Profilbild von Bookish-Love

Bookish-Love

Lesejury Star
offline

Bookish-Love ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Bookish-Love über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2025

fesselnd von der ersten Seite

Der Jasmin-Thron (Die brennenden Reiche 1): Eine sapphische Romantasy | World-Fantasy-Award-Gewinner und Booktok-Sensation!
0

Schon auf den ersten Seiten war mir klar, dass dieses Buch definitiv ein Jahreshighlight werden wird.
Der indische Kontext ist so atmosphärisch beschrieben, die Welt so detaillverliebt, bunt und wortgewandt ...

Schon auf den ersten Seiten war mir klar, dass dieses Buch definitiv ein Jahreshighlight werden wird.
Der indische Kontext ist so atmosphärisch beschrieben, die Welt so detaillverliebt, bunt und wortgewandt wiedergegeben, als wäre man vor Ort ♡
Die Magie war mit jeder Seite spürbar, die Idee einzigartig, besonders und unglaublich spannend.

Ich habe mit jeder einzelnen Figur gelitten, gehofft und gekämpft.
Je mehr Prinzessin Malinis Vergangenheit aufgedeckt wurde, desto wütender wurde ich - was von den Frauen erwartet/warum sie weggesperrt wurde war so heftig, dass ich Tränen in den Augen hatte. Als Leserin wollte ich schon Rache für sie, während sie noch geduldig abgewartet hat.
Die Kombination mit der mutigen Magd/Priesterin Priya schreit quasi nach starken weiblichen Heldinnen. Ich habe beide unglaublich geliebt.

Der Hirana als Setting eines alten Tempels sorgte für Gänsehautmomente - der lebensbedrohliche tägliche Aufstieg über steinerne Horrorkreaturen hatte es wirklich in sich. Generell gab es einige Schauermomente, Stichwort Maske.
Aber auch die Fantastik selbst kann nur als außergewöhnlich beschrieben werden. Eine Art Virus sorgt dafür, dass Pflanzenteile aus der Haut wachsen.

Es gibt fesselnde indische Mythologie, einen spannungsgeladenen Plot, mehrere interessante Perspektiven, deren Verknüpfung erst nach und nach deutlich wird. Man wartet regelrecht darauf, dass sie das Imperium in Flammen aufgehen lassen.

Das Buch ist einmalig schön gestaltet und glücklicherweise folgen noch 2 Bändf :) Ich habe jede einzelne Seite genossen und ein wahres Highlight für mich entdeckt, das ich kaum in Worte fassen kann ♡

5+ ⭐

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2025

Feminismus & Identitätsfindung

Dream Count
0

ca. 10 Jahre nach ihrem letzten Roman startet die Autorin mit einem neuen Bestseller in der Frauenliteratur.
Es geht um die miteinander verwobenen Leben von vier Frauen zwischen dem Wunsch nach Sichtbarkeit, ...

ca. 10 Jahre nach ihrem letzten Roman startet die Autorin mit einem neuen Bestseller in der Frauenliteratur.
Es geht um die miteinander verwobenen Leben von vier Frauen zwischen dem Wunsch nach Sichtbarkeit, Feminismus und Liebe.

Chiamaka ist eine wohlhabende Reiseschriftstellerin, die hin- und hergerissen ist zwischen Nigeria und den USA. Sie arbeitet die Vergangenheit mit ihren Ex-Freunden auf, die es ziemlich in sich hat. Für die meisten hat sie ihre Träume und Identität aufgegeben, es hat mich so mitgenommen, wie C. nicht für sich selbst eingestanden ist & hoffe, das Buch rüttelt diejenigen Frauen auf, die Peoplepleasing vor ihr eigenes Glück stellen. Die Message: Selbstliebe statt sich auf der Suche nach externer Liebe für einen Mann zu verbiegen.

Das Schicksal ihrer Haushälterin Kadiatou hat mich besonders tief berührt, weil es auf einem wahren Gerichtsfall beruht. Dabei ging es um 🍇 durch einen reichen weißen Mann. Der Prozess wurde für ihn entschieden, weil es keine Beweise/Zeugen gab, wie es einfach viiiel zu oft passiert. Es ist grausam. Der Frau wurden die Worte im Mund verdreht, man hat ihr aufgrund ihrer Herkunft nicht geglaubt & irgendwann war ihre Scham, den Fall wieder und wieder beschreiben zu müssen, so groß, dass sie lieber geschwiegen hat. Das Buch ist ein Appell, hinzusehen, zu unterstützen, nicht zu schweigen.

Obwohl der Roman teilweise seine Längen hatte und es eher literarisch-philosophisch gehalten wird anstelle eines temporeichen Plots, überzeugt er durch eine emotionale, tiefsinnige Aufarbeitung des Frauseins zu einer Zeit, in der nach wie vor keine Gleichberechtigung herrscht. Kein Roman schreit so sehr Feminismus wie dieser.

Wer ein eher ruhiges Buch über den Support unter Frauen und der Suche nach Identität, Abgrenzung und Selbstliebe sucht, ist hier goldrichtig. Sprachlich anspruchsvoller Erzählstil auf literarisch-gehobene Weise. Beeindruckend!
4.5 ⭐

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2025

Bridget Jones wurde leider nicht erwachsen :(

Bridget Jones - Verrückt nach ihm
0

Ich hab mich wirklich gefreut, wieder in Bridget Jones' Welt einzutauchen, die Filme hab ich immer sehr geliebt und auch die Leichtigkeit der Bücher.

Diese Leichtigkeit des Schreibstils ist geblieben ...

Ich hab mich wirklich gefreut, wieder in Bridget Jones' Welt einzutauchen, die Filme hab ich immer sehr geliebt und auch die Leichtigkeit der Bücher.

Diese Leichtigkeit des Schreibstils ist geblieben und ich liebe diese tagebuchartigen kurzen Kapitel-Absätze.
Da Bridget jetzt über 50 ist und alleinerziehend zwei kleine Kinder zuhause hat, hätte ich mir jedoch gewünscht, dass auch ihre Figur erwachsener geworden wäre. Es liest sich eben noch immer wie früher, als wäre sie 20 bis 30. Dass sie in den Keller rennt, um Wein zu bechern, während sie ihre sich übergebend Kids ins Bad sperrt, war nur eine problematische Situation. Die Affären, der Alkohol, das viele Fast Food war irgendwie einfach nicht mehr passend.
Als sie sich dann wirklich verliebt hat, habe ich es deshalb nicht so sehr fühlen können. Es war, als wäre Marc Darcey einfach rausgestrichen worden für eine Fortsetzung als Single.

Während das erste Buch in den 90ern erschien und da Kalorien zählen noch irgendwie an der Tagesordnung stand und in den Medien die meisten so dünn waren wie Jennifer Aniston in Friends, finde ich Kalorien zählen, tägliche Gewicht notieren und die eigenen kg mit denen von anderen zu vgl überhaupt nicht mehr zeitgemäß. Ich kann mir vorstellen, dass das einige Leserinnen echt runterziehen oder triggern könnte.
Dazu kam dann das permanente Zählen von Followern auf X und dieser heftige Drang, Follower zu gewinnen. In den Filmen und früheren Büchern kam Bridget sehr authentisch rüber, so gut wie jede Frau konnte sich irgendwie mit ihr identifizieren. Jetzt stand irgendwie gar nichts mehr bei ihr für mentale Gesundheit oder Authentizität, was ich sehr schade fand :(

Ohne diesen kritischen Blick auf den Inhalt war es teilweise schon locker-amüsant zu lesen, aber ich hab mir einfach gewünscht, Bridget würde endlich erwachsen werden und eine andere Form von Vorbild für neue und frühere Leserinnen 💔

2.5 ⭐

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2025

spannende Dystopie mit lokaler Einschränkung

The Last Bookstore on Earth
0

Das Thema hat mich sofort angesprochen. In einer Welt, die durch Säureregen vernichtet wurde, hält die Protagonistin Stellung in einer alten Buchhandlung zwischen Kinderbüchern, Dystopien und Klassikern. ...

Das Thema hat mich sofort angesprochen. In einer Welt, die durch Säureregen vernichtet wurde, hält die Protagonistin Stellung in einer alten Buchhandlung zwischen Kinderbüchern, Dystopien und Klassikern. Es ist alles, was ihr geblieben ist, und sie verteidigt es bis auf die Knochen. Das Cover passt unglaublich gut zu dieser Oase inmitten einer Endzeitstimmung.

Letztere hat man auch deutlich gespürt. Der radikale Überlebenswille, das Zurückstecken von Moral und Menschlichkeit während des Endes der Welt war mit Händen zu greifen und sorgte für allerhand Gänsehautmomente. Besonders die Szenen mit dem Säureregnen waren definitiv nichts für schwache Mägen! Es war richtig unheimlich und man hat sich durchweg gefragt, was man selbst in dieser schrecklich Situation tun würde. Besonders das Schicksal von Liz' Familie hat mich mitgenommen, und natürlich die nagende Schuldfrage.

Da der Fokus fast ausschließlich auf dem Bookstore liegt, habe ich mich jedoch immer wieder gefragt, wie die Welt außerhalb aussieht, was für eine Lösung gefunden werden kann, wie und wo die anderen leben, wie die globale Situation ist - hier hat mir etwas mehr Makrospektive gefehlt.

Die Nebencharaktere fand ich allesamt wirklich stark. Ich wusste nie so recht, wem ich an Liz' Stelle vertrauen würde, die Figuren waren durch das dystopische Chaos dunkelgrauer als morally grey.
Maeve als Love Interest, besonders aber als Menschen habe ich am meisten ins Herz geschlossen, wenngleich ich mir auch hier mehr background context erhofft habe. Sie war ein unglaublich starker und taffer Charakter.

Das Buch war durchweg spannend, es gab keine Längen und hat mich von vorne bis hinten gefesselt. Der Erzählstil war schonungslos, emotional und heftig, aber wirklich unglaublich stark gemacht.
Man muss sich darauf einstellen, dass der Fokus ganz auf Liz und ihrem Bookstore liegt und das Darumherum etwas ausgespart wird. In Kombination mit den Rückblenden ist es allerdings ein wirklich großartiges, bildgewaltiges Jugendbuch geworden!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2025

Spannende Charaktere, Plot zum Nachdenken

Engel der letzten Nacht
0

Es ist gar nicht so leicht, das Buch zusammenzufassen. Es geht um einen Teenager, der die beste Nacht seines Lebens erleben möchte, ehe er sich das Leben nimmt. Vom Erzählton her ist es aber gar nicht ...

Es ist gar nicht so leicht, das Buch zusammenzufassen. Es geht um einen Teenager, der die beste Nacht seines Lebens erleben möchte, ehe er sich das Leben nimmt. Vom Erzählton her ist es aber gar nicht so drückend, wie es sich auf den ersten Blick anhört, sondern wie ein ganz lockeres Jugendbuch geschrieben.

Dabei finde ich die Herangehensweise besonders gelungen. Wir begleiten Kester durch die ganze Nacht und immer dann, wenn etwas passiert, das lebensgefährlich enden könnte, endet der Autor kurz vorher mit einem "Aber was, wenn es anders gelaufen wäre?". Heißt, es wird auf grau gedruckten Seiten der worst case beschrieben, der letztlich aber gar nicht eintritt - wie in diesen Kinderbüchern, bei denen man sich den Weg/das Ende aussuchen kann. Das war richtig gut durchdacht.

Die teils skurrilen, interessantan Charaktere, die er während seiner letzten Nacht trifft, überzeugten durch Authentizität, die Figurenentwicklung und dieses Aufeinandertreffen mit ganz eigenen Persönlichkeiten machten das Lesen richtig spannend. Innenschau und Figuren standen definitiv im Fokus.

Der flüssige, lockere und überhaupt nicht düstere Schreibstil haben mich von Anfang an gepackt, wobei der Plot zum Ende hin irgendwie etwas ins Philosophische ging und ich ehrlich gesagt gar nicht 100% verstanden habe, wie genau es ausging und ob der Protagonist überlebt hat - aber vlt ist das der Sinn der Sache? Dass es zur Interpretation offen bleibt?

Das Lesen hat definitiv Spaß gemacht, was merkwürdig klingen mag bei dem prägnanten Mental Health Plot, aber die Figuren machten es einfach so eigenwillig und interessant, dass ich es nicht anders sagen kann. Außerdem fand ich diese "was wäre wenn"-Message einfach unglaublich gut ausgearbeitet, sie regt definitiv zum Nachdenken an.
Gefehlt haben mir so ein bisschen die tieferen Beweggründe des Protagonisten und dass das Thema Suiz1dgedanken nicht ganz so auf die leichte Schulter genommen wird von den handelnden Figuren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere