh mal, das Leben ist wunderschön.“
Lisa geht auf eine zauberhafte Reise zum Mond. Entdecke mit ihr gemeinsam die Magie und Schönheit auf der Erde und in deinem Leben.

Buchtitel und Coverdesign
Die Grundfarbe des Covers ist dunkelblau – wahrscheinlich soll damit der Himmel dargestellt werden. Überall ist eben dieser mit vielen fünfzackigen Sternen gespickt und bringt ein wenig Licht in die Dunkelheit der Nacht. Mittig auf dem Cover prangt ein großer sichelförmiger Halbmond, auf dessen unterer Spitze ein kleines blondes Mädchen sitzt. Ich nehme an, dass es sich hierbei um die Hauptfigur der Geschichte handelt. Es hat die Haare zu einem leicht zerzausten Dutt gemacht, trägt ein rosafarbenes Kleidchen, was wahrscheinlich ihr Nachthemd ist, und hat nackte Füße.
„Lisa und der Mond“ als Titel deutet in Kombination mit dem Cover auf eine Gute-Nacht-Geschichte hin und ist letztendlich eine Beschreibung der Dinge und Personen, die man auf dem Cover künstlerisch dargestellt hat.

Charaktere, Handlung und Schreibstil
Die kleine Lisa unternimmt mit Hilfe eines Sterns eine Reise zum Mond, um durch diesen die Welt zu entdecken und das ein oder andere Abenteuer zu erleben.
Die Seiten ausfüllenden bunten Bilder sind überaus hübsch und einfach gestaltet. Ihre Farbgebung ist sehr authentisch gewählt und auch für die ganz kleinen Kinder der angegebenen Altersgruppe (2 bis 8 Jahre) sind die dargestellten Szenen gut zu erkennen.
Die Texte sind recht kurz und einfach gehalten, eignen sich sehr schön zum Vorlesen und lassen gleichermaßen viel Platz, um der eigenen Fantasie ihren Lauf zu lassen.
Durch die große Schrift ist das Buch allerdings nicht nur zum Vorlesen, sondern auch für Leseanfänger sehr gut geeignet.
Die kleine Lisa versprüht mit ihrer Neugier eine so große kindliche Begeisterung, die regelrecht ansteckend ist und in Kombination mit der wundervollen Botschaft des Buches ist die Geschichte für die angegebene Altersklasse, meiner Meinung nach, genau richtig.

Fazit
Im Großen und Ganzen ein wirklich schönes und gelungenes Kinderbuch mit einer großartigen Botschaft. Es wird sicher die ein oder anderen Kinderaugen zum Strahlen bringen.

Bewertung: 4  von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2021

Rezension: "Lebe, als gäbe es kein Morgen" von Charlotte Taylor

Lebe, als gäbe es kein Morgen
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Autor/in: Charlotte Taylor
Titel: Lebe, als gäbe es kein Morgen
Reihe/Band: Vancouver Island Kisses, Band 2
Genre: Liebesroman
Erschienen: November 2020
ISBN: 978-3751994262

Transparenz ...

Autor/in: Charlotte Taylor
Titel: Lebe, als gäbe es kein Morgen
Reihe/Band: Vancouver Island Kisses, Band 2
Genre: Liebesroman
Erschienen: November 2020
ISBN: 978-3751994262

Transparenz
Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise von der Autorin zur Verfügung gestellt worden ist. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Klappentext
Morgen kann alles schon vorbei sein …
Wale sind Reed Archers große Leidenschaft und neben seiner dreizehnjährigen Tochter Grace sein ganzer Lebensinhalt. Fünf Jahre nach dem Tod seiner Frau fühlt er sich endlich bereit für eine neue Liebe.
Wenn die Vergangenheit nicht ruhen will, muss man sich ihr stellen. Kiona Brooks will in ihrer alten Heimat endlich tiefe Wunden heilen und herausfinden, warum Orcas sie so magisch anziehen.
Eine abenteuerliche Kajak-Tour zu den imposanten Schwertwalen vor der winterlichen Küste Vancouver Islands schweißt Kiona und Reed auf unwiderstehliche Weise zusammen. Doch haben sie tatsächlich dasselbe Ziel?

Buch-/Reihentitel und Coverdesign
Auch Band zwei der „Vancouver Island Kisses“-Reihe hat wieder ein aufgeteiltes Cover. Im unteren Bereich sieht man das weite Meer und zwei Orcas, die in einiger Entfernung majestätisch aus dem Wasser springen. Darüber grenzt der Titel, dargestellt über die ganze Breite der Coverfront, dass Szenario von zwei Personen im oberen Teil des Bildes ab. Ein Mann und eine Frau, jeweils mit Schal und Mütze bekleidet, stehen kurz vor einem Kuss und haben beide die Andeutung eines Lächelns im Gesicht. Eine sehr romantische Darstellung, die das Cover von „Lebe, als gäbe es kein Morgen“ da bietet. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle aber noch, dass die Cover von Band 1 und Band 2, wenn man sie nebeneinanderlegt, perfekt zueinander passen und ein gemeinsames Landschaftsbild im unteren Teil der Cover ergeben. Einfach wunderschön gemacht!

