Profilbild von Cassandra2000

Cassandra2000

Lesejury Profi
offline

Cassandra2000 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Cassandra2000 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Düster und blutig

Flut aus schwarzem Stahl
0

Ein dicker Fantasy-Wälzer und -wie im Genre üblich- ein Mehrteiler. Im ersten Band der neuesten Reihe um Blut und Ehre lernen wir im bekannten Ascarlia-Universum vier Protagonisten kennen. Ruhlin, das ...

Ein dicker Fantasy-Wälzer und -wie im Genre üblich- ein Mehrteiler. Im ersten Band der neuesten Reihe um Blut und Ehre lernen wir im bekannten Ascarlia-Universum vier Protagonisten kennen. Ruhlin, das Feuerblut, der sich selbst das größte Rätsel ist, Thera, eine starke Frau, die für die Schwesternköniginnen für „Gerechtigkeit sorgen soll, Felnir ihr Bruder, ungestüm und verschuldet, als Söldner im Dienst seines ungeliebten Vaters und schließlich Elvine, die am wenigsten durchschaubar, einem alten Glauben anhängt und ebenfalls in den Dienst der Königinnen verpflichtet wird. Die Welt, die Anthony Ryan zeichnet ist gewalttätig und unerfreulich. Es gilt das Recht des Stärkeren, die Mythen und Gebräuche sind nah an derzeit populären Wikingerdramen angesiedelt. Natürlich gibt es auch Magie. Es dauerte lange, bis ich mich in diesem düsteren Universum zurechtgefunden hatte, denn bis zur Hälfte des Romans hat die Geschichte nicht so recht Fahrt aufgenommen. Dann aber ging es Schlag auf Schlag, es wurde richtig spannend und ich möchte nach 600 Seiten immer weiterlesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2026

Nicht meins

Verbrenn das Negativ
0

Ich mag gute Horrorstories, habe viele Filme gesehen. Hier werden viele Anspielungen gemacht auf Klassiker des Genres aber das hilft wenig. Weder war es komisch noch hat mich der Roman Stelle berührt, ...

Ich mag gute Horrorstories, habe viele Filme gesehen. Hier werden viele Anspielungen gemacht auf Klassiker des Genres aber das hilft wenig. Weder war es komisch noch hat mich der Roman Stelle berührt, gepackt oder abgeholt. Die Spannung blieb für mich konstant auf Nullinie. Worum geht es?
Die Heldin Polly Tremaine hat als Kinderstar in einem schlechten Horrorstreifen mitgespielt. Während der Dreharbeiten kam die halbe Crew auf mysteriöse Weise zu Tode. Der Film gilt als verflucht. Und nun, viele Jahre später wird ein Remake gedreht. Polly, die inzwischen ihren Namen geändert hat, nach England geflüchtet ist und dort als Film-Journalistin arbeitet, soll darüber berichten.
Wieder sterben Menschen, Polly leidet unter Absencen. Permanent agiert sie völlig sinnfrei, unlogisch bis vollkommen aberwitzig. Ein kettenrauchendes Medium, eine dümmliche Schwester und ein merkwürdiger Exfreund beleben die Szenerie kaum.
Ich habe mich gequält mit dem Text.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.12.2025

Angenehm altmodisch

Tod zur Teestunde
0

Der Titel könnte von Agatha Christie stammen, aber natürlich ist das Absicht. Das beliebte Motiv vom „Buch im Buch“, die Verschachtelung von mehreren Mordfällen, Motiven und Alias-Personen, all das ist ...

Der Titel könnte von Agatha Christie stammen, aber natürlich ist das Absicht. Das beliebte Motiv vom „Buch im Buch“, die Verschachtelung von mehreren Mordfällen, Motiven und Alias-Personen, all das ist geschickt gemacht und es ist ein Genuss, eine Matrioschka-Story nach der anderen beim Lesen zu öffnen. Atticus Pünd, der Gentleman-Detektiv bleibt charakterlich blass im Gegensatz zu den unsympathischen Verdächtigen, die allesamt Dreck am Stecken haben. Niemand ist in diesem Reigen unschuldig, nicht einmal die Opfer. Und so ermittelt Susan Ryland, die es eigentlich besser wissen müsste, als sich noch einmal im Dunstkreis des zu Recht verstorben, diabolischen Autors Alan Conway aufzuhalten, erneut. Und diesmal ist sie selbst verdächtig. Wer hat Elliot Crane ermordet? Für LeserInnen, die gerne auf altmodische Art knobeln, Anagramme sexy finden und einen guten Plot zu schätzen wissen, sind die Marble Hall Murders ein Muss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2025

Raus in den Schnee

Wintern
0

Ich liebe den Winter und ich hasse ihn. Als ich die Buchvorstellung zu „Wintern“ sah, fühlte ich mich direkt angesprochen. Das Cover wirkt heimelig, so richtig hygge und ein Sachbuch zur Änderung der Mindsets ...

Ich liebe den Winter und ich hasse ihn. Als ich die Buchvorstellung zu „Wintern“ sah, fühlte ich mich direkt angesprochen. Das Cover wirkt heimelig, so richtig hygge und ein Sachbuch zur Änderung der Mindsets zum Thema „dunkle Jahreszeit“ kam mir im November gerade recht. Leider ist es jedoch so, dass die Autorin nicht so recht auf den Punkt kommt und wenn sie es nach langen Ausführungen doch tut, dass ist es relativ banal und wird gebetsmühlenartig wiederholt. Ja, es liegt an der inneren Einstellung wie wir die Welt und somit den Winter erleben. Ja, rausgehen und Freund treffen und sich bewegen ist gut für die Seele. Dass das im Tiefschnee, nordischem Kulturprogramm und Langlaufskiern noch mehr Spaß macht, keine Frage. In unseren Breitengraden ist es wohl eher das graue, regenverhangene Klima, das uns das Leben schwer macht. Kerze an, schönes Buch. Ja. Hab ich schon geahnt. Insofern wenig Mehrwert. Dennoch ein entschleunigendes Sachbuch mit positiven Inhalten. Wäre es nicht so aufgebauscht, dann hätte es mir deutlich besser gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.10.2025

Geht unter die Haut

Der brennende Garten
0

Ich habe für diesen Roman, der sich liest wie ein Report, deutlich länger gebraucht, als ich dachte. Das liegt vor allem daran, dass der Inhalt schwer verdaulich und die Schreibweise eher nüchtern ist. ...

Ich habe für diesen Roman, der sich liest wie ein Report, deutlich länger gebraucht, als ich dachte. Das liegt vor allem daran, dass der Inhalt schwer verdaulich und die Schreibweise eher nüchtern ist. Ich war schon zwei Mal in Sri Lanka, beide Male als Touristin, ohne große Ahnung von den politischen Verhältnissen im Land. Was mir aber auffiel, war die Stimmung verhaltener Aggression in der Bevölkerung. Ich lernte bei meiner ersten Reise nur den singhalesischen Teil kennen, denn es war damals verboten den tamilischen Teil zu bereisen. Über Politik wurde nicht gesprochen. Es war von den“ bösen Rebellen“ die Rede, den berüchtigten Tigers. Ich habe erst viel später verstanden wie sehr der Bürgerkrieg und die wechselnde Besatzung die wunderbar fruchtbare, unglaublich schöne Insel verwüstet haben. Inzwischen habe ich eine Ahnung. Der brennende Garten, im Original „brotherless nights“ gab mir ein Verständnis für die tamilische Seite. Die Autorin bezeugt den Schrecken der tief patriarchalisch geprägten Auseinandersetzung zwischen Rebellen und Regierung aus feministischer Sicht. Wie wohltuend ein weiblicher Blick auf die Geschichte ist! Die Rolle Indiens und der Vereinten Nationen werden gestreift. Die Vorgeschichte bleibt bis auf die Aussage, dass die Tamilen von der britischen Besatzung bevorzugt wurden, fast unerwähnt.
Die Lektüre hat mir ein Verständnis für den schier unlösbaren Konflikt vermittelt, sich beim Kampf um Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit auf eine Seite stellen zu müssen. Meiner Ansicht nach ist es der Autorin außergewöhnlich gut gelungen zu vermitteln, dass kein noch so großes Ziel alle Mittel rechtfertigt und dass es letztlich immer darum geht, für sich persönlich integre Entscheidungen zu treffen. Kein Soldat ist unschuldig, wenn er den Abzug drückt, kein Mensch sollte gegen seine Überzeugung handeln.
Ich bin sehr froh, den Roman gelesen zu haben und wünsche mir, dass er eine große Reichweite bekommt. Es brauchte ein wenig Zeit, aber nachdem ich mich auf den distanzierten Blick der Autorin eingelassen habe, der es wahrscheinlich erst ermöglicht auf derart schlimme Geschehnisse zu blicken, ohne zu hassen oder einfach zu kollabieren, fand ich den Text unglaublich berührend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere