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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2023

Über Seitensprünge und Gärtner

MacTavish & Scott - Der verschwundene Gärtner
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In „Der verschwundene Gärtner“ geht es um Finola und Anne, die versuchen, Annes Detektei am laufen zu halten.
Finola zieht nach Edinburgh, um in Annes Detektei anzufangen. Der erste Fall lässt nicht lange ...

In „Der verschwundene Gärtner“ geht es um Finola und Anne, die versuchen, Annes Detektei am laufen zu halten.
Finola zieht nach Edinburgh, um in Annes Detektei anzufangen. Der erste Fall lässt nicht lange auf sich warten- eine Frau vermutet, dass ihr Mann sie betrügt. Und dann verschwindet Annes Onkel.
Ich finde den Krimi gut gemacht. Das liegt vor allem an der leicht unsicheren Finola, die mir mit ihren Makeln sehr sympathisch wird. Aber auch das Setting- ich bin ein Schottland Fan- reißt mich mit sich. Die kleinen Straßen, die dazu einladen, sich zu verlaufen; die Cafés, die zum verweilen einladen und die historische Stadt passen sehr gut als Setting. Einzig und allein der Fakt, dass die Handlung manchmal ins Stocken gerät, stört mich persönlich ein wenig, aber ich sehe darüber hinweg. Ich habe den Krimi echt genossen.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 15.02.2023

Ein mörderischer Appetizer

Reibekuchenmord
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Im Krimi „Reibekuchenmord“ geht es um einen Mordfall im Bonner Kottenforst.
Neben der Polizei ermittelt auch Mo, der in einer Behörde für Landwirtschaft arbeitet. Er geht dabei teilweise anderen Spuren ...

Im Krimi „Reibekuchenmord“ geht es um einen Mordfall im Bonner Kottenforst.
Neben der Polizei ermittelt auch Mo, der in einer Behörde für Landwirtschaft arbeitet. Er geht dabei teilweise anderen Spuren nach als die Beamten. Daneben kommt es auch zu Auseinandersetzungen mit seiner adeligen Familie, von der er sich weitestgehend fern hält. Doch das hält Mo aus. Wären da nicht die Kriminalfälle.
Ich mochte Mo vor allem aufgrund seines Humors sehr gerne. Seine bodenständige Art, sein Humor und seine Natürlichkeit zeichnen Mo aus. Auch Melly, die Cafébesitzerin, war mir sympathisch und authentisch dargestellt. Wenn ich nicht mochte war Mos Familie. Diese sind überspitzt dargestellt und einfach nur unsympathisch. Nicht meine Welt.
Die Sprache trifft den Ton im Buch sehr gut. Mal düster, mal intensiv, dann sehr gefühlvoll. So stelle ich mir einen guten Krimi vor. Ich mag auch den Fakt, dass Landschaft und Nahrung wichtig sind. Durch die Beschreibungen finde ich mich im Geschehen wieder.
Insgesamt gebe ich den Krimi 4,5 Sterne.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 05.11.2022

Historisch hochbrisant

Ein kleines Stück von Afrika - Aufbruch
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„Ein kleines Stück von Afrika“ von Christina Rey ist ein Roman, der im Kenia der 1910er Jahre beginnt und sich in Afrika und England abspielt. Die wichtigsten Themen hierbei sind die Gesellschaft, Kolonialismus ...

„Ein kleines Stück von Afrika“ von Christina Rey ist ein Roman, der im Kenia der 1910er Jahre beginnt und sich in Afrika und England abspielt. Die wichtigsten Themen hierbei sind die Gesellschaft, Kolonialismus und die Macht der Männer.
Ivory gerät durch ihren Vater mit Afrika in Berührung. Dieser möchte wildern und seine Familie mitnehmen. Dort erlebt Ivy Unterdrückung und gesellschaftliche Unterschiede, aber auch Nähe zur Natur. Dort kann sie ein Stück aufblühen.
Allein das Cover spiegelt Ivys Sehnsucht wieder. Eine Frau, umgeben von Natur und weitläufigen Flächen. Dies scheint Ivy zu sein, die sich dort, mitten in der Unterdrückung, ihre eigene Welt formen möchte, die mit den Zwängen ihrer Familie wenig eint.
Der Eindruck wird durch den Erzählstil gefestigt. Werden in Großbritannien Bälle und gesellschaftliche Verpflichtungen groß geschrieben, geht es in Afrika eher um die Gemeinschaft und die Jagd. Ich finde es spannend, wie eng verbunden die Probleme sind (Unterdrückung, Sklaverei, Frauenrechte etc.) und wie sehr sie sich dennoch unterscheiden. Deutlich wird das, wenn Ivy die Farm alleine leiten möchte und für das Geld männliche Unterstützung braucht und in Großbritannien zeitgleich Hochzeitsbälle stattfinden.
Für mich die spannendste Person ist Ivy. Sie macht eine Entwicklung vom Mädchen aus guten Hause hin zur Frau eines Farmers in Afrika. Hier übernimmt sie neue Pflichten. Sie setzt sich durch und sucht Verantwortung. Das alles ist eine gewaltige Entwicklung.
Mir persönlich hat der Roman sehr gut gefallen. Er zeigt, welche Themen im England der 1900er interessant waren und welchen Einfluss Kolonien auf die Menschen und das Leben hatten. Klasse gemacht.

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Veröffentlicht am 06.08.2022

Fernweh mit Herzklopfen

MS Kristiana - Märchenhochzeit auf Island
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Der Titel lässt mich von Skandinavien träumen. „MS Kristians- Märchenhochzeit auf Island“ klingt nach Geysiren, Fjörden und den Hurtigrouten. Da ich Skandinavien selber erlebt habe und die Zeit gut in ...

Der Titel lässt mich von Skandinavien träumen. „MS Kristians- Märchenhochzeit auf Island“ klingt nach Geysiren, Fjörden und den Hurtigrouten. Da ich Skandinavien selber erlebt habe und die Zeit gut in Erinnerung habe, ist mir klar, was mich erwartet.
Enttäuscht werde ich nicht. Die Reise beginnt mit viel Trubel, Missgeschicken, defekten Türen und Ähnlichen eher turbulent als märchenhaft ruhig. Und das zieht sich durch die ganze Geschichte durch. Sei es eine Schwangere Geliebte, ein bösartiger blinder Passagier oder familiäre Bande innerhalb Crew und Gästen- hier kommt einiges zusammen und vieles bleibt unausgesprochen. Das macht es für mich deshalb spannend, da ich nicht weiß, was mich noch erwartet.
Die Sprache rundet das Bild der turbulenten Islandreide ab. Ich finde viele Worte für die Location Kreuzfahrtschiff (ausschiffen, Landgang…), aber auch viele alltägliche Worte- vor allem in Streitgesprächen. Das macht die Geschichte für mich authentisch. Zudem gibt es einen waschechten Norweger an Bord, der immer wieder Sprachfloskeln einbaut, Diese erinnern mich zusätzlich an meine Zeit in Norwegen und Land und Leute.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen- auch wenn ich mir eine Übersicht (wer zu wen mit wen) gewünscht hätte, da es verwirrend sein kann. Sonst ist es eine tolle Lektüre mit viel Fernweh, Herzklopfen und Spannung. Nicht nur für Islandfans klasse.

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Veröffentlicht am 07.02.2022

Humorvolles Theater

Gemeinsam ist man besser dran
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Der Roman „Gemeinsam ist man besser dran“ von Silvia Deloy geht es um Tilda, deren Antiquitätengeschäft abgerissen werden soll und Noah, der ihr das Theater gegenüber des Ladens vor der Nase weg kauft.
Entsprechend ...

Der Roman „Gemeinsam ist man besser dran“ von Silvia Deloy geht es um Tilda, deren Antiquitätengeschäft abgerissen werden soll und Noah, der ihr das Theater gegenüber des Ladens vor der Nase weg kauft.
Entsprechend kann Tilda Noah anfangs gar nicht leiden. Erst nach und nach entwickelt sie erst neutrale, dann liebevolle Gefühle für ihn.
Der Roman beschreibt humorvoll, wie Tilda verzweifelt versucht, ihr Herzprojekt am Leben zu halten. Unterstützung erfährt sie von ihrer besten Freundin, die teilweise verrückte Ideen beisteuert, ihren Mitbewohner Jose, der sich für eine Zwergohreule stark macht und auch von Noah, den sie erst als arrogant und überheblich einstuft, hat er doch in einer Soap mitgespielt. Doch immer wieder werden Steine in den Weg gelegt: erst ist das Ausweichgebäude nicht mehr zu haben, dann feiert Tildas Schwester Mira ausgelassene Partys in der WG und dann ist da noch Tildas Trauma, dass sie sich immer um alle kümmern muss. Das zeigt sich besonders im Bezug auf Mira, aber auch in ihren Streit mit Noah, dass sie Mira ziehen lassen sollte. Silvia Deloy verwendet dabei stets humorvolle und alltagsnahe Sprache, was dazu führt, dass ich den Eindruck bekomme, alles spielt sich vor meiner Nase ab. Speziell Cem, Tildas Mitarbeiter, ist für seinen Humor bekannt. Sei es beim Fußball während des Flohmarkts oder im improvisierten Theater- Cem ist immer ein Clown.
Mir persönlich hat besonders gefallen, dass das Buch so vielschichtig ist. Etwas Theater inklusive Drama, viel Komödie und ganz viel Herz- einfach ein Buch zum Liebhaben.

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