Charaktere
Nachdem Kiona Brooks von ihrer alten Schule geflogen ist, ist sie nach vielen Jahren wieder zurück in ihre Heimatstadt Port McNeill gezogen um neu anzufangen. Sie stammt von der indigenen Bevölkerung Vancouver Islands ab, ist aber leider schon seit sie fünfzehn Jahre alt war mehr oder weniger komplett auf sich allein gestellt. Familie hat sie keine mehr und so bleibt ihr als einziges ihr Job als Lehrerin an der High School. Da Kiona schon vielleicht schlechte Dinge in ihrem Leben erfahren hat, ist sie gegenüber einigen Dingen sehr von Vorurteilen belastet, an denen sie äußerst stur festhält, ohne sich einen besseren belehren lassen zu wollen.
Reed Archer ist Meeresbiologie, der gerade seine Doktorarbeit schreibt, und alleinerziehender Vater der dreizehnjährigen Grace. Er führt ein kleines Unternehmen, dass Bootsausflüge zu Walsichtungen anbietet und kommt so für den Lebensunterhalt seiner kleinen Familie auf. Seine Frau ist vor einigen Jahren bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen und seitdem kümmert er sich allein oder manchmal auch mit Hilfe seines besten Freundes und Nachbarn Connor um Grace. Er hat längere Zeit stark zu kämpfen gehabt, wegen dem Verlust, seiner Arbeit, etc. und trotzdem hat er immer geholfen und mit angepackt, wo er nur konnte.

Schreibstil und Handlung
Der Schreibstil im zweiten Teil der „Vancouver Island Kisses“-Reihe war sehr detailliert, gefühlvoll und ziemlich bildhaft. Flüssig und äußerst angenehm bin ich durch wunderschöne Szenendarstellungen geflogen und hatte zeitweise das Gefühl als wäre ich live mit dabei. „Lebe, als gäbe es kein Morgen“ ist abwechselnd aus der Sicht der Protagonisten Kiona und Reed in der ICH-Perspektive geschrieben. Dadurch waren die verschiedenen Gefühlsregungen und Gedanken bei den einzelnen Charakteren für mich auch gut zugänglich gemacht.
Inhaltlich bot dieses Buch eine unglaubliche Bandbreite an Themen, was zunächst so erstmal gar nicht zu erkennen gewesen ist. Ich muss gestehen, dass ich die Geschichte zu Anfang für recht oberflächlich gehalten habe – angefangen bei Kionas merkwürdigem und vorverurteilenden Verhaltens gegenüber Reed und das, obwohl sie selbst zugegeben hat, dass ihre Begründungen nur auf Halbwissen basierten. Dies machte sie mir als Charakter sehr unsympathisch und vor allem war ich etwas geschockt, wie so jemand als Pädagogin arbeiten konnte, um Kindern etwas beizubringen. Auch hat mich etwas an Grace Charakter gestört. Einerseits wird Reeds kleine Tochter als übertrieben schlau dargestellt für ihr Alter und andererseits macht sie ziemlich unverständliche und teilweise irritierende Aussagen, ohne groß darüber nachzudenken, dass beides für mich so überhaupt nicht zusammengepasst hat. Aus diesen Gründen hatte ich zunächst einen etwas zähen Start mit „Lebe, als gäbe es kein Morgen“, denn dadurch hatte ich nicht sonderlich viel Lust auf die Story und so zog sich für mich vom Gefühl her auch die Handlung extrem dahin.
Irgendwann kam dann zum Glück die Wendung und dann ging es auch mit dem Lesen wesentlich flüssiger und ich konnte mich mehr in die Geschichte hineinversetzen und mit dem Genießen anfangen. Die Oberflächlichkeiten, die mich zunächst gestört hatten, wurden anhand der vielen aufgegriffenen Themenbereiche schnell widerlegt und so bekam ich z.B. einige interessante Einblicke in die Traditionen und Lebensweisen der indigenen Bevölkerung. Auch thematisiert wurden die Fridays-for-Future Bewegungen auf der ganzen Welt, wozu insbesondere der Klima- und auch Tierschutz zählt, sowie die leider existenten Probleme mit Rassismus und Sexismus. Gerade diese etwas spezielleren Themen sind gut aufgegriffen, intensiver beleuchtet und sehr realitätsnah dargestellt worden. Als zusätzliche inhaltliche Punkte gab es natürlich auch noch das Verschwinden von Kionas Mutter zu erklären, was für einen kleinen Krimi-Anteil in der Geschichte sorgte und natürlich wurde auch ausreichend die Liebesbeziehung zwischen ihr und Reed thematisiert. Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle ist allerdings noch, dass mir die Entwicklung eben dieser Beziehung von totaler gegenseitiger Abneigung hin zu Liebe einfach viel zu schnell ging und dadurch leider etwas überspitzt wirkte. Ansonsten bot dieses Buch eine sehr interessante Mischung aus Themenbereichen, mit denen es mich wirklich überzeugen konnte und mein Leseerlebnis mit jeder Seite besser geworden ist. Dazu konnte auch beitragen, dass es wieder sehr viele, teils bekannte und teils neue, Nebencharaktere gab, die einen kleinen Part an der Story abbekommen haben.

Fazit
Das Buch war am Ende doch wesentlich tiefgründiger, als ich zunächst erwartet hatte, vor allem wenn ich meinen etwas holprigen Start bedenke. Letztendlich bot „Lebe, als gäbe es kein Morgen“ eine schöne und überaus intensive Geschichte, die einen tollen zweiten Band der „Vancouver Island Kisses“-Reihe abgab. Charlotte Taylor war mir bis zu diesem Buch ehrlich gesagt unbekannt, ich bin allerdings nun überzeugt, dass ich noch mehr von ihr lesen möchte.

Bewertung: 4  von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere