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Veröffentlicht am 04.12.2021

Spannend, glaubhaft und sehr unterhaltsam!

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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Ein spannendes, unterhaltsames Buch, so viel vorneweg! Ein Buch, das ich leider mal wieder nicht aus der Hand legen konnte. Das ist der Nachteil bei guten Büchern! 😉

Inspektor Leopold von Herzfeldt ermittelt ...

Ein spannendes, unterhaltsames Buch, so viel vorneweg! Ein Buch, das ich leider mal wieder nicht aus der Hand legen konnte. Das ist der Nachteil bei guten Büchern! 😉

Inspektor Leopold von Herzfeldt ermittelt in Wien. Ursprünglich kommt der Inspektor aus Graz und noch vor seinem offiziellen Start bei der Wiener Polizei involviert er sich direkt in die Ermittlungsarbeit bei einem brutalen Mord an einem Dienstmädchen. Die alteingesessenen Kollegen empfangen ihn nicht unbedingt mit offenen Armen, ist von Herzfeldt doch ein Anhänger der damals neuen Technologien, z.B. der Tatortfotografie. So wird er auch erst einmal „charmant“ auf Abstellgleis befördert und auf einen versuchten Grabraub von Bernhard Strauß, dem Halbbruder des berühmten Komponisten, angesetzt.
Auf dem Zentralfriedhof kommt er so in Kontakt mit Augustin Rothmayer, dem Totengräber. Dieser kommt erst schrullig rüber, entpuppt sich aber im Laufe des Romans als echte Unterstützung und als belesener Kenner des Todes.

„Das Buch des Totengräbers“ ist der Auftakt einer neuen Reihe von Oliver Pötzsch und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Der Autor zeichnet glaubhafte, vielschichtige Charaktere. Zentralle Figuren im Buch sind der Inspektor Leopold von Herzfeldt, der Totengräber Augustin Rothmeyer und die Telefonistin Julia Wolf, die auch die eine oder andere Überraschung bereithält. Der Autor schafft es die Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Das Buch ist in keinem Moment langweilig und ich finde es interessant wie er die damals neuen, heute etablierten Technologien mit einfließen lässt. Technologien, wie Kameras, Fahrräder, Autos, denen die Menschen skeptisch gegenüber gestanden sind und andere wiederum offen. Da fragt man sich, was in unserer Zeit bald noch Neues dazukommt.

Ein sehr spannendes Buch, mit glaubhaften Charakteren und gut recherchiertem Hintergrundwissen. Ich freue mich auf eine Fortsetzung!
Klare Leseempfehlung von meiner Seite!

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Veröffentlicht am 04.12.2021

Zunächst unterhaltsam, dann leider nicht überzeugend

Erben wollen sie alle
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Ich habe mich sehr auf das neuste Buch der Autorin Tessa Henning „Erben wollen sie alle“ gefreut. Ich mag den Bezug zu Spanien, denn ich war schon oft auf Mallorca und auch in Soller und war direkt angetan ...

Ich habe mich sehr auf das neuste Buch der Autorin Tessa Henning „Erben wollen sie alle“ gefreut. Ich mag den Bezug zu Spanien, denn ich war schon oft auf Mallorca und auch in Soller und war direkt angetan vom Ort der Handlung. Zuerst ging es ganz unterhaltsam los und ich war gespannt was sich Bianca für ihre bucklige Verwandtschaft überlegt hatte. Nur wer sie wirklich liebt, soll später erben... was steckt da wohl dahinter?

Bianca, unsere Hauptfigur, feiert ihren 75. Geburtstag zusammen mit ihrer neuen liebe „Wolfi“ Wolfgang. Die Beiden planen eine Weltreise und deshalb möchte Bianca ihre Finca auf Mallorca verkaufen. Als die Kinder dies erfahren, sind sie besorgt, dass Wolfi ein Heiratsschwindler sein könnte, der ihre Mutter nur ausnehmen will…und sie dabei ganz nebenbei um ihr Erbe bringen wird. Das gilt es zu verhindern und so reist die ganze Verwandtschaft nach Mallorca, um sich Klarheit zu verschaffen.

Bianca ist eine sympathische und aktive Frau, die noch einmal durchstarten und etwas erleben möchte, sie will die Welt entdecken und sich vom materiellen Ballast trennen. Der Kontakt mit den Kindern ist eingeschlafen und sie hatten sie bisher selten bis gar nicht auf Mallorca besucht.
Die Geschichte wird aus den verschiedenen Perspektiven der einzelnen Familienmitgliedern erzählt. Es geht um dieselben Themen, die jede Familie erlebt… Wünsche, Hoffnungen, Zuneigung, Enttäuschungen, missverstandene Kommunikation. In Bianca´s Familie gilt es so Einiges aufzuarbeiten.

Die Geschichte ging zunächst unterhaltsam los, wurde dann aber immer langweiliger. Der Humor kam mir irgendwie zu kurz, die einzelnen Persönlichkeiten fand ich nicht glaubwürdig genug. Zum Schluß zu wurde es wieder besser, aber insgesamt hat mich der Umgang mit den verschiedenen Themen, z.B. Alzheimer, wenig überzeugt.

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Veröffentlicht am 04.12.2021

Geniales Buch über eine nicht ganz alltägliche Schwesternbeziehung

SCHWEIG!
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Das Buch hat mich direkt angesprochen. Ich finde schon das Cover faszinierend... der einzelne rote Baum, da kommt man direkt auf viele unterschiedliche Assoziationen. Einer fällt aus der Reihe, ist verhaltensauffällig. ...

Das Buch hat mich direkt angesprochen. Ich finde schon das Cover faszinierend... der einzelne rote Baum, da kommt man direkt auf viele unterschiedliche Assoziationen. Einer fällt aus der Reihe, ist verhaltensauffällig. Rot als Signalfarbe, die Gefahr bedeutet. Blut das im Wald vergossen wird. Wenn man dann noch die Beschreibung des Buches liest, dann denkt man nur, sehr spannend, möchte ich unbedingt gerne lesen.

Und genau so erging es mir auch beim Lesen von Anfang an. Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen, weil es so spannend war.
Es ist ein ganz besonderer Thriller, genial geschrieben, über eine nicht ganz alltägliche Schwesternbeziehung, die irgendwie aus dem Ruder läuft oder schon länger nicht mehr ganz normal ist. Spannend wie die Autorin es schafft mit wenigen Charakteren und einer Handlung, die eigentlich nur in einem Haus im Wald spielt, so viel Spannung zu erzeugen und das ganze Buch über aufrecht zu erhalten. Ich dachte bei jeder Seite, gleich knallt es….

Esther ist die ältere Schwester. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie will immer alles unter Kontrolle haben, ihren Willen durchsetzen und fühlt sich für alles und jeden verantwortlich.
Sue ist die jüngere Schwester, die allein in einem großen Haus mitten im Wald lebt. Am Tag vor Weihnachten fährt Esther ihre Schwester besuchen. Sie fühlt sich verpflichtet und will den Besuch eigentlich so schnell wie möglich hinter sich bringen.

Die Autorin erzeugt eine unglaubliche Spannung, indem sie abwechselnd aus der Perspektive von Esther und Sue über dieselbe Sache berichtet, aber die jeweils ganz eigene Sicht der Dinge sehr eindrucksvoll schildert. In diesem Buch ist nichts wie es anfangs scheint. Die Schwestern befinden sich in einer toxischen Schwesternbeziehung, die besitzergreifen, übergriffig und manipulativ ist. Man solidarisiert sich mit Einer der Schwestern und plötzlich hat man ein paar Seiten später einen komplett anderen Eindruck der Situation und ist sozusagen ständig hin und her gerissen, wen man mögen und wem man glauben soll.

Die Spannung ist von Anfang bis Ende konstant auf einem hohen Niveau, während sich die Situation der beiden Schwestern immer mehr zuspitzt.
Großartig und absolut lesenswert!!! Ich fand das Buch toll!!!

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Veröffentlicht am 04.12.2021

Unterhaltsamer, spannender Thriller, der sein Potenzial nicht ausschöpft…

Waldeskälte
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Das Cover hat mich direkt angesprochen. Die Farbgestaltung und das Motiv vermitteln direkt den Eindruck dass spannenden Dinge im Wald passiert sind, dass der Täter Interesse hat, das Ganze in den Nebel ...

Das Cover hat mich direkt angesprochen. Die Farbgestaltung und das Motiv vermitteln direkt den Eindruck dass spannenden Dinge im Wald passiert sind, dass der Täter Interesse hat, das Ganze in den Nebel der Verwiegenheit zu hüllen, damit ja nichts ans Sonnenlicht kommt. Man ist bei dem Buch direkt mitten im Geschehen, was mir sehr gut gefällt.

Das Cover vermittelt es schon, aber ich war überrascht wie die düstere Stimmung des Handlungsortes durch das ganze Buch durchgezogen wurde. Fand ich aber sehr passend, weil es die Geschichte gut unterstützt. Man fühlt sich direkt in die regnerische, düstere Bergregion versetzt. Der Autor bekommt die Atmosphäre des Ortes, des Buches, der Geschichte sehr gut vermittelt. Ähnlich wie der Handlungsort selbst ist auch die Protagonistin Valeria Ravelli eher distanziert und unnahbar für den Leser, was aber nicht stört, im Gegenteil, es macht die Figur glaubhafter. Schliesslich war Ravelli selbst eine der drei Mädchen, die vor einundzwanzig Jahren verschwunden sind und die Einzige, die lebend wieder aufgetaucht ist. Das macht etwas mit einem Menschen, vor allem wenn er zum Zeitpunkt der Entführung erst vierzehn Jahre alt war. Entsprechend habe ich die Charakter und die Figur Ravelli sehr glaubhaft wahrgenommen.

Die Geschichte an sich gefällt mir sehr gut. Die Entführung vor einundzwanzig Jahren, die nie aufgeklärten Mordfälle, erneuter Fall in der Gegenwart. Da war sehr viel Potenzial. Leider wurde meiner Meinung nach das Potenzial nicht voll ausgeschöpft, bzw. war mir Manches was wahrscheinlich mystisch und übernatürlich wirken sollte einfach zu abstrakt, weil ich nicht an solche Dinge glaube. Es wurde zwar dann später schlüssig aufgelöst, aber in meinem Fall ging das zu Lasten der Spannung.

Insgesamt ein solider, lesbarer, durchaus unterhaltsamer und spannender Thriller mit etwas verschenktem Potential.

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Veröffentlicht am 04.12.2021

Unterhaltsame Familiensaga im Berliner der 20er Jahre

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
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Der Auftaktroman der neuen Reihe überzeugt am Anfang mehr als zum Ende hin.
Drei sehr unterschiedliche Frauen stehen im Zentrum des Geschehens. Luise und Ilse haben es aufgrund ihrer gesellschaftlichen ...

Der Auftaktroman der neuen Reihe überzeugt am Anfang mehr als zum Ende hin.
Drei sehr unterschiedliche Frauen stehen im Zentrum des Geschehens. Luise und Ilse haben es aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung im Leben einfacher als die Dritte, Ella, ein Arbeiterkind. Alle drei Frauen werden in dieselbe Zeit hineingeboren, die durch ein sehr klassisches und traditionelles Frauenbild geprägt ist. Alle drei versuchen auf sehr unterschiedliche Art und Weise mit dem traditionellen Frauenverständnis zu brechen, ob bewusst und provokant bei der Einen und in völlig anderer Art bei den Anderen. Da ich nicht spoilern will, verrate ich nur, dass der Bruch auch durch die sexuelle Orientierung erfolgt.
Eine abweichende sexuelle Orientierung wurde damals noch viel weniger akzeptiert als heute und wenn überhaupt, dann nur bei „Randgruppen“ wie Künstlern und Intellektuellen, aber nicht bei Töchtern und Söhnen aus einem „guten, bürgerlichen Haus“.
Ilse kämpft gegen ihren konservativen Vater an und wünscht sich gleichzeitig seine Aufmerksamkeit, die aber nur der ältere Bruder Johannes bekommt. Von Johannes wird erwartet, dass er der Erste und Beste in allem ist. Zu Beginn wird er dieser Anforderung durchaus gerecht. Luise ist verliebt in die beiden Nachbarjungs Robert und Johannes und beide lieben auch Luise und buhlen um ihre Gunst. Luise ist intelligent und modern und arbeitet bei der Kripo.

Die Geschichte dreht sich um die drei Frauen und die beiden Männer. Der Roman beginnt in den 1920er Jahren, in einer gesellschaftlich und politisch sehr spannenden und unsteten Zeit. Einerseits wird Zeitgeschichte erzählt und andererseits auch das ganz normale Leben, oder doch nicht so ganz normale Leben, der 5 Protagonisten. Denn was ist in einer Kriegszeit schon normal.
Man fiebert und leidet mit den Protagonisten.

Das Buch hat viele schöne, spannende und unterhaltsame Momente und gefällt mir sehr gut. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Geschichte glaubhaft und nachvollziehbar aufgebaut. Manche Entwicklungen sind zwar sehr voraussehbar, aber dennoch unterhaltsam beschrieben. Schön auch wie der Bahnhof Friedrichsstraße in Berlin in die Geschichte eingebunden wird, mit allen Höhen und Tiefen.

Schade finde ich nur, dass doch sehr deutlich wird, dass die Geschichte noch weitergeht, was die Spannung ein bisschen nimmt und es eher eine unterhaltsame Erzählung wird, aber dennoch von meiner Seite eine klare Leseempfehlung.

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