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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2025

Für mich zu langweilig

Umlaufbahnen
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Unpopuläre Meinung.
Leider kann ich mich all den begeisterten Stimmen nicht anschließen, ich gehöre scheinbar nicht zum Zielpublikum. Mir war schon klar, dass es im eigentlichen Sinne keine Handlung gibt ...

Unpopuläre Meinung.
Leider kann ich mich all den begeisterten Stimmen nicht anschließen, ich gehöre scheinbar nicht zum Zielpublikum. Mir war schon klar, dass es im eigentlichen Sinne keine Handlung gibt und es sich um ein größtenteils philosophisches Büchlein handelt, aber das ganze war mir einfach zu lauwarm.
Zum einen konnte ich mir die Astro- und Kosmonauten überhaupt nicht vergegenwärtigen, die Idee der Autorin, ihre philosophischen Gedanken über jene Leute äußern zu lassen, konnte mich nicht überzeugen. Beim Lesen hatte ich einfach nur die Autorin vor Augen.
Die Gedankenergüsse waren jetzt auch nicht die Neuerfindung des Rades, irgendwie hat man das eine oder andere irgendwo schon mal gelesen oder gehört.
Ich kann insgesamt die Begeisterung schon nachspüren, einfach schon wegen des schönen Schreibstils, mich allerdings hat das Buch leider einfach nur mega gelangweilt.
Julia Wolf hat es übersetzt.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Spannend und unterhaltsam

Wenn sie wüsste
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Yes! Das war ja mal so richtig gut. Lesezeit ca. 8 Stunden, das nenne ich einen Pageturner.
Super geschrieben, guter Plot… kurzum es hat mich nichts gestört. Die Atmosphäre war beklemmend, so wie es sich ...

Yes! Das war ja mal so richtig gut. Lesezeit ca. 8 Stunden, das nenne ich einen Pageturner.
Super geschrieben, guter Plot… kurzum es hat mich nichts gestört. Die Atmosphäre war beklemmend, so wie es sich gehört, ein bis zwei Überraschungsmomente waren auch dabei.
Ich weiss, dass es noch zwei weitere Teile gibt, ob ich sie tatsächlich lesen werde, weiß ich noch nicht, aber Teil eins kann man auch für sich alleine lesen, es endet also nicht mit einem Cliffhanger.
Astrid Gravert und Renate Weitbrecht waren die Übersetzerinnen und haben ihren Job sehr gut gemacht.
Ein, für mich, empfehlenswerter Thriller.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Nur mit Vorkenntnissen empfehlenswert

Wie meine Familie das Sprechen lernte
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Dieses Buch hat mir Einiges abverlangt und ich habe mich sehr disziplinieren müssen, dass ich es zu Ende lese.
War es schlecht? Nein, auf gar keinen Fall! Sprachlich fand ich es eigentlich schön, auch ...

Dieses Buch hat mir Einiges abverlangt und ich habe mich sehr disziplinieren müssen, dass ich es zu Ende lese.
War es schlecht? Nein, auf gar keinen Fall! Sprachlich fand ich es eigentlich schön, auch der Plot wäre sehr interessant gewesen... jetzt kommt das große Aber:

Als eine Person, die sehr wenige Berührungspunkte mit Türkinnen hat und auch sonst kaum Einblick in Land, Kultur und Geschichte habe, kam ich mir streckenweise auf komplett verlorenem Posten vor. Eigentlich hätte es viele Gründe gegeben mindestens alle zwei Seiten mein Handy zur Hand zu nehmen und etwas ergoogeln zu müssen... dann wäre ich wohl mindesten noch eine weitere Woche mit dem Buch beschäftigt gewesen.
Ich habe keine Probleme einer Geschichte zu folgen mit vielen für mich fremden Namen, das schaffe ich... aber wenn dann noch Namensanhängsel (wahrscheinlich Familienstand?) auf türkisch vorkommen, dazu Städte- und Dorfnamen, türkische Gerichte und generell Ausdrücke, dann bin ich leicht überfordert. Nirgendwo eine Fußnote oder ein Glossar um mich etwas gescheiter zu machen.
Abgesehen von der Familiengeschichte, die durch hin- und herspringen in der Zeit erzählt wird, gibt es viele Anspielungen auf politische Ereignisse in der Türkei, die mir nicht geläufig waren und viele Politiker Namen, die mir absolut nichts sagten. Nach jedem Kapitel hatte ich gefühlt 10 Fragen mehr im Kopf als zuvor.
Das Schicksal der Aleviten hätte mich brennend interessiert, aber auch da vertieft sich die Geschichte leider nicht wirklich, es werden Eckpunkte angerissen, mehr leider auch nicht.

Rate ich also von der Lektüre ab? Nein, ich empfehle sie allen, die sich mit der Türkischen Kultur und Geschichte etwas auskennen, oder direkt Wurzeln in diesem Land haben - ich denke, diese Leser
innen werden viel mit diesem Buch anfangen können.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Großartig recherchiert, detailverliebte Charaktere

Die Lungenschwimmprobe
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Das war ein außergewöhnlich tolles Leseerlebnis, Tore Renberg hat hier einen äußerst bemerkenswerten historischen Roman geschrieben, der nicht nur akribisch recherchiert wurde, sondern auch noch mit ausgesprochen ...

Das war ein außergewöhnlich tolles Leseerlebnis, Tore Renberg hat hier einen äußerst bemerkenswerten historischen Roman geschrieben, der nicht nur akribisch recherchiert wurde, sondern auch noch mit ausgesprochen detailverliebten Figuren gefüllt, die für mich lebendiger nicht sein hätten können.
Und dabei ist das Barock nicht einmal annähernd meine bevorzugte historische Zeit, beim Lesen.

Der Klappentext und die guten Rezensionen hatten mich neugierig gemacht, das Buchcover fand ich extrem ansprechend und so wagte ich mich noch einmal aus meiner Komfortzone und bin begeistert in die 700 Seiten starke Lektüre abgetaucht.

Wir erfahren nicht nur über den Gerichtsfall Anna Voigts, sondern erhalten ein Sittenbild der damaligen Zeit: biedere Bigotterie wurde langsam von wissenschaftlichen Erkenntnissen überrollt.
Wenn wir heute von damaligen Gerichtsurteilen lesen, dann wissen wir, dass sie "im Namen Gottes" ausgeführt wurden, mehr Aberglaube als Logik und wir wissen, dass es immer brutal und grausam war. Aber Renberg haucht Anna Voigt so viel Leben ein, dass wir die Angst und Verzweiflung beim Lesen spüren und das lässt Geschichte lebendig werden.
Der Autor schreibt aber nicht ohne Humor, den merkt man besonders in den Dialogen.

Und dann ist es auch ein feministisches Buch, denn Renberg macht uns einmal mehr bewusst, wie sehr Frauen leiden müssen - nein, sogar doppelt und dreifach bestraft werden - dafür, dass Männer ihren Hosenstall nicht geschlossen halten können, während letztere zumeist keine Konsequenzen tragen müssen.

Diese Lektüre hätte furztrocken sein können, Tore Renberg hat aus der Materie ein kluges, witziges und erschütterndes Buch mit vielen lebendigen Charakteren gemacht. Großartig!
Karoline Hippe und Ina Kronenberger haben eine wunderbare Übersetzungsarbeit geleistet

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Von einer Jugend in Belfast

Close to Home
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Der Nordirland-Konflikt mag schon einige Jahre zurück liegen, aber die Folgen sind noch heute zu spüren, gerade in Belfast, wo dieser Roman angesiedelt ist.
Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Alkohol, Drogen, ...

Der Nordirland-Konflikt mag schon einige Jahre zurück liegen, aber die Folgen sind noch heute zu spüren, gerade in Belfast, wo dieser Roman angesiedelt ist.
Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Alkohol, Drogen, Gewalt in der Familie - Traumata überall gegenwärtig.
Und so begleiten wir lesend den jungen Sean einige Wochen seines Lebens, in denen er versucht keine Party voller Drogen und Exzesse zu feiern, verlässlich seine soeben aufgebrummten Sozialstunden abzuleisten und einen Job zu finden, den er nicht innerhalb einer Woche wieder verliert.
Er kommt aus einer zerrissenen Familie mit Halbgeschwistern, aufgewachsen ohne Vater - und dennoch hat er es geschafft die Universität zu besuchen. Aber sein direktes Umfeld verleitet ihn immer wieder, seine Vorsätze über Bord zu schmeissen.
Wir tauchen tief in seine Gedanken ein, in die Trostlosigkeit seines Alltags ohne richtige Zukunftsperspektive und trotzdem schimmert immer wieder ein Funken Hoffnung durch. Nordirland-Unkundige werden wohl das eine oder andere Mal googeln müssen.

Ein bisschen ist das Leseerlebnis wie ein Mix aus Trainspotting und Shuggie Bain, und doch ganz eigenständig - ein großartiges und intensives Debüt, übersetzt von Hannes Meyer.

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