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Veröffentlicht am 08.10.2025

Wenn Instinkt zum Zwang wird

Die Spur der Vertrauten
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Das geheimnisvolle Cover hat mich von Anfang an angesprochen: Eine einsame Figur, die über ein Labyrinth wandert, das in einer Klippe endet. Am Schluss finde ich erst heraus, wie gut diese Darstellung ...

Das geheimnisvolle Cover hat mich von Anfang an angesprochen: Eine einsame Figur, die über ein Labyrinth wandert, das in einer Klippe endet. Am Schluss finde ich erst heraus, wie gut diese Darstellung zum Inhalt passt. Auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch nicht nur einfarbig, sondern die zwei Hauptcharaktere kommen zu Wort. Ihre Sätze schmücken die Vorder- und Rückseite. Sehr durchdacht!

Ich werde ohne große Erklärung mitten ins Geschehen geworfen und lernen eine Welt kennen, in der jeder Mensch mit einem bestimmten Instinkt geboren ist. Dem Instinkt muss nachgegeben werden, ungeachtet welcher Konsequenz die Handlung nach sich zieht. Das Verhalten hat dabei mehr Ähnlichkeit mit einem Zwang, dem der einzelne hilflos ausgeliefert ist. Der freie Wille ist nicht mehr verfügbar. Gleichzeitig ist die Menschheit einer Regierung ausgesetzt, die diese Umstände für ihre Zwecke ausnützt. Jede Handlung wird dem Wir untergeordnet. Der Mensch als Individuum existiert nicht mehr. Es ist eine Welt ohne Mitgefühl, in der jeder Mensch seinen vorbestimmten Platz hat, an dem er funktionieren muss – bis zur Selbstaufgabe.
In diese kalte Welt wird nun ein Individuum ohne Instinkt geboren und bedroht damit die gesamte Weltordnung.

Der Plot des Buches ist völlig neu und speziell, daher auch zunächst schwer zu verstehen. Es hat einige Seiten gedauert, bis ich wirklich begriffen habe, worum es geht. Erzählt wird durchaus spannend. Allerdings erschließt sich die Bedeutung einiger Abschnitte erst später im Buch, im Augenblick des Lesens lässt sich der Inhalt nicht einordnen, zum Nachteil für die Spannung. Außerdem gibt es sehr viele Handlungsstränge, was teilweise sehr verwirrend ist.
Das Ende hat mich leider nicht so überzeugt. Für mich bleiben viele Fragen offen.

Sprache und Schreibstil sind für mich ein Highlight. Einige Passagen habe ich laut gelesen, einfach wegen des Klangs.

Fazit: Das Buch ist aufgrund des innovativen Plots lesenswert. Vor allem sprachlich überzeugt es. Einfach zu lesen ist es allerdings nicht und die Spannung wird nicht immer gehalten.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Wenn Katzen ermitteln

Alle Jahre wieder mit Elvis
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Ein unliebsamer Nachbar wird in der Koblenzer Altstadt ermordet. Die Katzen-Community ermittelt zum zweiten Mal. Allen voran Kater Elvis und Katze Chloe, die mit viel kätzischem Charme und Schafsinn ans ...

Ein unliebsamer Nachbar wird in der Koblenzer Altstadt ermordet. Die Katzen-Community ermittelt zum zweiten Mal. Allen voran Kater Elvis und Katze Chloe, die mit viel kätzischem Charme und Schafsinn ans Werk gehen. Sie schnurren sich in die Herzen der Tatverdächtigen und erfahren so alles, was ein guter Detektiv zur Lösung des Falls benötigt.

Das liebevolle Cover lässt es schon erahnen: Hier begegnen wir einem Wohlfühlkrimi vom Feinsten. Also habe ich mir meine Katze geschnappt und es uns in meinem Ohrensessel gemütlich gemacht.

Der Schreibstil ist einfach und gut zu lesen. Ich fliege durch die Seiten. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und ich muss immer wider schmunzeln. Die meiste Zeit sehen wir die Ermittlungen aus Sicht der Katzen, doch nach jedem Kapitel kommen in kursiver Schrift auch die menschlichen Protagonisten kurz zu Wort. Die Charakter sind durchweg sympathisch und liebenswert - bis auf das arme Mordopfer.

Von der ersten bis zur letzten Seite ist der Krimi voller Spannung. Ich rätsle mit den Katzen, wer der Täter sein könnte. Dieses Möglichkeit des Rätselratens finde ich persönlich immer sehr wichtig und ist für mich Teil der Spannung.

Neben dem Mordfall gibt es auch noch ein paar menschliche Dramen, die ebenfalls mit Hilfe der Katzen zu einem glücklichen Ende finden. Das muss es auch, denn es ist Weihnachten. Und wer noch ein Idee für ein Weihnachtsessen sucht, der findet ein paar Rezepte auf den letzten Seiten, was das Buch wunderbar abrundet. Das findet auch meine Katze und freut sich schon auf das Thunfisch-Carpaccio.

Fazit: Ein sehr unterhaltsamer Krimi, der in der Weihnachtszeit spielt, aber selbstverständlich auch außerhalb der Weihnachtszeit gelesen werden kann.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Ein Hauch Agatha Christie

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Das liebevoll gestaltete Cover mit seinen goldenen Lettern hat mich gleich angesprochen: Ein einsames Haus mit warm erleuchteten Fenstern in winterlicher Schneelandschaft passt hervorragend zum Cozy-Crime ...

Das liebevoll gestaltete Cover mit seinen goldenen Lettern hat mich gleich angesprochen: Ein einsames Haus mit warm erleuchteten Fenstern in winterlicher Schneelandschaft passt hervorragend zum Cozy-Crime Setting. Hilfreich ist auch die Abbildung und Kurzbeschreibung der Charaktere im Buchumschlag. Schade nur, dass die goldene Schrift sich so leicht vom Papier löst, die Hälfte ist schon verblasst.

Die 77 Jahre alte etwas eigenbrötlerische Rosemary, genannt Mimi, wird von ihrer reichen Nachbarin Jane zur Dinnerparty mit Auktion eingeladen. Sie soll dort einen Gegenstand ersteigern, sonst wird ihr lang gehütetes Geheimnis verraten. Mimi bittet ihre Enkelin Addie um Hilfe, mit der sie allerdings eher ein schwieriges Verhältnis hat. Kaum hat die Feier begonnen, wird die Gastgeberin ermordet. Doch die Polizei lässt auf sich warten, denn ein Schneesturm hat die Gesellschaft von der Außenwelt abgeschnitten. Mimi und Addie setzen alles daran, den Mordfall in Eigenregie zu lösen.

Das Vorgehen bei der Aufklärung erinnert an die Kriminalromane von Agatha Christie, worauf auch immer wieder im Buch verwiesen wird. Mimi und Addie hangeln sich von Hinweis zu Hinweis und am Schluss kommt die Auflösung im großen Kreis der Verdächtigen. Als Leser habe ich die ganze Zeit mitgerätselt, allerdings habe ich den Täter nicht erahnen können.

Mimi und Addie sind mir von Anfang an sympathisch und im Laufe des Buches immer mehr ans Herz gewachsen. Interessant ist die Entwicklung der Beziehung der beiden zueinander, denn die Situation sorgt auch dafür, dass unausgesprochene Dinge endlich geklärt werden können. So bekommt das Buch auch einen gewissen Tiefgang.

Der lockere und humorvolle Schreibstil und die Einteilung in kurze Kapitel sorgt für ein angenehmes Lesegefühl.

"Die Einladung" ist ein Krimi, der nicht allzu anspruchsvoll, aber unterhaltsam ist, den ich gerne gelesen habe und auch weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Very British

Nightingale
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Kurz nach ihrer Heirat mit Lord Nigel Nightingale zieht die in Boston aufgewachsene Lydia in das Schloss ihres Mannes im südenglischen Städtchen Whispering Pines. Das Glück als englische Lady währt nicht ...

Kurz nach ihrer Heirat mit Lord Nigel Nightingale zieht die in Boston aufgewachsene Lydia in das Schloss ihres Mannes im südenglischen Städtchen Whispering Pines. Das Glück als englische Lady währt nicht lange, denn schon am nächsten Tag wird ihr frisch angetrauter Ehemann des Mordes an seiner Ex-Geliebten verdächtigt und landet im Gefängnis. Mit Unterstützung des loyalen Butlers Godfrey macht sich Lydia auf, um die Unschuld ihres Mannes zu beweisen.

Mit viel Humor und detaillierten Beschreibungen werden wir in die Welt des britischen Landadels entführt. Besonders der Familienbutler Godfrey, der in seinem Köfferchen immer die richtige Medizin und eine Flasche Sherry für seine Herrschaft dabei hat, und Lydias Schwiegermutter, der exzentrischen und immer um Contenance ringende Lady Charlotte, sind mir ans Herz gewachsen.

Die Handlung wird aus Lydias Perspektive erzählt. In inneren Monologen kommentiert sie, oft in ironischer Weise, das Geschehen. So erfahren die Leser, was sie wirklich denkt, aber nicht ausspricht. Das macht sie besonders sympathisch und lebendig.

Der Schreibstil ist erfrischend, einfach zu lesen, die Handlung überaus spannend und lädt zum Miträtseln ein. Am Ende findet ein richtiger Showdown statt und ich habe das Buch nicht mehr aus den Händen legen können. Ein kleiner Teaser lässt hoffen, dass bald der 2. Band erschienen wird.

Fazit: Ein gelungener Start der Cosy Crime Reihe mit Lady Lydia Nightingale und Familienbutler Godfrey als Ermittlerduo.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Ein hervorragender Thriller

Die Frau in den Fluten
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Chloe Cooper ist sehr einsam. Mit 40 Jahren hat sie immer noch nicht ihren Platz im Leben gefunden. Sie arbeitet als Barkeeperin, malt Bilder, pflegt ihre bettlägerige Mutter und beobachtet andere Menschen. ...

Chloe Cooper ist sehr einsam. Mit 40 Jahren hat sie immer noch nicht ihren Platz im Leben gefunden. Sie arbeitet als Barkeeperin, malt Bilder, pflegt ihre bettlägerige Mutter und beobachtet andere Menschen. Diese heimlichen Beobachtungen geben ihr das Gefühl, am Leben teilzunehmen ohne auffallen zu müssen. Von der Influencerin Jemma, die mit ihrem Ehemann Adam ins gegenüberliegende Haus einzieht, ist sie von Anfang an fasziniert. Als Chloe einen Mord beobachtet, ist sie davon überzeugt, dass Jemma von Adam ermordet wurde. Sie meldet dies der Polizei und löst damit eine Kettenreaktion aus.

Der Thriller "Die Frau in den Fluten" hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und der Inhalt so spannend, dass ich das Buch innerhalb von 4 Tagen durch hatte. Die häufigen Perspektivenwechsel tragen zur Spannung bei, dadurch entstehen weitere Fragen und lose Fäden, die man als Leser unbedingt so schnell wie möglich klären möchte.

Auch die Beschreibung der Charaktere ist hervorragend gelungen. Ich habe mich sehr gut in alle Personen hineinfühlen können und habe ihre Beweggründe verstanden, auch wenn sie mir unsympathisch waren. Vor allem die Darstellung von Chloe hat mir gefallen, denn der Leser erfährt Stück für Stück mehr von ihr und ihrem Leben und kann beobachten, wie sie sich im Laufe des Thrillers entwickelt.

Das Buch hat mich vollkommen überzeugt und ich empfehle es uneingeschränkt weiter. Es ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und es wird sicherlich nicht das letzte sein, das seinen Weg in mein Bücherregal findet.

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