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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2026

Hitchcock Vergleich passt zu 100%

Das Signal
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Das Signal ist ein fesselnder, wendungsreicher und in sich selber stimmiger Roman. Hier habe ich aufgrund einer Leseprobe schon viel erwartet und am Ende noch mehr bekommen.
Anfangs bekommt man erstmal ...

Das Signal ist ein fesselnder, wendungsreicher und in sich selber stimmiger Roman. Hier habe ich aufgrund einer Leseprobe schon viel erwartet und am Ende noch mehr bekommen.
Anfangs bekommt man erstmal nur wenige Informationen, die zur Ausgangssituation führten. Viola hatte einen Unfall auf dem eigenen Grundstück, benötigte eine Teilamputation des Beines und findet nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht nur eine Pflegerin im eigenen Zuhause, sondern auch völlig veränderte Bedindungen. Und es verhalten sich so einige Leute etwas seltsam...
Das Buch weiß direkt zu fesseln, was an einer klassischen Hitchcock Szenerie und am Schreibstil liegt. Einfach, aber nicht schlicht und die Sprache ist angenehm intelligent ohne abgehoben zu sein. Man macht sich unweigerlich während des Lesens so einige Gedanken, was da los ist und je mehr sich die Erinnerungen von Viola wieder einstellen, desto verwirrter ist man als Lesender.
Gibt es hier etwa etwas zu verbergen, vielleicht sogar von mehreren Personen?
Also von meiner Seite gibt es hier eine volle Punktzahl, wenn es mehr gäbe, sogar noch mehr. Es gibt rein gar nichts, was ich an diesem Buch nicht gut gefunden habe und ich vergebe tatsächlich eher seltener die Höchstnoten.
Das war ein toller Start ins Lesejahr für mich!

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Ein wendungsreicher Wirtschaftsthriller

Das Spiel des Kaspar
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Zuallererst: ich würde Kaspar nicht mögen, wenn er mir morgen begegnen würde, aber er wäre mit Sicherheit sehr faszinierend. Nicht nur, weil er als eben solches beschrieben wird, sondern weil das Buch ...

Zuallererst: ich würde Kaspar nicht mögen, wenn er mir morgen begegnen würde, aber er wäre mit Sicherheit sehr faszinierend. Nicht nur, weil er als eben solches beschrieben wird, sondern weil das Buch mit so vielen Wendungen, doppelten Spielen, Rückblenden und dubiosen Gesprächen aufwartet, dass man ein Gefühl davon bekommt, wie ein Zusammentreffen sein würde. Und Cleo, Danielle, Tom und viele andere Charaktere- allesamt sind gut und nachvollziehbar beschrieben, aber haben auch abgrundtief dunkle Seiten an sich, die einen schaudern lassen. Das ganze Buch ist durchzogen von Verrat, Macht und Geld und das auf einem hohen Niveau. Was es nicht immer ganz einfach macht, alles zu verstehen. DICE habe ich als Spiel selbst jetzt am Ende noch nicht verstanden, aber das tut auch nicht viel zur Sache, wenn man weiß, wofür die Buchstaben stehen. Hier haben wir also einen Wirtschaftsthriller der besonderen Art, der für mich stellenweise ein bisschen zu schnell war. Ich glaube, dass das der Grund ist, warum der Autor auch mit vielen überschriebenen Absätzen arbeitet. Viele Setting, die übrigens auch alle sehr schön und gut vorstellbar dargestellt wurden, waren fast schon mitten in der Handlung auch schon wieder zu Ende, was manchmal die (An-)Spannung wieder rausnahm. Am Ende wurde es nochmal sehr irritierend, weil die ganze Geschichte quasi nochmal verdreht wurde, aber das fand ich total super und gut gemacht. Zwischenzeitlich hatte ich übrigens so Vibes wie beim Lesen von Bret Easton Ellis, der mit American Psycho einen wesentlich brutaleren, aber ebenso gerissenen Charakter erschaffen hat...sie könnten glatt verwandt sein. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob es bald eine Fortsetzung geben wird, der Subtitel lässt es ja vermuten.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Cosy Crime im alten Land

Schwarze Schuld
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Schwarze Schuld ist der Auftakt einer neuen Kriminalreihe um den Bürgermeister Hajo von Kiesow und die Schornsteinfegerin Lena Becker. Die Handlung spielt im alten Land, genauer in Jork, welches südwestlich ...

Schwarze Schuld ist der Auftakt einer neuen Kriminalreihe um den Bürgermeister Hajo von Kiesow und die Schornsteinfegerin Lena Becker. Die Handlung spielt im alten Land, genauer in Jork, welches südwestlich an Hamburg liegt. Die kleine Gemeinde ist idyllisch, jeder kennt jeden und bis auf ein geplantes Neubaugebiet gibt es keinen Ärger... bis zwei ältere Männer kurz hintereinander auffällige und tödliche Unfälle haben. Die neue Schornsteinfegerin fängt an zu ermitteln. In der Story begegnen wir seltsamen Menschen, die alle etwas eigensinnig, aber nicht unsympathisch sind. Und der Roman plätschert über weite Teile dahin. Jeder spricht mit jedem, oft auch über die gleichen Dinge und für mich hätten die ersten 10 Kapitel deutlich gekürzt werden können. Ab der Mitte ungefähr wird es nach einem Autounfall etwas ermittlerischer, auch durch den hiesigen Polizisten Kevin, und ab da lässt sich die Story interessanter lesen. Man ahnt schon recht früh, wer der oder die Täter sind und das Warum setzt sich nach und nach zusammen. Und bis auf die bösen Buben haben sich am Ende alle lieb, weswegen ich Schwarze Schuld auch absolut zu den Cosy Crime zähle. Muss man mögen, mir waren es stellenweise zu häufige Wiederholungen. Ich muss nicht ständig lesen, wer welches Brötchen bestellt, dass Isabell trottelig und verkehrsgefährend fährt, dass das EEG - Gesetz wichtig ist usw. Aber die Story ist intelligent aufgelöst und findet mit Sicherheit Fans unter den LiebhaberInnen von Krimis mit vielen Personen und deren Beziehungen untereinander. In Teil 2 wird bestimmt auch mit einer Romanze gestartet... Ich würde hier gerne imaginäre 3,5 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Anders als zuerst gedacht

Blutwild
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Der Titel sagt schon vieles aus: es geht um viel Blut, viel Gewalt und um Jagd. Was anfängt wie ein klassischer Psychothriller mit Leichenteilfunden in einem Wald, wandelt sich in ein Psychogramm, wenn ...

Der Titel sagt schon vieles aus: es geht um viel Blut, viel Gewalt und um Jagd. Was anfängt wie ein klassischer Psychothriller mit Leichenteilfunden in einem Wald, wandelt sich in ein Psychogramm, wenn die Ex-Polizistin Anka an sich selber zweifelt und entwickelt sich später zu einem Survivalroman. Um am Ende wieder zum Psychothriller zu werden. Es handelt sich um das Debüt der Autorin und ich finde, dass man dies bisweilen merkt. Die Story ist etwas "grob", manchmal auch unnötigerweise zuviel, zum Beispiel, wenn Anka einen speziellen Baum im Wald findet (der auch nie erklärt wird) oder die Geschehnisse im Hotelzimmer. Viele tolle Einfälle, die auch noch für einen zweiten Roman gelangt hätten. Aber es ist dadurch auch unglaublich viel Action und es gibt sehr viele Plottwists. Die Auflösung hätte für mich gerne feiner sein können,denn die Autorin greift , mit der Katastrophenskala gesprochen, auch hier in die Vollen.

Aber: das Buch unterhält, ist bisweilen eklig, blutig, mysteriös und meistens spannend. Es ist intelligent geschrieben und bleibt sich von Anfang bis Ende treu.

Ein super Debüt ! Anka wird uns vermutlich in naher Zukunft wieder begegnen ...

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Grandioser Pageturner

Ruf der Leere
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So schnell habe ich in diesem Jahr noch kein Buch durchgelesen und ich bin jetzt auch sehr betrübt, dass es vorbei ist. Daniel Alvarenga hat hier meiner Meinung nach alles richtig gemacht. Man hat bis ...

So schnell habe ich in diesem Jahr noch kein Buch durchgelesen und ich bin jetzt auch sehr betrübt, dass es vorbei ist. Daniel Alvarenga hat hier meiner Meinung nach alles richtig gemacht. Man hat bis zum Schluss ein komisches Gefühl während des Lesens, als ob nicht alles am richtigen Platz wäre. Und während sich Situationen und Ereignisse, die dem Abend in der Hütte vorangehen, mehr und mehr in der Rückschau offenbaren, umso seltsamer mutet die ganze Szenerie in der Hütte an. Der Autor schafft es Philosophie, Ethik, Moral, Psychologie und Spannung bis zur letzten Seite konstant zu steigern. Der Roman ist nicht nur ein Thriller, sondern auch eine Einladung über manche Dinge nachzudenken. Gilt die Macht des Stärkeren oder gewinnt am Ende aller Entscheidungen doch die Liebe? Gibt es moralisch einwandfreie Menschen?
Ich liebe ebenfalls den angehängten Soundtrack und als Lesende, die ihre Jugend in den 90zigern mit alternativer Musik erlebt hat, war er perfekt gewählt. Ich könnte mir den Roman sehr gut als Verfilmung vorstellen und ich wäre sofort im Kino. Die Protagonisten werden alle sehr gut gezeichnet und man hat das Gefühl sie mit ihren verschiedenen Eigenschaften kennen zu lernen, Für ausnahmslos alle habe ich Mitleid empfunden. Das Ende ist trotz des dauerhaft seltsamen Gefühls doch eine Überraschung und für mich auch nicht wirklich offen. Ich mag, dass der Titel des Buches doppeldeutig ist.
Mein Thriller des Jahres 2025!

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