Sanft, klug und überraschend tief – ein kleines Juwel
Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essenLasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen ist einer dieser seltenen Romane, die gleichzeitig leise und kraftvoll sind. Kikuko Tsumura schreibt mit einer scheinbar mühelosen Leichtigkeit über Erschöpfung, ...
Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen ist einer dieser seltenen Romane, die gleichzeitig leise und kraftvoll sind. Kikuko Tsumura schreibt mit einer scheinbar mühelosen Leichtigkeit über Erschöpfung, Arbeitskultur und das Bedürfnis, sich der Welt für einen Moment zu entziehen – und trifft dabei genau diesen feinen Punkt zwischen Melancholie und Humor. Die Hauptfigur wirkt so authentisch, so unaufgeregt menschlich, dass man sich in ihren Gedanken wiederfindet, selbst wenn man ihr Leben nicht teilt. Besonders beeindruckt hat mich, wie Tsumura alltägliche Situationen in kleine Beobachtungsjuwelen verwandelt, die lange nachhallen. Der Roman ist still, aber nie langweilig; sanft, aber nie belanglos. Für mich ein kluges, warmes, wunderbar eigenwilliges Buch, das zeigt, wie befreiend es sein kann, einfach mal sitzen zu bleiben – und Yakisoba zu essen.