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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.12.2018

Wundervolles Buch, nicht nur zur Weihnachtszeit

Die Schneeschwester
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Julian liebt Weihnachten über alles, auch weil er Heiligabend Geburtstag hat. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Ein tiefer, trauriger Schatten liegt über seiner Familie, es scheint als würde Weihnachten ...



Julian liebt Weihnachten über alles, auch weil er Heiligabend Geburtstag hat. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Ein tiefer, trauriger Schatten liegt über seiner Familie, es scheint als würde Weihnachten ausfallen. Da begegnet Julian Hedvig. Langsam keimt in ihm die Hoffnung auf, dass Weihnachten doch noch stattfinden kann.

Nach vielen positiven Rezensionen bin ich mit sehr hohen Erwartungen an dieses Buch gegangen-sie wurden alle weit übertroffen!

Maja Lunde erzählt in leichter Sprache eine gefühlvolle Geschichte über Trauer, Liebe, Familie, Sehnsucht, Hoffnung und Freundschaft. Insbesondere die Beschreibung der lähmenden Trauer in Julians Familie fand ich sehr gelungen. Dabei ist die Geschichte in 24 Kapitel eingeteilt und somit auch als literarischer Kalender geeignet. Es dürfte jedoch sehr schwerfallen, jeden Tag nur einen Abschnitt zu lesen.

Übertroffen wird die Geschichte noch durch die wunderschönen Illustrationen von Lisa Aisato. Ich habe selten eine so stimmige Illustration eines Buches gesehen wie „Die Schneeschwester“. Alle Gefühlslagen werden trefflich eingefangen und ich kann nicht aufhören immer und immer wieder die Bilder anzuschauen. Ein echtes Kunstwerk!

Absolute Leseempfehlung, nicht nur zur Weihnachtszeit.

Veröffentlicht am 18.12.2018

Brutaler Krimi im Profikillermilieu

Die Plotter
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Raeseng wurde als Baby in einer Mülltonne ausgesetzt und wächst als Waise bei Old Racoon auf. Dieser ist Chef der Library of Dogs und für alle politisch beauftragten Morde in Korea verantwortlich. Auch ...


Raeseng wurde als Baby in einer Mülltonne ausgesetzt und wächst als Waise bei Old Racoon auf. Dieser ist Chef der Library of Dogs und für alle politisch beauftragten Morde in Korea verantwortlich. Auch Raeseng wird zum skrupellosen Profikiller ausgebildet. Als er eines Tages einen Auftrag nicht ordnungsgemäß ausführt gerät er selbst auf die Todesliste. Ein brutales Katz-und-Maus Spiel nimmt seinen Lauf…

Mit einem äußerst spannenden ersten Kapitel zieht Un Su Kim seine Leser direkt in ein ungewöhnliches Setting. Er beschreibt ein perfides System von Profikillern, das wie ein “normales“ Wirtschaftsunternehmen funktioniert; Auftragsmörder scheint ein gängiger Beruf zu sein. Im Laufe der Geschichte trifft man als Leser auf viele skurrile Personen, alle detailreich durch den Autor beschrieben. Trotz seines Berufes und seiner kaltblütigen Brutalität war mir Raeseng sympathisch.

Der mit viel Sarkasmus gespickte Sprachstil hat mir gut gefallen, dennoch kann der Spannungsbogen nicht die ganzen 360 Seiten aufrecht gehalten werden und das Buch plätschert im Mittelteil ein wenig vor sich hin. Im letzten Drittel nimmt die Geschichte dann noch einmal richtig an Fahrt auf bis zu einem stimmigen Ende.

Das blutige Cover und die Buchschnittgestaltung passen zum brutalen Inhalt. Kein Buch für Zartbesaitete. Trotz einiger Längen kann ich „“Die Plotter“ empfehlen.

Veröffentlicht am 16.05.2018

Vom Mut, einmal alles anders zu machen

Ans Meer
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Anton ist Linienbusfahrer und führt ein eher biederes Leben. Seine Tagesabläufe folgen stets dem gleichen Schema. Zudem ist er (unglücklich) in seine Nachbarin Doris verliebt. Eines Tages wird er von ...


Anton ist Linienbusfahrer und führt ein eher biederes Leben. Seine Tagesabläufe folgen stets dem gleichen Schema. Zudem ist er (unglücklich) in seine Nachbarin Doris verliebt. Eines Tages wird er von der krebskranken Carla überredet die übliche Tour zu verlassen und nach Italien zu fahren, damit sie noch einmal das Meer sehen kann. Anton bricht aus seinen Gewohnheiten aus und begibt sich mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe an Passagieren auf eine abenteuerliche Fahrt.

Der Roman von Rene Freund ist nur 140 Seiten lang und bietet dennoch so viel. Mit einem feinen Humor werden die unterschiedlichen Charaktere hervorragend herausgearbeitet. Dabei sticht insbesondere Anton als liebenswürdiger, herzensguter Protagonist heraus, der mir von der ersten Seite an sympathisch war. Aber auch alle anderen, teils skurrilen Mitfahrer, sind mir trotz der Kürze der Geschichte ans Herz gewachsen. Sehr gut gefallen hat mir die zwischen den Zeilen versteckte Gesellschaftskritik, die stets humorvoll und ohne erhobenen Zeigefinger daherkommt.

Das Buch gliedert sich in 55 kleine Abschnitte und lässt sich flüssig in einem durchlesen. Auch das Ende hat mich überzeugt. Die Ausgabe ist hochwertig verarbeitet und das Cover passt wunderbar zum Inhalt und Schreibstil.

Klare Lesempfehlung!

Veröffentlicht am 07.04.2018

Jahreshighlight

Der Zopf
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Eines direkt vorweg: „Der Zopf“ ist bisher mein absolutes Jahreshighlight!!! Eine normale Rezension, ohne zu spoilern, gestaltet sich jedoch etwas schwierig. Ich rate auch dazu einfach so zu dem Buch zu ...

Eines direkt vorweg: „Der Zopf“ ist bisher mein absolutes Jahreshighlight!!! Eine normale Rezension, ohne zu spoilern, gestaltet sich jedoch etwas schwierig. Ich rate auch dazu einfach so zu dem Buch zu greifen und den Klappentext vorher nicht zu lesen…

Laetitia Colombani erzählt die Geschichte dreier starker Frauen in komplett unterschiedlichen Lebenssituationen. Ihre Protagonisten Giulia, Smita und Sarah leben in Italien, Indien und Kanada. Sie haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam, es eint sie aber ein Drang nach Freiheit, das Streben nach Unabhängigkeit und der Mut entscheidende Änderungen in Angriff zu nehmen. Trotz einer eher nüchternen Sprache wurde ich emotional von Anfang an stark in die Geschichte hineingezogen. Laetitia Colombani beschreibt die unterschiedlichen Schicksale sehr anschaulich, ohne dabei kitschig zu sein. Als Leser stellt man sich zwangsläufig die Frage, welche Entscheidungen man selber in den einzelnen Situationen getroffen hätte. Auch wenn ich das Leben von Giulia, Smita und Sarah noch endlos weiterverfolgen könnte, hat mich das gewählte Ende nach 288 Seiten überzeugt. Nicht zuletzt durch das wunderschöne Cover ist „Der Zopf“ auch ein tolles Geschenk für alle Freundinnen, Schwestern, Mütter,…

Unbedingt Lesen!!!

Veröffentlicht am 06.04.2018

Aktueller Umweltkrimi in grandioser Naturkulisse

Das Eis
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Aktueller Umweltkrimi in grandioser Naturkulisse

Sean Cawson und Tom Harding sind seit ihrer Studienzeit befreundet. Beide verbindet ein unbändiger Entdeckergeist und die obsessive Faszination für die ...

Aktueller Umweltkrimi in grandioser Naturkulisse

Sean Cawson und Tom Harding sind seit ihrer Studienzeit befreundet. Beide verbindet ein unbändiger Entdeckergeist und die obsessive Faszination für die Arktis. Während eines gemeinsamen Aufenthalts auf Spitzbergen kommt Tom ums Leben. Seine Leiche wird Jahre später durch Zufall von Passagieren eines Kreuzfahrtschiffes entdeckt. Eine schwierige gerichtliche Aufarbeitung der Todesumstände beginnt…

Laline Paull gelingt mit ihrem Buch „Das Eis“ etwas großartiges : Sie hält der Gesellschaft bezüglich ihres Umwelt-/bzw. Klimaschädlichen Verhaltens den Spiegel vor, ohne dabei wie ein Moralapostel zu verurteilen. Geschickt verteilt sie die unterschiedlichen Verhaltensweisen auf ihre Protagonisten und beleuchtet so vielfältige Beweggründe die Arktis zu nutzen bzw. auszunutzen. Die Autorin verknüpft dazu unterschiedliche Zeitebenen, die immer klar erkennbar sind. Zwischen den Kapiteln finden sich Auszüge historischer Berichte zu Arktisexpeditionen. Diese bereichern das Buch und geben einen tiefen Einblick in die extremen Bedingungen der Polarregion. Neben den Themen Umwelt-/ Klimaschutz, Globalisierung, Korruption spielen auch Vertrauen, Verlässlichkeit und der Wert einer Freundschaft eine große Rolle. Nach einem rasanten Einstieg in das erste Kapitel überzeugt das Buch am Ende mit einer realistischen Auflösung. Lesenswert!

Fazit: „Das Eis“ ist ein hochaktueller Umweltkrimi vor imposanter Naturkulisse. Regt zum kritischen Hinterfragen und Umdenken an. Leseempfehlung!