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Veröffentlicht am 15.05.2025

Mein neuer Blick auf Ärger

Vom Sinn des Ärgers
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Meine Meinung und Inhalt

Verena Kasts "Vom Sinn des Ärgers" hat mir eine neue Perspektive auf eine Emotion eröffnet, die ich bisher eher vermieden habe. Ärger war für mich oft ein Zeichen von Schwäche ...

Meine Meinung und Inhalt

Verena Kasts "Vom Sinn des Ärgers" hat mir eine neue Perspektive auf eine Emotion eröffnet, die ich bisher eher vermieden habe. Ärger war für mich oft ein Zeichen von Schwäche oder Kontrollverlust. Doch Kast zeigt auf einfühlsame Weise, dass Ärger auch eine gesunde Reaktion sein kann; ein Signal, das uns aufzeigt, wenn unsere Grenzen überschritten werden.

Beeindruckt hat mich auch die Idee, dass Ärger nicht nur destruktiv sein muss, sondern auch als Antrieb für Veränderung dienen kann. Kast betont, dass Ärger uns dazu bringen kann, für uns selbst einzustehen und notwendige Veränderungen in unserem Leben vorzunehmen.

Kast spricht auch über die verschiedenen Ausdrucksformen von Ärger, einschließlich passiver Aggression und autoaggressivem Verhalten. Diese Abschnitte haben mir geholfen, mein eigenes Verhalten besser zu verstehen und zu reflektieren, wie ich mit unterdrücktem Ärger umgehe.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bedeutung einer positiven Streitkultur. Kast plädiert dafür, Konflikte nicht zu vermeiden, sondern konstruktiv auszutragen. Dieser Ansatz hat mich dazu ermutigt, offener über meine Gefühle zu sprechen und Konflikte nicht mehr als Bedrohung, sondern als Chance für Wachstum zu sehen.

Insgesamt ist Vom Sinn des Ärgers für mich ein wertvoller Begleiter auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein und innerer Stärke. Es hat mir gezeigt, dass Ärger kein Feind ist, sondern ein Verbündeter, der mir hilft, meine Bedürfnisse zu erkennen und für mich einzustehen.


Über die Autorin

Verena Kast (*1943 in Wolfhalden) ist eine der bekanntesten Psychotherapeutinnen im deutschsprachigen Raum. Sie war Professorin für Psychologie an der Universität Zürich, Dozentin und Lehranalytikerin am dortigen C.-G.-Jung-Institut und Psychotherapeutin in eigener Praxis. Von April 2014 bis März 2020 war sie Präsidentin des C.G. Jung-Instituts in Zürich sowie bis 2020 wissenschaftliche Leiterin der Lindauer Psychotherapiewochen. In ihren Büchern macht sie den Menschen Mut, die Vergangenheit loszulassen und sich der Zukunft zuzuwenden.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Eine leise, berührende Einladung zum Hinschauen

Hey guten Morgen, wie geht es dir?
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Meine Meinung und Inhalt

"Hey guten Morgen, wie geht es dir?" hatte mich sofort angesprochen.

Martina Hefter gelingt es, in ihrem Roman genau diese kleinen, oft übersehenen Momente des Lebens einzufangen ...

Meine Meinung und Inhalt

"Hey guten Morgen, wie geht es dir?" hatte mich sofort angesprochen.

Martina Hefter gelingt es, in ihrem Roman genau diese kleinen, oft übersehenen Momente des Lebens einzufangen und mit großer Sensibilität zu erzählen. Die Figuren sind für mich sehr nahbar und echt, mit ihren Unsicherheiten, Hoffnungen und kleinen Alltagskämpfen.

Besonders beeindruckt hat mich die Interpretation von Inka Löwendorf. Ihre ruhige, warme Stimme macht das Hörbuch zu einem sehr persönlichen Erlebnis. Dadurch fühlte ich mich richtig eingeladen, mich auf die Geschichte einzulassen und die Emotionen der Charaktere tief zu spüren.

Das Buch lädt mich ein, langsamer zu werden, genauer hinzuhören und den Blick aufs Wesentliche zu richten – gerade in einer hektischen Zeit ist das für mich ein Geschenk. Es ist kein Buch voller Action, sondern ein leiser Begleiter, der mich zum Nachdenken und Fühlen gebracht hat.

Für mich ist "Hey guten Morgen, wie geht es dir?" eine wunderbar sanfte Erinnerung daran, wie wertvoll echte Begegnungen und ehrliche Fragen sind. Es hat mich bewegt und bleibt lange im Kopf.


Inhalt

Tagsüber hilft Juno ihrem schwerkranken Mann Jupiter dabei, seinen Alltag zu meistern. Außerdem ist sie Künstlerin, tanzt und spielt Theater. Und nachts, wenn sie wieder einmal nicht schlafen kann, chattet sie mit Love-Scammern im Internet. Martina Hefter hat einen berührenden Roman über Bedürfnisse und Sehnsüchte im Leben geschrieben. Und darüber, wie weit man bereit ist, für die Liebe zu gehen.

Juno schreibt online mit Männern, die Frauen online ihre Liebe gestehen und so versuchen, sie um ihr Geld zu bringen. Doch statt darauf hereinzufallen, werden genau diese Männer zu einer Form von Freiheit für Juno. In den Gesprächen kann sie sein, wer sie will und sagen, was sie will – und das vermeintlich ohne Konsequenzen. Ganz im Gegensatz zu ihrem sonstigen Leben, in dem sie immer unterwegs, immer besorgt um Jupiter, immer beschäftigt und eingebunden ist. Also flüchtet Juno ab und zu vor ihrem Alltag ins Internet und spielt dort Spielchen mit Männern, die sie anlügen. Sie selbst wird zur Lügnerin. Aber ist es nicht so, dass man sich beim Lügen zuallererst selbst belügt?

Eines Tages trifft Juno auf Benu, der ihre Behauptungen ebenso durchschaut wie sie seine. Und trotz der Entfernung zwischen ihnen entsteht eine Verbindung. »Hey guten Morgen, wie geht es dir« ist ein tiefgehender Roman, aber so leichtfüßig wie eine Komödie.


Über die Autorin

Martina Hefter lebt als Autorin und Performerin in Leipzig. Ihre Texte bewegen sich zwischen Gedicht, szenischen Schreibformen und Roman. Viele ihrer Texte setzt sie in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen szenisch um. Sie veröffentlichte drei Romane und – im kookbooks-Verlag Berlin – fünf Gedichtbände. Für ihren letzten Roman, »Hey guten Morgen, wie geht es dir?«, erhielt sie 2024 den Deutschen Buchpreis.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Verletzlichkeit als Stärke – Wie man aus Rückschlägen neue Kraft schöpft

Hinfallen ist auch ein Weg nach vorne
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Meine Meinung und Inhalt

Ich war aufgrund des Klappentextes total neugierig auf das Buch. Als ich Holly Matthews‘ Buch gelesen hatte, fühlte ich mich oft direkt angesprochen. Ihre Geschichte vom Verlust ...

Meine Meinung und Inhalt

Ich war aufgrund des Klappentextes total neugierig auf das Buch. Als ich Holly Matthews‘ Buch gelesen hatte, fühlte ich mich oft direkt angesprochen. Ihre Geschichte vom Verlust und dem langsamen Wiederaufstehen hat mich berührt, weil sie so ehrlich und unverstellt erzählt wird. Das Buch ist kein glattpolierter Ratgeber, sondern eine wirklich menschliche Erzählung.

Mir hat besonders gefallen, wie Matthews zeigt, dass Rückschläge kein Scheitern sind, sondern Teil des Weges nach vorne. Das hat mir geholfen, meine eigenen schwierigen Momente aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und mehr Geduld mit mir selbst zu haben. Ihre offene Art macht Mut, Verletzlichkeit nicht zu verstecken, sondern sie als Kraftquelle zu nutzen.

Manchmal war das Lesen auch emotional fordernd, weil die Inhalte so nah gingen – genau das machte das Buch für mich aber auch so wertvoll. Es hat mir gezeigt, dass Heilung kein linearer Prozess ist und dass es okay ist, auch mal hinzufallen, solange man wieder aufsteht.

Für mich ist Hinfallen ist auch ein Weg nach vorne eine inspirierende und ermutigende Begleitung für alle, die gerade schwere Zeiten durchmachen oder sich mit dem Thema Resilienz auseinandersetzen wollen.


Über die Autorin

Holly Matthews ist ehemalige Schauspielerin aus Großbritannien und arbeitet heute als NLP-Coach. Unter der preisgekrönten Marke «The Happy Me Project» bietet sie u.a. Workshops und einen Podcast an.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

täglicher Kompass für sanftes inneres Wachstum

The Pivot Year – Zeit für inneres Wachstum
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Meine Meinung und Inhalt

"The Pivot Year" hat mich genau zum richtigen Zeitpunkt erreicht, als ich nach einem Buch gesucht habe, das mir hilft, bewusster mit mir selbst umzugehen. Die Idee, jeden Tag ...

Meine Meinung und Inhalt

"The Pivot Year" hat mich genau zum richtigen Zeitpunkt erreicht, als ich nach einem Buch gesucht habe, das mir hilft, bewusster mit mir selbst umzugehen. Die Idee, jeden Tag einen kleinen Impuls zu bekommen, um über sich und das eigene Leben nachzudenken, fand ich sehr ansprechend. Brianna Wiests Schreibstil ist für mich ehrlich und nahbar – manchmal poetisch, manchmal ganz klar und direkt.

Ich mochte es sehr, wie das Buch mich dazu ermutigt hat, nicht nach schnellen Lösungen zu suchen, sondern den Weg des inneren Wachstums wirklich als Prozess zu sehen. Das hat mir geholfen, mir selbst mehr Zeit und Verständnis entgegenzubringen. Gleichzeitig gab es Momente, in denen ich mir konkretere Anleitungen gewünscht hätte – für mich war das Buch eher eine sanfte Begleitung als ein strenger Ratgeber.

Was mir besonders gefallen hat, war, wie es mir ermöglicht hat, mir jeden Tag bewusst eine kleine Auszeit für mich zu nehmen. Diese kurzen Reflexionen haben mir geholfen, meine Gedanken zu ordnen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, ohne mich dabei unter Druck zu setzen.

Insgesamt ist "The Pivot Year" für mich ein wertvolles Buch, das ich immer wieder zur Hand nehmen kann, wenn ich das Gefühl habe, mich neu sortieren zu wollen. Es hat mir gezeigt, dass Wachstum Zeit braucht und dass es okay ist, diesen Weg Schritt für Schritt zu gehen.

Über die Autorin

Brianna Wiest ist die Autorin des SPIEGEL-Nummer-1-Bestsellers »101 Essays, die dein Leben verändern werden«, »The Mountain Is You« und »When You‘re Ready, This Is How You Heal«. Sie schreibt unter anderem für Forbes und The Huffington Post über Achtsamkeit, Spiritualität und Selbstoptimierung. Mit ihren Texten und Büchern erreicht sie weltweit eine große Leserschaft.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Das erste Rätsel

Ingenium
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Meine Meinung und Inhalt

Als ich "Ingenium – Das erste Rätsel" begonnen habe, war ich neugierig auf die Kombination aus Thriller, Rätseln und mystischen Elementen. Die Grundidee mit Mike Brink, einem ...

Meine Meinung und Inhalt

Als ich "Ingenium – Das erste Rätsel" begonnen habe, war ich neugierig auf die Kombination aus Thriller, Rätseln und mystischen Elementen. Die Grundidee mit Mike Brink, einem Mann mit Savant-Syndrom, der Rätsel löst, und Jess Price, einer geheimnisvollen Frau mit einer düsteren Vergangenheit, hat mich sofort angesprochen. Der Einstieg war für mich echt sehr packend.

Allerdings merkte ich schon bald, dass die Geschichte immer komplexer wurde – teils zu sehr. Für meinen Geschmack wurden zu viele Handlungsstränge eingeflochten, die sich teilweise verloren und den roten Faden schwer nachvollziehbar machten. Das hat meinen Lesefluss gebremst und mich oft verwirrt zurückgelassen. Auch die Figuren konnte ich nicht richtig greifen. Mike und Jess blieben für mich emotional eher distanziert, und ihre Beziehung wirkte nicht sehr authentisch.

Positiv fand ich, dass die Autorin versucht, wissenschaftliche und religiöse Themen miteinander zu verweben. Das gab dem Buch eine interessante Tiefe, die mich immer wieder zum Nachdenken brachte. Aber gerade diese Details zu Symbolen und Rätseln wirkten manchmal zu ausführlich und zogen sich für mich etwas zu lang hin.

Insgesamt fand ich Ingenium spannend und ambitioniert, aber auch etwas überladen. Ich schätze die Idee und die Atmosphäre, hätte mir jedoch gewünscht, dass die Geschichte straffer erzählt wird und die Charaktere mehr Leben bekommen. Für Leser, die komplexe Rätsel und mystische Geschichten mögen, kann das Buch reizvoll sein. Wer aber einen klaren, durchgängigen Thriller erwartet, könnte eher enttäuscht sein. Für mich persönlich bleibt es ein solides Buch mit Potenzial, das aber nicht ganz ausgeschöpft wurde.


Über den Autor

Danielle Anne Trussoni, geboren 1973, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Sie schreibt unter anderem für die NEW YORK TIMES BOOK REVIEW und das NEW YORK TIMES MAGAZINE.

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