Schmerzhaft ehrlich
AuēMeine Meinung und Inhalt
"Aue" konnte mich wirklich "treffen".Von der ersten Seite an war klar, dass es keine einfache Geschichte sein wird.
Es geht um zwei Brüder, um Gewalt, um Verlust, um das, was ...
Meine Meinung und Inhalt
"Aue" konnte mich wirklich "treffen".Von der ersten Seite an war klar, dass es keine einfache Geschichte sein wird.
Es geht um zwei Brüder, um Gewalt, um Verlust, um das, was Familien kaputt macht und was manchmal noch irgendwie zusammenhält.
Was mich wirklich gepackt hat, ist, wie roh und ehrlich alles erzählt wird. Da wird nichts beschönigt, nichts glattgebügelt. Die Figuren reden nicht viel, aber genau das hat es trotzdem "laut" und authentisch gemacht. Ich mochte auch, dass das Buch sich Zeit nimmt. Man bekommt nicht sofort alle Antworten.
Ich finde das Buch hat eine sehr klare, teilweise poetische Sprache welche mich sehr beeindruckt hat.
Das Buch erzählt aus einer Welt, die ich vorher kaum gekannt hab. Māori-Kultur, die ländliche Realität in Neuseeland, Gangstrukturen, Trauma über Generationen hinweg.
Natürlich ist das Buch schwer. Es gibt viele Szenen, die wehtun, weil sie so real wirken. Aber es gibt eben auch diese kleinen, leisen Momente, die zeigen, dass nicht alles verloren ist.
Für mich war "Aue" kein Wohlfühlbuch, sondern eins, das mich schon auch danach noch beschäftigt hat.
Klappentext
Neuseeland, heute. Nach dem Verschwinden seiner Eltern lässt der junge Maori Taukiri seinen achtjährigen Bruder Ari zurück, flieht mit seinem Surfbrett und seiner Gitarre auf die Nordinsel, um dort dem Strudel aus Verzweiflung und Schuld zu entkommen, in den er hineingeboren wurde. Doch auē ertönt im Geräusch des Meeres, das er liebt und zugleich hasst, in der Musik, die er der Gitarre entlockt, die seinem Vater gehörte, in der Gewalt, die seine Familie verfolgt, bestimmt die Scham darüber, dass er seinen Bruder alleine gelassen hat.
Aber sein Bruder Ari ist stärker, als es den Anschein hat, und er hat eine Freundin, und seine Freundin hat einen Hund, und diese drei zusammen sind vielleicht stark genug, um den Strudel aus Verzweiflung und Schuld umzukehren.
Über die Autorin
Becky Manawatu wurde 1982 in Nelson, Neuseeland, geboren und wuchs in Waimangaroa an der Westküste der Südinsel auf. Mit 18 zog sie aus, um ihren Mann, den Profi-Rugby-Spieler und -Trainer Tim Manawatu, nach Italien und Frankfurt zu begleiten, wo das Grundgerüst zu Auē entstand. Das Paar kehrte 2016 nach Nelson zurück, inzwischen lebt die Familie wieder in Waimangaroa, wo Becky Manawatu als Reporterin bei den ›Westport News‹ arbeitet, der kleinsten unabhängigen Tageszeitung Neuseelands.