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Veröffentlicht am 18.11.2025

Gelungene Atmosphäre der Rauhnächte

Rauhnächte
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Ellen Sandberg greift in ihrem Roman das aktuelle Thema der Rauhnächte auf. Wichtig zu erwähnen ist, dass es sich hier um ein Buch handelt, das bereits vor zehn Jahren als Jugendbuch unter dem Titel “ ...

Ellen Sandberg greift in ihrem Roman das aktuelle Thema der Rauhnächte auf. Wichtig zu erwähnen ist, dass es sich hier um ein Buch handelt, das bereits vor zehn Jahren als Jugendbuch unter dem Titel “ Die Flammen flüstern dein Lied” erschienen ist. Die Autorin hat die Geschichte komplett überarbeitet und als Roman für Erwachsene verfasst.

Pia erfährt durch Zufall, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist. Da ihre Eltern auf ihrem Schweigen bzgl. der Vergangenheit und den Vorgängen rund um die Adoption beharren, fährt sie, tief verletzt, in das Dorf, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat und begibt sich auf die Spuren ihrer leiblichen Mutter, die bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, die aktuelle, die sich mit Pias Suche beschäftigt und die Vergangenheit, die die Ereignisse vor 18 Jahren erzählt.

Sehr gut gelungen ist die Atmosphäre der Rauhnächte und der damit verbundene Aberglaube. Im Laufe der Handlung zeigt sich, dass Pia tief verborgene Geheimnisse aufweckt und sich damit in Gefahr bringt.

Das Buch ist spannend geschrieben und passt von der Atmosphäre gut in die Jahreszeit. Die Auflösung ist rund und fügt alle Fäden zusammen.

Die Figur der Pia hat im Buch durchaus eine Entwicklung durchlaufen, bleibt mir aber, auf den gesamten Inhalt betrachtet, zu unreif in ihrem Verhalten. Da das ältere Jugendbuch ja explizit in einen Erwachsenenroman umgeschrieben wurde, passt es nicht so ganz.

Insgesamt aber ein lesenswerter Roman über Geheimnisse und Intrigen innerhalb einer Familie.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Wenn Schicksal verbindet

Lebensbande
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Mechtild Borrmann nimmt uns mit in das Leben von Nora, Lieselotte und Lene. Drei Frauen, deren Schicksalwege sich in der Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall kreuzen.
In Rückblicken wird die Geschichte ...

Mechtild Borrmann nimmt uns mit in das Leben von Nora, Lieselotte und Lene. Drei Frauen, deren Schicksalwege sich in der Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall kreuzen.
In Rückblicken wird die Geschichte von Lene erzählt, die aus einer unglücklichen Ehe ein behindertes Kind hat, ein im damaligen Naziton - Reichsausschusskind -.
Nora, Krankenschwester, hilft Lene, das Leben ihres Sohnes zu retten. Und schließlich Lieselotte, die mit Nora zusammen in ein russisches Arbeitslager verschleppt wird.
In der Gegenwart sorgt ein Brief der Rentenkasse dafür, dass getroffene Entscheidungen und Ereignisse aus der Vergangenheit plötzlich wieder lebendig werden.
Mechtild Borrmann hat ein Händchen dafür, historische Ereignisse und persönliche Schicksale miteinander zu verknüpfen. Sie schreibt sehr fesselnd, ohne dabei kitschig zu werden und lässt den Leser mit den Frauen und ihren Schicksalen mitfühlen.
Die Namen und Orte sind fiktiv, doch beruht die Geschichte auf Erinnerungen, Erzählungen und Dokumenten dieses dunklen Kapitel der Geschichte. Das Buch macht deutlich, was Freundschaft und Mut zu leisten vermögen. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Der beste Teil der Reihe

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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Der dritte und letzte Teil um Maya Topelius ist für mich auch der beste dieser Reihe.
Die Leiche einer Journalistin wird gefunden und alles deutet auf eine Hinrichtung hin. Schnell vermutet man einen Zusammenhang ...

Der dritte und letzte Teil um Maya Topelius ist für mich auch der beste dieser Reihe.
Die Leiche einer Journalistin wird gefunden und alles deutet auf eine Hinrichtung hin. Schnell vermutet man einen Zusammenhang mit einem anderen Mordfall.
Die Ermittlungen führen tief in das rechtsextreme Milieu und machen den Inhalt des dritten Teils damit hochaktuell.
Auch die privaten Entwicklungen gehen weiter. Maya und ihre Freundinnen Clara, Sanna und Emily müssen sich erneut intensiv mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Aber diesmal ist es direkt in die Mordermittlung eingebunden. Die Nebenfiguren sind auch sehr gut ausgearbeitet, wie z.B. Johan, der die Leiche der Journalistin gefunden hat.
Der Spannungsbogen hat sich bis zum Schluss gehalten und die Aufklärung des Falls war überzeugend. Auch die Geschichte um die vier Frauen wurde zu einem Abschluss gebracht, so dass man von einem insgesamt runden Ende der Reihe sprechen kann.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Es gibt drei Seiten. Seine, meine und die Wahrheit

The Final Wife
3

Der Schönheitschirurg Luke Whitney wird erstochen aufgefunden. Anna, seine Frau, gesteht die Tat. Aber ist das auch so?
Detective Rebecca Dance erkennt schnell, dass hier der Schein trügen könnte. Die ...

Der Schönheitschirurg Luke Whitney wird erstochen aufgefunden. Anna, seine Frau, gesteht die Tat. Aber ist das auch so?
Detective Rebecca Dance erkennt schnell, dass hier der Schein trügen könnte. Die Abgründe, die hinter der glänzenden Fassade von Luke Whitney lauern, geben auch noch anderen ein Mordmotiv.
Jenny Blackhurst hat hier einen psychologischen Thriller geschrieben, der von seinen unerwarteten Twists und wechselnden weiblichen Perspektiven lebt.
Als Leser weiß man genau, dass hier alle Beteiligten lügen, aber es bleibt bis zum Schluss unklar, wer die Wahrheit sagen könnte.
Die unterschiedlichen Perspektiven lassen Einblicke in die Vergangenheit der Figuren zu, um dann wieder direkt in die aktuelle Situation zu wechseln. Die Thematik des Thrillers, Macht, Kontrolle und Dominanz in Beziehungen sind sehr realitätsnah dargestellt. Toxische Beziehungen, die auch im echten Leben oft zu finden sind.
Obwohl der Thriller durchaus lesenswert ist, gibt es ein paar Kritikpunkte. Die privaten Ereignisse aus dem Leben der Ermittlerin haben keinen Mehrwert für die Story und wirken auf mich störend. Zum Ende hin haben sich einige Logikfehler eingeschlichen, die die Auflösung nicht völlig stimmig und damit unrealistisch wirken lassen.
Insgesamt aber ein lesenswerter Thriller, bei dem man bis zum Ende im Unklaren bleibt

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Ein historisches Schwergewicht

Sieben Jahre
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Friedrich der Große ist die Hauptfigur im neuen historischen Roman von Tanja Kinkel, der optisch ein wirklicher Blickfang ist.
Aus dem Leben von Friedrich dem Großen hat sich die Autorin den Siebenjährigen ...

Friedrich der Große ist die Hauptfigur im neuen historischen Roman von Tanja Kinkel, der optisch ein wirklicher Blickfang ist.
Aus dem Leben von Friedrich dem Großen hat sich die Autorin den Siebenjährigen Krieg als Grundlage für den Roman herausgenommen.
Natürlich folgt in dem Roman Schlacht auf Schlacht, Bündnisse wechseln, Intrigen bestimmen das Geschehen. Nicht umsonst wird der Siebenjährige Krieg auch in einigen Quellen als inoffizieller Erster Weltkrieg bezeichnet.
Hier wird aber der Fokus auf die Großmächte, Maria Theresia von Österreich (die ewige Gegenspielerin von Friedrich), Preußen, Großbritannien und Frankreich gelegt.
Die andere Seite des Romans ist aber die menschliche Seite der Figuren. Besonders geht die Autorin hier auf das Verhältnis der Brüder Friedrich und Heinrich ein. Zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und deren kompliziertes Verhältnis die Handlung des Romans mit beeinflusst. Auch die familiären Hintergründe, das schwierige Leben unter einem despotischen Vater, die Rolle der Frauen in dieser Zeit, unterdrückte bzw. offen ausgelebte sexuelle Neigungen spielen eine große Rolle.
Die Vielzahl der Personen stellt dabei eine Herausforderung dar, bei der das Personenverzeichnis zu Beginn des Romans sehr hilfreich ist.
Die Nebenfiguren bilden eine gute Ergänzung, besonders zu nennen ist hier der Page Hannibal, der mir persönlich am besten gefallen hat.
Akribische Recherche über den Siebenjährigen Krieg, die Intrigen und Machtspiele, die privaten Einblicke in das Leben der Hauptfiguren zeichnen den Roman aus.
Es ist kein Buch, das man mal eben zwischendurch lesen kann, sondern es erfordert Konzentration und Durchhaltevermögen. Mir fiel es schwer, zu den Personen eine Bindung aufzubauen, die Distanz beim Lesen ist nie ganz verschwunden. Auch hätten dem Buch einige Seiten weniger sicher gut getan. Viele Passagen, vor allem aus dem Kriegsgeschehen, wären gekürzt, sicherlich noch genauso informativ gewesen.
Insgesamt aber ein durchaus lesenswertes Buch für Leser, die sich sehr für Geschichte interessieren, denn das ist hier die Hauptvoraussetzung, um Spaß an der Lektüre zu haben

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