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Veröffentlicht am 14.09.2023

Spannung und Romantik im Gesamtpaket!

Seaside Hideaway – Unsafe
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Heute starten wir wieder einmal als Team in die Rezension. Denn wir haben sowohl die Print- als auch die Hörbuchversion von Leonie Lastellas neustem Roman "Seaside Hideaway – Unsafe" für euch ein wenig ...

Heute starten wir wieder einmal als Team in die Rezension. Denn wir haben sowohl die Print- als auch die Hörbuchversion von Leonie Lastellas neustem Roman "Seaside Hideaway – Unsafe" für euch ein wenig genauer unter die Lupe genommen. Wir haben es hier mit einem Young Adult Buch zu tun, welches auch ziemlich spannungsgeladen ist. Der Plot hat uns gerade deswegen gut gefallen, weil er mal etwas anderes ist. Den Charakteren hätte allerdings mehr Tiefgang gut getan.

Die Autorin und die Sprecher:

Leonie Lastella lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Hamburg in einem kleineren Dorf. Neben "Das Glück so leise" (2020) stammen auch "Wenn Liebe eine Farbe hätte" (2020), "Das Licht von tausend Sternen" (2020), "Nordsternfunkeln" (2018) und "Brausepulverherz" (2017) aus ihrer Feder. Für ihre Werke wurde sie unter anderem mit dem DELIA, der Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautorinnen ausgezeichnet.
Heike Warmuth ist Schauspielerin und lebt in Berlin. Sie ist außerdem als Sprecherin in vielen Hörbüchern zu vernehmen.
Oliver Kube (geboren 1973) machte seine Schauspielausbildung an den Magdeburger Kammerspielen. Er ist freiberuflicher Schauspieler, Sprecher und Puppenspieler. Auch in Radio-Features ist er zu hören.
Julian Mehne ist als Schauspieler sowie auch als Sprecher für Rundfunk und Fernsehen tätig. Man hört seine Stimme in Sachbüchern oder Krimis sowie in weiteren Hörbüchern.

Inhalt:

„Eine einzige Nacht, ein furchtbares Verbrechen und Nevahs bisheriges Leben ist zerstört. Mit ihrer Familie taucht sie in dem Küstenstädtchen Rockaway Beach unter. Niemand darf erfahren, wer sie sind. Nevahs Leben wird bestimmt von Panikattacken und der Gefahr, die sie selbst hier einzuholen droht …
Bis sie Jackson – Jax – begegnet. Ihr gut aussehender, ständig feiernder Nachbar treibt sie mit seiner unvergleichlichen Art in den Wahnsinn, aber auch zurück ins Leben. Mit ihm fühlt sie sich wieder sicher und schon bald ist sie machtlos gegen die Gefühle, die er in ihr auslöst. Doch will sie ihre Familie nicht gefährden, darf sie eines nicht tun – ihm die Wahrheit sagen.“
(Produktinformation)

Kritik und Fazit:

Das Cover ist recht düster gehalten und scheint Farbschlieren im Wasser darzustellen, bringt aber mit den Lichtpunkten und goldenen Farbsprenkel Helligkeit hinzu. Man könnte hier vielleicht den Weg aus dem Schatten hin zum Licht sehen. Die Schlieren im Wasser passen auch ganz gut zum Setting der Story, da sich einige Szenen ja am Strand abspielen. Ansonsten verrät es uns aber nichts weiter über den Inhalt des Buches.

Zunächst einmal wurden wir emotional von der ersten Seite sehr gut abgeholt. Wir konnten uns gut in die Charaktere hineinversetzen und mussten mehrfach schwer schlucken. Wir wissen zwar vom Beginn der Geschichte an noch nicht genau, was im Detail vorgefallen ist, aber beide Protagonisten müssen eine schwere Zeit hinter sich haben. Leonie Lastella gibt sowohl Nevah als auch Jackson eine Stimme und so springen wir von einem Point of View zum anderen und bekommen das ganze Ausmaß der Vergangenheit Stück für Stück vor Augen geführt.

Die Hauptprotagonistin Nevah wird in der Hörspielfassung von Heike Warmuth gesprochen. Wir hätten und hier eine Stimme gewünscht, die mädchenhafter und damit noch etwas jünger klingt. Zu Beginn war es noch etwas schwer, der Sprecherin zu folgen, da sie recht schnell sprach und die S-Laute bei ihr ziemlich herausstechend sind. An sich hat sie das Setting und die Geschichte dann aber gut transportiert. Nur das eine oder andere Mal hat sie uns emotional vielleicht nicht ganz ausreichend abgeholt. Nichtsdestotrotz hat sie es geschafft, dass man sich in den Charakter von Nevah hineinfühlen konnte.
Die Stimme von Jackson (gesprochen von Oliver Kube) hingegen passte für uns perfekt und wir haben ihm die Rolle zu 100% abgenommen. Darum waren wir umso erstaunter, zu sehen, dass der Sprecher im wahren Leben wesentlich älter als Jackson ist. Wir konnten uns den gut aussehenden, 21-jährigen Jackson mit den verwuschelten Haaren durch die gesprochene Stimme förmlich vor uns sehen. Er konnte uns emotional von Anfang bis Ende abholen. Seine Stimme hat einen besonderen Klangcharakter, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Kehren wir zurück zum Inhalt der Geschichte. Nevah und Jackson spielen aufgrund traumatischer, vorangegangener Ereignisse eine Rolle, sind nicht sie selbst, wenn sie sich in der Öffentlichkeit befinden. Besonders Nevah macht das zu schaffen, sie kämpft mit ihren Ängsten und versucht gleichzeitig ihr Leben in den Griff zu bekommen. Parallel dazu sucht Jackson nach seinen Wurzeln und hadert mit einer tiefen Enttäuschung durch eine Lüge seiner Eltern, die nur durch Zufall ans Licht gekommen ist. Jackson versucht mit Nevah immer wieder in Kontakt zu treten, da er sich mit ihrem Bruder Miller gut versteht, aber Nevah stößt ihn zunächst von sich und kann ihn nicht leiden. Erst als sie ihn über Instagram inkognito kennenlernt, kann sie sich ein Stück weit auf ihn einlassen. Doch die Konsequenzen ihres Verhaltens und ihrer Geheimnistuerei werden ihr noch Probleme bereiten. Sie belügt Jackson also, da sie den Austausch mit seinem wahren Ich braucht, denn er gibt ihr Halt. Der Verlag wirbt mit einer Enemies-to-Lovers Geschichte, die unserer Meinung nach aber nur eher schwach ausgeprägt ist.

Zwischendurch schleppte sich die Story ein wenig dahin. Im realen Leben streiten sie sich, im Chat sind sie auf einer Wellenlänge. Die Brücke muss erst mal geschlagen werden und das dauert eine Weile. Gerade hier fehlte es dann leider auch hin und wieder an Tiefgang. Wieso kommen sie sich im wahren Leben nun doch näher, ist es nur die körperliche Anziehungskraft oder steckt da mehr dahinter? Das hätte gerne mit mehr Details weiter ausgearbeitet werden können.

Die verschiedenen Standpunkte der Protagonisten bieten einen gelungenen Plot Twist, der zum Glück nicht zu dramatisch ausgearbeitet wird. Nevah versucht zurück ins Leben zu treten und in die Zukunft zu schauen, während Jackson in der Vergangenheit hängen bleibt. Ihre verschiedenen Standpunkte sorgen für die auftretenden Probleme, die die Handlung dann Stück für Stück vorantreibt.

Es gibt ein paar Ungereimtheiten im Plot sind allerdings leider zu verzeichnen. Darauf genauer einzugehen, ist etwas schwierig, da wir an dieser Stelle nicht zu viel Spoilern wollen. Nevahs Name ist dabei zum Beispiel etwas fraglich, genau wie der zeitliche Ablauf vor dem Einsetzen der Handlung. Dass Jacksons Eltern nicht selbst aktiv für Aufklärung sorgen, erschien uns unglaubwürdig und nicht plausibel. Auch das Verhalten von Nevahs Bruder Miller ist hier und da nicht schlüssig. Das wird sich dann aber vielleicht im zweiten Band der Reihe aufklären, denn dann wird Miller seine Geschichte erzählen dürfen.

"Seaside Hideaway – Unsafe" berührte uns besonders am Anfang und zum Ende hin sehr, dazwischen verlor die Story zeitweise etwas an Fahrt und wird leicht oberflächlich. Die körperliche Reaktion der beiden Protagonisten aufeinander stehen zu sehr im Mittelpunkt und zu wenig ihre emotionale Verbindung. Dennoch wurden wir sowohl vom Buch als auch vom Hörbuch äußerst gut unterhalten. Die Story bietet Platz für Diskussionen die auch vielleicht dann in "Unseen" aufklären lassen. Dazu müssen wir auch nur noch bis zum 12.10.23 warten und dann werden wir euch sicherlich wieder auf dem Laufenden halten.

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Veröffentlicht am 12.09.2023

Mit dem Strom schwimmen oder mutig sein?

Benjamin
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In "Benjamin – Ein kleiner Fisch mit großem Mut" geht es darum, nicht blind mit dem Strom zu schwimmen; sich genau anzuschauen, welche Wirkung man auf andere hat und dann gegebenenfalls den Mut zu haben, ...

In "Benjamin – Ein kleiner Fisch mit großem Mut" geht es darum, nicht blind mit dem Strom zu schwimmen; sich genau anzuschauen, welche Wirkung man auf andere hat und dann gegebenenfalls den Mut zu haben, sich der Masse zu widersetzen. Genau das tut Benjamin nämlich, als er bemerkt, dass die Bande gar nicht so toll ist, wie er lange gedacht hat.

Die Autorin:

Rocio Bonilla (geboren 1970) ist Illustratorin und Autorin vieler Kinderbücher. Sie studierte Kunst an der Universität Barcelona und arbeitete vor ihrer schriftstellerischen Laufbahn als Malerin, Fotografin und Pädagogin sowie in der Werbebranche. 2010 erschien ihr erstes Kinderbuch, angeregt durch ihre eigene Tochter.

Inhalt:

„Benjamin ist klein und ein bisschen schüchtern. Als ihn eine Bande bei sich aufnimmt, fühlt er sich geschmeichelt. Denn er glaubt, dass sie von allen Fischen bewundert wird. Doch bald muss er feststellen, dass die anderen Angst vor der Bande haben. Benjamin muss eine Entscheidung treffen …
Eine Geschichte über wahre Freundschaft und den Mut, gegen den Strom zu schwimmen.“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Etwas untypisch für Rocio Bonilla erschien mir das Cover diesmal. Die Farben sind bis auf den kleinen Fisch Benjamin im Zentrum fast schon kühl und eintönig. Nur Benjamin sticht mit dem Rot heraus und zeigt seine Individualität. Dargestellt wird eine Szene unter Wasser, die die Bande um Benjamin zeigt, wie sie mit geschlossenen Augen und zufriedener Mimik durch das Meer gleitet. Doch Benjamin hat die Augen geöffnet und wirkt ein wenig überrascht oder ratlos. Wieso das so ist, das erfahren wir in der zauberhaft illustrierten und mit wenigen Worten treffend geschilderten Geschichte.

Auf den Doppelseiten gibt es großflächige Illustrationen, manchmal sogar Bilderreihen, die die Geschichte super in Szene setzen. In kurzen Sätzen beschreibt Rocio Bonilla, was in der Geschichte geschieht und dabei sind die Bilder mit einigen Details gespickt, die das ganze sehr ausdrucksstark verdeutlichen. Zu Beginn ist Benjamin ein glücklicher und zufriedener Fisch, der mit seinen beiden Freunden eine großartige Zeit hat. Doch dann lässt er sich doch von der Bande verführen und schließt sich ihnen an. Es ist ja so einfach, wenn man einfach mitschwimmt und sich selbst um nichts mehr kümmern muss. Da schließt auch er irgendwann die Augen und schwimmt mit dem Strom. Als aber seine ehemals besten Freunde zum Opfer der Bande werden, erkennt Benjamin die Wahrheit hinter all dem. Er begehrt auf und schafft es so, dass auch die anderen Bandenmitglieder ihre Augen nicht mehr vor dem Unrecht verschließen, dass auch sie eins schon gesehen haben.

Die Bilder zeigen mit viel Empathie Benjamins Geschichte und dabei gibt es viele Details aus dem Meer zu bestaunen. Die Bilder sind zwar farbenfroh, aber dennoch nicht so stark leuchtend, dass es unnatürlich wirken würde. Auch die Umweltverschmutzung ist auf den Zeichnungen zu erkennen und bietet einen weiteren Aspekt, den man sicherlich mit den Kindern gut besprechen kann. Ist die Bande zu Beginn der Geschichte noch eher trist und grau, so wird sie bunt und fröhlich, nachdem die einzelnen Mitglieder die Augen geöffnet und sich für ein positives Miteinander entschieden haben.

