Zwischen Tradition und Selbstbestimmung
Break the Rules ist der Auftaktband der Limerick Love-Trilogie von Kristin Maciver, erschienen im Droemer Verlag.
Lady Vivienne FitzGerald fühlt sich in ihrem eingeschränkten Alltag auf Limerick Castle ...
Break the Rules ist der Auftaktband der Limerick Love-Trilogie von Kristin Maciver, erschienen im Droemer Verlag.
Lady Vivienne FitzGerald fühlt sich in ihrem eingeschränkten Alltag auf Limerick Castle gefangen und lehnt die geplante Heirat mit Sir Liam ab. Auf der Suche nach Selbstbestimmung verkleidet sie sich als Junge und tritt einem Hurling-Team bei. Dabei entdeckt sie nicht nur ihre Begeisterung für den Sport, sondern entwickelt auch Gefühle für ihren Mitspieler Ruairí. Allerdings stehen ihre unterschiedlichen sozialen Hintergründe und eine konfliktreiche Vergangenheit zwischen ihren Familien im Weg.
Was für eine geniale Geschichte! Ich kann gar nicht so genau sagen, welcher Aspekt mir am besten gefallen hat: die Historie des 15. Jahrhunderts in Irland - der Sport-Aspekt: Hurling - ein irischer Mannschaftssport: eine Mischung aus Rugby und Fußball oder die Kombination Romance und Sport! Jedenfalls bin ich richtig begeistert. Ich konnte sogar mit der Autorin auf der Buchmesse über besagten Sport plaudern, ob es so etwas tatsächlich gab. Und ja, gab es, Kristin Maciver hat dies gut recherchiert.
Der Schreibstil lässt sich fließend lesen, so dass ich von Beginn an richtig mitgerissen wurde. Besonders hervorzuheben ist die Einbettung Irlands ins 15. Jahrhundert, die einen authentischen Einblick in die damaligen gesellschaftlichen Strukturen bietet. Der Kontrast zwischen der anglo-irischen Oberschicht und der unterdrückten gälischen Bevölkerung wird eindrücklich dargestellt.
Wir erleben Lady Vivienne, die zur herrschenden Schicht gehört, aber ihre Rolle als künftige Ehefrau spielen muss. Ihr zukünftiger Ehemann macht keinen Hehl daraus, was er von ihr erwartet und setzt dies auch mit roher Gewalt durch. Ich war mehr als einmal schockiert.
Gleichzeitig bringt der Hurling-Sport eine interessante dynamische und ungewöhnliche Komponente in die Handlung, die der Geschichte viel Lebendigkeit und „Freiheit“ verleiht. Die Hurling-Szenen – sei es im Training, im Wettkampf oder beim Feiern danach – sind anschaulich beschrieben und tragen zur besonderen Atmosphäre des Romans bei.
Ergänzt wird die Handlung durch die Aufarbeitung der Vergangenheit, insbesondere durch die Umstände des Todes von Viviennes Mutter, die zusätzlichen Konfliktstoff liefert.
Fazit: Ein ungewöhnlicher aber genialer Genre Mix, eine phantastische historische Kulisse und eine überaus mitreißende Love Story, der ich bis zum Schluss wie verrückt mitgefiebert habe. Ich bin absolut überzeugt und gebe eine absolute Leseempfehlung!