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Veröffentlicht am 05.03.2026

Traumhaus Obsession

Tödliches Angebot
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Meine Meinung

„Ich werde dieses Haus bekommen, egal, was ich dafür tun muss.“ (ZITAT)

Zuerst ist mir der Thriller "Tödliches Angebot" aufgrund des farbintensiven Covers aufgefallen.

Es geht um ...

Meine Meinung

„Ich werde dieses Haus bekommen, egal, was ich dafür tun muss.“ (ZITAT)

Zuerst ist mir der Thriller "Tödliches Angebot" aufgrund des farbintensiven Covers aufgefallen.

Es geht um Margo und ihren Mann. Margo ist geplagt von innerer Unruhe. Dieser fast körperlich spürbare Druck, endlich das perfekte Traumhaus zu finden, um das Leben zu führen, das sie sich ausmalt, ist greifbar. Dass ihre Sehnsucht nach einem Haus so eng mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch verknüpft ist, macht ihre Obsession schon nachvollziehbar, gleichzeitig ist diese Art der Obsession auch super erschreckend.

Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto intensiver wird dieses Gefühl. Margo überschreitet Grenzen, erst kleine, dann große, und ich konnte kaum "wegsehen". Die Art, wie sie in die Leben der Menschen eindringt wirkt furchtbar erschreckend und fesselnd.

Die Darstellung der Wohnraumsituation in Washington, D.C. ist sicherlich authentisch, vor allem wenn man genaue Vorstellung von Größe und Wohngegegen etc hat. Es zeigt mir vor allem auch, wie sehr äußere Umstände Menschen in extreme Richtungen treiben können.

Die Erzählweise fand ich auch ganz toll, denn durch die Ich-Perspektive (wir sind als Leser:innen ständig in Margos Kopf gefangen) wird alles noch greifbarer, die Margos Gefühle und Taten, ihre Wut, ihre Rechtfertigungen, ihre Selbsttäuschungen –packt!

Am Ende blieb bei mir ein Gefühl von Fassungslosigkeit zurück.

Für mich ist "Tödliches Angebot" ein gelungener, intensiver Thriller, der zeigt, wie dünn die Linie zwischen Wunsch und Obsession sein kann.


Über die Autorin

Marisa Kashino war 17 Jahre lang Journalistin, zuletzt bei der Washington Post. Den Großteil ihrer Karriere verbrachte sie beim Washingtonian Magazine, wo sie die Longform-Reportagen schrieb und die Berichterstattung über Immobilien und Wohndesign leitete. Sie wuchs in der Nähe von Seattle auf, heute lebt sie mit ihrem Mann, zwei Hunden und zwei Katzen im Großraum Washington, D.C.

Quelle: Verlag / vlb


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Veröffentlicht am 04.03.2026

Fahren ohne Halt

Grüne Welle
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Meine Meinung

"Bei der nächsten roten Ampel würde sie wenden." (ZITAT)

"Grüne Welle" hat mich zuerst aufgrund des Klappentextes fasziniert. Während des Lesens hat mich der Roman vor allem aufgrund ...

Meine Meinung

"Bei der nächsten roten Ampel würde sie wenden." (ZITAT)

"Grüne Welle" hat mich zuerst aufgrund des Klappentextes fasziniert. Während des Lesens hat mich der Roman vor allem aufgrund seiner stillen Intensität gepackt. Die (zuerst) namenlose Protagonistin, die sich nach einem Kinobesuch in der Nacht "verfährt" und einfach weiterfährt, wurde für mich zu einer Projektionsfläche für innere Unruhe, die Lust auszubrechen und unterschwellige Sehnsucht, Ängste, Sorgen, Belastungen. Je länger ich lese, desto stärker spüre ich dieses Gefühl des Getriebenseins, die Weiterfahrt ohne Halt (mit Tankstop), das gleichzeitig befreiend und beunruhigend wirkt.

Die Sprache ist knapp, direkt, eindringlich. Vieles bleibt unausgesprochen und offen, was ich in diesem Roman aber nicht als störend empfand.

"Es kam ihr vor, als würde die kleinste Bewegung die ganze Aufmerksamkeit der Welt auf sie ziehen, als würde sie dadurch ihre Schuld anerkennen, nicht nur für den Tod des Rehs, das sie betrachtete wie ein Gemälde, sondern für alles erdenklich andere auch."

P.s: Ich hätte es schön gefunden, wenn die Autorin ein anderes Ende mit den Jugendlichen gewählt hätte.


Über die Autorin

Esther Schüttpelz, geboren 1993 in Werne, studierte Jura in Münster und arbeitete als Rechtsanwältin, bevor sie freie Schriftstellerin wurde. Für ihren Roman ›Ohne mich‹ wurde sie 2023 mit dem Debütpreis der lit.Cologne ausgezeichnet. Sie lebt im Münsterland.

Quelle: Verlag / vlb


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Veröffentlicht am 04.03.2026

düsteres Romantasy‑Debüt

The Ordeals
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Meine Meinung

Ich war aufgrund des Klappentextes neugierig auf "The Ordeals". Am meisten mochte ich die Atmosphäre, die dunkle, spannungsgeladene Welt konnte mich auch zu Beginn gleich in den Bann ziehen.

Sophia ...

Meine Meinung

Ich war aufgrund des Klappentextes neugierig auf "The Ordeals". Am meisten mochte ich die Atmosphäre, die dunkle, spannungsgeladene Welt konnte mich auch zu Beginn gleich in den Bann ziehen.

Sophia hat mich berührt: eine junge Illusionistin, die unter der Kontrolle ihres Onkels steht und deren Magie sie körperlich auslaugt. Ihr verzweifelter Wunsch, an Killmarth aufgenommen zu werden, um endlich frei zu sein, hat für mich die emotionale Wucht der Geschichte ausgemacht. Die brutalen Prüfungen wirkten dabei weniger wie Action, sondern eher wie psychologische Belastungstests, die mich beim Lesen richtig mitfiebern ließen.

Die Mischung aus Romantasy und Dark‑Academia‑Atmosphäre hat mich stark angesprochen. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass manche Tropes (sehr) vorhersehbar sind und sich das Buch an einigen Stellen sehr vertraut /bekannt anfühlt.

Fazit-> "The Ordeals" ist für mich ein gutes atmosphärisch starkes und packendes Debüt - ich bin auf die Fortsetzung gespannt


Klappentext

Sophia ist seit ihrer Kindheit an ihren grausamen Onkel, den Sammler, gebunden, nachdem er einen Blutsbund von ihr gefordert hat. Als sie von Killmarth erfährt, einer Elite-Akademie für Magiebegabte außerhalb der Kontrolle des Sammlers, sieht sie darin ihre Chance, sich von ihm zu befreien. Aber um dort aufgenommen zu werden, muss sie in brutalen Prüfungen gegen andere Illusionisten, Maskierer, Botaniker und Alchemisten antreten. Nur die Mächtigsten werden diese »Ordeals« überleben. Sophia weiß, dass ihre Fähigkeiten als Illusionistin zu schwach sind und tut sich mit dem mächtigen (und unerträglich attraktiven) Botaniker, Alden Locke, zusammen. Um lebend herauszukommen, muss sie ihre Magie stärken und herausfinden, wer Rivale und wer Verbündeter ist. Denn jetzt muss sie nicht nur ihr Herz schützen, sondern auch ihr Leben. Ist Sophia in ihrer Eile, dem Sammler zu entkommen, direkt in eine tödliche Falle geflüchtet?

Über die Autorin

Rachel Greenlaw wuchs in Nord-Cornwall auf, umgeben von wilden Moorlandschaften. Sie studierte Englisch mit kreativem Schreiben an der Universität Falmouth, bevor sie auf eine Insel im Atlantik zog, wo sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Verloren in der Ungewissheit

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Meine Meinung
"Ich, die ich Männer nicht kannte" hat mich zu Beginn an super neugierig gemacht, aber am Ende nicht wirklich überzeugt. Die Grundidee – eine namenlose Erzählerin, eingesperrt mit anderen ...

Meine Meinung
"Ich, die ich Männer nicht kannte" hat mich zu Beginn an super neugierig gemacht, aber am Ende nicht wirklich überzeugt. Die Grundidee – eine namenlose Erzählerin, eingesperrt mit anderen Frauen in einem unterirdischen Raum, abgeschnitten von der Welt – fand ich zunächst stark und atmosphärisch dicht. Die Kargheit der Situation, die völlige Orientierungslosigkeit und das Fehlen jeder Erklärung haben bei mir anfangs eine beklemmende Spannung erzeugt. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass diese Ausgangslage für mich nicht genug trägt.

Die Welt außerhalb des Käfigs, die später eine Rolle spielt, wirkte auf mich eher schemenhaft als faszinierend.

In meinem Kopf Fragen über Fragen (Wohin sind die Männer, warum hat das "Experiment stattgefunden usw.).

Auch das Tempo empfand ich als sehr zäh. Die langen Passagen der Wiederholung, der Stille, der inneren Monologe haben mich irgendwann eher ermüdet als hineingezogen. Ich hätte mir mehr Entwicklung erwartet und am Ende des Buches war es als hätte ich auf was gewartet, das nicht kam.

Kurzum, tolle Grundidee, super Start, gute Atmosphäre, jedoch zu wenig Entwicklung, zu viel Unvollständigkeit und Distanz....

Über die Autorin

Jacqueline Harpman, 1929 in Etterbeek, Belgien, geboren, ist eine der großen Stimmen der französischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Ihre Familie musste vor den Nationalsozialisten nach Casablanca fliehen und konnte erst nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehren. Nach einem Studium der französischen Literatur begann sie eine Ausbildung zur Ärztin, die sie jedoch aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung nicht abschließen konnte, und wandte sich dem Schreiben zu. Im Jahr 1980 machte sie ihren Abschluss als Psychoanalytikerin. Harpman schrieb über 15 Romane und gewann zahlreiche Literaturpreise.

Quelle: Verlag / vlb

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Veröffentlicht am 02.03.2026

leise, eindringliche Familiengeschichte

Das gute Leben
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Meine Meinung

"Das gute Leben" ist ein ruhiger, nachdenklicher Generationenroman über vier Frauen, deren Leben zwischen Rumänien und Deutschland miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt steht Christina, ...

Meine Meinung

"Das gute Leben" ist ein ruhiger, nachdenklicher Generationenroman über vier Frauen, deren Leben zwischen Rumänien und Deutschland miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt steht Christina, die nach dem Tod ihrer Großmutter Anni in das alte Haus zurückkehrt. Wir begleiten sie und die ganzen Erinnerungen die ihr geblieben sind.

Die Atmosphäre des Spätsommers, die reifen Trauben im Garten, das langsame Öffnen der Vergangenheit fand ich gut umgesetzt. Man erfährt mehr, auch die Art, wie Annis Leben sichtbar wird ist toll umgesetzt. Ihre Flucht aus Rumänien, ihr Neubeginn in Deutschland, die harte Arbeit beim Quelle‑Versand, das Alleinsein, das Pflichtgefühl ... Ich habe beim Lesen oft gedacht, wie viel Kraft in einem Leben stecken kann, das von außen unspektakulär wirkt.

Die Sprache des Romans empfand ich als ruhig, klar und flüssig und teilweise poetisch. Schön fand ich auch, dass der Titel des Buches sich in mir in eine Frage gewandelt hatte, nämlich: Was bleibt von einem Leben? Was geben wir weiter? Und was bedeutet es überhaupt, ein „gutes Leben“ geführt zu haben?

Am Ende blieb bei mir ein Gefühl von Wehmut, aber auch von Dankbarkeit. Der Roman hat mich daran erinnert, wie sehr die Geschichten unserer Mütter und Großmütter in uns weiterleben, selbst wenn wir sie erst spät wirklich verstehen. Und vielleicht geht es vielen Leser:innen auch wie mir, dass man durch das Buch wieder an seine Großeltern (und die, die das Glück haben durftern die Urgroßeltern noch kennenzulernen auch an diese) zurückzudenken. Der Roman wirkt durch Atmosphäre und viele Erinnerungen, weniger durch Handlung.



Über die Autorin

Nadine Schneider, geboren 1990 in Nürnberg, stammt aus einer rumäniendeutschen Familie. Sie studierte Musikwissenschaft und Germanistik in Regensburg, Cremona und Berlin. Ihr erster Roman »Drei Kilometer« wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Literaturpreis der Stadt Fulda. 2021 las sie beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Im selben Jahr erschien ihr zweiter Roman »Wohin ich immer gehe«. Nadine Schneider lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Nürnberg.

Quelle: Verlag / vlb

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