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BillaSchmitz

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2026

Wenn die Vergangenheit noch nicht vergangen ist...

Meine tote Schwester: Psychothriller
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Ein altes Haus, eine tote Schwester, ein wahnsinniger Psychiater, ein neuer Nachbar, mehrere Lost Place Influencer und ein junges Mädchen, was nur eins weiß: sie darf nicht in dieses Haus. Was sich als ...

Ein altes Haus, eine tote Schwester, ein wahnsinniger Psychiater, ein neuer Nachbar, mehrere Lost Place Influencer und ein junges Mädchen, was nur eins weiß: sie darf nicht in dieses Haus. Was sich als schwieriger erweist, als gedacht, vor allem, als noch ein Mord passiert.

Catherine Shepherd lässt dieses Mal die Profis nur als Nebendarsteller ermitteln, denn der Lesende begleitet hier die Personen, die unfreiwillig zu Suchenden geworden sind und dabei so einiges Merkwürdiges aufdecken. Dabei schafft Shepherd es wie gewohnt, dass man sehr lange keine Ahnung hat, was da vor sich geht und warum. Und auch wenn ich ziemlich zeitig eine Ahnung bezüglich den oder die TäterInnen hatte, konnte mich das Buch bis zur letzten Sekunde fesseln. "Schlimmer" noch, es ist ein echter Pageturner und man kann einfach nicht mehr aufhören zu lesen, weil es sehr spannend ist. Ein kurzweiliges Buch, nicht zu blutig und am Ende auch mit der Auflösung von allen wichtigen Fragen.

Dieses Buch soll wohl der Auftakt zu einer neuen Reihe sein und ich kann nur raten, was oder wer davon im nächsten Teil vorkommen könnte, denn einen offensichtlichen Aufhänger konnte ich jetzt nicht erkennen, was ich aber interessant finde.

Ich bin ein großer Fan von Catherine Shepherds Büchern und dieses hier scheint neue Türen zu öffnen, ich bin sehr gespannt, wie es hier weitergeht.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Eine Geschichte von Vergeben, nicht Vergessen

Der Sommer, der uns blieb
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Es ist sehr schwer dieses Buch zu rezensieren, ohne zu spoilern. Im Groben geht es um die drei Jugendfreunde Pia, Martin und Britta, die nach 20 Jahren an den Orten ihrer Kindheit wieder aufeinander treffen. ...

Es ist sehr schwer dieses Buch zu rezensieren, ohne zu spoilern. Im Groben geht es um die drei Jugendfreunde Pia, Martin und Britta, die nach 20 Jahren an den Orten ihrer Kindheit wieder aufeinander treffen. Bei allen besteht die große Sehnsucht nach der Leichtigkeit der vergangenen Tage, aber Geschehnisse in der Vergangenheit und Umstände in der Gegenwart stehen zwischen ihnen. Die Zeit kann man nicht zurück drehen,aber auf den Trümmern der Vergangenheit versuchen sie sich wieder anzunähern. Ob Ihnen das gelingt, verrate ich hier nicht, aber es ist kein "alles ist wieder toll"-Happy End.

Die Geschichte ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers geschrieben, jeweils mit den Gefühlen und Gedanken einer der drei Protagonisten und spielt in verschiedenen Zeitebenen. Meine persönliche Heldin ist Britta, was nicht nur am gleichen Beruf mit mir liegt, aber vielleicht hat eben dieser sie auch mit zu dem Menschen gemacht, der sie jetzt ist und ich finde, dass sie großartiges leistet. Ihr wird meiner Meinung nach zuviel von den anderen beiden zugemutet, früher, aber auch heute, die wesentlich Ich-bezogener sind. Wie sie sich "nebenbei" auch um ihren demenzerkrankten Vater kümmert, ist ebenfalls unglaublich liebevoll beschrieben und zeigt auch einen schönen Weg im Umgang mit der Erkrankung auf.

Die Erstauflage kommt in einem tollen Artwork, nicht nur der Farbschnitt, sondern auch das Hardcover sind bedruckt, es gibt kleine Illustrationen und Affirmationen zum Nachdenken und eine wunderschöne semitransparente Illustration vom Sehnsuchtsort der drei.

Beim Lesen wurde ich zeitweise etwas melancholisch, weil so vieles vertraut war, denn die Autorin hat sehr vieles beschrieben,was jeder Lesende wieder erkennen kann und sei es nur die Tüte Süßes vom Kiosk oder das Wolken gucken mit Freunden.

Ein schönes, ruhiges Buch für den Frühling, nicht zu schwer, aber auch keine leichte Kost, so ambivalent wie das Leben selbst. Die Entscheidungen, die man fällt, verändern die Zukunft. Wie gut, dass man manche Weggabelung aber auch jeden Tag neu entscheiden kann...

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Nicht meins

Das Ende vom Lied
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Das Buch hat mich nach einer Leseprobe sehr angesprochen. Leider hat es mich am Ende aber nicht abholen können, was vor allem an der Sprache und am Schreibstil liegt. Dieser ist für mich verworren und ...

Das Buch hat mich nach einer Leseprobe sehr angesprochen. Leider hat es mich am Ende aber nicht abholen können, was vor allem an der Sprache und am Schreibstil liegt. Dieser ist für mich verworren und sprunghaft und mit vielen eingeschobenen Gedanken und Aussagen. Es gibt sehr viele Personen, die am Ende absolut farblos bleiben wie z.B. den bombenbauenden Georg oder selbst die Mutter unseres pubertären Protagonisten. Den wir immerhin zwei Jahre lang im westdeutschen Teil Berlins am Ende der 60ziger Jahre begleiten. Im Angesicht der wechselseitigen politischen Intrigen innerhalb der geteilten Stadt, im Angesicht von traumatisierten und versehrten Kriegsüberlebenden, Gewerkschaften, radikalen Grupppierungen, Jugendgangs und erster Liebe. Auf der Straße gilt das Recht der Stärkeren und unser namenloser Protagonist trainiert fleißig Boxen, um dazu zu gehören, was ihm innerlich bis zum Ende nicht gelingt. Außerdem hat er eine Affinität zu ekeligen Gerüchen, Rosenduft stattdessen riecht er nicht, und Libellen, die ebenfalls als ekelige und beängstigende Tiere dargestellt werden. Es gibt extrem viele ekelige Szenen und Aussagen, z.B. Knutschen trotz vorherigem Erbrechen und ein häufig erwähnter, nach Ammoniak riechender Beinstumpf. Ich weiß nicht, wofür das gut sein soll. Gewalt und Manipulation auf allen Ebenen nimmt auch einen großen Stellenwert ein und am Ende ist für mich allenfalls der "Vater" des Protagonisten einigermaßen sympathisch, wenngleich auch nur oberflächlich, da er scheinbar noch die gute alte Ordnung vermisst. Manches erscheint mir auch sehr phantastisch, denn ich glaube nicht Achtung Spoiler, dass ein Chemiestudent mal eben den Inhalt einer vergrabenen Urne analysiert.

Was mir in Erinnerung bleiben wird, ist, dass ich mich als geübte Viel- und Gerneleserin verschiedenster Genre durchquälen musste und am Ende nicht das Gefühl habe, für mich etwas rausziehen zu können.

Ich vergebe trotzdem 3 Sterne, weil ich grundsätzlich immer Achtung vor dem Schaffen der AutorInnen habe und immer berücksichtige, dass es einfach sein kann, dass die Chemie zum jetzigen Zeitpunkt nicht stimmt und sich dies erfahrungsgemäß im Leben später nochmal ändern kann

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Ein Buch wie ein Sturm

Amokalarm
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Am Anfang ist es nur ein Lüftchen: die Personen und das Setting werden vorgestellt, ein Teenager mit liebenden Eltern, einer Begeisterung für Basketball, teilweise depressiven Gedanken, und dennoch ...

Am Anfang ist es nur ein Lüftchen: die Personen und das Setting werden vorgestellt, ein Teenager mit liebenden Eltern, einer Begeisterung für Basketball, teilweise depressiven Gedanken, und dennoch vorwiegend kindlich-pubertierenden Problemen. H.C. Nachtnebel, mit einem etwas skurrilen Vornamen, ist ein Teenager von nebenan. Der Roman ist größtenteils aus seiner Sicht geschrieben, die Sprache ist Jugendstyle und für manche erwachsene Leser bestimmt ungewohnt. Dank meiner Tochter ist mir persönlich aber das Meiste geläufig. Auch die Denkweisen, die definitiv deutlich anders sind als zu meiner Jugend, sind mir deswegen nicht gänzlich fremd.
Schon bald bekommt die Story mehr Fahrt, der Autor arbeitet mit Zeitsprüngen und so weiß man recht früh, dass eben dieser gewöhnliche Teenie aus normalem Hause seine Lehrer als Geiseln nimmt. Nur, warum weiß man lange Zeit noch nicht.
Während es also zunehmend ungemütlicher wird, sinnbildlich gesprochen, kommt eine erste Liebe dazu: Keira, die so anders zu sein scheint und H.C. mit ihrer Art für sich gewinnt und dabei diverse Stürme entfesselt. Mit den Eltern, mit den Kumpels, alles erschreckend normal und auch banal.
Durch die Zeitsprünge bekommt man immer mehr Infos und irgendwann hat man das Gefühl auf einem Pulverfass zu sitzen oder halt mitten in einem Orkan.
H.C. verliert die Kontrolle, weiß nicht mehr, was passiert, was real ist, was er denken soll, sucht den Fehler bei sich und kommt nicht drumherum, irgendwann zu akzeptieren, dass ihm keiner glauben wird.
Also will er die Wahrheit rauspressen...
Die Auflösung hingegen ist ganz und gar nicht banal, allerdings auch nicht mysteriös, sondern gut vorstellbar... leider. Mir gefällt, wie realistisch Uli Black schreibt. Ich bin Psychiatriekrankenschwester und finde die Beschreibung der Dissoziationen und Panikattacken sehr stark und intensiv geschrieben. Auch die Beziehung zwischen den Eltern und H.C., die wirklich nett und liebend sind und trotzdem nicht helfen können, finde ich sehr überzeugend.
Ab Mitte des Buches habe ich es in einem Rutsch runter gelesen. Ich wünschte, dass ich so ein Buch in meiner Jugend gehabt hätte, damit ich mir mit meinen pubertären Gedanken, was Selbstzweifel, erste Liebe, Freunde, Eltern oder Schule angeht, nicht so alleine vorgekommen wäre. Es gibt neben dem namensgebenden Haupt- Amokalarm (das Wort wird manchmal auch sinnbildlich benutzt) wirklich wichtige Messages in diesem Buch, weswegen ich es sehr gerne empfehle, ich denke so ab 14 Jahren, aber auch für sprachoffene Erwachsene.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Spaßiger Genre-Mix für Furchtlose

A Killer Crush
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Dieser Roman beginnt mit einer Dissertation der Protagonistin Jamie über die Verbindungen von Slasher und RomCom Stories und man ahnt da noch nicht, dass man selber bald Zeuge davon wird, wie das zusammenpasst. ...

Dieser Roman beginnt mit einer Dissertation der Protagonistin Jamie über die Verbindungen von Slasher und RomCom Stories und man ahnt da noch nicht, dass man selber bald Zeuge davon wird, wie das zusammenpasst. Slasher sind die oft günstig produzierten Horrormovies der 70er bis 2000er, die nur einen Zweck haben: Angst und Schrecken zu verbreiten, weil irgendein wahnsinniger Killer mit Axt, Machete und Messern metzelnd durch die Gegend zieht. RomComs sind Romantikkomödien, diese hatten ebenfalls zeitgleich eine besondere Häufung und diese folgen, genau wie Slasher ganz bestimmten Mustern und Regeln. Apropos Regeln: als sich abzeichnet, dass Jamie und ihre Freundin unfreiwillig in ein Speeddating mit wahnsinnigem Messermetzler hineingeraten sind, ist das Expertentum von Jamie gefragt, die zuhause sicherheitshalber Slasherregeln auf dem Klo hängen hat. Was folgt ist ein rosaroter, spaßiger, aber auch sehr blutiger Reigen von Gruppendynamik, Missgunst, Panik, Toten, Flirten, Freundschaft, noch mehr Toten, Verstecken, Rennen und Rosenblättern. Was sich sehr amüsant lesen lässt, schon alleine durch die den Mixen angepassten Filmzitate zu Beginn jedes Kapitels. Der Plot ist ein wenig vorhersehbar, aber gut gemacht und die Auflösung am Ende völlig zufriedenstellend. Den Realitycheck sollte man bei diesem Buch aber lassen, denn herausfinden zu wollen,woher all die Waffen kommen oder warum keiner systematisch nach Fenstern guckt, macht hier nur schlechte Laune. Was schade wäre, denn man verpasst sonst hier einen großen Spaß, den ich gerne weiter empfehle. Aber nicht vergessen: es ist auch ein Slasher und einige Szenen sind schon derbe und auch bisweilen ekelig.

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