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Veröffentlicht am 07.06.2018

Ermittlerin unter Verdacht

Und niemand soll dir vergeben
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Als Miranda Rader zum Schauplatz eines brutalen Mordes gerufen wird, ahnt sie noch nicht, dass dies ihr persönlichster Fall werden wird. Die Geschichte beginnt im Sommer 2002, wo die 15-jähriger Randy ...

Als Miranda Rader zum Schauplatz eines brutalen Mordes gerufen wird, ahnt sie noch nicht, dass dies ihr persönlichster Fall werden wird. Die Geschichte beginnt im Sommer 2002, wo die 15-jähriger Randy Opfer eines Verbrechens wird. Damals glaubt ihr niemand. In der Gegenwart ist Miranda eine kompetente Ermittlerin. Aber auf einmal tauchen Spuren von ihr am Tatort auf und sie gerät unter Verdacht. Ihre Vergangenheit und das Verbrechen von damals drohen sie einzuholen und wieder scheint ihr niemand zu glauben.

Miranda Rader steht im Mittelpunkt des Buches. Um sie dreht sich alles und der Leser bekommt einen Einblick in ihre Gefühle. Für mich ist Miranda ein sehr gelungener Charakter. Sie ist eine junge Frau mit einer starken Persönlichkeit. Nach Außen hin ist sie die organisierte, intelligente Polizisten. Aber schnell zeigt sie uns auch ihre gebrechliche Seite, die Selbstzweifel die sie seid ihrer Jugend plagen und das gespaltene Verhältnis zu ihrer Familie. Miranda war mir sofort sympathisch. Ich kann sogar sagen, dass ich regelrecht mit ihr mitgelitten habe, als alle angefangen habe, an ihr zu Zweifeln.
Sehr schön dargestellt war auch ihre Entwicklung von Randy, der Jugendlichen auf der schiefen Bahn zu Miranda, der anerkannten Polizistin. Die Rückblicke in Mirandas Jugend haben wunderbar den Kontrast wiedergegeben.

"Und niemand soll dir vergeben" ist ein sehr flüssig geschriebenes Buch mit gutem Unterhaltungswert. Es ist sehr schnell zu lesen und dadurch, dass die Kapitel recht kurz gehalten sind, scheint auch die Handlung sehr schnell vorangetrieben zu werden. Manchmal vielleicht sogar ein kleines bisschen zu schnell, da an einigen Stellen etwas mehr Tiefe schön gewesen wäre. Die Sprache ist bildlich und man wird als Leser von Anfang an von der Handlung gefesselt.
Das Einzige, was für mich persönlich bei diesem Buch nicht passte, war die Einordnung als Romantic Thriller. Das Buch tendiert durchaus in Richtung Thriller, aber meiner Meinung nach müsste es noch wesentlich spannender sein, um als waschechter Thriller durchzugehen. Der absolute Nervenkitzel fehlte. Man könnte es auch als guten Krimi bezeichnen.
Ich kann das Buch aber auf jeden Fall empfehlen und würde auch wieder zu einem Roman der Autorin greifen.

Veröffentlicht am 07.05.2018

Eine kleine Geschichte zum Nachdenken

Ein halbes Jahr zum Glück
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Ein in fröhlichen Farben gestaltetes Cover, große orangefarbene Blüten und ein kleiner schwarzer Hund sind der erste Hingucker des neuen Buches von Julie Lawson Timmer "Ein halbes Jahr zum Glück". Der ...

Ein in fröhlichen Farben gestaltetes Cover, große orangefarbene Blüten und ein kleiner schwarzer Hund sind der erste Hingucker des neuen Buches von Julie Lawson Timmer "Ein halbes Jahr zum Glück". Der Titel könnte auf eine Liebesgeschichte hindeuten, aber schon der Klappentext weist in eine andere Richtung.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Frauen Markie und Mrs Saint-Denis, kurz Mr Saint genannt. Markie ist nach der Scheidung von ihrem Ehemann Kyle am Boden zerstört. Dieser hatte sie nicht nur betrogen, sondern auch ihr gesamtes Vermögen durchgebracht. Markie sieht nur einen Ausweg der seelischen und sozialen Schmach zu entkommen, indem sie sich einen neuen Job in einem neuen Ort sucht. Eigentlich hat sie nur einen Wunsch, sich weitab von allen Menschen zu verkriechen, maximal Sohn Jesse um sich zu haben und still und für sich ihre Wunden zu lecken. Da hat sie allerdings die Rechnung ohne ihre neue Nachbarin Mrs Saint gemacht. Bereits vom ersten Tag an ist Mrs Saint zur Stelle, um Markie auf ihre einzigartige, bis hin zur Aufdringlichkeit neigenden Art, ihre Hilfe anzubieten. Was für Markie einer Einmischung in ihr Leben gleichkommt, scheint für Mrs. Saint eine zweite Natur zu sein, hat sie sich doch mit einem Zirkel von Menschen umgeben, die alle auf die ein oder andere Weise ihre Hilfe benötigen. Doch auch Mrs Saint wird eines Tages die Hilfe von Markie benötigen.

Die Geschichte dreht sich zum größten Teil um Markie und wie sie versucht die Trennung und den Betrug ihres Mannes zu verarbeiten, sowie ihr Leben und ihr Selbstwertgefühl wieder in den Griff zu bekommen. Ein Großteil der Handlung wird aus ihrer Sicht geschildert. Als Leser bekommt man dadurch einen guten Einblick in Markies Inneres. Wir können an ihren Gedanken zum Verhältnis zwischen Mutter und Sohn teilhaben, ihre Sorgen verfolgen, die sie sich hinsichtlich seiner Entwicklung macht und wie sie versucht die Schuldfrage zum Scheitern ihrer Ehe zu ergründen. Gerade in der ersten Hälfte des Buches ist aber genau das eher hemmend für den flüssigen Fortlauf der Handlung und lässt die Geschichte teilweise etwas langatmig erscheinen. Mir persönlich hat es etwas das Dabeibleiben erschwert.
Wo auf der einen Seite Markies Sichtweise sehr viel Raum einnimmt, werden auf der anderen Seite wichtige Ereignisse nur sehr kurz abgehandelt. Für meinen Geschmack wurde manches auch nicht zu Ende geführt, so dass ich als Leser durchaus mehrmals etwas verwirrt zurück blieb. Das Buch ist gespickt von Andeutungen und kleinen Geheimnissen, die alle samt wirklich erst ganz am Ende des Buches aufgelöst werden. Hier wird der Leser dann jedoch für sein Durchhalten belohnt. Vieles vorher eher eigenwillig Anmutendes wird besser verständlich und das Buch schließt für mich mit einer sehr schönen Moral. Wenn man erst einmal verstanden hat, worauf alles hinaus läuft, gibt das Buch auch sehr interessante Denkanstöße.

Die Charaktere der Geschichte sind sehr unterschiedlich. Der Roman lebt vor allem vom außerordentlich stark ausgeprägten Charakter von Mrs Saint. Beim Lesen habe ich die gesamte Zeit zwischen: "Sie ist einfach genial" und "Ich könnte sie erwürgen" geschwankt. Ein kleine alte Dame, herrschsüchtig mit einem Hang sich überall einzumischen und zu helfen, egal ob ihre Hilfe willkommen ist oder nicht. Doch versteckt sich in ihr auch eine sensible Seite. Julie Lawson Timmer hat Mrs Saint so wundervoll beschrieben, so greifbar gemacht, dass ich sie bereits aus dem Buch heraus marschieren sah. Mrs Saint hat mich emotional am meisten berührt.
Ganz im Gegensatz dazu steht Markie, die in ihrer Darstellung blass wirkt ohne viel Emotionen, fast schon ein wenig lethargisch, was aber auch wieder gut zu ihrer persönlichen Situation passt. Trotzdem war es für mich schwierig eine Beziehung zu ihr aufzubauen, obwohl sich das Buch zum größten Teil um sie dreht. Auch habe ich bei ihr wesentlich mehr Entwicklungen erwartet, als es dann letztendlich gab.

Es fällt mir nicht leicht dieses Buch zu bewerten. Zum einen hat man eine nette Geschichte, die auch einen durchaus ernsten Hintergrund hat und zum Nachdenken anregt. Zum anderen wirken jedoch viele Passagen langatmig und während man das gesamte Buch hindurch versucht zu verstehen, wohin die Geschichte eigentlich führt, muss man sich wirklich bis zum letzten Kapitel gedulden, bis aufgelöst wird und alles einen Sinn bekommt.
Ich persönlich kann "Ein halbes Jahr zum Glück" weder von Herzen empfehlen, noch würde ich vom Lesen abraten. Dieses Buch muss jeder für sich selbst lesen und dann für sich selbst entscheiden.

Veröffentlicht am 30.04.2018

Ein Buch wie Zitroneneis

Ein Sommer wie Limoneneis
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Der Biss in eine Zitrone weckt in uns ganz unterschiedliche Emotionen. Als erstes spüren wir den sauren Geschmack und es ziehen sich alle Muskeln im Gesicht zusammen. Gleichzeitig ist es aber auch ein ...

Der Biss in eine Zitrone weckt in uns ganz unterschiedliche Emotionen. Als erstes spüren wir den sauren Geschmack und es ziehen sich alle Muskeln im Gesicht zusammen. Gleichzeitig ist es aber auch ein Erlebnis voll Frische und ein Hauch von Sommer. Gepaart mit den richtigen Zutaten, kann die Zitrone aber auch zum himmlischen Dessert werden.
So vielfältig wie den Genuss einer Zitrone ist auch mit einem Schlag das Leben von Marco Pantanella geworden.
Als erfolgreicher Immobilienanwalt in München kennt Marco nur seine Arbeit. Als seine Frau Angelika ihn um die Scheidung bittet und er gleichzeitig ein Burnout erleidet, wird Marco gezwungen, sich mit seiner gegenwärtigen Lebenssituation auseinander zu setzen. Um etwas klarer zu sehen, fährt er auf die Zitronenplantage seines Vaters nach Amalfi. Hier holen ihn die Erinnerungen an seine Jugend wieder ein. Aber auch die Nachfolgefrage der Familienplantage will geklärt werden. Und dann gibt es da noch Lisabetta, Marcos große Jugendliebe.

Noch bevor ich überhaupt angefangen habe das Buch zu lesen, hatte es mich bereits gefesselt. Ein wunderschönes Cover mit leuchtend gelben Zitronen stimmt sofort auf einen leichten Sommerroman ein. Auf der Innenseite des Umschlages befindet sich ein Rezept für Zitronensorbet, dass einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Jedes Kapitel ist mit kleinen Blütenzeichnungen verschönert. Optisch wurde hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet.

Aber auch inhaltlich hat das Buch viel zu bieten. "Ein Sommer wie Limoneneis" ist nicht nur einfach eine seichte Sommerromanze. Selbstverständlich versetzt uns die Autorin Marie Matisek wunderbar in ein italienisches Urlaubsparadies, wo auch einige Klischees wie Pasta oder Urlaubsflirts nicht fehlen dürfen. Und trotzdem hat Marcos Geschichte einen Tiefgang, den man nicht unbedingt erwartet hätte. Marco steht vor der schwierigen Entscheidung, wie es nach seinem Burnout weiter gehen soll. Er muss erkennen, dass er durch die Arbeit, die sein Leben zu 100% bestimmte, vieles verpasst hat. Vor allem das Zusammensein mit seinen Kindern Sabrina und Luis. Auch das nicht immer leichte Verhältnis zwischen Marco und seinem Vater und den Erwartungen die der jeweils eine an den anderen stellt, spielen eine Rolle. Was ist wichtig im Leben? Arbeit und Geldverdienen oder auch einmal das Leben genießen und einfach nur mit Familie und Freunden glücklich sein?

Marie Matisek führt uns mit einer leichten und erfrischenden Schreibweise durch das Buch, die den Leser von Anfang an in die Geschichte hinein zieht. Die Personen sind klar gezeichnet und jeder hat so seinen kleinen Spleen der ihn oder sie sympathisch werden lässt.
Auch Marco macht eine interessante Veränderung im Laufe der Handlung durch.

Mit 300 Seiten ist "Ein Sommer wie Limoneneis" nicht allzu dick, also eine wunderbare Urlaubslektüre. Die Geschichte ist locker und erfrischend, nicht ohne aber auch die bitteren Seiten des Lebens zu vergessen - genau wie der Geschmack einer Zitrone. Das gibt dem Buch Tiefgang und regt durchaus zum Nachdenken an.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Zwei Frauen auf der Suche nach ihrem PLatz im Leben

Das Lied des Nordwinds
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1905: Liv und Karoline, zwei Frauen aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen sozialen Schichten. Beide Frauen kämpfen um ihre Freiheit, genau wie das Land Norwegen, das sich von Schweden lossagen ...

1905: Liv und Karoline, zwei Frauen aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen sozialen Schichten. Beide Frauen kämpfen um ihre Freiheit, genau wie das Land Norwegen, das sich von Schweden lossagen möchte.

Die junge Norwegerin Liv tritt ihre erste Stelle als Dienstmädchen im Haushalt des Lehrerehepaares Treske an. Dort kümmert sie sich auch um den neunjährigen Elias, der das ungeliebte Kind der Familie zu sein scheint. In ihrer Freizeit lernt sie Bjarne kennen. Er öffnet ihr die Welt der Gleichberechtigung und weckt in ihr den Wunsch nach Selbstbestimmung.
Karoline ist unglücklich in ihrer kinderlosen Ehe ohne Liebe gefangen. Nachdem ihr Mann lebensgefährlich erkrankt und damit die Erfolge und ihre Zukunft in Gefahr gerät. Per Zufall erfährt sie von einem unehelichen Kind ihres Mannes in Norwegen und beschließt es zu suchen. Dabei entflieht sie nach und nach den Fesseln ihrer Ehe und entwickelt sich zu einer selbstbewussten und eigenständigen Frau.

"Das Lied des Nordwindes" ist Christine Kabus fünfter Roman. Es ist eine lose Fortsetzung ihres Romans "Das Geheimnis der Mittsommernacht", aber problemlos ohne Vorkenntnisse zu lesen.
Das Cover ist typisch für ihre Romane. Eine malerische Fjordlandschaft stimmt die Leser auf ihren Norwegenroman ein.

In ihrer bewährten Art verbindet Christine Kabus die Romanhandlung mit detaillierten Beschreibungen der Handlungsorte, den damaligen Lebensbedingungen und historischen Fakten. Es gibt Momente, wo die eigentliche Handlung sogar hinter den Beschreibungen der damaligen Verhältnisse zurücktritt. Für mich, die ich sehr interessiert an historischen Darstellungen bin, war das überhaupt kein Problem. Es könnte aber für andere Leser stellenweise den Roman in die Länge ziehen.
Die Sprache des Buchen ist unglaublich bildhaft und zieht den Leser unmittelbar hinein in das Buch. Man fühlt und lebt mit den Personen des Buches, die man am Ende nicht mehr missen möchte.

Ein gutes Mittel um die Spannung des Romans beständig aufrecht zu halten, ist die abwechselnde Schreibweise der Geschichte von Liv und Karoline. Ein Kapitel erzählt von Liv, das nächste von Karoline, wobei manche Kapitel mit regelrechten kleinen Cliff Hangern enden.

"Das Lied des Nordwindes" ist für mich das Buch, mit den besten Figuren von Christine Kabus. Sowohl Haupt- als auch die Nebencharaktere sind detailreich in ihren Eigenheiten ausgearbeitet, die jeden auf seine Weise besonders wirken lassen.
Gerade die beiden Hauptpersonen, Liv und Karoline, machen eine enorme Entwicklung vom Beginn der Geschichte bis zum Ende durch. Sie sind sympathisch und natürlich.

Fazit: "Das Lied des Nordwindes" ist ein Buch zum wegschwarten. In wunderschöner Schreibweise wird das Schicksal von zwei sehr unterschiedlichen Frauen erzählt. Dabei hat auch die Geschichte Norwegens seinen Platz. Bis zum Ende hält das Buch immer wieder Überraschungen im Handlungsverlaufes bereit, die die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht halten.

Veröffentlicht am 27.02.2018

Eine gelungene Geschichte in wildromantischer Natur

Die Kamelien-Insel
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Sylvia, eine tüchtige Geschäftsfrau, hat alles erreicht, was sie sich für ihr Leben wünscht. Erfolg im Beruf, finanzielle Sicherheit und die Beziehung mit Ehemann Holger sind die Stützpfeiler ihres Alltags. ...

Sylvia, eine tüchtige Geschäftsfrau, hat alles erreicht, was sie sich für ihr Leben wünscht. Erfolg im Beruf, finanzielle Sicherheit und die Beziehung mit Ehemann Holger sind die Stützpfeiler ihres Alltags. Alles scheint perfekt, bis sie eines Tages eine, laut ihrem Ehemann, heruntergekommene Gärtnerei in der Bretagne erbt. Von ihrer stressigen Arbeit komplett vereinnahmt, überlässt sie es Holger sich um den Verkauf ihres Erbes zu kümmern, ohne sich weiter darüber Gedanken zu machen. Der Zufall will es jedoch, dass Sylvia die Gelegenheit erhält sich auf die Reise in die Bretagne zu machen. Dort wartet ein kleines Paradies - die Kamelieninsel - auf sie. Was sie vor Ort entdeckt, lässt Sylvia bald darauf nicht nur an ihren Lebensinhalten, sondern auch an ihrem Mann zweifeln. Zusammen mit den Bewohnern der Insel versucht Sylvia die Gärtnerei und die Kamelieninsel vor der durch den Verkauf drohenden Zerstörung zu retten.

Wer das Cover des Buches sieht, muss es einfach in die Hand nehmen. Für mich ist es sehr gelungen. Sofort habe ich mich gefragt: "Wer ist diese junge Frau, die dort allein auf dem Klippenweg spazieren geht und gegen den Wind ankämpft?" Es hat meine Erwartungshaltung für den Roman geprägt. Eine starke Frau und ihre Geschichte in einer wildromantischen Natur. Diese Erwartung konnte das Buch auch eindeutig erfüllen.

Die Kamelien-Insel lebt vom Schreibstil der Autorin. Eine abwechslungsreiche und bildliche Sprache zieht den Leser sofort in die Handlung hinein und lässt ihn die Gefühle der Protagonisten hautnah miterleben. Die Landschaftsbeschreibungen sind so gut gelungen, dass man meint selbst dort auf dieser Insel vor der bretonischen Küste zu stehen und sich den Wind um die Ohren wehen zu lassen. Mit dem Effekt: es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Sylvia ist eine sehr sympathische Frau. Taff im Job aber oft unsicher in privaten Entscheidungen, zeigt sie sich sehr menschlich und nicht immer perfekt. Als Leser kann man sich mit ihr freuen oder leiden, sich aber auch manchmal fragen: "Ja bist du denn blind!". Die Rollen von Gut und Böse sind klar verteilt und schon von Beginn an sichtbar. Highlights gab es für mich besonders bei den Nebenrollen, die für mich mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet sind und dem Buch zu einer besonderen Note verhelfen.

Die Handlung ist interessant gestaltet und die Spannung steigert sich besonders ab der zweiten Hälfte des Buches. Manche Ereignisse wirkten leider etwas zu gewollt, beziehungsweise realitätsfern, was jedoch der Geschichte am Ende keinen Abbruch tut. Vor allem schafft es die Autorin die Lösung durch einige sehr kluge Ideen herbei zu führen.

Mein Fazit für die Kamelien-Insel: Ein sehr schöner Frauenroman zum wegschmökern. Auch wenn es für Vielleser vielleicht ein paar Vorhersehbarkeiten geben könnte, ist es das richtige Buch für entspannte Stunden an Regentagen oder für den Urlaub. Eine schöne Geschichte und eine Fortsetzung ist bereits in Arbeit. Ich, für meinen Teil, freue mich schon auf eine Rückkehr auf die Kamelien-Insel.