"Benjamin – Ein kleiner Fisch mit großem Mut" klärt über das blinde Mitschwimmen in einer Gesellschaft auf. Gut gefallen hat mir, dass die Autorin nicht mit dem erhobenen Zeigefinger oder gar anklagend daherkommt. Vielmehr schildert sie einfach den Verlauf der Dinge und am Ende wird sogar der ehemals böse Anführer der Bande mit in die bunte Gemeinschaft aufgenommen. Das Buch eignet sich also auch wunderbar, um in Kindergärten oder anderen pädagogischen Einrichtungen eingesetzt zu werden, um auf Fehlverhalten aufmerksam zu machen und ein harmonisches Miteinander zu schaffen.

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Veröffentlicht am 08.09.2023

Wahre Worte humorvoll verpackt!

Werd bloß nicht groß!
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Ich gebe zu, von Roald Dahl habe ich noch viel zu wenige Bücher gelesen. Mir sind eher seine Filme wie "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "Matilda" bekannt. Neben "Farben" und "Das riesengroße Krokodil" ...

Ich gebe zu, von Roald Dahl habe ich noch viel zu wenige Bücher gelesen. Mir sind eher seine Filme wie "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "Matilda" bekannt. Neben "Farben" und "Das riesengroße Krokodil" habe ich nun "Werd bloß nicht Groß!" gelesen und ich muss sagen, unter den Bilderbüchern gefällt es mir bisher am Besten. Ich liebe es, wie hier die Ansichten der ach so erwachsenen Menschen aufs Korn genommen werden. Denn war nicht jeder Erwachsene auch mal ein Kind und hat ausgetestet, was im Leben alles so möglich ist? Muss man überhaupt erwachsen werden? Was bedeutet das überhaupt? Und sind alle Erwachsenen wirklich erwachsen, respektive vernünftig? All diesen Fragen kann man in Roald Dahls wundervollem Bilderbuch nachgehen und am Ende seine eigene Meinung bilden.

Der Autor und der Illustrator:

Roald Dahl (1916–1990) war ein englischer Autor mit norwegischen Vorfahren. Er arbeitete für die Shell Company in Ostafrika und flog im Zweiten Weltkrieg für die Royal Air Force. Mit seinen vielen Kurzgeschichten für Erwachsene aber auch durch seine phantastischen und humorvollen Kindergeschichten wurde er bekannt. Mehrmals wurde er zum beliebtesten Kinderbuchautor Großbritanniens gewählt. Seine Bücher erschienen außerdem in zahlreichen Sprachen. Einige von ihnen, wie z. B. "Charlie und die Schokoladenfabrik", "Sophie und der Riese", "Hexen hexen", "James und der Riesenpfirsich" oder "Matilda", wurden außerdem verfilmt.

Sir Quentin Saxby Blake (geboren 1932) ist Cartoonist, Illustrator und Kinderbuchautor. Bereits mit 16 Jahren entwarf er erste Zeichnungen für die Zeitschrift Punch. Mit seinen Illustrationen für die Erzählungen von Roald Dahl wurde er international bekannt. Der skizzenhafte Stil seiner Zeichnungen hat einen großen Wiedererkennungswert. Inzwischen hat Blake bereits mehr als 300 Bücher illustriert und erhielt zahlreiche Preise, wie z.B. die Kate Greenaway Medal und den Hans-Christian-Andersen-Preis.

Inhalt:

„Dieses Buch ist für euch Kinder, die ihr WILD, LUSTIG, MUTIG, FRECH und SCHLAU seid. Ihr könnt ALLES tun, was ihr wollt, aber werdet ja nicht ERWACHSEN!
Ein furios-lustiges Fest für alle UNRUHESTIFTERINNEN, TAUGENICHTSE und NERVENSÄGEN – inspiriert von Roald Dahl und illustriert von Quentin Blake.“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Schon das Cover zeigt uns, dass wir es hier nicht mit einer geradlinigen, sauberen Geschichte zu tun haben. Auf einem großen bunten Farbklecks prangt der Titel in weißen Lettern und sagt direkt, worum es hier in diesem Buch gehen wird. Darüber ein Kind verkleidet als König auf einem Einrad. Darunter ein Kind, welches in einer großen Tonne allerlei Dinge vermischt. Was es damit auf sich hat, erfahren wir noch in der Geschichte.

Die eher rudimentären, skizzenhaften Zeichnungen, bei denen es aber an Farbe natürlich nicht fehlen darf, finden sich auch im Buch wieder. Sie sind bunt, sie sind chaotisch und sie sind vor allem eins: lebendig. Ihnen zur Seite gestellt sind kurze, gut verständliche Texte die in Versform geschrieben sind und auch beim Vorlesen eine tolle Dynamik entwickeln. Weder Bilder, noch Texte stehen sich, was ihren Humor betrifft in etwas nach. Hier scheinen zwei sehr fröhliche Menschen aufeinandergetroffen zu sein, die eine absolut mitreißende und lustige Geschichte entwickelt haben.

Zunächst einmal klärt der Autor aber darüber auf, an wen sich das Buch hier richtet. Brave Kinder werden hier keine Freude haben, für sie ist dieses Buch nichts. Aber welches Kind ist schon zu 100% brav? Hier werden die Chaoten, die Rabauken, die aufsässigen Kinder ins Zentrum gestellt. Wie sie sind, ist gut und all das sollte nicht unterdrückt werden. Hier wird für Individualität und Selbstbestimmung eingestanden, denn nur das lässt unser Leben lebenswert sein und nur so wird es Fortschritt geben.

"Werd bloß nicht groß!" ist ein Buch mit einer absolut fantastischen Botschaft. Bleib jung, bleib quirlig, probier Neues aus! Sei mutig, frech, wild und schlau. Sei du selbst und tu, was dich glücklich macht! Koste das Leben in vollen Zügen aus! Das alles versteckt sich in den Zeichnungen und Texten dieses Bilderbuches. Wir sollten uns alle ein Scheibchen davon abschneiden und vor allem unsere Kinder nicht ins System pressen. Lassen wir sie ihre Freiheit einfach genießen.

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Veröffentlicht am 06.09.2023

So unterschiedlich können eigene Schätze sein!

Das große Buch der allergrößten Schätze
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Die Autorin Susanna Isern und die Illustratorin Rocio Bonilla haben schon einige Male bewiesen, dass sie zusammen ganz wunderschöne Bilderbücher erschaffen können. "Das große starke Buch" lässt Kinder ...

Die Autorin Susanna Isern und die Illustratorin Rocio Bonilla haben schon einige Male bewiesen, dass sie zusammen ganz wunderschöne Bilderbücher erschaffen können. "Das große starke Buch" lässt Kinder sich ihrer eigenen Stärken bewusst werden, sie benennen und erkennen, während "Das hier ist doch kein Dschungel" Kinder auf amüsante Weise dazu bringt, ihr Zimmer vielleicht doch ein bisschen häufiger aufzuräumen. In "Das große Buch der allergrößten Schätze" lernen wir nun einige Kinder und ihre ganz individuellen Schätze kennen. Und so findet sicherlich jeder kleine und große Leser heraus, welches sein ganz eigener großer Schatz im Leben ist.

Die Autorin und die Illustratorin:

Susanna Isern arbeitet als Schriftstellerin und Psychologin. Außerdem ist sie Dozentin für Lernpsychologie. Seit 2011 veröffentlichte sie über 30 Kinderbücher, welche in mehr als 16 Sprachen übersetzt wurden. Sie erhielt mehrfach die Silbermedaille des Moonbeam Children’s Book Award in den USA.

Rocio Bonilla (geboren 1970) ist Illustratorin und Autorin vieler Kinderbücher. Sie studierte Kunst an der Universität Barcelona und arbeitete vor ihrer schriftstellerischen Laufbahn als Malerin, Fotografin und Pädagogin sowie in der Werbebranche. 2010 erschien ihr erstes Kinderbuch, angeregt durch ihre eigene Tochter.

Inhalt:

„Was uns glücklich macht, das sind unsere allergrößten Schätze. Saras allergrößte Schätze sind ihre Freunde, Omars allergrößter Schatz ist die Natur, für Mika sind es seine Bücher und Isas allergrößter Schatz sind Tiere.
Familie, Erinnerungen, Natur, Träume, Zeit – was macht dich glücklich? Was ist dein allergrößter Schatz?“
(Klappentext)

Kritik und Fazit:

Vor einem weißen Hintergrund sehen wir zwei der im Buch dargestellten Protagonisten. Ein Junge, der sich um eine Pflanze kümmert, die wild und frei über das Cover wuchert und ein Mädchen, welches auf dem Titel Platz genommen hat und auf dessen Hand ein Vogel sitzt. Die positive Stimmung strahlt einem regelrecht entgegen.

Auch im Innern sind die Bilder hell und freundlich gehalten. Manchmal vor ganz weißem Hintergrund, manchmal breiten sich die Farben aber auch über die kompletten Seiten aus. Auf jeder Doppelseite können wir ein neues Bild bewundern und erfahren in je drei Absätzen etwas über das Kind, welches gerade vorgestellt wird.

Die Texte sind gut verständlich formuliert und so können wir bei jedem erneuten Umblättern ein neues Kind und dessen allergrößten Schatz (manchmal sind es auch mehrere Schätze) kennenlernen. So vielfältig wie die einzelnen Charaktere sind, so individuell sind auch ihre Schätze. Wo des einen Schatz die Familie ist, ist es bei dem anderen die Liebe, Tiere oder die Natur. Jeder Schatz hat seine Berechtigung und beim Lesen dachten wir uns immer wieder: „Ja, das ist auch mein allergrößter Schatz!“. Denn wieso sollte man sich auch auf einen beschränken?

"Das große Buch der allergrößten Schätze" vereint das Können von Susanna Isern, was ihre Ideen und Texte betrifft, mit den fantasievollen Zeichnungen der Illustratorin Rocio Bonilla. Zu ihren Büchern greife ich immer wieder gerne, da sie voller Herzlichkeit, Freude und Liebe sind. Sie laden zum Innehalten und Nachdenken ein und lassen einen mit einem warmes Gefühl im Bauch zurück. Das Buch eignet sich auch super, um in pädagogischen Einrichtungen oder zu Hause mit Kindern in Kontakt zu kommen, sie näher kennenzulernen oder besser einschätzen zu können.

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Veröffentlicht am 04.09.2023

Endlich geht es mit Quinn und Matilda weiter!

Vergissmeinnicht - Was bisher verloren war
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Fast zwei Jahre mussten wir auf die Fortsetzung der Vergissmeinnicht-Trilogie warten. "Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann" war ein schöner Auftakt, der einen in eine ganz neue Welt voller ...

Fast zwei Jahre mussten wir auf die Fortsetzung der Vergissmeinnicht-Trilogie warten. "Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann" war ein schöner Auftakt, der einen in eine ganz neue Welt voller Mythen und Magie mit tollen Charakteren entführte. Obwohl ich das Buch damals in kürzester Zeit verschlungen und wirklich Spaß an der Geschichte hatte, war da noch ein klein wenig Luft nach oben. Und ähnlich geht es mir nun auch mit "Vergissmeinnicht – Was bisher verloren war". So ganz weiß ich immer noch nicht, wo die ganze Geschichte hinführen soll.

Die Autorin:

Kerstin Gier (geboren 1966) veröffentlichte 1995 ihr erstes Buch. Inzwischen sind einige Jugend-, Frauen- und Liebesromane entstanden, welche große Erfolge feiern. Die Edelstein-Trilogie (Rubinrot 2009, Saphirblau 2010 und Smaragdgrün 2010) wurde bereits verfilmt. Auch ihre Silber-Trilogie ist ein internationaler Bestseller.

Inhalt:

„Mit Feen abzuhängen, durch Portale in eine Parallelwelt zu spazieren und Superkräfte zu besitzen, daran hat Quinn sich mittlerweile gewöhnt. Blöd nur, dass ihn jedes Geheimnis, das er aufdeckt, vor neue Rätsel stellt. Ohne Matilda und ihre ganz spezielle Art, den Dingen auf den Grund zu gehen, wäre er völlig aufgeschmissen. Dass er sie doch eigentlich vor den Gefahren des Saums beschützen wollte, hindert Matilda nicht daran, sich kopfüber ins Abenteuer zu stürzen. Denn die beiden müssen dringend ein paar Fragen klären: Steckt eine Geheimgesellschaft hinter dem Tod von Quinns Vater? Wie bändigt man eine Sphinx – und erst die intrigante neue Mitschülerin? Und kann man überhaupt verliebt sein, wenn man ständig in Lebensgefahr gerät?“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Auch beim zweiten Teil der Reihe haben wir ein äußerst detailreich und liebevoll gestaltetes Cover. Diesmal ist es etwas heller gestaltet, anstatt vor einem schwarzen Hintergrund befinden sich die vielen floralen und tierischen Details vor einem blauen Hintergrund. Die Muster sind ähnlich angeordnet, jedoch mit allerlei anderen Details versehen und in der Farbgebung auch mehr in Blautönen gehalten. Der rote Farbschnitt setzt dazu einen tollen Kontrast. Inmitten dieser magischen Atmosphäre prangt der Titel, darunter auf einem Banner verwoben in die Blumen der Untertitel. Fährt man mit den Fingern über den Umschlag, so kann man die floralen Muster in das Papier geprägt spüren. Auch unter dem Schutzumschlag befindet sich wieder das bekannte Weltall mit all seinen Planeten und Sternen, welches dem des ersten Bandes sehr ähnlich ist. Das Vorsatzpapier hat ebenfalls wieder eine tolle Gestaltung erhalten. Das dargestellte Mandala ist diesmal nicht so statisch und clean, sondern mehr fedrig und mystisch.

Die Erzählung des zweiten Teils setzt ein paar Wochen nach dem Ende des ersten Teils ein. Ich war zunächst etwas irritiert darüber, dass Quinn und Matilda nun offensichtlich getrennt sind, den Eindruck hatte ich nach dem Ende von Band eins nämlich nicht. Dort haben sie sich ja per Nachrichten noch ausgetauscht. Nun ja, nachdem ich mich damit abgefunden hatte, konnte ich mich wieder auf die Geschichte einlassen. Doch immer wieder dachte ich mir: Wohin des Weges? Wo soll die Geschichte hinführen? Man hat nach wie vor nicht den Eindruck, dass Quinn und Matilda wirklich vorwärts kommen. Sie bekommen zwar hier und da Antworten auf Fragen, jedoch (wie auch im Klappentext erwähnt) tauchen immer wieder neue ungeklärte Dinge auf. Die beiden tappen also weiter im Dunkeln, was die Prophezeiung anbelangt.

Quinn ist zu Beginn der Erzählung ziemlich stark damit beschäftigt, Matilda zu beschützen, was inzwischen auch sein Grund für die Trennung von ihr ist. Doch Matilda hat natürlich ihren eigenen Kopf und will eigenständig entscheiden, welche Risiken sie eingehen will oder nicht. Außerdem möchte sie natürlich unbedingt selbst den Saum betreten. Da Matilda mit niemanden über all das sprechen kann, trifft sie sich häufig mit dem Dämon Bax. Er zeigt ihr seine Welt und dabei haben wir dann sogar eine Überschneidung mit der Story aus der Silber-Trilogie. Aber auch Verweise zur Edelstein-Trilogie sind in die Geschichte eingestreut. Sowas lässt die Herzen der Fans jener Reihen natürlich gleich etwas höher schlagen.

Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser immer mehr über den Saum und seine Gruppierungen, aber dennoch ist man weiterhin ziemlich unwissend, da es immer nur kleine Bröckchen sind. Da tauchen zum Beispiel die Söhne des Nordens auf, die keine Überlebenden hinterlassen. Mir stellte sich sofort die Frage, wieso hier einerseits jeder tun und töten darf, was und wen er will, andererseits sei Quinn aber in absoluter Sicherheit. Und was hat es mit der Macht der Erinnerung genau auf sich und was hat Matilda damit zu tun? Alles ganz offensichtliche Fragen, die aber leider weder Quinn noch Matilda ihren Vertrauten aus dem Saum stellen.

Natürlich ist die besondere Chemie zwischen Quinn und Matilda wieder ganz wunderbar dargestellt und Matildas Sarkasmus hat mir erneut einige Male ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven geschildert und so überlappen sich die Beschreibungen in einzelnen Szenen hin und wieder, da Matilda und Quinn einige Dinge getrennt voneinander machen und dabei manchmal wieder aufeinanderstoßen. Das gefiel mir sehr gut, denn man bekommt so ein unheimlich gutes Gefühl für die Protagonisten.

Ein paar neue Dinge geschehen in "Vergissmeinnicht – Was bisher verloren war" und ich hatten zwischendurch das Gefühl, dass die Hauptstory etwas durch den Nebenstrang mit der Himäre und mit den anderen menschlichen Saumbesuchern verdrängt wurde. Ich kann zumindest noch nicht erkennen, was diese Szenen genau zum Fortgang der Story beigetragen haben. Da muss ich dann wohl den dritten und abschließenden Band abwarten. So richtig ist der Funke aber nach wie vor leider nicht bei mir übergesprungen. Zu vieles bleibt weiterhin ungeklärt.

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