Profilbild von Book_fairy04

Book_fairy04

Lesejury Star
offline

Book_fairy04 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Book_fairy04 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2024

Fesselnde Story

Das Baumhaus
0

“Das Baumhaus” von Vera Buck, gelesen in 11 Stunden und 43 Minuten von den Sprecher:innen Saskia Haisch, Leonie Landa, Laura Maire, Christiane Marx und Oliver Rohrbeck handelt von einer kleinen Familie, ...

“Das Baumhaus” von Vera Buck, gelesen in 11 Stunden und 43 Minuten von den Sprecher:innen Saskia Haisch, Leonie Landa, Laura Maire, Christiane Marx und Oliver Rohrbeck handelt von einer kleinen Familie, die ihren Urlaub in einem Ferienhaus im Wald verbringen möchte.

Nora griff dies Idee mit dem Ferienhaus auf, als sie hörte, dass der Großvater ihres Mannes dort ein kleines Haus besaß und Henriks Familie dieses nicht nutzt.
Ihr kleiner Sohn Finn ist bereits auf dem Weg zum Ferienhaus begeistert, vor allem die Geschichten, die Henrik seinem Sohn auf der Fahrt erzählt machen diesen neugierig.

Dort angekommen, passieren seltsame Dinge; Finn wird von einem Mann mit Süßigkeiten gelockt, sein Vater findet ein Baumhaus mit einer Matratze darin und im Keller hängen tote Tiere.

Nora gehört nicht zu den ängstlichen Frauen, doch als sie immer wieder Nachrichten bekommt, in denen auch steht, dass sie auf Finn aufpassen soll, wird sie hellhörig.

Henrik schreibt Kinderbücher und seine Phantasie ist dementsprechend lebhaft. Finn ist begeistert von seinen Geschichten und als er plötzlich verschwindet ist es an seinem
Vater, zu hoffen, dass sich der kleine Junge nur verlaufen hat.

Geheimnisse aus der Vergangenheit werden gelüftet; der Perspektivenwechsel macht die Geschichte spannend und fesselt mich an die Story.

Marla, das verschleppte und gequälte fünfjährige Mädchen aus dem Baumhaus, erscheint bruchstückhaft in Henriks Erinnerung. Er war ein kleiner Junge, als er sie gefunden hat.
Was ist mit ihr geschehen? Er hat versprochen das kleine Mädchen zu retten und doch hat ihm damals niemand geglaubt. Und all die Jahre über wurde Marla von ihm vergessen.

Rosa, eine junge Frau aus dem Ort, Einzelgängerin und fasziniert von toten Tieren und deren Auswirkungen auf die Natur, findet im Wald das Skelett eines Kindes. Die Polizei bittet Rosa um weitere Hilfe und neben der Pflege für den verunfallten Bruder, hilft sie der Polizei weitere Leichen zu finden.

Die verschiedenen Sprecher:innen holen mich als Leser:In gänzlich ab und der unterhaltsame, flüssige Schreibstil der Autorin zieht mich in den Bann. Die Charaktere werden sehr authentisch beschrieben, auch die Nebencharaktere kann man sich aufgrund der lebendigen Wortwahl sehr gut vorstellen.

Die kleine Familie wird aufgrund der vielen Lügen in der Vergangenheit und dem Verlust ihres kleinen Jungen auf die Probe gestellt. Können sich Nora und Henrik noch vertrauen?

Was ist wahr und was ist erfunden?

Der Thriller hat mich mit seiner düsteren Art sehr gut unterhalten. Die Story konnte mich fesseln, die vielen verschiedenen Ansätze wurden zu einem verknüpft und die Story fügte sich zusammen.

Man kann das Hörbuch nicht ausschalten, der Spannungsbogen wurde perfekt gehalten und doch war ich vom Ende nicht überzeugt. Ich finde, es wurde zu viel in die letzten Seiten gepackt. Trotzdem ein sehr empfehlenswerter Thriller.
Die Sprecher:innen konnten mich unglaublich gut in die Story versetzen und das Gefühl der Angst in einem düsteren Wald in Schweden konnte gut vermittelt werden.

4 Sterne für den gut durchdachten Thriller.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2024

Unaufgeregte Geschichte

Das Fischerhaus
0

“Das Fischerhaus” von Stein Torleif Bjella handelt von dem achtzigjährigen Ivar und seinem
Neffen Jon.
Diesem möchte er Storsenn d.h. den See, das Bootshaus und das Boot mit allem Drumherum vermachen. ...

“Das Fischerhaus” von Stein Torleif Bjella handelt von dem achtzigjährigen Ivar und seinem
Neffen Jon.
Diesem möchte er Storsenn d.h. den See, das Bootshaus und das Boot mit allem Drumherum vermachen. Es soll alles in der Familie bleiben und seinen Töchtern oder seinen Schwiegersöhnen möchte er Storsenn nicht geben. Es braucht jemanden, der nichts verändern möchte.

Aus diesem Grund nimmt er seinen Neffen mit zum
See. Er möchte ihm in einer Woche alles beibringen was mit dem Fischen zu tun hat.
Ivar ist von Anfang an sehr direkt und unfreundlich zu seinem Neffen.
Er zeigt ihm auf, was für ein Nichtsnutz er ist und wie schlecht sein Leben läuft.

Jon ärgert sich über seinen Onkel, auch wenn manches zum
Nachdenken anregt, was der alte Kauz sagt. Doch muss er wirklich so direkt und giftig zu ihm sein? Er wollte diese Woche mit Jon verbringen, kann man dann nicht freundlicher sein?

Die beiden Männer teilen sich das Bootshaus, die Arbeit auf dem See. Sie werfen die Netze aus, rudern im See und gemeinsam holen sie die Fische ein.

Die ruhige unaufgeregte Arbeit lässt die beiden Männer über das Leben sinnieren.
Ivar erzählt viel von der Familie, den Traditionen und der Vergangenheit.
Jon denkt aufgrund der bösen Sticheleien seines Onkels über sein Leben, seine Leidenschaft die Musik, seine Beziehungen und seine Arbeit als Aushilfslehrer nach.
Ist er glücklich und erfüllt?

Das Buch dreht sich um das Fischen und um das eigene Leben.
Jon notiert sich auf Anweisung alle wichtigen Gedanken und Anmerkungen seines Onkels, um in Zukunft alleine auf dem See zurecht zu kommen. Und vielleicht auch im Leben?

Der Autor setzt zuletzt eine Überraschung obendrauf, was für mich als Leser:in das Geschriebene zusammenführte. Unverhofft und doch passend, gibt es ein einschneidendes Erlebnis in Jon’s Leben.

Persönlich waren mir als Leser:in die Formulierungen und giftigen Bemerkungen von Onkel Ivar zu negativ. Das Buch konnte mich nicht richtig fesseln, die Handlung nicht abholen und die Charaktere nicht überzeugen.
Die Protagonisten Ivar als unfreundlicher, alter Mann und Jon als freundlicher, verträumter, musikalischer und mitfühlender Mensch wurden sehr gut von dem Autor beschrieben.
Landschaftlich wurde der See mit seinem Bootshaus sehr gut ausgearbeitet.

Die Botschaft der Geschichte wurde meiner Meinung nach zu tief vergraben;
durch die sich wiederholenden negativen Sätze geht der Sinn der Geschichte etwas verloren.

Eine unaufgeregte Geschichte, leicht und flüssig geschrieben mit Potential.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2024

Absolute Leseempfehlung

Pride began on Christopher Street
0

“Pride began on Christopher Street” von Christian Handel und Andreas Suchanek herausgegeben vom Piper Verlag handelt vom Beginn einer weltweiten Bewegung, der uns bekannten jährlichen Parade, dem CSD (Christopher ...

“Pride began on Christopher Street” von Christian Handel und Andreas Suchanek herausgegeben vom Piper Verlag handelt vom Beginn einer weltweiten Bewegung, der uns bekannten jährlichen Parade, dem CSD (Christopher Street Days), um für die Gleichberechtigung und Rechte queerer Menschen einzutreten.

Die Handlung beginnt 1969 in New York und zeigt uns die unfassbaren Abscheulichkeiten und Gedanken der Gesellschaft gegen queere Menschen. Diesen Ausdruck gab es 1969/1970 noch nicht und die Autoren verwenden deshalb in diesem Buch die Begriffe schwul, lesbisch und homosexuell.

Aufgezeigt werden die Gewalttaten gegenüber homosexuellen Menschen, die verachtenden Ansichten und Anfeindungen der Gesellschaft. Die Idee, dass es sich hierbei um eine psychische Krankheit handelt und auch der Verstoß aus der Familie ist in dieser Zeit Normalität. Ein Leitbild von richtig und falsch wird vorgegeben und die Gesellschaft setzt alles daran, dieses beizubehalten.

Die Homosexuellen wurden unmenschlich behandelt, haben bei Bekanntwerden ihrer Persönlichkeit und/oder Neigung ihre Arbeit und Wohnung verloren, nur weil das Andere nicht akzeptiert und toleriert werden konnte. Homosexualität wurde damals strafrechtlich verfolgt Und doch wollten sich diese Menschen nicht an Gesetze halten, die ihnen gänzlich unverständlich waren. Diese Ungerechtigkeit konnten und wollten sie nicht hinnehmen.

Ein Versteckspiel von der Polizei begann in zwielichten Lokalen, u.a. auch im Stonewall Inn, einer Location direkt an der Christopher Street, in welcher sich Homosexuelle trafen, um das Gefühl der Freiheit zu leben.
Leider wurden immer wieder Razzien durchgeführt und die Polizei hat oftmals unnötige Brutalität walten lassen.

Finn, arbeitet im Theater, liest gerne und ist ein häufiger Besucher im Stonewall Inn. Er glaubt nicht mehr an die Liebe oder an eine langjährige Beziehung, dafür wurde er bereits zu oft verletzt.

Bei einer Razzia lernt er den verkrampften, verheirateten, aber sehr attraktiven Milton oder besser Jake kennen. Die beiden Männer flirten miteinander und Jake, der sich jeglichen Gedanken an einen Mann strengstens verbietet, fühlt die Erregung.

Nur darf Jake diesem Gefühl niemals nachgeben, sein Vater würde ihn verstoßen, seine Frau wäre unglaublich verletzt und sein Job als Polizist wäre Geschichte. Lieber ein Leben voller Lügen weiterleben?!

Die beiden Autoren zeigen das Leben der Homosexuellen Ende der 60er Jahre mit all seinen Widrigkeiten auf. Die Ungerechtigkeit gegenüber diesen Personen war unfassbar und die fehlende Toleranz unverzeihlich. Eine zarte Beziehung zwischen den Hauptprotagonisten wird eingefangen und doch steht immer die Gesellschaft zwischen dem Gefühl.
Kann oder soll man es wagen, seine Persönlichkeit offen zu legen?

Realistisch werden die Angriffe durch die Gesellschaft und Polizei beschrieben, die Probleme bei der Arbeitssuche, sobald man geoutet wurde. Finanzielle und psychische Probleme waren alltäglich und die Traurigkeit der Menschen über die Demütigungen spürbar.

Bis zu dem Tag, als vor dem Stonewall Inn die Menschen während einer Razzia anfingen sich zu wehren. Der Hilferuf:“Warum tut ihr nichts, Leute?” an die gaffende Menge vor der Location war der Beginn einer unglaublichen Bewegung. Kupfermünzen wurden auf die Polizisten geworfen, immer mehr Menschen kamen aus allen Stadtteilen und umschlossen das Stonewall Inn mit den Polizisten.

“Gay Power!”

Eine gewaltige Masse an Menschen, die endlich für ihre Freiheit kämpft. Etwas hat sich in dieser Nacht geändert und ein Zurück war nicht mehr möglich. Es war ein historischer Moment und was auf der Christopher Street geschah, verbreitete sich unglaublich schnell.

Jake und Finn befinden sich mittendrin in dem Aufstand und für Jake ist der Moment gekommen, an welchem er sich entscheiden muss, auf welcher Seite er kämpft.
Für seine Lügen oder für sein Leben?

Die beiden Autoren lassen mich als Leser:in die Atmosphäre aufsaugen, die Orte wurden so bildlich beschrieben, dass ich mich direkt in NY im Jahr 1969 während der großen Bewegung an der Christopher Street befinde. Man taucht ein in das Geschehen und empfindet mit; eine großartige Erzählung die man nicht aus der Hand legen kann.

“Manchmal verglühen Funken, manchmal wurden sie zu einem Leuchtfeuer. Erst die Zukunft würde zeigen, was sie hier vor sich hatten.” (Pos.2985)

Die wunderbare Geschichte während dieser Bewegung berührt und zeigt den Mut und die Hoffnung von Minderheiten auf.
Ein Kampf um Gerechtigkeit, der die Welt veränderte.

Das Buch zeigt auf, dass die Gesellschaft in der heutigen Zeit toleranter ist, es queeren Menschen leider immer noch schwer macht und nicht alle queeren Menschen bereit sind sich im Beruf oder Alltag zu outen.

Eine absolute Leseempfehlung für dieses unfassbar gut beschriebene historische Ereignis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2024

Überleben

The Hike
0

“The Hike” von Lucy Clarke wurde in 10 Stunden und 12 Minuten fesselnd von Stephanie Kellner, Carolin Sophie Göbel, Sabine Menne, Mayke Dähn und Leon Sandner gesprochen.

Vier Freundinnen fahren einmal ...

“The Hike” von Lucy Clarke wurde in 10 Stunden und 12 Minuten fesselnd von Stephanie Kellner, Carolin Sophie Göbel, Sabine Menne, Mayke Dähn und Leon Sandner gesprochen.

Vier Freundinnen fahren einmal im Jahr gemeinsam in Urlaub. Dieses Jahr geht’s nicht wie sonst an den Strand, sondern in die norwegische Wildnis zum wandern. Die vier Frauen sind sehr unterschiedlich und nicht jede konnte sich auf diesen Trip vorbereiten. Vier Tage wollen die Freundinnen wandern und den Berg erklimmen.

Ein Jahr zuvor wurde genau auf dieser Wanderroute eine Frau vermisst gemeldet.
Karin war mit ihrem Freund unterwegs und nur er kam zurück. Das ganze Dorf am Fuße des Berges ist überzeugt, dass er etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hat.

Die Naturgewalten und auch die Anstrengungen in der Wildnis bringen die Frauen an ihre Grenzen. Am Limit angekommen, wird die langjährige Freundschaft zwischen den vier Freundinnen auf die Probe gestellt.

Und nicht nur der Berg und das Wetter stellen sich den Frauen entgegen, auch treffen sie immer wieder auf verschiedene Männer aus dem Dorf am Fuße des Berges. Kann man ihnen vertrauen? Warum ist der Freund der verschwundenen Frau so oft in ihrer Nähe? Und was für einen schrecklichen Fund mussten die Frauen machen, als sie Unterschlupf in einer Höhle suchten. Hängt das verschwinden der Frau vor einem Jahr damit zusammen?

Die Atmosphäre der Wildnis, die Einsamkeit, die Herausforderung der Route und die Witterungsverhältnisse lassen mich als Hörer:in eintauchen in das Abenteuer der Frauen. Die Story der verschwundenen Frau hinterlässt auch bei mir als Hörer:in ein ungutes Gefühl. Man möchte den Frauen zurufen umzukehren und den Trip abzusagen.

Es gibt gute Gründe umzukehren und doch hat jede der Freundinnen auch ihre Geheimnisse, Ängste und Zweifel, welche eine Umkehr nicht zulassen. Die Widrigkeiten werden erstmal beiseite geschoben und dann holt es die Frauen ein. Ein Feuerwerk der Emotionen wird gezündet und die Gefühle kippen bedrohlich.

Die Freundschaft der Frauen wird nicht nur auf eine harte Probe gestellt, sie können ohne das Vertrauen und die Hilfe der Anderen nicht überleben.
Ein Wettkampf gegen die Natur, das Klima und etwas noch viel schlimmeres steht ihnen bevor.

Werden alle Menschen lebend vom Berg zurückkommen?

Die Atmosphäre wird sehr gut eingefangen, die Protagonisten werden ausführlich beschrieben und die Orte bildlich dargestellt.
Als Hörer:in wandert man mit den Frauen durch die Wildnis, spürt die Angst hochkriechen und lässt uns den Atem anhalten.

Die Autorin versteht es perfekt, die Spannung zu halten. Der Perspektivwechsel zwischen den Frauen und einem Mann aus dem Dorf lassen die Gedanken und Geschehnisse auf den/die Hörer:in einwirken und geben Rätsel auf.

Die unterschiedlichen Sprecher:innen der Story/des Hörbuchs fesseln den Hörer:in, man wird fantastisch abgeholt und sehr gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.05.2024

Wünsche

Meerseide
0

“Meerseide - Ein Roman über den Zauber der Hoffnung” von Paula Carlin handelt von Lilli, die im April einen Wunschzettel in Himmelpfort einwirft.
(Diederichs Verlag / Penguin Random House Verlagsgruppe ...

