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Veröffentlicht am 27.10.2018

Seichter Kriminalroman!

Hasenjagd
1

Inhalt
Die Polizei und der Staatsschutz sind alamiert, der Außenminister von Stockholm wurde auf brutale Art und Weise ermordet. Der Täter ist auf keinem der Überwachungsvideos zu sehen. Die einzige Zeugin ...

Inhalt
Die Polizei und der Staatsschutz sind alamiert, der Außenminister von Stockholm wurde auf brutale Art und Weise ermordet. Der Täter ist auf keinem der Überwachungsvideos zu sehen. Die einzige Zeugin ist eine Prostituierte - doch ist sie wirklich unschuldig? Das einzige was sie über den Fall sagen kann ist, dass es noch weitere Opfer geben wird und dass der Täter etwas an seinem Gesicht hinunter hängen hatte. Vielleicht ein wichtiger Tipp auf der Suche nach dem Täter? Schon bald darauf geschieht der nächste Mord. Klar, dass Joona Linna ermitteln muss, als die Polizei nicht weiterkommt. In den gemeinsamen Ermittlungen kommen Joona und Saga der Täter auf die Schliche. Dieser schreckt vor nicht zurück.

Beschreibung
Das Cover passt hervorragend zu den 5 Vorgängerbänden. Es wirkt kalt und etwas düster. Fast ein wenig in das Psychothriller Genre. Wobei das Cover gar nicht so sehr nach einem Kaninchen aussieht, sondern eher nach einem Fuchs. Titel und Inhalt sind nicht zu 100% stimmig.
Der Schreibstil ist flüssig, dennoch hat das Buch auch viele Längen und kommt er am Ende so richtig in Fahrt. Es spielen sich viele Szenen ab, die mit dem Hauptthema nicht so sonderlich viel zu tun haben sondern lediglich mit einfließen, da sie einfach mal genannt und verarbeitet werden müssen. Das Meiste davon verknüpft sich am Ende dann zu einem Handlung, all das dauert aber wie gesagt sehr lange.
Saga und Joona sind mir irgendwie ein wenig fremd geblieben und ich konnte nicht so wirklich mit ihnen sympathisieren. Was auch damit zu tun hat, dass man aus ihrem Privatleben so gut wie nichts erfährt. Zum Anderen gehen die Beiden mit den Verdächtigen überhaupt nicht feinfühlig um und durchlöchern alle - auch die Zeugen - mit so vielen Fragen, dass ich an deren Stelle die Aussage verweigert hätte. Für mich einfach sehr unsympathisch.
Erschreckend fand ich einfach die Szene mit Jeanette. Einige Leser werden sicherlich darüber schmunzeln können. Ich fand es schön ein wenig eklig und unglaublich, wie man so etwas in einem Buch niederschreiben kann, ohne sich vorher darüber Gedanken zu machen, was das für Auswirkungen haben könnte, damit meine ich besondere das ungeborene Kind. Dass sich Jeanette darüber freut ist irgendwie auch fraglich. Klar, ihr großer Traum geht in Erfüllung aber so? Mir wird das Thema im Anschluss an die Szene zu wenig aufgearbeitet. Erst zum Schluss wird noch einmal darüber berichtet, allerdings auch nur auf zwei Seiten.

Meinung
Ich kann leider nur sehr gut gemeinte 3 Sterne vergeben. Mich hat das Buch einfach nicht mitgerissen. Die Spannung und den Nervenkitzel hätte ich gerne auch schon zu Beginn des Buches gehabt und nicht erst im letzten Drittel. Es war ein Krimi, aber kein Thriller, das muss man ganz deutlich sagen und auch so sehen, sonst erscheint es einem als Leser viel zu langweilig. Wer also eher sanftere Kost mag, der sollte sich das Buch mal anschauen.

  • Cover
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Geschichte
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2017

Liebevoller Roman

Miss you
1

Inhalt
Tess und Gus führen komplizierte Leben. Beide tragen Geheimnisse mit sicher herum, die sie kaum jemandem anvertrauen. Sie sind auf der Suche nach einem Partner im Leben, der sie so nimmt, wie sie ...

Inhalt
Tess und Gus führen komplizierte Leben. Beide tragen Geheimnisse mit sicher herum, die sie kaum jemandem anvertrauen. Sie sind auf der Suche nach einem Partner im Leben, der sie so nimmt, wie sie sind. Dem sie alles anvertrauen können und von dem sie dennoch geliebt werden.
Sie sind auf der Suche, nach einem kleinen Fünkchen Glück in ihrem Leben.
Immer wieder begegnen sich Tess und Gus an unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben. Doch genauso schnell verlieren sie sich wieder aus den Augen, ohne auch nur einmal richtig miteinander geredet zu haben.
Das Leben geht für beide weiter, sie haben verschiedene Partner, bauen sich eine Familie, bzw. eine Zukunft auf und werden dennoch nicht glücklich.
Bis die beiden erneut aufeinander treffen und merken, dass das große Glück gar nicht so weit entfernt lag, wie es immerzu schien.

Meinung
Das Cover hat mich angezogen. Das schlichte weiß, mit der roten Schrift und dem kleinen Herzen als Detail.
Gemeinsam mit dem Klappentext wirkt das Buch vielversprechend. Zwei junge Menschen die sich immer wieder begegnen, aber dennoch nicht zueinander finden.
Doch das Buch hält nicht ganz, was es verspricht. Meine Erwartungen sind leider nicht eingetroffen.
Ich hatte mir erhofft, dass Tess und Gus sich bereits kennen, dass ihnen aber immer wieder etwas dazwischen kommt, so dass sie kein Paar werden. Erst hat der eine einen Partner, dann der andere. Dann kommt ein Kind dazwischen, eventuell ein Umzug oder ein neuer Job.
Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht von Gus und Tess erzählt. Die Leben der beiden stehen im Vordergrund, die Veränderungen, die Partner und die Vergangenheit. Meiner Meinung nach treffen sich Tess und Gus viel zu selten und selbst dann sind die Treffen viel zu kurz. Sie laufen aneinander vorbei oder begegnen sich lediglich mit Blicken. Meist beträgt das aufeinander treffen nur 1-3 Sekunden.
Dennoch hat die Autorin die beiden geschickt zueinander geführt und den Leder spüren lassen, dass etwas ganz Besonderes zwischen Tess und Gus existiert.
Die Charaktere sind einzigartig. Beide tragen eine schwere Vergangenheit mit sich herum, die sich bis in die Gegenwart zieht und sie ständig in ihrem Verhalten beeinflusst. Dennoch spürt man, wie Tess und Gus sich immer weiter entwickeln und ihre Vergangenheit Stück für Stück fallen lassen. Besonders Tess ist mir unheimlich sympathisch. Ihre Charakterzüge stimmen überein und lassen sich in ihren Handlungen und ihrem Verhalten wiederfinden. Auch Gus ist ein unheimlich liebevoller Mensch, der alles gibt, um es anderen Recht zu machen.
Der Autorin ist es gelungen, dem Leser die Protagonisten näher zu bringen. Sie hat einen wunderbar leichten Schreibstil, der sehr gefühlvoll ist.
Großartig ist auch das Setting. Da ich selber vor kurzem in London war, war es großartig zu lesen, in welchen Straßen und Orten sich Tess und Gus bewegen.

Fazit
Eine leichte, melancholische und tiefgründige Geschichte rund um die sympathischen Protagonisten Tess und Gus, die sich immer wieder begegnen und doch knapp verpassen. Für Romantik-Liebhaber sicherlich einen Blick wert. 4 Sterne für dieses Buch, da meine Erwartungen leider nicht erfüllt wurden.

Veröffentlicht am 08.07.2020

Wundervolles Buch zum Träumen, welches die Wanderlust weckt!

Eine Reise durch Deutschland in 100 ungewöhnlichen Bildern und Geschichten
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Als ich das Buch in den Händen hielt war es sofort um mich geschehen! Das Format des Buches, das tolle Cover und neben einem der schönsten Gerüche - nämlich dem Geruch nach einem neuen Buch - ist es auch ...

Als ich das Buch in den Händen hielt war es sofort um mich geschehen! Das Format des Buches, das tolle Cover und neben einem der schönsten Gerüche - nämlich dem Geruch nach einem neuen Buch - ist es auch noch relativ dick. Damit hat es bei mir das Gefühl erzeugt, dass es sich um ein ganz besonderes Buch handelt und hat diese Hoffnung erfüllt.
Das Buch wird mir einem wunderschönen Foto eröffnet, das sich auf einer Doppelseite erstreckt. Gleich darauf folgt ein Editorial, eine kleine Einleitung die verschiedenste Orte innerhalb Deutschlands aufgreift und in einigen Sätzen zusammenfasst. So hat man gleich Lust, sich in dem Buch fallen zu lassen und sich auf die Reise zu begeben, wobei ich schon gestehen muss, dass es gar nicht so einfach ist, nur ein Urlaubsziel heraus zu suchen, denn sobald man in das Buch eintaucht, werden einem die wunderschönsten Städte und Landschaften vorgestellt.
Zuvor allerdings findet man noch ein Inhaltsverzeichnis, was für eine tolle Struktur des Buches sorgt. Als Leser und Reisender ist es von großem Vorteil, wenn man im Inhaltsverzeichnis nach einer bestimmte Stadt schauen kann. Diese Struktur zieht sich auch weiterhin durch das Buch. Denn Deutschland wurde in Norden, Osten, Süden und Westen unterteilt. Vor jeder dieser Unterteilungen befindet sich eine Karte mit Nummerierungen, was perfekt ist, um eine Reise zu planen und um abschätzen zu können, ob eine Sehenswürdigkeit auf dem Weg liegt oder man einen kleinen Abstecher dorthin machen kann.
Jeder vorgestellte Reiseort wird mit einem kleinen charmanten Zitat eingeleitet und meist auch mit einem Foto. Teilweise wurden zu einigen Orten mehrere Seiten geschrieben, manchmal allerdings auch nur eine Seite. Der Schreibstil hat mir dabei sehr gut gefallen. Er ist nicht platt und auch nicht zu „informativ“ und „sachlich“ wie bei einem Reiseführer, sondern mit etwas Charme und viel Intelligenz. Es werden kleine „geheime“ Orte in den Texten geschildert, aber auch einige Informationen. Alles wird eher wie eine Geschichte geschrieben und erzählt nicht nur von den schönen Dingen der Orte, sondern auch von den Dingen, die evtl. nervig sind und die es auch nicht lohnt sie zu besichtigen. Der Text lässt sich somit angenehm und schnell lesen und bleibt dabei sogar noch hängen. Dennoch muss ich sagen, dass ich mir etwas mehr Foto gewünscht hätte und dafür etwas weniger Text, denn Bilder sagen häufig doch mehr aus und laden zum Reisen an, als purer Text, auch wenn dieser sehr wert- und gehaltvoll ist.
Im hinteren Teil des Buches befindet sich noch ein Register, so kann man nach ganz spezifischen Zielen suchen. Ungünstig ist hierbei nur, dass man den Ort kennen muss, an welchem sich die „Sehenswürdigkeit“ befindet.

Insgesamt ein wirklich schönes Buch, das mir wohl noch etwas besser gefallen hätte, wenn es mehr Fotos beinhaltet hätte und dafür ein klitzekleines bisschen weniger Text oder mehr Seite. Für mich ist auch das Format in Ordnung. Ich mag es sehr gerne, da es für mich persönlich ein Buch zum Stöbern und informieren ist. Wenn ich allerdings auf Reisen wäre, bspw. mit einem Camper, so ist das Format des Buches natürlich sehr ungünstig und unhandlich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 15.05.2020

Grausam und Verstörend

Verity
0

Inhalt
Lowen ist eine Kriminal- und Thrillerautorin. Doch ihre Bücher laufen nur schleppend. Das liegt vor allem daran, dass Lowen sich gerne zurückzieht und mit andere Kontakte meidet. Lesereisen sind ...

Inhalt
Lowen ist eine Kriminal- und Thrillerautorin. Doch ihre Bücher laufen nur schleppend. Das liegt vor allem daran, dass Lowen sich gerne zurückzieht und mit andere Kontakte meidet. Lesereisen sind für die junge Autorin nichts, schon gar nicht, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Die Vergangenheit sucht Lowen in regelmäßigen Abständen immer wieder heim. Doch eventuell könnte ihre Karriere einen Aufschwung erleben, denn sie wird vom Verlag zu einem Gespräch eingeladen und soll für die berühmte Thriller-Autorin Verity ihr Buch beenden, denn diese hatte einen schweren Autounfall und kann ihr Buch nicht alleine zu Ende schreiben. Lowen ist hin und her gerissen, aber dann überzeugt sie der gut aussehende Jeremy und zugleich Mann von Verity. Um die Recherchen zu vereinfachen, zieht Lowen bei der Familie ein und stößt dabei auf dunkle Geheimnisse…

Beschreibung
Ich habe schon ein paar Bücher von Coolen Hoover gelesen und war immerzu begeistert von ihren wunderschönen Handlungen, in denen die besonderen Arten der Liebe dominierte und einen großen Platz eingenommen haben. Als nun Verity erschienen ist, war ich erst verwundert, als ich es nicht in den Regalen der Jugendbücher vorgefunden habe, sondern auf einem kleinen Tisch bei den Young Adult Regalen. Nachdem ich dann allerdings auf sämtlichen Seiten im Internet dieses Buch entdeckt habe und immer die Sprache davon war, dass es so unfassbar gut ist und spannend, konnte ich nicht anders und musste es unmittelbar lesen. Und was soll ich sagen?! Auch für mich war dieses Buch ein Highlight. Denn ich hätte nie mit einer solchen Geschichte gerechnet!
Sicherlich handelt es sich bei der Geschichte um keine neu erfundene Handlung, allerdings habe ich selber noch kein Buch gelesen, dass eine solche Handlung beinhaltet. 
Interessant war es vor allem, dass man am Ende richtig hinter das Licht geführt wurde und man letztendlich nicht wusste, was wirklich als Wahrheit gelten konnte und was nicht. Teilweise hatte ich schon so Angst nachts auf die Toilette zu gehen, obwohl ich teilweise blutrünstige Thriller und auch Psychothriller lese. Dennoch hat mich die Handlung einfach nicht losgelassen, da sie so verstörend und furchteinflößend ist. Es werden grausame Handlungen so detailliert beschrieben, dass man sich fragt, wie jemand nur so etwas tun kann. Und vermutlich hat mir das Buch deshalb auch so gut gefallen, weil es kein Blatt vor den Mund nimmt und schonungslos die Geschichte von Verity und ihrer Familie erzählt. Das i-Tüpfelchen darauf ist, dass wir sowohl aus der Perspektive von Lowen in die Handlung mitgenommen werden als auch aus der Perspektive von Verity selbst, nämlich in Form von ihrem Manuskript, das einem am Ende mit Unsicherheit zurücklässt und sprachlos macht. Ehrlich gesagt habe ich kurze Zeit überlegt, Coolen Hoover anzuschreiben oder im Internet zu recherchieren, ob ich herausfinden kann, was ihre Gedanken zu dem Ende sind, wie sie für sich das Ende sieht. Diese vielen heftigen, hasserfüllten und grausamen Elemente haben allerdings auch dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und die Seiten nur so vorüber geflogen sind. Der Schreibstil war spannend und flüssig - abgesehen von ein paar Längen, die gerne noch mit mehr Spannungselementen hätten gefüllt werden können, wobei das Buch das sicherlich nicht mehr ins Genre der Romane gefallen wäre.
Die Charaktere fand teilweise unnahbar. Leider konnte ich mit keinem wirklich sympathisieren. Selbst Crew hat in mir manchmal ein mulmiges Gefühl geweckt, während ich bei Verity und Jeremy ein Wechselspiel der Gefühle durchlebt habe. Immer mal wieder war ich davon überzeugt, dass Jeremy hinter all den Geschehnissen steckt. Dann wiederum habe ich dem Manuskript glauben geschenkt und war entsetzt, teilweise angeekelt darüber, was in Verity vorging und konnte mir einfach nicht vorstellen, was sich in ihr abgespielt hat.
Nun möchte ich noch kurz auf das Cover eingehen und naja, es passt zu den bisher erschienen Büchern der Autorin und lässt sich damit gut einordnen. Allerdings sollte vielleicht schon irgendwo vermerkt und verzeichnet werden, dass dieses doch recht leichte und auf der anderen Seite mysteriöse Cover nicht das hält, was es verspricht. Denn eine leichte Liebesgeschichte ist dieses Buch definitiv nicht!

Fazit
Von mir gibt es für dieses Buch 4,5 Sterne. Ich war sehr begeistert von den Spannungselementen, den vielen Verwirrungen und der Brutalität. Allerdings hätte ich mir davon etwas mehr gewünscht, so dass man das Buch ins Genre der Thriller einordnen kann, denn bei den Liebesgeschichten oder den „Young Adult“ Romanen hat es für mich nichts zu suchen. Nichts desto trotz eine klare Empfehlung und für mich auf eines der Bücher, die ich als ein „Lesehighlight“ deklarieren würde. Die Handlung ist ergreifend, spannend, abartig brutal und krank und dennoch grandios und klasse durchdacht! Und obwohl es nun schon ca. eine Woche her ist, dass ich das Buch beendet habe, beschäftigt es mich noch immer, denn vor allem das Ende hat mich nachdenklich gemacht und ich frage mich noch immer, was wahr ist und was Lüge.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2020

Ein emotionales und spannendes Buch!

In den Augen der anderen
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Inhalt
Jacob ist 18 Jahre und Autist. Ihm wird die Diagnose Asperger-Syndrom zugeschrieben. Sein Alltag wird von Strukturen und Regeln bestimmt, während soziale Kontakte und emotionales Verhalten in den ...

Inhalt
Jacob ist 18 Jahre und Autist. Ihm wird die Diagnose Asperger-Syndrom zugeschrieben. Sein Alltag wird von Strukturen und Regeln bestimmt, während soziale Kontakte und emotionales Verhalten in den Hintergrund rücken. Für Jacob gelten andere Regeln sowohl in der Schule als auch im Haushalt. Freitags werden nur blaue Lebensmittel gegessen, am Dienstag nur rote Speisen und am Donnerstag ist auf dem Teller alles braun. Orange mag Jacob gar nicht, genauso wenig wie offene Haare und Berührungen. Wenn etwas nicht seinen Gewohnheiten entspricht, so ist er in seinem Körper gefangen. Er befindet sich dann in einem leeren schwarzen Raum, aus dem er nur heraus kommt, wenn seine Mutter ihn beruhigt. Jacob weist in solchen Situationen autoaggressives Verhalten auf und schreit. Mit einem ganz speziellen Lied lässt er sich dann meistens beruhigen. Doch gelten für Jacob auch andere Regeln vor Gericht? Denn dort steht er nun und muss seine Unschuld beweisen. Alle Hinweise deuten daraufhin, dass Jacob seine Tutorin ermordet habe. Nur Jacob weiß, was an diesem Nachmittag wirklich passiert ist. Ist Jacob unschuldig, kann sein Anwalt ihn vor den Geschworenen als geistig beeinträchtigt darstellen oder ist er das sogar?

Beschreibung
Bei diesem Buch handelt es sich um ein Buch von Jodi Picoult, welches schon seit einiger Zeit auf meinem SuB lag. Was mich abgeschreckt hat war in erster Linie die dicke des Buches (681 Seiten) und die recht kleine Schrift und das obwohl ich bereits einige Bücher und Hörbücher von Jodi Picoult verschlungen habe und bislang immer sehr begeistert war. Jodi Picoult zeichnet sich durch ihren tollen Schreibstil aus und die einzigartigen Handlungen, die den Leser ständig zum Nachdenken anregen und einen nicht mehr loslassen. Ihre Geschichten gehen unter die Haut und ganz tief ins Herz.
Auch „in den Augen der Anderen“ hat mich nicht enttäuscht und die etwa 681 Seiten gingen wie im Fluge vorüber. Dies liegt einerseits an der wunderbar überlegten Handlung von Jodi Picoult, andererseits an ihrem Schreibstil und den unterschiedlichen Charakteren, die hier thematisiert werden und eigene Kapitel erhalten.
Nachdem man Jacob und seine Familie kennengelernt, geht die eigentliche Handlung auch schnell los. Ähnlich wie Jacobs Eltern weiß auch der Leser nicht, weshalb Jess umgekommen ist, ob Jacob sie umgebracht hat oder nicht. Das spannende daran ist, dass man im Gegensatz zu Jacobs Mutter, seinem Anwalt und auch den Ermittlern, bereits weiß, dass Theo irgendwas mit dem Tod von Jess zu tun hat oder zumindest genaueres darüber weiß. So hat man als Leser das Gefühl, dass man einigen Personen etwas voraus ist. Der Autorin gelingt es allerdings wirklich gut, auch den Leser immer wieder zweifeln zu lassen und ehrlich gesagt habe ich mich gegen Ende des Buches damit abgefunden, dass Jacob wohl der Täter ist, was für mich total frustrierend war. Denn obwohl Jacob mit all seinen Macken vielleicht auch etwas anstrengend sein mag, gehört es dennoch zu seinem Asperger-Syndrom und macht ihn aus und liebenswert. Ich hatte das Gefühl, dass ich Jacob so gut kennengelernt habe und er mir unheimlich nahe stand. All die Jahre, die seine Mutter Emma mit ihm verbracht hat, all die Erfahrungen, die sie mit Jacob gemacht hat, habe ich innerhalb von ein paar Stunden erfahren können und fühlte sich an, als hätte ich diese vielen Jahre mit Jacob und seiner Familie gemeinsam verbracht. Und obwohl Jacob immer sagt, dass er keine Freunde hat, so hatte ich doch das Gefühl, dass viele mit ihm befreundet waren. Denn insbesondere bei seinen neuen Bekanntschaften stößt er unmittelbar auch Sympathie. Selbst Rich Matson geht auf Jacob ein und spricht sehr freundschaftlich mit ihm. Auch Oliver sein Anwalt hat schnell einen Draht zu Jacob. Denn mit seinem Charme und seiner unermüdlichen Ehrlichkeit, gelingt es Jacob doch immer wieder alle von sich zu überzeugen. Gleichzeitig wird dem Leser natürlich auch die anstrengenden Seiten vor Augen geführt und man erfährt medizinische Details und Eindrücke, die einem die Welt eines Autisten erkennen lassen. So waren auch die Kapitel um Jacob super interessant, da man hier einen Eindruck davon gewinnen konnte, wie Jacobs Denk- und Handlungsweisen sind.
Auch die Denk- und Handlungsweisen von Jacobs Mitmenschen werden einem näher gebracht. Und das alles auch eine so authentische und herzliche Weise, dass ich zu keiner Zeit etwas in Frage gestellt habe. Wir lernen quasi den gesamten Alltag on Jacob kennen. Die unendliche Liebe von Emma zu ihrem Sohn, die Liebe von Theo zu seinem älteren Bruder die durch die ständige Aufmerksamkeit, die Jacob zu kommt, etwas gedämmt sein mag.
Der Prozess nimmt einen großen Platz in diesem Buch ein und steht mit seinen Nebenhandlungen im Fokus. Ich fand den Prozess zwar total interessant und unheimlich real, allerdings hatte dieser auch einige Längen. Dies ist tatsächlich mein einziger Minuspunkt, was das Buch anbelangt. Ansonsten hat es für mich alles erfüllt, was es zu einem Buch braucht. Naja, bis auf das Cover vielleicht noch. Ich kann hier nicht wirklich einen Zusammenhang finden, aber viel wichtiger ist ja auch der Inhalt des Buches.

Fazit
Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und mir erneut aufgezeigt, dass Jodi Picoult eine wirklich tolle Autorin hat und keinesfalls nur Unterhaltungsromane schreibt, sondern Romane, die zu jederzeit eine Message übermitteln, zum Nachdenken anregen und den Leser auch nach dem Auslesen des Buches nicht mehr los lässt. Dieses Buch ist spannend, emotional, interessant und informativ. Von mir gibt es 4,5 Sterne, da sich die Handlung für mich an einigen Stellen in die Länge gezogen hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere