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Veröffentlicht am 19.12.2018

100 Wörter

Vox
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nhalt:
In einer Welt, in der Frauen nur hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, bricht eine das Gesetz. Das provozierende Überraschungsdebüt aus den USA, über das niemand schweigen wird!

Als die neue Regierung ...

nhalt:
In einer Welt, in der Frauen nur hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, bricht eine das Gesetz. Das provozierende Überraschungsdebüt aus den USA, über das niemand schweigen wird!

Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben – das kann nicht passieren. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Amerika. Nicht ihr.

Das ist der Anfang.

Schon bald kann Jean ihren Beruf als Wissenschaftlerin nicht länger ausüben. Schon bald wird ihrer Tochter Sonia in der Schule nicht länger Lesen und Schreiben beigebracht. Sie und alle Mädchen und Frauen werden ihres Stimmrechts, ihres Lebensmuts, ihrer Träume beraubt.

Aber das ist nicht das Ende.

Für Sonia und alle entmündigten Frauen will Jean sich ihre Stimme zurückerkämpfen.

Meine Meinung:
Das Cover:
Es gefällt mir ausgesprochen gut, da es super mit der Handlung harmoniert.

Die Protagonisten:
...sind sehr authentisch geschildert. Jean ist mir absolut sympathisch und wird als Kämpferin in dem Buch dargestellt. Sie will nicht still sein und sich den neuen Gesetzen fügen - will für ihre Familie das alte Leben und Weltbild zurück.
Die Autorin hat bei manchen Protagonisten offen gelassen, auf welcher Seite diese stehen, was ich sehr gelungen fand und zu einer packenden Handlung geführt hat.

Der Schreibstil:
...der Autorin ist flüssig und man kommt sofort in die Handlung rein und fliegt nur so über die Seiten hinweg.

Die Handlung:
...ist absolut spannend und neuartig.
Ich konnte mich gut hineinversetzen und mitfiebern.

Die Reaktion und Handlungen ihrerer Kinder fand ich stellenweise erschreckend. Zum einen, wie schnell diese sich angepasst haben und zum anderen wie weit eine Gesellschaft / Regierung Menschen in eine falsche Richtung treiben kann.

"Vielleicht ist es bei den Nazis in Deutschland genau so gelaufen, bei den Serben in Bosnien, den Hutus in Ruanda. Ich habe mir oft überlegt, wie sich Kinder in Monster vewandeln, wie sie lernen können, dass Töten richtig ist und Unterdrückung gerecht, wie sich in einer einzigen Generation die Welt auf ihre Achse drehen und in einen Ort verwandeln kann, der nicht wiederzuerkennen ist."( ZITAT)

Das Ende fand ich überaus gelungen und war teilweise unerwartet für mich.

Fazit:
Das Buch war interessant und erschreckend zu gleich. Es hat mich außerdem nachdenklich gemacht. Wie würde man selbst handeln. Wie würde ich mich fühlen, in einem Leben mit nur 100 Wörtern pro Tag.
Es zeigt die Dringlichkeit der Sprache und was wir ohne sie wären.

Ein gelungener Debütroman von Frau Dalcher.

Veröffentlicht am 19.12.2018

Schlussmach-Service

My First Love
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Inhalt:
Eigentlich wollte Cassidy einem Mädchen an ihrer Schule nur dabei helfen, ihren blöden Freund loszuwerden. Doch plötzlich hat die 17-Jährige sich damit den Ruf erworben, Beziehungen innerhalb eines ...

Inhalt:
Eigentlich wollte Cassidy einem Mädchen an ihrer Schule nur dabei helfen, ihren blöden Freund loszuwerden. Doch plötzlich hat die 17-Jährige sich damit den Ruf erworben, Beziehungen innerhalb eines Tages zerstören zu können. Die dankbaren Mitschüler bezahlen sie sogar für ihren »Schlussmach-Service«. Als Cassidy aber den ebenso gutaussehenden wie nervigen Colton von seiner Freundin »befreit«, fordert er sie zu einer unglaublichen Wette heraus: Statt Paare zu trennen, soll sie zwei ganz bestimmte Mitschüler verkuppeln. Nicht ahnend, welch finstere Hintergedanken Colton hegt, nimmt Cassidy die Herausforderung an. Und stolpert mitten hinein in ein Wirrwarr aus heimlichen Küssen, verschlungenen Intrigen und der ersten großen Liebe ...

Meine Meinung:
Der einfache und tolle Schreibstil der Autorin hat es mir leicht gemacht, sofort in das Buch / in die Handlung hineinzufinden; nicht zuletzt auch wegen dem humorvollen Einstieg.

Das Buch zeigt auf, dass nicht immer alles ist wie es scheint und dass Menschen nicht immer die sind, die sie vorgeben zu sein, wie z.B. der coole taffe Frauenscharm Colton.

Cassidy's Mutter ist kompliziert, um nicht sogar zu sagen egoisitisch. Anstatt sich wie eine Mutter um ihre beiden Kinder zu kümmern, ist sie ständig auf der Suche nach Liebe und Zuneigung von anderen Männern - es herrscht also ein Rollentausch zwischen Mutter und Tochter.
Die Protagonisten Cassidy ist mir hingegen sehr sympathisch, ebenso die starke Freundschaft zwischen ihr und Lorn.

"Selbst wenn man sein Leben nur kurz mit einer anderen Person geteilt hatte, hinterließ diese immer Spuren. Würde einen nach dem Schlussmachen jeder Gegenstand und jeder Ort an eine verflossene Liebe erinnern? Würde man es schaffen, die gemeinsamen Erinnerungen auszublenden? Gebrochene Herzen heilten auf unterschiedliche Weise, und niemand konnte sagen, wie lange das manchmal dauerte. Deshalb Angst zu haben war normal." (ZITAT)

Das Ende fand ich sehr gelungen und rundet das Jungendbuch wirklich toll ab.

"In Wahrheit war ich aber nicht immer immun gegen Verliebtheit gewesen, vielmehr waren meine Erfahrungen mit ihr der Grund, warum ich meine Ansichten geändert hatte. Aber das gestand ich mir eher selten ein. Verdrängung fiel nun mal sehr viel leichter. " (ZITAT)

Veröffentlicht am 19.12.2018

Bewegung, Tanz, Verwandlung

Der Schmetterlingsjunge
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Inhalt:
Der Berliner Kommissar Nils Trojan hat schon vieles gesehen, aber als er den Tatort in Kreuzberg betritt, traut er seinen Augen kaum: Die Frau, die ermordet wurde, liegt entkleidet auf dem Bett, ...

Inhalt:
Der Berliner Kommissar Nils Trojan hat schon vieles gesehen, aber als er den Tatort in Kreuzberg betritt, traut er seinen Augen kaum: Die Frau, die ermordet wurde, liegt entkleidet auf dem Bett, ihren Rücken ziert das farbenprächtige Gemälde eines riesigen Schmetterlings. Nur zwei Tage später ereignet sich ein weiterer Mord, wieder hinterlässt der Täter sein bizarres Kunstwerk auf dem Körper des Opfers. Verzweifelt versucht Trojan, die verborgene Botschaft des Mörders zu entschlüsseln, doch sein Gegner hat ihn längst in ein perfides Verwirrspiel verstrickt. Und Trojan weiß – er muss die Obsession begreifen, die den Täter treibt, wenn er das grausame Töten beenden will …

Meine Meinung:
Der Autor startet mit einem hervorragendem Prolog, der mich sofort fesseln kann.

"Ich gestehe, mein Liebling, ich habe getötet. In knapp einer Woche habe ich drei Menschen umgebracht. Und es ist noch lange nicht vorbei. Erst am siebten Tag werde ich Ruhe geben. Bis dahin bleibt uns nicht mehr viel Zeit." (ZITAT)

Dies ist bereits mein siebtes Buch von Max Bentow und ich wurde wieder einmal nicht enttäuscht und bin auf eine spannende Story und einem flüssigen Schreibstil gestoßen.

Nils Trojan hat es diesmal mit einem Fall von später Rache zu tun. Einem Fall, bei dem der Täter vor nichts zurück schreckt und scheinbar keine Skrupel hat, den Ermittler selbst beinahe zu töten.

Bentow ist ein hervorragender Spannungsaufbau bis zum Ende hin gelungen.

Abwechselnd wird aus dem Blickwinkel von Trojan, Daniela und dem Täter geschildert.

Die Protagonistin Daniela erhält merkwürdige Botschaften, in welchen sie aufgefordert wird, ihre Schwester und ihre Mutter aufzusuchen. An was oder wen soll sie sich erinnern?
Und wer will, dass sie sich erinnert?

"Etwas hat sich in mir aufgestaut seit jener Zeit. Und schließlich platzte es in mir auf wie ein bösartiges Geschwür. Darum musste ich losziehen, und nichts hielt mich auf. Ich habe einen Plan, eine Mission, und es gibt kein Zurück." (ZITAT)

Die Covergestaltung passt hervorragend zu den bisherigen Büchern von Bentow und sticht optisch hervor.

Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen. Absolute Leseempfehlung meinerseits.

Veröffentlicht am 19.12.2018

Vielschichtige Erzählungen

und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus
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Inhalt:
Was ist der Auslöser für Veränderung in unserem Leben? Die Nachricht einer längst vergessenen Freundin, eine Kränkung zu viel, eine absurde Passion, der es plötzlich nachzugeben gilt. In Doris ...

Inhalt:
Was ist der Auslöser für Veränderung in unserem Leben? Die Nachricht einer längst vergessenen Freundin, eine Kränkung zu viel, eine absurde Passion, der es plötzlich nachzugeben gilt. In Doris Anselms Erzählungen begegnen uns Karrieremenschen und Loser, Charismatiker und Verrannte, die diese Momente lostreten oder erleben. So wechselt ein Schmuckstück den Besitzer, unpersönlich und doch symbolträchtig. Am Ende ist ein Mädchen erwachsen geworden und ihr Lehrer ein Stück kindlicher. Dabei bleibt manches scheinbar Wichtige elegant in der Schwebe, um den Blick fürs Wesentliche zu öffnen. Ereignisse wirken aus der Vergangenheit in eine intensiv wahrgenommene Gegenwart hinein, ein bedrohlicher Unterton schwingt mit, ein böses Wuchern und Wachsen. Doris Anselms Debüt besticht durch seine hellsichtigen Beobachtungen, sprachliche Reife und Vielschichtigkeit.

Meine Meinung:
Die 16 Kurzgeschichten (einer kalten Natur/Juls Hände /Was Würde Amy Tun /Rose und Marille /Holsteiner /Pony und Poelchau /Puck /Kumys /Talente /Rapunzel /Lametta /Das Gartenjahr /Vaters Fahrt /früh /Porzellan /dann ist alles ganz leicht ) sind unabhänig voneinander und inhaltlich auch sehr verschieden, was bereits an den Titeln erkennbar ist.

Anselm's Erzählungen haben mich berührt, unterhalten,aber vor allem auch sehr verwirrt, was nicht zuletzt an dem großen Deutungsspielraum liegt, den die Autorin dem Leser gibt.

Sie schreibt sehr ruhig und teilweise melancholisch, dabei jedoch auch kraftvoll und mit verstecktem Witz und schafft es auf den wenigen Seiten, dass man sich als Leser gut in die jeweiligen Themen hineinfindet.

Das Buch hinterlässt mich jedoch mit einer Unentschlossenheit, es gut oder schlecht zu finden.

Veröffentlicht am 19.12.2018

Sinnestäuschung?

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?
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nhalt
Anna Fox lebt allein. Ihr schönes großes Haus in New York wirkt leer. Trotzdem verlässt sie nach einem traumatischen Erlebnis ihre vier Wände nicht mehr. Anna verbringt ihre Tage damit, mit Fremden ...

nhalt
Anna Fox lebt allein. Ihr schönes großes Haus in New York wirkt leer. Trotzdem verlässt sie nach einem traumatischen Erlebnis ihre vier Wände nicht mehr. Anna verbringt ihre Tage damit, mit Fremden online zu chatten, zu viel zu trinken – und ihre Nachbarn durchs Fenster zu beobachten. Bis eines Tages die Russels ins Haus gegenüber einziehen – Vater, Mutter und Sohn. Bei dem Anblick vermisst Anna mehr denn je ihr früheres Leben, vor allem, als die neue Nachbarin sie besucht. Kurze Zeit später wird sie Zeugin eines brutalen Überfalls. Sie will helfen. Doch sie traut sich nach wie vor nicht, das Haus zu verlassen. Die Panik holt sie ein. Ihr wird schwarz vor Augen. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, will ihr niemand glauben. Angeblich ist nichts passiert ...

Meine Meinung
Dieses Hörbuch verspricht Hochspannung!

Die Sprechstimme im Hörbuch war sehr angenehm und verständlich.

Erzählt wird aus der Sichtweise von Anna Fox.
Gleich zu Beginn des Hörbuches hatte ich mir sofort ein (teilweise oberflächliches) Bild von ihr gebildet - kein wirklich gutes, da ich mich nur schwer in die Protagonistin hineinversetzen konnte.
Dies hat sich aber teilweise im Laufe der Geschichte geändert hat, nachdem man mehr von ihrer Vergangenheit erfährt und dem Grund ihrer Angst das Haus zu verlassen.

Das Buch kann ich mir wirklich gut als Film vorstellen und umso mehr freut es mich, dass "The Woman in the Window" anscheinend momentan verfilmt wird.

Im Gesamten konnte mich der Thriller unglaublich gut unterhalten, war wendungsreich (vor allem am Ende), sehr spannend, mitreisend und überraschend. Ein Debütroman der es in sich hat und absolut lesenswert/hörenswert ist.