“Meerseide - Ein Roman über den Zauber der Hoffnung” von Paula Carlin handelt von Lilli, die im April einen Wunschzettel in Himmelpfort einwirft.
(Diederichs Verlag / Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH)

Lilli hat sich von ihrem Partner und Job getrennt. Mit ihrem Wunschzettel im April hofft Lilli, neue Wege einschlagen zu können. In Himmelpfort wandet sie durch einen Kräutergarten und findet über einem Brunnen einen Eimer an einer Kette. Das knarren der Kette klang für Lilli wie ein neues Kapitel. Lillie legte ein Kleeblatt in den Eimer voller Blätter und verließ den Garten. Elias stand auf seinem Balkon und beobachtete die Frau. Ihre Präsenz in diesem Augenblick und ihre Ernsthaftigkeit fesselten seinen Blick, die Leichtigkeit, mit der die Frau etwas in den Eimer legte stand im Gegensatz zu ihrer Ausstrahlung. Sie war ganz in ihrem Moment gefangen und Elias war tief beeindruckt.

Lilli kehrt auf dem Heimweg im Amselhof ein und lernt dort Rike kennen, die auf dem Hof lebt und arbeitet. Als Lilli spontan meinte, sie würde am liebsten hierbleiben, fällt Rike ein Haus im Nirgendwo ein. Und das sich Blumenow der Ort im Irgendwo befindet, gefällt Lilli und sie zieht spontan dort ein.

“Das strömende Wasser bot Lilli die Illusion, selbst noch in Bewegung zu sein, obwohl ihr Leben zum Stillstand gekommen war und sie sich wie gelähmt fühlte.”
(Seite 54)


Lilli empfindet eine unglaubliche Freude daran, nun ihr eigenes Reich zu haben. Es bedeutet für sie Freiheit. Niemand, der ihr ein schlechtes Gewissen macht oder an ihren Fähigkeiten zweifelt.
Die Arbeiten am Haus und im Garten machen sie froh und glücklich. Die Entschleunigung tut Lilli sehr gut und auch das Gefühl etwas zu erschaffen.

Sie lernt, sich ihren Bedürfnissen zu öffnen, in ihr Herz zu hören und ihren eigenen Wert zu schätzen.

Als Lilli auf Elias in dessen Geschäft trifft, fühlt sich das Gefühl zwischen den beiden Menschen sehr gut an und beide lernen sehr viel voneinander.

Von ihm hört Lilli das erste mal von der Meerseide, dem wertvollsten Garn der Welt.

Auch kommt sie mit den Zweifelscheuchen von einem lieben Künstler in Kontakt, die er kreiert um Menschen aufzuheitern. Seine weisen Worte erwärmen ihr Herz und geben ihr Mut und Hoffnung.

“Der eine ist für Großes gemacht, der andere für Kleines, und niemand weiß, für wen kleine Dinge ganz groß sind oder umgekehrt.” (Seite 198)

Der Künstler Damien und die anderen lieben Personen in ihrem neuen Umfeld, vor allem auch Elias geben Lilli Mut und Hoffnung, ihre Selbstzweifel schwinden und sie wagt einen Schritt in ihre neue, wunderschöne Zukunft. Die Meerseide und Elias lassen sie aus ungeahnten Möglichkeiten schöpfen und ihre Idee zu etwas ganz besonderem reift heran.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und poetisch, ihre unaufgeregte, leichte Schreibweise zieht uns in das Leben von Lilli und zeigt uns auf, was der Glaube an uns selbst bewirkt. Der Wunsch allein zählt und auch wenn nicht jeder Wunsch sofort erfüllt wird, zeigt es uns doch die große Wirkung auf unsere Zukunft, unser Handeln und Denken.
Die Charaktere werden feinfühlig und emphatisch beschrieben, die Orte Himmelpfort und Blumenow so intensiv und bezaubernd, dass man diese direkt betreten möchte.

Paula Carlin beschreibt in ihrem Roman mit einer Zartheit die Wege, welche wir einschlagen können und wie wichtig Achtsamkeit, Mut und Hoffnung sind.

Eine wundervolle Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere