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Veröffentlicht am 22.12.2020

Ein Buch übers Träumen und Scheitern, das berührt

One Last Song
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New York ist meine Lieblingsstadt, weil jeder dort sein kann, wer er möchte. Die Toleranz der Menschen in dieser Stadt ist riesig - hier wird niemand verurteilt. Man ist einfach einer von vielen Verrückten. ...

New York ist meine Lieblingsstadt, weil jeder dort sein kann, wer er möchte. Die Toleranz der Menschen in dieser Stadt ist riesig - hier wird niemand verurteilt. Man ist einfach einer von vielen Verrückten.

Das Buch "One last song" zeigt aber auch die Schattenseiten von New York. Auch wenn die Anonymität, einer unter vielen zu sein, oftmals positiv ist, ist genau das auch häufig das Problem. Träume alleine reichen nicht aus, um in dieser Stadt zu überleben. Die Protagonistin Riley lebt seit zwei Jahren dort und versucht Fuß in der Musikbranche zu fassen. Vergebens. Sie hangelt sich von einem Kellnerjob zum nächsten.

Sie wittert ihre große Chance, als sie einen Job als Kellnerin in der bekannten Musikschule New York Music & Stage Academy ergattert. So kann sie hinter die Kulissen blicken, entdeckt das ein oder andere Talent und kommt auch mit sehr erfolgreichen Künstlern in Kontakt. Darunter Julian, der es mit seiner Band schon an die Spitze geschafft hat und Riley mit ihrer Stimme hilft.

Für mich ist "One last song" ein gelungenes New Adult Buch. Die Protagonisten in dem Genre sind meistens mitten im Studium und damit ist ihre Zukunft relativ abgesichtert. Bei Riley ist das anders - sie kämpft wie eine Löwin für ihren Traum. Und kann auch nach zwei Jahren in New York noch nichts vorweisen. Von ihrer Hoffnung ist nicht mehr viel übrig, ihre Energien sind durch die vielen Kellnerjobs aufgebraucht und sie fühlt sich, als wäre sie in einem Hamsterrad gefangen.

Zentrales Thema in dem Buch ist das Scheitern. Riley gibt alles und lässt nichts unversucht. Doch das tun viele in dieser Branche. Bei Castings stehen die Bewerber Schlange. Oft reicht nur ein einziger Blick und ohne auch nur ein Wort gesungen zu haben, wird man wieder nach Hause geschickt. Die Härte der Branche wird in dem Buch mehr als deutlich.

Die Liebe zur Musik geht dabei nicht unter, sonder sprüht aus jeder Zeile: "... ich weiß, was Musik bewirken kann. Sie bewegt etwas in Menschen. [...] Sie kann dich dort berühren, wo kein Medikament Wirkung zeigt, keine Umarmung je hingelangt. Sie ist wie ein magisches Wundermittel, das Wunden heilt und Halt gibt, wenn alles unter einem wegbricht."

Fazit: Das Buch konnte mich positiv mit ernsten Themen überraschen. Nicole Böhm hat mich mit dem Buch gepackt und ich freue mich auf die nächsten beiden Bände der Reihe.

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  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 14.11.2020

Bewegende Geschichte mit wichtiger Botschaft

Making Faces
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Das ist wieder eins dieser Bücher, das ich unmöglich in einem kurzen Leseeindruck einfangen kann. Unmöglich! In dem Buch stecken so viele Gedanken, Ideen und Themen. Ich bin selber mit meinen Gedanken ...

Das ist wieder eins dieser Bücher, das ich unmöglich in einem kurzen Leseeindruck einfangen kann. Unmöglich! In dem Buch stecken so viele Gedanken, Ideen und Themen. Ich bin selber mit meinen Gedanken und Gefühlen überfordert.

Das Buch ist auf jeden Fall unvergesslich und wird noch lange in mir nachhallen. Vor allem wegen der zentralen Botschaft der Geschichte: wahre Schönheit kommt von innen, nicht von außen. Das klingt jetzt sehr platt und einfach - diese Einsicht fordert auf dem Weg der Charaktere jedoch sehr viele Opfer. Und mir hat es wieder einmal sehr schmerzlich vor Augen geführt, wie häufig es in unserer Gesellschaft um Äußerlichkeiten geht.

Der Schreibstil ist sehr besonders. Wir wechseln zwischen Perspektiven verschiedener Akteure fließend hin und her, weshalb ich im ersten Drittel Schwierigkeiten hatte in die Geschichte einzutauchen. Hauptsächlich erleben wir die Welt jedoch aus der Sicht der Protagonisten Fern und Ambrose.

Wir begleiten die beiden ab ihrer Jugend bis ins junge Erwachsenenalter. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Rückblicke in die Kindheit der beiden. Fern hat als Jugendliche sehr mit ihrem Aussehen zu kämpfen und wird von niemandem wahrgenommen. Ganz anders ist das bei Ambrose. Durch seine Schönheit spürt er einen immensen gesellschaftlichen Druck, perfekt zu sein.

Beide leiden sehr unter ihrem Aussehen. Sie durchlaufen schlimme Phasen von Selbsthass und Identitätskrisen, bis sie verinnerlichen: "Wahre Schönheit, die Art von Schönheit, die nicht verblasst oder sich abwaschen lässt, erfordert Zeit. Sie erfordert Hartnäckigkeit und ein unglaubliches Durchhaltevermögen. Wir glauben, dass wir alle das Potenzial zu wahrer Schönheit in uns tragen, die so herrlich strahlt, dass unsere Körper sie nicht verbergen können." (303)

Neben dieser so wichtigen Botschaft, die wir in unserer Gesellschaft viel mehr leben sollten, werden noch ganz viele weitere ernsthafte Themen aufgegriffen. Dadurch, dass die Perspektive so häufig wechselt, bekommen wir auch Einblicke in die Schicksale der anderen Charakter, die alle unheimlich bewegend sind. Durch die Fülle werden manche Themen aber nur angeschnitten und für mich wäre in dem Fall weniger mehr gewesen.

Während dem Lesen war ich überwiegend in einer traurigen, bedrückenden Stimmung gefangen. Immer, wenn ich dachte, schlimmer kann es nicht werden, hat die Autorin noch eins draufgesetzt. Das war mir manchmal ein bisschen viel. Für mich war die Botschaft so stark, dass sie nicht durch so viele dramatische Ereignisse hätte vermittelt werden müssen.

Fazit: Ein sehr bewegendes Buch mit starker Botschaft. Die vielen Perspektiven, Themen und dramatischen Ereignisse haben das Lesen jedoch erschwert. Insgesamt aber ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Humorvolle Geschichte mit starker Protagonistin

Aller guten Dinge sind zwei
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Der neue Roman von Mhairi McFarlane ist eine gelungene Mischung aus Humor, Romantik und Ernsthaftigkeit. Laurie, 36 Jahre alt, ist eine erfolgreiche Anwältin. Sie ist seit 18 Jahren mit Dan zusammen und ...

Der neue Roman von Mhairi McFarlane ist eine gelungene Mischung aus Humor, Romantik und Ernsthaftigkeit. Laurie, 36 Jahre alt, ist eine erfolgreiche Anwältin. Sie ist seit 18 Jahren mit Dan zusammen und glücklich. Bis er ihre Beziehung vom einen auf den anderen Tag beendet.

Laurie ist fassungslos und hart getroffen. Dummerweise arbeiten Dan und sie in der selben Kanzlei, die mir oft mehr wie ein Haifischbecken vorkam. Kurz nach der Trennung bleibt sie mit ihrem Arbeitskollegen Jamie im Aufzug stecken, der im gesamten Team als Womanizer bekannt ist.

Jamie macht ihr den verrückten Vorschlag, dass sie beide eine Beziehung vorspielen. In ihrer Verzweiflung stimmt Laurie zu und das Drama nimmt seinen Lauf. Die Geschichte verläuft sehr vorhersehbar.

Ich habe das Buch dennoch sehr schnell verschlungen, denn es ist genau mit der richtigen Menge Humor und Ernsthaftigkeit gespickt. Die Autorin weist auf einige Missstände in der Gesellschaft hin, mit denen Laurie zu kämpfen hat. Ich musste mehrfach laut loslachen. Aber auch mehrfach schlucken.

Laurie als Protagonistin hat mir unheimlich gut gefallen. Dass sie den Deal mit Jamie eingeht, lässt vermuten, dass sie kindisch, verzweifelt und abhängig ist und nicht alleine sein kann. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. Sie ist im Gegenteil recht rational und versucht herauszufinden, warum Dan mit ihr Schluss gemacht hat. Sie ist überzeugt, dass er die falsche Entscheidung getroffen hat und das auch selber bald mit einem Stups in die richtige Richtung erkennen wird.

Sie ist schlagfertig und lässt sich nichts bieten. Ihre Kollegen in der Kanzlei machen ihr das Leben wirklich schwer und ich war teilweise fassungslos über so manches Verhalten. Laurie reagiert immer unheimlich gefasst und stellt ihre Kollegen mit ihrer intelligenten Art ins Achtung. Ich würde sie als selbstständige und unabhängige Person beschreiben.

Fazit: Eine sehr humorvolle Geschichte mit starker Protagonistin, die ich nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 05.10.2020

Eine intensive Geschichte mit einer unheimlich wichtigen Botschaft

Walk by FAITH
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Walk by Faith vermittelt eine ganz wichtige Botschaft: jeder hat mal schlechte Phasen. Phasen, in denen sich nichts richtig anfühlt und man den Eindruck hat, es geht gar nicht mehr bergauf. Aber das ist ...

Walk by Faith vermittelt eine ganz wichtige Botschaft: jeder hat mal schlechte Phasen. Phasen, in denen sich nichts richtig anfühlt und man den Eindruck hat, es geht gar nicht mehr bergauf. Aber das ist nicht das Ende. "Du hast einen Knacks, aber du bist nicht kaputt. Du bist angeschlagen, aber nicht zerstört. Du bist gestolpert, aber nicht am Boden. Du bist orientierungslos für den Moment, aber du bist nicht verloren, Val. Du bist ziemlich halb okay. Und es wird dir wieder besser gehen."

Valerie ist durch den Tod ihrer Oma erschüttert und ihr Jurastudium erdrückt sie. Bei ihrer Tante in Berlin versucht sie, wieder zu sich selbst zu finden. In ihren ersten Tagen in der Stadt lernt sie Tori kennen, die sie in die Musikbar Balou mitnimmt.

Die Idee hinter dem Balou ist einfach genial und ich wünsche mir eine solche Bar im echten Leben. Überall an den Wänden hängen aussortierte Instrumente, die regelmäßig gepflegt und gestimmt werden. Jeder, der möchte, darf sich ein Instrument nehmen und darauf spielen. Das bringt unglaublich viel Leben und Vielfalt in die Bar.

Jayden leitet die Bar. Er wirkt sehr geheimnisvoll und gleichzeitig sehr anziehend auf Valerie. Ich fand es sehr witzig zu sehen, dass wir in der Leserunde alle einen anderen Lieblingscharakter hatten. Mein Lieblingscharakter ist Jaydens bester Freund Ty. Er kann unheimlich toll Klavier spielen, rockt im Hintergrund die Bar und würde alles, wirklich alles für seine Freunde tun. Dieser Mann ist ein Phänomen für mich.

Die Autorin thematisiert wirklich ungewöhnliche Themen für das New Adult Genre. Nicht umsonst heißt das Subgenre "Faithful New Adult". Religion spielt im gesamten Buch für viele Charaktere eine wichtige Rolle. Jayden steht in Kontakt mit zwielichtigen Gestalten und auch dieser Handlungsstrang sticht sehr hervor. Ich hatte wahrscheinlich sehr hohe Erwartungen, weil mir das Buch "Gewitterherzen" von Felicitas Brandt unheimlich gut gefallen hat. Hier werden die gleichen Themen angesprochen, aber viel dezenter eingesetzt. Die Umsetzung konnte mich da viel mehr begeistern.

Mit der Protagonistin Valerie hatte ich so meine Schwierigkeiten. Ihr Humor ist sehr speziell und sehr prägnant im Buch. Sie ist tief traurig über den Tod ihrer Oma, was ich absolut verstehen kann. Aber sie stößt dabei ihre Lieben vor den Kopf, denkt fast ausschließlich an sich und ihre eigenen Gefühle und verhält sich sehr sehr emotional. Bei ihrem Verhalten musste ich mehrfach mit den Augen rollen.

Ein Wort, das mir gleich in den Sinn kommt, wenn ich an die Geschichte denke, ist "intensiv". Die Charaktere leiden intensiv. Sie lieben intensiv. Mit einer großen Menge an Dramatik und das war mir oft zu viel. Mich konnte das Buch deshalb nicht richtig fesseln und ich habe lange gebraucht, um es zu beenden.

Alles in allem ist das Buch in vielerlei Hinsicht einzigartig. Die Botschaft ist unheimlich wertvoll und Felicitas Brandt spricht wichtige Themen an. Leider konnte mich die Geschichte von Jayden und Valerie nicht richtig catchen.

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Veröffentlicht am 19.09.2020

Ein tiefgründiges New Adult Highlight

Finding Hope – Schatten der Liebe
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Rebekka Wedekinds Love Again Reihe sticht unter anderen New Adult Reihen stark hervor. Und das im ausschließlich positiven Sinne. Die Geschichte von Devon und Hope hat mich nicht mehr losgelassen. Eine ...

Rebekka Wedekinds Love Again Reihe sticht unter anderen New Adult Reihen stark hervor. Und das im ausschließlich positiven Sinne. Die Geschichte von Devon und Hope hat mich nicht mehr losgelassen. Eine ganz große Empfehlung für alle New Adult Fans!

Devon ist Bürgermeister der Stadt Tipton und strebt eine politische Karriere an. Sein durchgeplantes Leben wird mit dem Auftauchen von Hope durcheinander gewirbelt. Vor sieben Jahren ist sie ohne Erklärung eines Nachts abgehauen und Devon hat nie wieder etwas von ihr gehört. Bis sie nach all den Jahren mit ihrer sechs jährigen Tochter Sara unfreiwillig wieder in der Stadt auftaucht.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Devons Sicht erzählt. Wenn ich könnte, würde ich mir einen Devon backen. Nach seinem anfänglichen Schock über die Ankunft der beiden, gibt er Hope eine zweite Chance:

"Aber ich glaubte daran, dass zweite Chancen wichtiger waren als anhaltender Groll. Groll vergiftete, und ich weigerte mich, mich diesem Gift weiterhin auszusetzen. Es gab nur eine Möglichkeit für mich, für uns, und die lautete: nach vorne zu blicken. Manchmal bedeutete, jemandem eine zweite Chance zu geben, eben auch, ihm damit gleichzeitig neue Munition zu überreichen. Weil er beim ersten Mal nicht komplett getroffen hatte. Ich konnte nur hoffen, dass Hope den Abzug nicht erneut betätigte, wenn ich sie zurück in mein Leben ließ". Ich liebe seine Hartnäckigkeit und seinen Kampfgeist für Hope und Sara.

Rebekka Wedekind schafft es durch zeitliche Rückblenden aus Hopes Sicht, dass ich auch Hope sehr schnell in mein Herz geschlossen habe. Ich möchte wirklich zu keinem Zeitpunkt mit ihr tauschen. Sie hat so vieles erlebt, das ihr Grundvertrauen in andere Menschen erschüttert hat. Sara steht für sie immer an erster Stelle und sie kämpft wie wild um das Wohlergehen ihrer Tochter.

Durch die Rückblicke in die Vergangenheit zu den Anfängen ihrer Beziehung erfahren wir als Leser, wie verliebt die beiden damals gewesen sind und wie glücklich sie sich gegenseitig gemacht haben. Nach Hopes gegenwärtigen Enthüllungen begegnen sich beide mit einer großen Portion Skepsis und wissen beide nicht, woran sie sind. Doch für Sara reißen sie sich zusammen und arbeiten darauf hin, wieder ein Team zu sein.

Die Geschichte hält einige Überraschungen bereit. Viele Handlungen waren für mich absolut nicht vorhersehbar und haben mich an das Buch gefesselt. Ohne mehr verraten zu können, kann ich nur sagen, dass Rebekka Wedekind sehr wichtige und ernste Themen anspricht, die in dem Genre nur selten thematisiert werden. Der Schreibstil ist so angenehm, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Fazit: Ein ganz toller Reihenabschluss mit einzigartigen Charakteren, unerwarteten Wendungen und viel Tiefgang. Ein Muss für alle New Adult-Fans!

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