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Veröffentlicht am 14.03.2026

Nicolaus von Verdun und der Dreikönigenschrein

Der Schrein der Könige
4

Der Schrein der Heiligen Drei Könige, wohl eines der bekanntesten Reliquiare der Welt. Gold, Silber, Edelsteine, prunkvoll steht es im Mittelpunkt des Kölner Dom, der Kathedrale, die extra für den Schrein ...

Der Schrein der Heiligen Drei Könige, wohl eines der bekanntesten Reliquiare der Welt. Gold, Silber, Edelsteine, prunkvoll steht es im Mittelpunkt des Kölner Dom, der Kathedrale, die extra für den Schrein errichtet wurde.
Diesem Kunstwerk widmet sich Sabine Weiss in ihrem neuesten historischen Roman. Das Cover stellt den Schrein vor dunkelrotem Hintergrund gold schimmernd in den Vordergrund.
Im Jahr 1164 überführte der Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige aus dem eroberten Mailand nach Köln.
Der Goldschmied Nicolaus von Verdun, dem historisch Teile des Schreins zugeordnet werden, wird nach Köln berufen, um den Schrein zu bauen.
Damit kommen wir zum Fokus des Romans, der Goldschmied und seine Familie. Da es hier keine historischen Belege gibt, ist die Geschichte rund um Nicolaus komplett fiktiv.
Familiäre Angelegenheiten, die Schwierigkeiten mit den in Köln ansässigen Goldschmieden, kirchliche und weltliche Herrscher, die bei der Gestaltung des Schreins eigene Vorstellungen haben, all dies bestimmt einen großen Teil des Romans. Die Atmosphäre in Köln, das alltägliche Leben mit all seinen Gepflogenheiten und Regeln ist sehr authentisch dargestellt. Die Handwerkskunst der Goldschmiede wird dem Leser nahe gebracht.
Was mir fehlt, ist eine deutlichere Einbettung in die damaligen historischen Ereignisse. Das kommt etwas zu kurz, auch wenn der Fokus offensichtlich auf der Familie liegt, habe ich mir da mehr erhofft.
Der Roman selbst ist unterhaltsam, der Schreibstil flüssig und bildhaft. Zu den Charakteren baut man sehr schnell eine Verbindung auf. Man hofft, bangt, leidet und freut sich mit den Figuren. Manches ist etwas überzogen, so dass man denkt, das hätte es jetzt nicht gebraucht, aber es bleibt im Rahmen.
Ein Personenverzeichnis und Anmerkungen zum historischen Hintergrund vervollständigen die Lektüre.
Insgesamt ein unterhaltsamer Roman, dem etwas mehr Historie und dafür weniger Familie gut getan hätten.


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Veröffentlicht am 13.03.2026

Eine Kindheit im Krieg

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
0

Westpommern 1938, im Mittelpunkt steht die Geschichte der Familie Gehrken, die sich in dem kleinen Dorf ein neues Leben aufgebaut hat.
Sie arbeiten hart, sind tief im katholischen Glauben verwurzelt und ...

Westpommern 1938, im Mittelpunkt steht die Geschichte der Familie Gehrken, die sich in dem kleinen Dorf ein neues Leben aufgebaut hat.
Sie arbeiten hart, sind tief im katholischen Glauben verwurzelt und immer hilfsbereit den Mitmenschen gegenüber. Die Familie besteht aus den Eltern Paula und Bernhard, dem Großvater, Hanna und ihren drei Brüdern. Später wird noch die kleine Schwester Rosa geboren, der Hannas ganzes Herz gehört.
Das Besondere an der Geschichte ist, dass sie aus der Perspektive von Hanna erzählt wird, also auch mit all ihren kindlichen Gedanken und Empfindungen.
Die Herrschaft der Nationalsozialisten macht auch vor dem kleinen Dorf nicht halt und wir erleben hautnah, wie die Ideologie das Leben der Familie beeinflusst und ein Dorf zunehmend in zwei Lager gespalten wird.
Wir begleiten die Familie und Hanna bis zur Flucht im Jahr 1945. Das Buch liest sich wirklich gut. Aber es gibt auch Kritikpunkte. Die Welt von Hanna bleibt erstaunlich unberührt und der Familie scheint es an wenig zu fehlen, was etwas verharmlosend wirkt. Das Thema der Flucht wurde relativ kurz abgehandelt, obwohl dort etwas Wesentliches passiert, das Hanna bis an ihr Lebensende begleiten wird. Das Buchende war für mich leider sehr unrealistisch.
Insgesamt aber ein Roman, der sich gut lesen ließ und einen EInblick in diese dunklen Jahre gegeben hat.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Luft nach oben

39 Grad Mord
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Jenny Lund Madsen verlegt die Handlung ins sonnige Urlaubsparadies Sizilien. Hannah, eine dänische Autorin, die nicht nur eine Schreibblockade hat, sondern auch eigentlich keine Krimi mehr schreiben möchte, ...

Jenny Lund Madsen verlegt die Handlung ins sonnige Urlaubsparadies Sizilien. Hannah, eine dänische Autorin, die nicht nur eine Schreibblockade hat, sondern auch eigentlich keine Krimi mehr schreiben möchte, wird von ihrem Lektor in Schreibquarantäne geschickt.
Es passiert das Unmögliche, statt über einen Mord zu schreiben, findet sie eine Leiche und gerät selbst unter Mordverdacht.
Der Schreibstil ist flott, die Kapitel nicht zu lang und die vielen Dialoge lassen einen zügig durch die Seiten lesen.
Der Spannungsbogen ist für einen Krimi in Ordnung, aber ein paar mehr überraschende Wendungen wären schön gewesen.
Warum der Krimi auf Sizilien spielt, hat sich mir nicht ganz erschlossen. Das Flair der Insel geht eigentlich unter.
Mein größtes Problem mit diesem Buch ist Hannah, die Protagonistin. Sie ist nervig, agiert arrogant und vor allem trinkt sie ständig und ist meistens verkatert. Das Thema Alkohol nimmt für mich einen zu großen Raum ein.
Insgesamt war es für mich ein Krimi, der sich gut lesen ließ, aber nicht in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Mühsame Lektüre

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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Ein freundliches Cover, ein Titel, der eine humorvolle Aufarbeitung des Themas verspricht.
Erika und Jan, ein Ehepaar im sogenannten reiferen Alter. Er gesteht ihr im Urlaub eine seit längerem andauernde ...

Ein freundliches Cover, ein Titel, der eine humorvolle Aufarbeitung des Themas verspricht.
Erika und Jan, ein Ehepaar im sogenannten reiferen Alter. Er gesteht ihr im Urlaub eine seit längerem andauernde Affäre. Verspätete Rache für eine Affäre von ihr vor zwanzig Jahren?
Jetzt erlebt man als Leser die Höhen und Tiefen einer Paartherapie.Dabei bleibt Jan farblos und fast nicht existent. Erika lässt uns teilhaben an dem großen Gefühlschaos, in dem sie sich befindet. Jedoch ohne wirkliche Reflexion , die Idee eines Neuanfangs, den Ausstieg aus einer Beziehung, die schon lange nicht mehr existiert. Der Inhalt wiederholt sich und dreht sich auf den ohnehin wenigen Seiten ständig im Kreis, was auch mein größter Kritikpunkt ist.
Das Thema ist durchaus wichtig, die Umsetzung und Erika als Hauptfigur konnten mich nicht überzeugen. Die Erwartungen aus dem Cover und dem Klappentext haben sich für mich nicht erfüllt.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Gelungener Reihenauftakt

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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Das Cover lockt mit seinen goldenen Elementen und dem geheimnisvollen Wald, märchenhaft, mystisch und voller dunkler Geheimnisse.
Die Geschichte beginnt mit den bekannten Hänsel und Gretel Vibes.
Ava ...

Das Cover lockt mit seinen goldenen Elementen und dem geheimnisvollen Wald, märchenhaft, mystisch und voller dunkler Geheimnisse.
Die Geschichte beginnt mit den bekannten Hänsel und Gretel Vibes.
Ava und ihre Schwester Linn werden vom Vater im Wald zurückgelassen, weil er glaubt, nicht mehr für sie sorgen zu können. Verloren und auf sich allein gestellt finden die Mädchen Zuflucht bei Nebula. Die wirkt fürsorglich und beschützend, aber sie trennt die Schwestern voneinander.
Was sind Nebulas wahre Absichten? Die Kinder, die bei ihr leben, haben magische Fähigkeiten.
Die düstere Atmosphäre erzeugt ein schönes Kopfkino und punktet mit einer konstanten Spannung.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Gut und Böse, Vertrauen, Zusammenhalt und das Gefühl von Verantwortung. Besonders Ava wächst über sich hinaus oder versucht es zumindest. Die Verantwortung für ihre Schwester zwingt sie zu Entscheidungen, die sie eigentlich überfordern. Stück für Stück nähert man sich als Leser den Wahrheiten, ohne aber auf alles eine Antwort zu bekommen.
Der Blick auf die Hexe ist hier einmal anders, ihre Motive bleiben noch teilweise verdeckt. Das Ende ist offen für eine Fortsetzung.
Eine märchenhafte, zugleich düstere Geschichte, in der nicht alles gut wird, aber die mit Spannung, Gefühl und viel Herz erzählt wird.
Ein besonderes Märchen für Jugendliche und für Erwachsene, die märchenhafte Geschichten lieben.

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