Profilbild von Books_can_heal

Books_can_heal

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Books_can_heal ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Books_can_heal über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2020

Mein persönliches Jahreshighlight- emotional bis zum letzten Wort

Wie die Ruhe vor dem Sturm
0

Mit "Wie die Ruhe vor dem Sturm" erschien der unglaubliche Auftaktband der neuen "Chances"-Reihe. Verfasst wurde dieser von der Königin der Emotionen höchstpersönlich: Brittainy C. Cherry.

Eleanor Gable ...

Mit "Wie die Ruhe vor dem Sturm" erschien der unglaubliche Auftaktband der neuen "Chances"-Reihe. Verfasst wurde dieser von der Königin der Emotionen höchstpersönlich: Brittainy C. Cherry.

Eleanor Gable und Greyson East haben bereits eine unglaubliche Vorgeschichte miteinander. Als sich die beiden kennenlernten, waren sie beide noch jung und dennoch schon innerlich gebrochen. Sie die Unsichtbare, er der Star der ganzen Schule. Obwohl die beiden so verschieden sind, finden sie sehr schnell zueinander und verlieben sich ineinander. Doch als ein Schicksalsschlag nach dem anderen kommt und sie schlussendlich voneinander getrennt leben, herrscht die nächsten Jahre eine unglaublich traurige Funkstille zwischen den beiden. Viele Jahre später treffen die beiden noch einmal aufeinander: Eleanor als Nanny der beiden Töchter von Greyson. Dieser ist nach einem herzzerreißenden Ereignis nicht mehr er selbst. Und so muss Eleanor mit einem kalten und distanzierten Mann und dessen Töchtern klarkommen. Ob sie dem Sturm in seinen Augen ein Ende bereiten kann, weiß sie zu Beginn noch nicht. Eins weiß Eleanor jedoch ganz genau: Der Junge von damals ist nicht für immer verschwunden. Allein dieser Gedanke ermutigt sie nicht aufzugeben und für ihn zu kämpfen. Für ein gemeinsames Leben, für die Verbundenheit der Familie, für MEHR.

Zu den Protagonisten:

Unsere weibliche Protagonistin ist einfach ein wahrer Schatz. Sie ist introvertiert; ein absoluter Harry-Potter Fan und ganz nebenbei total offentsichtlich verknallt. Also lügen konnte die Gute ja echt noch nie. Sie war mir bereits zu Beginn super sympatisch und ich liebe ihre starke und doch sehr sensible Art. Wenn ihr etwas nicht passt, äußert sie das, egal wem sie gegenüber steht. Dennoch ist sie ein sehr respektvoller und vor allem rücksichtsvoller Mensch. Mit Kindern geht sie so liebevoll und geduldig um, als wären es ihre eigenen. Außerdem verfügt sie über einen herausragenden Redefluss und einen Humor, um den man sich streiten könnte. Eleanor ist ein gefühlvoller Mensch, sie musste viel durchmachen und hat es trotz alledem geschafft eine glückliche junge Frau zu werden. Für Greyson wird sie zum Anker.

Greyson war schon als Teenager innerlich an seinem damaligen Limit. Liebe zu erhalten ist für ihn zu einer Seltenheit geworden. Er selbst ist zwar beliebt und sehr attraktiv, dennoch ist sein Inneres zerrissen und sein Herz gebrochen. Als sie noch jung waren, hat er Eleanor geholfen und obwohl er sehr stur geworden ist, hat er sich von Eleanor Jahre später helfen lassen. Er ist zwar zu einem strengen Workaholic geworden, blieb aber Tief im Inneren der fürsorgliche und emotionale Greyson. Greyson liebt bedingungslos und hat einen unglaublich schönen Charakter. Denn er ist real; verzweifelt; distanziert und doch sehr liebend. Wie Eleanor ist er eine sehr ehrliche und gewissenhafte Person. Seine Entwicklung vom harschen Geschäftsführer bis zu dem lieblichen Familienvater hat er auch Eleanore zu verdanken.

Zur Geschichte:

WOW.

Die emotionale Achterbahnfahrt hat mich wirklich mehr als nur berührt. Die Entwicklung der beiden Protagonisten ist so unglaublich tiefgründig und intensiv abgelaufen, sodass mir wirklich die Luft zum Atmen gefehlt hat. Auch die Liebesgeschichte der beiden ist natürlich hoch emotional und mit den besagten Höhen und Tiefen gestaltet. Diese innige Liebe und Zuneigung der beiden hat mein Herz höher schlagen lassen. "The Cherry on Top" war für mich die innerliche Zerrissenheit der beiden, dadurch wurde die Verbindung der beiden noch emotionaler. Aber auch die Nebencharaktere sind alle gemeinsam mehr als nur nennenswert. Jeder Charakter hat seine persönlichen Stärken und Schwächen mitgebracht. Vor allem Karla hat mir das Herz herausgerissen, nur um es mir Stück für Stück wieder zurückzugeben. Ihre Geschichte ist wahrlich ein Einzelband wert. Die letzten Kapitel waren wirklich das große Finale der Emotionen und es hat einfach alles von Anfang bis Ende gestimmt.
Mehr davon!

Zur Authentizität der Charaktere:

Die Charaktere sind so facettenreich gestaltet und unsere Protagonisten könnten sich wirklich nicht besser ergänzen. Durch die Unvollkommenheit und oft auch die eigene innere Krise, haben die Charaktere nur so vor Menschlichkeit geprahlt. Sie lehrten uns eines Besseren, nämlich dass Menschlichkeit nicht immer schön ist. Mensch zu sein heißt zu fühlen, innerlich zu zerbrechen; zu trauern; zu verzweifeln; zu hassen, aber auch zu lieben; zu heilen und zu akzeptieren.

Zum Thema und dessen Umsetzung:

Ich glaube es ist für viele von uns von großer Bedeutung zu wissen, dass nach einem schwerwiegenden Verlust immer eine Chance auf Heilung besteht. Jede Heilungsphase verläuft unterschiedlich ab; unterschiedlich schnell und doch gibt es immer ein Ziel: Glücklich sein.
In diesem Roman werden wir mit dem Trauern konfrontiert und wir erleben alle Heilungsphasen eines bestimmten Individuums mit. Psychologisch und natürlich auch menschlich gesehen ist dieses Thema eines der wichtigsten überhaupt. Wie man heilt, ob alleine oder mit anderen zusammen ist nur individuell lösbar und ich denke, dass jeder von uns auch auf sich alleine gestellt sein wird. Letztendlich muss man es selbst wollen, um es auch angehen zu können.
Die Umsetzung von diesem doch sehr stark emotional vorbelasteten Thema ist Brittainy außerordentlich gut gelungen.

Schreibstil und Cover:

Ich liebe ihren Schreibstil über alles, er strahlt nur so vor Poesie und Gefühl. Brittainy schreibt unglaublich emotional berührend und doch mit einer Leichtigkeit, wie es sie nur einmal gibt.
Das Cover ist total mein Fall. Ich liebe die Farben; den glänzenden Effekt und das vermittelnde Gefühl.

Mein Fazit:

Ich liebe dieses Buch, es ist mit Sicherheit einer meiner Favoriten. Was soll ich sagen, Brittainy C. Cherry hat es einfach drauf. Sie schreibt ihre Romane immer so liebevoll und auf eine so unverwechselbare Art und Weise. Durch dieses Buch bin ich enorm über Trauerstadien und individuelle Gefühlswelten aufgeklärt worden. Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem ans Herz legen, es ist einfach perfekt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2020

Märchenhaft, zuckersüß und doch am Boden der Tatsachen

When We Dream
0

Mit "When We Dream" erschien der Auftaktband der LOVE-NXT-Reihe von Anne Pätzold.

Die 19-jährige Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Liv bei ihrer älteren Schwester ...

Mit "When We Dream" erschien der Auftaktband der LOVE-NXT-Reihe von Anne Pätzold.

Die 19-jährige Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Liv bei ihrer älteren Schwester Mel in Chicago. Die Stadt ist ihr zu groß, zu laut, zu voll, und am liebsten würde sich Ella mit ihren Büchern und ihrem Zeichenblock in ihr Zimmer zurückziehen und die Außenwelt, so oft es geht, vergessen. Doch dann lernt sie Jae-yong kennen. Dass er ein Mitglied der bekanntesten K-Pop-Gruppe der Welt ist, weiß sie nicht. Was sie weiß, ist, dass der junge Mann mit den tiefbraunen Augen ihre Welt von einem Moment auf den anderen aus den Angeln hebt ...

Zu den Protagonisten:

Ella ist mir bereits zu Beginn sehr sympatisch gewesen.
Sie ist von Natur aus ein gutherziger Mensch und hat einen guten Sinn für Humor. So wie ich, ist sie eher zurückhaltend und am liebsten für sich allein. Ella liebt Bücher und diese bieten ihr auch eine Fluchtmöglichkeit aus ihrem Alltag. Für ihre Schwestern würde sie alles tun, sie liebt die beiden von ganzem Herzen. Ella macht auf mich einen sehr ehrlichen und vertrauenswürdigen Eindruck. Ich denke, dass sie wirklich ungerne lügt oder etwas verheimlicht.

Unser Protagonist, Jae-yong, scheint ein typisches Kpop-Idol zu sein. Er ist gutaussehend; talentiert und hart arbeitend. Dennoch macht er auf mich einen sehr bodenständigen und so gar nicht arroganten Eindruck. Viele seiner Charakterzüge und Verhaltensmuster ähneln denen von Ella. Auch er liest sehr gerne und besitzt ebenfalls einen tollen Sinn für Humor. Er kann aber auch sehr ernst sein. Ich denke, dass er sich tatsächlich sehr in Ella verliebt hat und er sie auch um jeden Preis früher oder später für sich gewinnen möchte. Jae-yong ist ein Kämpfer mit einer guten Seele und einem warmen Herz.

Zur Geschichte:

Die Geschichte hat mich wirklich sehr berührt und ich stand kurz davor zu weinen. Vor allem die letzten Kapitel haben es mir nicht leicht gemacht. Der letzte Satz, bricht mein Herz bis heute noch:

"Und die ganze Zeit über verfolgt mich das Gefühl, wie mein Herz bei seinen letzten Worten leise brach."

Natürlich gab es auch Passagen, die mich zum Lachen gebracht haben. Die Geschichte ist so abwechslungsreich verlaufen, sodass es mir wirklich nie langweilig wurde. Die Entwicklung der Liebesgeschichte ist wunderschön und doch herzzerreißend. Aber auch die Handlungsstellen mit den beiden Schwestern hatten immer das gewisse Etwas und mir war ziemlich schnell klar, wie stark das Band zwischen den drei Schwestern ist.
Das Ende hat mir mein Herz gebrochen und ich hoffe, dass die einzelnen Beziehungen wieder stabil werden.

Zur Authentizität der Charaktere:

Ich habe mich wirklich pudelwohl beim Lesen gefühlt und das lag auch daran, dass die Charaktere so menschlich und liebevoll gestaltet wurden. Jeder Charakter ist individuell eine ganz einzigartige Person gewesen und doch haben sie wunderbar miteinander harmoniert.

Zum Thema und dessen Umsetzung:

WOW. Ich glaube, dass man die Kpop-Industrie mit ihren Mängeln und Baustellen nicht besser hätte darstellen können. Hier und da wird man immer wieder ganz vorsichtig mit dem harten Leben eines Kpop-Idols konfrontiert. Auch die Sache mit dem Dating-Verbot wurde unglaublich realistisch dargestellt. Der enorme Druck, unter welchem die Idole stehen wird gut visualisiert. Die Umsetzung ist daher wirklich sehr gut gelungen und auch die Art und Weise der Umsetzung konnte mich voll und ganz überzeugen.

Schreibstil und Cover:

Der Schreibstil ist einfach wunderbar gefühlvoll, humorvoll und vor allem auch sehr locker. Bei mir kamen so ziemlich alle Gefühle an, die ankommen mussten. Die Geschichte hat sich fantastisch lesen lassen.
Das Cover ist ein Traum, von dem Schriftzug bis zu dem märchenhaften Farbverlauf ist einfach alles perfekt.

Mein Fazit:

Ich liebe dieses Buch und bin schon mega auf die zwei Folgebände gespannt. Das Buch berührt einen unglaublich und ist so abwechslungsreich, dass Spannung garantiert ist.
Auch die Playlist zu dem Buch gefällt mir als Kpop-Stan natürlich sehr.
Alles in allem ist das Buch auf jeden Fall sehr zu empfehlen und perfekt für einen gemütlichen Nachmittag.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2020

Leider eine totale Enttäuschung

A is for Abstinence
2

Mit "A is for Abstinence" erschien der Folgeband und auch das große Final der Dilogie von Kelly Oram.

Kyle Hamilton hat alles, was er sich immer gewünscht hat - Geld, Ruhm und einen Job, den er liebt. ...

Mit "A is for Abstinence" erschien der Folgeband und auch das große Final der Dilogie von Kelly Oram.

Kyle Hamilton hat alles, was er sich immer gewünscht hat - Geld, Ruhm und einen Job, den er liebt. Trotzdem scheint dem Sänger der Band Tralse etwas zu fehlen. Richtig glücklich war er schon lange nicht mehr. Angst und Stolz haben ihm Steine in den Wege gelegt, und sein Herz hat Risse bekommen. Immer wieder muss der Rockstar an ein ganz bestimmtes Mädchen aus seiner Vergangenheit denken: Val will ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen. Vier Jahre sind vergangen, und Kyle hat sich verändert. Er ist erwachsen geworden - und bereit, endlich für seine große Liebe zu kämpfen.

Zu den Protagonisten:

Kyle ist auf jeden Fall nachsichtiger und auch mehr oder weniger sympatischer geworden. Er hat immer noch seine Momente, in welchen sein altes Ego sich durchsetzt. Ich muss sagen, dass ich ihn obwohl er sich verändert hat und abstinent leben möchte, in meinen Augen immer noch nicht die Entwicklung durchgemacht hat, die angebracht gewesen wäre. Kyle denkt noch zu häufig über den Geschklechtsverkehr mit Valerie nach und ist immer dann beleidigt oder enttäuscht, wenn sie ihn nicht näher an sich heran lässt. Er will zwar enthaltsam leben, ja sogar Sprecher der Kampagne werden, aber gleichzeitig handelt er so , als ob er es kaum erwarten kann, gemeinsam mit Valerie zu schlafen. Seine Gedanken und sein Handeln sind für mich einfach zu widersprüchlich.

Valerie hingegen ist immer noch sehr diszipliniert und engagiert. Jedoch finde ich ihre Verhaltensmuster zu extrem. Wenn sie keinen Geschlechtsverkehr möchte, finde ich das total okay, aber wenn sie Kyle bewusst an sich ranlässt, nur um ihn dann mal wieder vor den Kopf zu stoßen, finde ich das ganz und gar nicht mehr unterhaltsam. Als Leserin habe ich mich öfters fragen müssen, ob sie überhaupt mit ihm zusammen sein möchte. Sie hat oft einen eher eingeschüchterten Eindruck gemacht und so sollte sie sich keineswegs mit ihrem Partner fühlen. Auch ihre Prioritäten gehen für mich in das Extreme, sie scheinen Valerie förmlich zu schaden. Valerie geht sogar soweit, dass sie zunächst nicht einmal bei Kyle übernachten kann bzw. möchte. Als Protagonistin hat sie mir in diesem Band leider gar nicht gefallen. Ihre Selbstzerstörung konnte ich nur mit einem Kopfschütteln beurteilen.

Zu den Nebencharakteren (nur die wichtigsten!):

Shane und Cara sind zwar ein ganz süßes Paar, aber die Beiden sind auch nicht mehr die sympatischsten Charaktere. Vor allem Cara gefiehl mir in diesem Buch immer weniger. Es drehte sich bei ihr nur um die Hochzeit und ihren Mann, Valerie war ihr grundlegend ziemlich egal. Sie hat es zwar hier und da mit ihr versucht, aber es steckte kein echter Wille dahinter.
Für die Handlung ist Shane, aber auch Cara, zum Teil echt irrelevant gewesen.

Und zum Glück gab es noch Robin. Sie ist einfach mein absoluter Lieblingscharakter. Robin ist, wie bereits schon in Band 1, eine total freundliche; offenherzige und humorvolle Person. Sie scheint Valerie auch am besten zu kennen und die Beiden sind wahrlich beste Freundinnen. Schade, dass es mit Robin keine richtige Nebenhandlung gegeben hat. Außerdem hätte ich echt gerne noch ein Kapitel über die Zeit nach der Geburt ihres Kindes gehabt.

Der gute Bryce scheint von Herzen ein sehr guter Mensch zu sein. Er ist ehrlich; verantwortungsvoll und ein guter Mann, der wirklich nur guten Absichten verfolgt. Bryce war mir auf jeden Fall sehr sympatisch, aber auch er kam mir viel zu kurz.

Zur Geschichte/Meine Meinung:

In diesem Band erfährt man sehr viel über Kyles Gedanken und sein Handeln, was ich grundlegend gut finde. Dennoch habe ich so sehr auf einen Perspektivenwechsel gehofft. Mich hätte die Sichtweise von Robin, aber auch die von Valerie enorm interessiert.
Dadurch, dass es wirklich durchgehend Kyle war, hatte ich das Gefühl an der Oberfläche zu kratzen ohne etwas zu erreichen. Allgemein hatte ich durchgehend das Gefühl, dass es nicht in die Tiefe geht. Die Liebesgeschichte der beiden; sehr unterschiedlichen Protagonisten ist für mich nur oberflächlich abgelaufen. Mir haben die Gefühle; die Intensivität wirklich sehr gefehlt. Klar, es hat hier und da schöne und manchmal auch einigermaßen berührende Momente gegeben, aber diese wurden viel zu kurz gehalten . Es wirkte oft zu abgehackt und zu vereinfacht. Ein perfektes Beispiel dafür ist der Ablauf der Hochzeit. Also gezwungener und emotionsloser geht es doch wirklich nicht mehr. Auch, dass Valerie sich urplötzlich dafür entscheidet ihn zu heiraten, ist für mich komplett surreal. Die Tage zuvor wollte sie keinen Geschlechtsverkehr, aber jetzt, wo die Beiden "verheiratet" sind und das nur kurze Zeit später, ist plötzlich alles möglich. Also ich hätte niemals gedacht, dass eine Person wie Valerie ihre Prioritäten so schnell loslassen kann. Auch, wie der Geschlechtsverkehr abgehandelt wurde, ging für mich gar nicht. Auf nur einer Seite wird der große Höhepunkt der Handlung beschrieben. Die Nebencharaktere haben für mich viel zu wenig Handlung eingenommen. Das ganze hin und her zwischen Valerie und Kyle, ist sozusagen der Haupthandlungsstrang, obwohl man auch ein Paar der Kapitel, Robin oder den anderen hätte widmen können.

Zu der Authentizität der Charaktere:

Naja, neben den Protagonisten, die beide sehr extrem dargestellt wurden, sind es im Endeffekt die Nebencharaktere, wie beispielsweise Robin, die dann doch noch am natürlichsten wirkten. Die Echtheit und Menschlichkeit der Charaktere stelle ich nicht infrage, jedoch gab es einige Charakterzüge, die mir persönlich nicht gefallen haben.

Zum Thema und dessen Umsetzung:

Es geht einfach komplett in die Extreme und es wirkt mehr gezwungen als gewollt. Das Thema der Enthaltsamkeit hat so viel Potenzial, aber hier sehe ich keine gute Umsetzung.

Schreibstil und Cover:

Der Schreibstil ist an sich wirklich gut. Er ist flüssig, unterhaltsam und gut lesbar. Aber es fehlen leider die Gefühle, es kam nicht wirklich viel davon bei mir an. Die Emotionalität und die Intensivität haben mir weitreichend gefehlt.
Das Cover ist schön gestaltet und passt natürlich super zu dem Cover von "V is for Virgin". Stilistisch gesehen, ist es vielleicht nicht das atemberaubendste Cover aller Zeiten, aber es macht sich auf jeden Fall gut im Bücherregal.

Mein Fazit:

Ich hatte Hoffnungen, sehr große Hoffnungen sogar und wurde leider sehr enttäuscht. Die Protagonisten haben sich im Kreis gedreht und die Nebencharaktere hatten keine richtige Einzelhandlung.
Die großen Gefühle haben auch während des großen Finales gefehlt und das Thema wurde eher gezwungen hervorgebracht. Viele Stellen machten einen abgehackten Eindruck auf mich und selbst der Schreibstil konnte mich nicht mehr überzeugen.
Ich denke, dass das Buch denen gefallen könnte, die auch "V is for Virgin" mochten. Ansonsten würde ich das Buch nicht weiterempfehlen.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Gefühl
Veröffentlicht am 02.08.2020

Ein Top-Roman zum verlieben

All Saints High - Der Rebell
0

Mit "All Saints High - Der Rebell" erschein der zweite Band der "All-Saints-High" - Trilogie von L.J. Shen.

Die selektive Mutistin Luna Rexroth und der, um ein Jahr jüngere, (und sehr attraktive) Knight ...

Mit "All Saints High - Der Rebell" erschein der zweite Band der "All-Saints-High" - Trilogie von L.J. Shen.

Die selektive Mutistin Luna Rexroth und der, um ein Jahr jüngere, (und sehr attraktive) Knight Cole kennen sich schon ihr ganzes Leben lang. Die beiden sind durch dick und dünn gegangen und so ziemlich beste Freunde. Obwohl die beiden komplett unterschiedlich sind, sie eher introvertiert und er enorm extrovertiert, sind sie doch eins; ein Herz und eine Seele. Doch mit der Zeit fühlen sie immer mehr füreinander. Während Knight fest der Überzeugung ist, dass Luna seine einzig wahre Liebe ist, will Luna ihn nicht als ihren besten Freund verlieren...

Atemberaubend; mitreißend und überaus emotional!

Zu den Protagonisten:

Luna Rexroth hat seit dem Tag, als ihre Mutter sie bewusst verließ, kein Wort mehr gesprochen. Sie wuchs zu einer introvertierten; schüchternen und letztlich auch selektiven Mutistin heran. Ihre Stütze war immer ihr bester Freund Knight gewesen. Dieser nennt sie immer "Moonshine". Da Luna nie aus sich herauskommen konnte, sich nie richtig weiterentwickeln konnte, war sie oft eine Außenseiterin. Im Laufe der Handlung vollbringt sie eine wirklich beachtliche Entwicklung. Sie wird erwachsen; um einiges selbstständiger und tapfer. Ihr großes warmherziges Herz hat sie dabei nicht verloren. Luna hat an Mut und Erfahrung gewonnen, ist zwischendurch zerbrochen und dann wieder ganz geworden. Sie gibt eine tolle und sehr inspirierende Protagonistin ab. Mir war sie schon seit Beginn sehr sympatisch.

Der Protagonist Knight Cole, ist so ungefähr der Nordpol zu Lunas Südpol. Er ist wahrhaftig das komplette Gegenteil seiner besten Freundin. Er ist beliebt und attraktiv und hat ganz nebenbei ein ziemliches Suchtproblem. Zum einen ist er süchtig nach Lunas Liebe, zum anderen hat er ein großes Alkohol- und Drogenproblem. Auch wenn er sich manchmal wie ein zugedröhntes Riesenarschloch (sry für die Aussprache) verhielt, konnte ich ihn einfach nicht hassen. Ich hatte sogar Mitleid mit ihm, weil er immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand gerannt ist und schon so viel durchmachen musste. Knight Cole ist innerlich zerbrochen und versucht in Lunas Liebe für ihn (schwieriges Thema!) eine Art Heilmittel zu finden.

Zur Geschichte:

Die Geschichte hat mich zu Beginn an gefesselt und mich nicht mehr losgelassen. Ich finde es super, dass es am Anfang einige "Flashback-Kapitel" gibt, dadurch sieht man, wie sich die Verbundenheit der beiden Protagonisten im Laufe der Zeit entwickelt hat. Die Liebesgeschichte der Protagonisten war eine komplette Achterbahnfahrt der Gefühle und es gab ein paar Momente, die mich wirklich zum brodeln gebracht haben. Es ist einfach so verletzend zu sehen, wie sich die beiden gegenseitig und auch häufig selbst zerstört haben. Aber gerade diese Zerbrochenheit und die Unvollkommenheit von Knight und Luna haben den Weg zu ihrer Liebe bedeutungsvoll gemacht. Sie beide hatten ihre persönlichen Hürden zu überwinden und sind dadurch reicher geworden.
Auch die einzelnen Nebenhandlungen waren äußerst interessant und emotional gestaltet. Dadurch, dass gegen Ende des Buches, auch einzelne Kapitel aus Deans und Rosies (Adoptiveltern von Knight) Perspektive erzählt wurden, bin ich (und das ist keine Lüge) zu einem emotionalen Wrack mutiert.
Ich will auch nicht zu viel verraten, aber eins kann ich Euch sagen: Das Maß an Gefühlen wird Euch überrollen und es bleibt bis zum Ende spannend.
Der Epilog überspringt glücklicherweise keinen enormen Zeitraum und es wird noch ein letzes Mal emotional; wunderschön und zu Beginn auch etwas heiß.

Zu der Authentizität der Charaktere:

Einfach nur wow. Sie alle sind unglaublich menschlich; so verschieden und doch so herzerwärmend gestaltet. Dadurch, dass die meisten Charaktere gebrochen und eben "unvollkommen" sind, wird die ganze Geschichte spannend und vor allem real.

Über das Thema und dessen Umsetzung:

Tja, jede Liebesgeschichte ist anders und meistens sind es doch die Liebesgeschichten mit den extremen Höhen und Tiefen, die uns zutiefst berühren und nicht mehr loslassen. Was ist Liebe? Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung.
Liebe kann schön und grausam zugleich sein, sie kann morden; befreien und retten. Liebe ist widersprüchlich, manchmal unerwiedert und manchmal auch ziemlich beängstigend. Die Liebe ist für viele Menschen alles!
Also, alles oder nichts?
Über die Umsetzung muss ich nicht viel sagen, außer, dass sie definiv zu 100% Prozent gelungen ist.

Schreibstil und Cover:

Der Schreibstil ist verdammt nochmal perfekt und ich habe einfach nichts daran zu bemängeln. Ich weiß nicht, wie L.J. Shen so locker und doch so mitreißend schreiben kann. Die Emotionen sind durchgehend präsent und die einzelnen Ausführungen der Gedanken sind so präzise und ergreifend formuliert.
Das Cover ist ein Traum und in meinen Augen ist es sogar farblich noch schöner gestaltet, als das Cover des Auftaktbandes.

Mein Fazit:

Was soll ich denn noch sagen?

Von der Geschichte her, hat mir dieser Band sogar noch ein Stückchen besser gefallen als der erste Band. Die Nebenhandlungen sind genauso wie die Nebencharaktere einfach nur fantastisch. Alles in allem ist dieses Buch der emotionale Tod für mich gewesen und es ist ein mega MUSS für jeden All-Saints-High-Lover.
Ich bin super gespannt auf Vaughns Geschichte, welche in "All Saints High - Der Verlorene" thematisiert wird.
Bis dahin dauert es ja leider noch eine Weile...
Für mich heißt das:
Kopf hoch; abwarten und Bücher lesen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2020

Süß und humorvoll, aber irgendetwas hat gefehlt

Truly
0

Mit "Truly" erschien der Auftaktband der "In-Love"-Trilogie von Ava Reed.

Andie ist verzweifelt und hofft einfach auf einen guten Neuanfang, als sie in Seattle ankommt. Seit zwei Jahren versucht die junge ...

Mit "Truly" erschien der Auftaktband der "In-Love"-Trilogie von Ava Reed.

Andie ist verzweifelt und hofft einfach auf einen guten Neuanfang, als sie in Seattle ankommt. Seit zwei Jahren versucht die junge Frau das Chaos in ihrem Leben, in ihrer Familie, zu bändigen. Ohne Geld, ohne Wohnung gar Bleibe und natürlich auch ohne Job steht Andie vor der Tür ihrer besten Freundin June. Zusammen mit ihr möchte sie an der Harbor Hill University studieren und an dem gemeinsamen Projekt arbeiten.
Als sie dann eines Abends in einem beliebten Club auf Cooper trifft, steht ihre Welt Kopf. Er ist gutaussehend, jedoch verhält er sich distanziert und uninteressiert Andie gegenüber. Cooper verwirrt ihr Herz und auch Andie setzt seinem Herz und Verstand einiges zu, ob die beiden sich noch näherkommen werden?...

Zu den Protagonisten (+June):

Andie oder auch Andrada Lucia Evans ist eine junge; äußerst kluge Frau. Ich habe mich sofort in ihren Charakter verliebt. Sie besitzt, genauso wie ich, einen kleinen Ordnungswahn und muss am besten immer alles unter Kontrolle haben. Andie ist sehr warmherzig und sensibel, sie wird sehr schnell emotional und liebt ihre Freunde und ihre Familie über alles. Sie hat ein Herz für Tiere und scheint von Natur aus ein sehr dankbarer Mensch zu sein. Andie macht im Laufe des Buches eine beachtliche Entwicklung. Sie lernt, dass es okay ist, die Kontrolle oder die Ordnung über so Manches zu verlieren.

Der Protagonist, Cooper, scheint zunächst das komplette Gegenteil von Andie zu sein. Er ist kalt, distanziert und auf jeden Fall nicht der größte Redner. Dafür denkt er sehr viel nach und macht durchaus einen stark emotionalen Eindruck. Er entwickelt eine Art Beschützerinstinkt für Andie, da er in ihr seine Schwester sieht. Cooper möchte dieses Mal alles richtig machen, er möchte Andie beschützen können. Auf Abstand zu gehen, um ihr nicht zu schaden, war sein Plan. Doch Andie lässt seinen Verstand aussetzen und sein Herz höher schlagen.

Die beste Freundin von Andie, June, ist ein nennenswerter Nebencharakter. Sie ist eine ganz tolle; vertrauenswürdige und ehrliche Person. June kann zwar knallhart sein, aber sie kann durchaus auch sensibel und emotional werden. Für ihre beste Freundin würde sie alles tun und freudig mehrere Gräber ausheben. Ihr Drang zur Überheblichkeit und auch zum Übertreiben machen sie nur noch sympatischer. Sie hat Humor und tritt stets stark und selbstbewusst auf.

Zur Geschichte:

Der Prolog war auf jeden Fall eine Nummer für sich. Er umfasst ein paar Seiten von einer Stelle aus der Mitte des Buches. Man wird also mehr oder weniger in das Geschehende "reingeschmissen". Mir persönlich hätte ein richtiger "Flashback" wahrscheinlich besser gefallen, obwohl der Monolog einiges an Information enthält. Die Geschichte an sich war ganz süß, hier und da gab es ein paar Highlights, ansonsten ging es recht friedlich zu. Ich hätte mir ein richtiges Kennenlernen für die beiden Protagonisten gewünscht, da die Liebesgeschichte dadurch noch ein wenig intensiver und persönlicher geworden wäre. An manchen Stellen hat mir auch die Tiefe des Geschehens gefehlt. Insgesamt hat mir die Handlung ganz gut gefallen, auch wenn es hier uind da ein paar "Meh-Momente" für mich gegeben hat.

Zu der Authentizität der Charaktere:

Die Charaktere sind sehr verschieden dargestellt und auch unterschiedlich in ihrem Handeln. Es ist schön zu sehen, dass die Charaktere menschlich und eben mit ihren "Macken" auftreten. Jeder Charakter hat seine/ihre Schwäche, was ihn bzw. sie unverwechselbar, aber auch total menschlich, macht. Sie wirken allesamt echt und ungezwungen.

Das Thema und dessen Umsetzung:

...sind grundlegend gelungen.
Der Neuanfang wird thematisiert und es ist schön, dass wir hier ein Liebespaar haben, die unabhängig voneinander und doch gemeinsam, ihr Leben umkrempeln. Ein Neuanfang hat nicht nur seine Höhen und manchmal muss man von ganz unten anfangen, nur damit man dann auch am höchsten fliegen kann. Auch der Leser bzw. die Leserin stößt hier und da auf die eine oder andere Moral.

Schreibstil und Cover:

Der Schreibstil ist herrlich humorvoll und auch unglaublich unterhaltsam. Die Emotionen sind da und es wurde auf keinen Fall mehr gewollt als gekonnt. An ein paar Stellen hatte ich jedoch das Gefühl, dass sich die Handlung ein wenig gezogen hat. Auch die Tiefe habe ich hier und da ein wenig vermisst.
Das Cover ist einfach nur traumhaft und einzigartig schön. Vom Schriftzug über Farbgebung bis zu dem Effekt und dem Gefühl der Titelbuchstaben ist alles perfekt.

Mein Fazit:

Das Buch ist schön für zwischendurch, aber kein zwingendes Muss. Es gibt Stellen, die noch ihre Schwächen haben, aber ich bin durchaus mit dem Buch an sich zufrieden.
Die beiden Folgebände "Madly" und "Deeply" sind auf jeden Fall schon auf meiner Wunschliste notiert.
An alle von Euch, die June und Mason so wie ich einfach nur großartig finden, kauft Euch "Madly". Hier werden die beiden zu den Protagonisten, ich bin schon ganz gespannt. :)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere