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Veröffentlicht am 27.12.2025

Ein Buch, für das man bereit sein muss

Staying Was The Hardest Part (Hardest Part 1)
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Mir hat so viel an dem Buch gefallen, gleichzeitig ist es aber auch überwältigend, verdammt anstrengend und zäh.

Das Buch ist keine einfache Kost. Das liegt auch an den Themen die dort eine Rolle spielen.

Es ...

Mir hat so viel an dem Buch gefallen, gleichzeitig ist es aber auch überwältigend, verdammt anstrengend und zäh.

Das Buch ist keine einfache Kost. Das liegt auch an den Themen die dort eine Rolle spielen.

Es geht um (Alltags)Rasissmus, ungesunde Familiendynamiken, Verlust, Schuldgefühle, Trauer. Wie es ist zu den „falschen“ Ausländern zu gehören und wie viel Glück man hat, wenn man zu den „richtigen“ zählen darf. Wie schwierig das Leben im Sozialbau ist. In Armut. Die Zerissenheit zwischen der Liebe zum Herkunftsland und der neuen Heimat. Zwischen dem bewahren von Familien-Traditionen und dem Wunsch, dazuzugehören. Sich selbst aufzugeben, um akzteptiert zu werden. Es geht um Verantwortung. Darum für die Familie zu sorgen und sich in all dem Chaos nicht selbst zu verlieren.

Und genau das hat mir auch so gut gefallen. Es ist echt. Wahnsinnig realitätsnah, authentisch, ungefiltert.

Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht von Tallah und Evren erzählt. Er, syrischer Kriegsflüchtling, der medizin studiert, augenscheinlich „integriert“ ist aber trotzdem immer der Ausländer bleibt. Sie, Kind einer türkischen Arbeiter-Familie, die alles dafür geben würde studieren zu dürfen, aber nach dem verschwinden von ihrem Bruder, die Rolle des ältesten Kindes übernehmen muss. Sie muss helfen, die Familie zu finanzieren. Als die Last für Evren zu viel wird, hört sie einfach auf zu sprechen.

Die Geschichte und insbesondere der Schreibstil der Autorin ist wahnsinnig emotional und fast schon poetisch. Sie schafft es die Geschehenisse so zu verpacken, das man kein Mitleid mit den Protagonisten bekommt, aber dennoch mitfühlt. Es geht nicht darum, zu zeigen, wie schrecklich das Leben von ihnen ist, sondern wie sie – trotz Päckchen – ihr bestes geben.

Wie schon beschrieben ist das Buch keine einfache Kost. Es ist nichts, was man mal eben liest. Nichts, bei dem man über die Seiten fliegen würde. Es ist anstrengend. Es ist kräftezerrend. Es ist wichtig aber man muss den Kopf dafür haben. Man muss für die Story bereit sein. Und sein wollen.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Authentischer Einblick ins Leben im Problemviertel

Sonne und Beton
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Sonne und Beton war so ein Buch von dem Ich nicht viel erwartet habe, dass mich dann aber doch positiv überrascht hat.

Felix Lobrecht gelingt es, dem Leser das Leben im Block wirklich authentisch näher ...

Sonne und Beton war so ein Buch von dem Ich nicht viel erwartet habe, dass mich dann aber doch positiv überrascht hat.

Felix Lobrecht gelingt es, dem Leser das Leben im Block wirklich authentisch näher zubringen. Greifbar zu machen. Fühlbar. Ohne, dass sich dabei das Bild vom RTL Mittagsprogramm abzeichnet. Man merkt, dass hier jemand schreibt der das porträtierte Leben kennt. Der nichts beschönigen muss, der aber auch keine überspitzte Asozialität darstellen muss, um das Leben noch “härter” wirken zu lassen. Die Geschichte erhält kein unnötiges Drama und das gefällt mir sehr gut.


Auch der Schreibstil gefällt mir in diesem Kontext wahnsinnig gut. Er ist richtig schön platt. Lustig. Ironisch. Geprägt von Slang und Jugendsprache. So wie man dort eben redet. Das macht das Buch nochmal authentischer für mich.

Die Handlung finde ich sehr plausibel. Es geht um vier Jungs im Teenageralter, die ständig scheiße bauen und nun die Schule beklauen wollen. Im Verlauf der Handlung wird schnell deutlich in welchem Widerspruch die Jungs leben. Gefangen zwischen dem Verlangen aus dem Block raus kommen wollen und der Notwendigkeit, sich selbst in diesem Kosmos beweisen zu müssen, wenn sie nicht als Fußabtreter benutzt werden wollen.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Inspirierend, was passieren kann, wen man an sich selbst glaubt

Write your own story
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Zugegeben: Ich finde Biographien immer anstrengend zu lesen, ich muss mit dem Kopf immer bei der Sache sein. Aber es hat sich gelohnt.

Wer sich mit deutschem Frauen-Fußball beschäftigt, kommt an Giulia ...

Zugegeben: Ich finde Biographien immer anstrengend zu lesen, ich muss mit dem Kopf immer bei der Sache sein. Aber es hat sich gelohnt.

Wer sich mit deutschem Frauen-Fußball beschäftigt, kommt an Giulia Gwinn nicht vorbei. Vom einzigen Mädchen im Team, bis zur Stammspielerin für Bayern München und zur Kapitänin der deutschen Nationalelf – was Giulia in ihrem jungen Leben bereits erreicht hat ist beeindruckend. In ihrem Buch nimmt sie uns mit und erzählt ihre Geschichte. Ihren Werdegang.

Was mir wahnsinnig gut an dem Buch gefällt, ist das jedes Kapitel mit praktischen Tipps endet. Gwinn teilt echte Learnings. Es sind Tipps, die man schon zigfach gehört hat. Dinge wie: „Hör auf dein Herz“ oder „Glaube an deine Träume“, aber dennoch wirken sie in dem Kontext ihrer eigenen Geschichte noch einmal anders. Greifbarer. Weniger, wie eine plattitüde.

Das gefällt mir und macht die Geschichte irgendwie noch authentischer. Dabei liest sich das ganze Buch ohnehin sehr „echt“. Menschlich.

Sie erzählt nicht nur von den schönen Seiten eines Fußball-Profis, sondern auch von den Ängsten und Sorgen, von den Hindernissen die sie in ihrer Laufbahn umschiffen musste, aber auch von den Dingen, die sie auf dem Weg an die Spitze aufgeben musste. Sie macht sehr deutlich wie wichtig für sie das familiäre und soziale Umfeld ist. Wie viel halt es ihr gibt. Auch wichtige Weggefährten, wie der damalige Bundestrainer Horst Hrubesch, ihre beste Freundin und damalige Mitspielerin Kim Fellhauer oder ihre Mutter Gabi kommen in dem Buch zu Wort. Ihr Ghostwriter Julien Wolff schafft es so, Gwinn als multidimensionale Person greifbar zu machen, die eben viel mehr ist als nur „die Fußballerin“.

Ingesamt kann ich das Buch sehr empfehlen, für junge Frauen die ein weibliches Vorbild suchen. Für Sportbegeisterte und solche, die selbst (Profi) Sport machen (wollen). Für Menschen, die einen besseren Blick auf die private Guili werfen wollen. Für alle die mutig genug sein möchten, ihre eigene Story zu schreiben.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Das Buch ist ein MUST-Read für alle, die das Reich der sieben Höfe lieben.

Quicksilver - Tochter des Silbers. Gefangener der Schatten
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Tropes: Fated Mates, Morally Grey Hero, Trauma Bond, Found Family, Strangers to Lovers und smutty slow burn romance.

Darum geht es:

Saeris Fane stürzt sich selbst in absolutes Chaos, als sie die Ausrüstung ...

Tropes: Fated Mates, Morally Grey Hero, Trauma Bond, Found Family, Strangers to Lovers und smutty slow burn romance.

Darum geht es:

Saeris Fane stürzt sich selbst in absolutes Chaos, als sie die Ausrüstung eines Wachmanns klaut. Als ihr Bruder schließlich kurze Zeit später mit dem Diebesgut aufgegriffen wird, stellt Saeris sich freiweillig und landet im Palast der Königin. Sie kämpft mit dem Hauptann, als Grade noch rechtzeitig ein mysteriöser Fremder erscheint und sie in eine Welt reißt, die sie bisher nur aus Gruselgeschichten und alten Märchen kannte. Dort angekommen versucht Saeris auf dem schnellsten Weg zurück zu ihrem Bruder zu kommen. Doch um nachhause zu kommen, muss sie einem unverschämten Fae-Krieger bei seinen politischen Machtspielen helfen.

Meine Meinung:

Das Buch fängt spannend dystopisch an, aber irgendwann, mittendrin, ist es einfach nur noch wie heimkommen. Und genau das, hat dieses Buch so besonders für mich gemacht.

Die Charaktere und die Dynamik erinnern so stark an den Inner Circle von „Das Reich der sieben Höfe“, es ist wahnsinn. Gleichzeitig schafft es Callie Hart aber auch, nicht einfach nur einen billigen Abklatsch zu erschaffen. Am besten lässt es sich mit "Ein gewohntes Umfeld, dass du aus einem neuen Blickwinkel kennenlernst" beschreiben.

Der Schreibstil ist klar, verständlich, sehr greifbar und unglaublich atmosphärisch. Die Autorin verzichtet darauf Zwischen den Zeilen Botschaften zu verstecken und kommt direkt zur Sache – auch bei den Sex-Szenen. Kein Bild hätte mir den Penis von Kingfisher detaillierter beschreiben können. Das war … irritierend. Aber durch ihre Art zu schreiben, liest sich das Buch auch sehr schnell.

Für mich ist Quicksilver ein 5-Sterne Highlight, das mich überrascht, abgeholt und völlig für sich eingenommen hat.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Souveräne F1 Fanfiction mit cozy Charakteren

Drive Me Crazy
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Stellenweiße fühlt sich Drive Me Crazy an, als hätte jemand eine Story über die Formel 1 geschrieben, der nur einmal ein Rennen gesehen hat.

Und trotzdem mochte ich das Buch. Ich würde es wieder lesen. ...

Stellenweiße fühlt sich Drive Me Crazy an, als hätte jemand eine Story über die Formel 1 geschrieben, der nur einmal ein Rennen gesehen hat.

Und trotzdem mochte ich das Buch. Ich würde es wieder lesen. Ich würde es sogar weiterempfehlen. Wichtig ist nur, die Geschichte richtig einzuordnen. Mit der echten Formel-1-Welt hat dieses Buch wenig zu tun. Aber genau das stellt die Autorin ja auch von Anfang an klar.

Die Geschichte wurde erstmalig auf Wattpad veröffentlicht. Und so liest es sich auch. Aber es ist eben auch eine von den guten Fanfictions.

Am besten lässt sich Drive Me Crazy so zusammenfassen: Call Her Daddy trifft auf Formel 1. Eine rrfolgreiche Sport-Podcasterin trifft auf einen grumpy, emotional unnahbaren F1-Piloten mit wenig Lust auf Menschen.Und ja. Ich mag das.

Ich mag generell Grumpy x Sunshine-Tropes, wenn sie gut sind. Und die Dynamik zwischen Ella und Blake ist wirklich gut. Ich habe oft geschmunzelt, wenn die beiden sich mal wieder einen verbalen Schlagabtausch gegeben haben. Die beiden sind süß, freundschaftlich und vor allem total auf Augenhöhe. Es ist ein Slow Burn Roman der sich überraschend authentisch und nahbar anfühlt.

Was mir auch sehr gefallen hat, war der erzählerische Aufbau entlang einer Formel-1-Saison. Die Geschichte spielt fast ausschließlich an Rennwochenenden und der längeren Sommerpause. Dadurch gibt es viele Zeit- und Ortswechsel, was erstaunlich gut zur Dynamik der Geschichte passt. Ehrlich gesagt, stelle ich es mir genau so vor, einen Rennfahrer zu daten.

Drive Me Crazy ist kein realistischer Formel-1-Roman. Aber eine super unterhaltsame sport-romance Geschichte, die man man schnell wegliest. und wirklich Spaß macht.

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