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Veröffentlicht am 01.02.2026

Beeindruckend

Berchtesgaden
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Carolin Otto gelingt mit „Berchtesgaden“ ein beeindruckendes literarisches Panorama der unmittelbaren Nachkriegszeit, das weit über eine bloße historische Schilderung hinausgeht. Ihr Roman, der im Mai ...

Carolin Otto gelingt mit „Berchtesgaden“ ein beeindruckendes literarisches Panorama der unmittelbaren Nachkriegszeit, das weit über eine bloße historische Schilderung hinausgeht. Ihr Roman, der im Mai 1945 einsetzt, also in jener sogenannten „Stunde Null“, entfaltet in dichten Bildern und miteinander verwobenen Erzählsträngen das Bild einer Gesellschaft, die zwischen Zusammenbruch, Schuld und dem tastenden Neuanfang schwankt. Der Schauplatz ist dabei von besonderer Symbolkraft: Berchtesgaden, jener Ort, der während des Nationalsozialismus als Rückzugsraum Hitlers und Machtzentrum der NS-Elite galt, wird nach Kriegsende zum Mikrokosmos der deutschen Nachkriegsgesellschaft – ein Brennglas für Schuld, Verdrängung und moralische Neuorientierung.

Otto wirft in ihrem Roman nicht nur einen scharfen Blick auf die materiellen und seelischen Trümmer einer besiegten Nation, sondern zeigt mit großer Eindringlichkeit, wie tief die Verstrickungen der Bevölkerung in die NS-Herrschaft reichten. Ihre Figuren – ob die junge Sophie, die als Sekretärin der amerikanischen Besatzung erstmals mit den Verbrechen ihres Bruders, eines SS-Mannes, konfrontiert wird, oder der jüdisch-amerikanische Offizier Frank, der als Rückkehrer die Täter verhört – stehen exemplarisch für ein Land im moralischen Zwielicht. Otto erzählt, wie schwer sich die meisten taten, Schuld einzugestehen, und wie sehr der Wunsch nach Normalität und Selbstentlastung die anfängliche „Aufarbeitung“ prägte. Gerade dieses schonungslose Aufzeigen der Verdrängungsmechanismen und Selbstrechtfertigungen verleiht dem Buch seine aktuelle Brisanz: Es erinnert daran, dass Demokratie und Verantwortung nicht auf Trümmern entstehen, sondern durch selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

Sprachlich überzeugt „Berchtesgaden“ durch eine klare, anschauliche und zugleich einfühlsam beobachtende Prosa. Otto wechselt zwischen privaten Perspektiven und historischen Momentaufnahmen, wodurch sich ein facettenreiches Zeitbild ergibt. Manche Lesende mögen die Vielzahl an Figuren und Handlungssträngen als überbordend empfinden – tatsächlich ist diese Fülle jedoch Teil des Konzepts: Sie spiegelt das Chaos und die Gleichzeitigkeit des Neubeginns wider, das Nebeneinander von Tätern, Opfern, Mitläufern und den ersten Demokratinnen und Demokraten.

Besonders hervorzuheben ist, dass Otto nicht der Versuchung erliegt, individuelle Erlösungsgeschichten zu erzählen oder moralische Urteile vorschnell zu vergeben. Stattdessen lädt sie dazu ein, hinzusehen, wo verschwiegen wurde, genauer zu fragen, wo bequeme Mythen entstanden sind. Ihr Roman ist damit nicht nur ein historisches Werk, sondern auch ein ethisches – ein Plädoyer gegen das Vergessen und für die Verantwortung der Nachgeborenen.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

wunderschönes Adventslesebuch

Der Wunschzetteldieb
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„Der Wunschzetteldieb“ von Amelie Benn ist ein warmherziges, weihnachtliches Adventsbuch, das eine spannende Geschichte mit viel Familienatmosphäre verbindet und besonders Zwillingsfamilien aus dem Herzen ...

„Der Wunschzetteldieb“ von Amelie Benn ist ein warmherziges, weihnachtliches Adventsbuch, das eine spannende Geschichte mit viel Familienatmosphäre verbindet und besonders Zwillingsfamilien aus dem Herzen sprechen dürfte. Zugleich verlangt es den jungen Leserinnen und Lesern sprachlich schon einiges ab, sodass es eher ein Buch für geübte Kinder ist als ein klassisches Erstlesebuch.
Im Zentrum stehen die Zwillinge Anni und Tim, deren Wunschzettel – und die ihrer Freundinnen und Freunde – wie von Zauberhand verschwinden, bis sie einem kleinen, geheimnisvollen Dieb folgen. Die Geschichte ist als Adventskalender mit 24 Kapiteln angelegt, was sie ideal für ein tägliches Ritual im Dezember macht und die Spannung bis Weihnachten klug dosiert.
Die Handlung verbindet Krimielemente (Wer stiehlt die Wunschzettel?) mit fantastischen Motiven (magisches Portal, Weihnachtswelt) und schafft so eine Mischung aus Rätsel, Abenteuer und Weihnachtsmagie, die sowohl Kinder als auch vorlesende Erwachsene bei der Stange hält. Dabei bleibt die Bedrohung stets kindgerecht: Das Geheimnis um den Dieb löst sich in Einsicht, Wiedergutmachung und Zusammenarbeit auf, wodurch das Buch eine deutlich versöhnliche Grundstimmung trägt.
Anni und Tim sind das emotionale Zentrum des Buches: Die Zwillinge werden liebevoll und glaubwürdig als eigenständige Persönlichkeiten gezeichnet, die jedoch spürbar in einer engen geschwisterlichen Verbundenheit stehen. Ihre Mischung aus Neugier, Mut und kindlicher Verletzlichkeit wirkt authentisch und eröffnet vielen Zwillingskindern die Möglichkeit, sich in ihren Alltagssorgen, ihrem Forscherdrang und ihrem Zusammenspiel wiederzuerkennen.
Gerade für Familien mit Zwillingskindern ist das Buch deshalb besonders reizvoll, weil es nicht nur „zwei Kinder“ zeigt, sondern das besondere Miteinander von Zwillingen – gemeinsame Pläne, geteilte Geheimnisse, aber auch unterschiedliche Reaktionen – ernst nimmt und positiv hervorhebt. Dass die Zwillinge nicht idealisiert, sondern mit kleinen Schwächen und impulsiven Entscheidungen gezeichnet sind, verstärkt den Eindruck von Nähe und Alltagstauglichkeit.
Sprachlich arbeitet der Text mit überwiegend klaren, gut strukturierten Sätzen, überschreitet aber bewusst das Niveau eines ersten Leselehrgangs. Längere Sätze, komplexere Strukturen und anspruchsvollere Wörter kommen regelmäßig vor, sodass Kinder zum Selberlesen bereits sicher lesen, über eine gewisse Ausdauer verfügen und Freude an längeren Textpassagen haben sollten.
Damit eignet sich „Der Wunschzetteldieb“ hervorragend als Vorlesebuch im Grundschulalter sowie als Selberleselektüre für geübte Leserinnen und Leser, die über das reine Entziffern hinaus schon Sinnzusammenhänge erfassen und sprachliche Nuancen genießen können. Als klassisches Erstlesebuch ist es dagegen nicht gedacht, trotz der grundsätzlich kindnahen Sprache und der klaren Kapitelstruktur.
Die Illustrationen von Nadine Reitz begleiten den Text in vierfarbigen, fröhlichen Bildern, die die winterliche Dorfidylle lebendig machen. Die Zeichnungen greifen den Humor und die Wärme der Geschichte auf, lockern den Textfluss auf und erleichtern es insbesondere jüngeren Kindern, der Handlung zu folgen und sich emotional an die Figuren zu binden.
Die Kombination aus täglich portionierten Kapiteln, stetig wachsender Spannung und reich bebilderten Seiten macht das Buch zu einem idealen Begleiter durch den Advent, der das Warten auf Weihnachten strukturiert und mit einem gemeinsamen Leseerlebnis füllt. Für Familien mit Zwillingskindern ist „Der Wunschzetteldieb“ dabei ein besonders passender Fund, weil die liebevoll und authentisch gezeichneten Zwillinge Anni und Tim gewissermaßen als literarische Spiegel dienen – vorausgesetzt, die Kinder sind sprachlich bereits so weit, dass sie dieser winterlichen Reise gerne und ohne Überforderung folgen können.

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  • Cover
  • Bilder und Illustrationen
Veröffentlicht am 03.11.2025

äußerste Armut

Ein gutes Ende
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Clara Bachmanns Romanbiographie Ein gutes Ende widmet sich dem Leben von Hedwig Courths-Mahler – der wohl bekanntesten, zugleich aber oft unterschätzten deutschen Bestsellerautorin des frühen 20. Jahrhunderts. ...

Clara Bachmanns Romanbiographie Ein gutes Ende widmet sich dem Leben von Hedwig Courths-Mahler – der wohl bekanntesten, zugleich aber oft unterschätzten deutschen Bestsellerautorin des frühen 20. Jahrhunderts. Mit sicherem Gespür für historische Atmosphäre und gesellschaftliche Spannungen erzählt das Autorinnenduo von einem Leben, das zwischen Entbehrung, Ehrgeiz und einer unerschütterlichen Sehnsucht nach Selbstbestimmung oszilliert.
Schon die ersten Kapitel fesseln durch ihre schonungslose Darstellung der Armut, in die Hedwig hineingeboren wird. Das Elend ihrer Kindheit – geprägt durch enge Wohnverhältnisse, harte körperliche Arbeit und die allgegenwärtige Scham des sozialen Abstiegs – ist nicht bloß Kulisse, sondern formt den Charakter der späteren Schriftstellerin. Der Text leuchtet die Dramatik dieser Herkunft eindringlich aus: das Mädchen, das früh Verantwortung übernehmen muss, das seine Familie mitträgt und sich in einer Welt behauptet, die Frauen kaum Handlungsspielräume lässt. Hier ist Clara Bachmanns Sprache besonders stark: bildhaft, atmosphärisch dicht, von einem Sinn für leise Tragik getragen. Man hört das Knarren der Dielen, riecht den Kohlenstaub, spürt die Grenzen der Klassengesellschaft.
Das Schreiben erscheint Hedwig bald als Ventil – ein stilles, aber kraftvolles Mittel, dem engen Lebenskreis zu entfliehen. Bachmann zeichnet diese Entwicklung feinfühlig nach, als inneren Emanzipationsprozess, der zugleich von Verboten und Widerständen umstellt ist. Dass der Ehemann ihr Talent geringschätzt und ihre Texte als „Frauenkram“ abwertet, markiert einen tiefen Schmerzpunkt der Erzählung. Hier gelingt der Romanbiographie ein aufrichtiges feministisches Moment, ohne in didaktische Gesten zu verfallen.
Doch gerade weil der Roman die Anfänge so eindrucksvoll vor Augen führt, bleibt am Ende ein merkliches Ungleichgewicht: Die Zeit ihres literarischen Erfolges, ihr Aufstieg zur populären Autorin, wird kaum noch beleuchtet. Nach der kraftvollen Schilderung der frühen Lebensjahre bricht die Biographie fast abrupt ab – als hätte das „gute Ende“ des Buchtitels keinen Ort in Hedwigs eigenem Leben gefunden. Man sehnt sich nach einem Blick in die Jahre, in denen die einstige Dienstmagd Millionen Leserinnen erreichte und zum literarischen Phänomen wurde. Gerade diese Phase hätte Raum geboten, das Spannungsverhältnis zwischen Erfolg, Anerkennung und literarischer Reduktion auf das „Triviale“ auszuloten.
Trotz dieses Mangels überzeugt Ein gutes Ende durch seine emotionale und sprachliche Kraft. Der Roman lässt ein Stück Literatur- und Frauengeschichte lebendig werden – nicht in musealer Ehrfurcht, sondern in erzählerischer Nähe. Bachmann gelingt es, Hedwig Courths-Mahler aus der Verklärung ihrer späteren Romane herauszulösen und sie als widersprüchliche, leidende, kämpfende Frau zu zeigen.
So ist Ein gutes Ende ein zutiefst berührender Text über den Anfang eines Lebens, das von Armut und Zurückweisung geprägt war – aber auch über den unbeirrbaren Willen, aus der Enge heraus in die Freiheit des eigenen Wortes zu treten. Das „gute Ende“ bleibt aus – vielleicht, weil es in diesem Leben nie ganz zu haben war. Und vielleicht ist es gerade diese Leerstelle, die den Roman so eindrucksvoll nachhallen lässt.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Gegensätze aufgelöst

Ete Petete & Tohu Wabohu - Gegensätze ziehen sich an
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Das Bilderbuch „Ete Petete & Tohu Wabohu – Gegensätze ziehen sich an“ von Lissa Lehmenkühler ist ein humorvolles, farbenfroh illustriertes Vorlesebuch in Reimen, das durch seine kreativen Wortspiele und ...

Das Bilderbuch „Ete Petete & Tohu Wabohu – Gegensätze ziehen sich an“ von Lissa Lehmenkühler ist ein humorvolles, farbenfroh illustriertes Vorlesebuch in Reimen, das durch seine kreativen Wortspiele und gereimten Texte sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistert.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei gegensätzliche Charaktere: die ordnungsliebende Ete Petete und der chaotische, lebensfrohe Tohu Wabohu. Ete lebt mit Pudel Pico Bello in einer makellosen Villa, während Tohu mit seiner Riesenkatze Ramba Zamba für Chaos, Abenteuer und Unordnung sorgt. Die Begegnung der beiden Welten bringt zunächst Konflikte, aber spätestens, als Ete in Tohus gegrabenes Loch fällt, wird klar, dass im Durcheinander auch Geborgenheit und Trost liegen können. Am Ende zeigen die beiden, dass Miteinander und Unterschiede das Leben erst richtig spannend machen.
Das Buch besticht durch seine großformatigen Illustrationen von Julia Bierkandt, die zahlreiche kleine Details enthalten, die zum Entdecken einladen. Vor allem die Kontraste zwischen der blitzsauberen, hellen Seite von Ete und den bunten, lockeren Szenen rund um Tohu erzeugen großen Spaß beim gemeinsamen Anschauen. Die gereimte Sprache und die vielen Wortspiele machen das Vorlesen dynamisch und unterhaltsam. Negativ ist festzustellen, dass nicht alle reime sprachlich sauber formuliert sind und teilweise „holpern“.
Das Buch lädt zum Wiederanschauen ein und vermittelt Kindern spielerisch, dass unterschiedlich sein schön ist und Gemeinschaft Vielfalt braucht.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Menschlich

Der Friesenhof
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Fenja Lüders hat es wieder geschafft: Mit „Der Friesenhof. Schicksalstage“ legt sie einen Roman vor, der Herz und Verstand gleichermaßen anspricht – ein Werk voller Tiefe, Wärme und norddeutscher Atmosphäre. ...

Fenja Lüders hat es wieder geschafft: Mit „Der Friesenhof. Schicksalstage“ legt sie einen Roman vor, der Herz und Verstand gleichermaßen anspricht – ein Werk voller Tiefe, Wärme und norddeutscher Atmosphäre. Wer Geschichten liebt, die menschliche Stärke, familiäre Bindung und historische Authentizität miteinander verweben, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen.
Lüders erweist sich einmal mehr als Meisterin der Figurenzeichnung. Jeder Charakter ist sorgfältig geformt, glaubwürdig und zutiefst menschlich. Sie versteht es, selbst Nebenfiguren mit Leben zu füllen, ihnen kleine Eigenheiten, Verletzlichkeiten und Träume zu schenken. Dabei vermeidet sie jedes Klischee. Stattdessen lädt sie die Leserinnen ein, den Figuren wirklich nahe zu kommen – fast so, als säße man selbst mit in der Küche des Friesenhofs, während draußen der Wind über das Land fegt.
Das große Verdienst Lüders’ liegt in ihrem ehrlichen Blick auf die 1950er Jahre. Sie verklärt nichts: Das Leben auf dem Land war hart, entbehrungsreich und von tiefen gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt. Dennoch gelingt es der Autorin, gerade in dieser Schwere Momente des Miteinanders und der Hoffnung aufleuchten zu lassen. Armut, Trauer und Verantwortung sind ständige Begleiter, doch sie werden durch Solidarität, Mut und gegenseitigen Respekt getragen. Lüders zeigt damit eindringlich, dass die sogenannte „Wirtschaftswunderzeit“ nicht für alle ein Wunder war – aber für viele ein Neuanfang, den sie mit Würde und Zusammenhalt gestalteten.
Im Zentrum des Romans steht der Familienzusammenhalt auf dem Friesenhof – ein Thema, das Lüders mit großer emotionaler Tiefe darstellt. Es sind nicht spektakuläre Gesten, die diese Familie verbinden, sondern die kleinen, alltäglichen Zeichen der Fürsorge: ein geteiltes Stück Brot, ein tröstendes Wort, das gemeinsame Schweigen in schweren Momenten. Dieser Zusammenhalt, den Lüders so einfühlsam schildert, wirkt zeitlos und universell – eine stille, aber unerschütterliche Kraft, die das harte Schicksal erträglich macht.
Bemerkenswert ist, dass „Schicksalstage“ ohne das große, glitzernde Happy End auskommt – und genau darin seine Stärke entfaltet. Fenja Lüders zeigt, dass das Leben nicht perfekt verlaufen muss, um gut zu sein. Sie erzählt von Menschen, die Verluste hinnehmen, Kompromisse eingehen, aber dennoch Würde und Liebe bewahren. Diese leise, realistische Hoffnung eint alle Figuren und prägt den Ton des Romans. Das gute Leben, das hier geschildert wird, entsteht nicht durch Glück, sondern durch Mitmenschlichkeit.
„Der Friesenhof. Schicksalstage“ ist ein bewegender, atmosphärisch dichter Familienroman, der gleichzeitig historische Wirklichkeit, zwischenmenschliche Wärme und erzählerische Präzision vereint. Fenja Lüders schreibt ohne Pathos, aber mit einem tiefen Verständnis für das, was Menschen in schwierigen Zeiten zusammenhält. Sie beweist, dass Literatur auch dann tröstlich sein kann, wenn sie nicht alles zum Guten auflöst.
Ein beeindruckendes Buch – stark, ehrlich, menschlich.

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