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Veröffentlicht am 25.04.2026

Empfehlung für Kindergärten und Grundschulen

Ferri
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Ein kleiner Fisch wird gemobbt! Kindergeschichte über das Hilfeannehmen Ferri versteht die Welt nicht mehr: Warum sind plötzlich die anderen Meerestiere gemein zu ihm? Erst wird er beschimpft und dann ...

Ein kleiner Fisch wird gemobbt! Kindergeschichte über das Hilfeannehmen Ferri versteht die Welt nicht mehr: Warum sind plötzlich die anderen Meerestiere gemein zu ihm? Erst wird er beschimpft und dann ausgelacht. Und wenn er sich wehrt, wird alles nur schlimmer. Zuhause sagt er nichts – vielleicht ist ja er selber das Problem? Zum Glück gibt es den klugen Wali. Er erkennt, was los ist, und hilft Ferri und den anderen Meeresbewohnern, einen Weg aus der Situation zu finden. «Ferri – mutig ist, wer Hilfe holt!» ist eine warmherzig erzählte Tiergeschichte rund um Ausgrenzung, Mut und Zusammenhalt – ideal, um mit Kindern ab 4 Jahren über Mobbing zu sprechen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Eine Kindergeschichte über Meerestiere, die das Selbstvertrauen stärkt Beleidigungen, Auslachen und Drohen: Warum sind diese Fische so fies? Inklusive Information zum Thema für Eltern: Was können Kinder bei Mobbing tun? Aktiv werden gegen Mobber: Gründe für gemeines Verhalten verstehen, solidarisch sein und Hilfe annehmen Empathische Anti-Mobbing-Geschichte für Kinder in Kindergarten und Grundschule So wie du bist, so ist es gut! Selbstbewusstsein von Mobbingopfern stärken Rocho, Krabbi und Kraki lachen Ferri aus, beschimpfen und bedrohen ihn sogar – doch der kleine Fisch behält die Gemeinheiten für sich. Er schämt sich, möchte kein Feigling sein und vor allem nicht petzen. Zum Glück trifft er den klugen Wal, der ihm zeigt: Mobbing sagt nichts über Ferri aus, sondern über die anderen. Er trägt keine Schuld an dem hässlichen Verhalten – und es ist mutig, sich Hilfe zu holen!


Mein Leseeindruck/Fazit:

Mobbing ist ein Thema, das vielen Erwachsenen und Kindern leider allzu bekannt ist  und genau hier setzt das wunderbare Buch „Ferri: Mutig ist, wer Hilfe holt!“ an. Die Autorin Gertraud Mesner, selbst erfahrene Erzieherin, hat gemeinsam mit Beate Welsch, einer talentierten Puppenspielerin, ein packendes und zugleich kindgerecht erzähltes Abenteuer geschaffen, das sowohl spannend als auch nachdenklich macht.


Im Mittelpunkt steht der kleine Fisch Ferri, der plötzlich von seinen Artgenossen beschimpft und ausgegrenzt wird. Die Situation ist bedrückend, denn Ferri traut sich nicht, sich zu wehren oder Hilfe zu holen, aus Angst, alles könnte noch schlimmer werden. Dieses Gefühl kennen viele Kinder nur zu gut, und genau hier zeigt das Buch sensibel die Grenzen auf: Wann ist der richtige Zeitpunkt, mutig zu sein und sich anderen anzuvertrauen?


Ganz behutsam vermittelt das Buch, wie wichtig es ist, den Mut zu finden, Hilfe zu suchen. Denn Mobbing lässt sich nur gemeinsam überwinden; sei es mit Freunden, Lehrern oder Eltern. Die liebevollen Illustrationen und klaren, leicht verständlichen Texte laden Kinder und Jungleser ein, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, ohne überfordert zu werden.


„Ferri: Mutig ist, wer Hilfe holt!“ ist daher eine großartige Empfehlung für Kindergärten und Grundschulen. 

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Da geht noch mehr!

Warnemünder Witwen
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In „Warnemünder Witwen“ lernen wir Karoline von Altstätt kennen, eine ambitionierte Immobilienmaklerin, die sich auf Luxusobjekte spezialisiert hat. Die Autorin Henrietta Hartl hat hier einen vermeintlich ...

In „Warnemünder Witwen“ lernen wir Karoline von Altstätt kennen, eine ambitionierte Immobilienmaklerin, die sich auf Luxusobjekte spezialisiert hat. Die Autorin Henrietta Hartl hat hier einen vermeintlich spannenden Schauplatz gewählt, der nach Glanz und Glamour klingt und genau die richtige Kulisse für einen High-Society-Krimi sei, so dachte ich zumindest. Doch der Schein trügt.


Karoline wird von einem mysteriösen Stalker verfolgt, was eigentlich gute Voraussetzungen für Nervenkitzel bietet. Wer steckt hinter der Bedrohung? Was sind die Motive? Das Rätsel hätte die Spannung ordentlich anheizen können. Leider bleibt es bei einem Versuch, denn die Geschichte entwickelt sich eher zu einem durchschnittlichen Krimi ohne den erhofften Pep.


Man merkt, dass Henrietta Hartl ihrer Protagonistin Esprit verleihen wollte. Sie hat Karoline mit einem gewissen Stil ausgestattet, der aber leider nicht zündet. Die Hauptprotagonistin bleibt während des gesamten Buches recht unnahbar, was es schwer macht, mit ihr mitzufiebern oder sich wirklich für ihr Schicksal zu interessieren. Gerade in einem regionalen Krimi ist die emotionale Verbindung zu den Figuren oft der Schlüssel zur Spannung, hier fehlt sie schlichtweg.
Auch das Tempo des Romans wirkt eher gemächlich, sodass die Story nie richtig Fahrt aufnimmt. Trotz des interessanten Settings und der mysteriösen Nebenhandlung bleibt die Atmosphäre blass und der Funke will einfach nicht überspringen.


Kurz gesagt: „Warnemünder Witwen“ hatte alles, um ein spritziger und packender High-Society-Krimi zu werden, doch leider konnte mich das Buch nicht begeistern. Schade, ich hatte mir mehr erwartet! Für alle, die auf leichte Unterhaltung stehen und die Küstenkulisse mögen, könnte es dennoch einen Blick wert sein. Für echte Spannungshungrige gilt allerdings: Da geht mehr!

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Ihr letztes Auto ist immer ein Kombi

Konstantins Erbe
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In „Konstantins Erbe“ entführt uns Coco Eberhardt in eine außergewöhnliche Welt zwischen Leben und Tod, und das mitten in der außergewöhnlichen Corona-Zeit. Im Zentrum steht Konstantin, ein Bestatter mit ...

In „Konstantins Erbe“ entführt uns Coco Eberhardt in eine außergewöhnliche Welt zwischen Leben und Tod, und das mitten in der außergewöhnlichen Corona-Zeit. Im Zentrum steht Konstantin, ein Bestatter mit Ecken und Kanten: Schlaflos,  Kettenraucher und durchaus dem einen oder anderen Gläschen zuzuneigt. Besonders macht ihn jedoch die ständige Begleitung durch die Stimme seiner verstorbenen Tante Fanny, die ihn mal mehr, mal weniger hilfreich durch seinen Alltag begleitet.

Die Handlung nimmt an Fahrt auf, als Konstantin einen ganz besonderen Auftrag erhält, der nicht nur seine Arbeit, sondern sein ganzes Leben gehörig durcheinanderbringt. Dabei schafft es die Autorin meisterhaft, das beklemmende Gefühl der Pandemie mit ihren Masken und Ausgangssperren in die Geschichte einzubauen ohne dass es je schwerfällig oder zu ernst wirkt. Stattdessen verbindet Coco Eberhardt geschickt absurde, fast schon bizarre Situationen mit humorvollen Momenten, die das Lesen zu einem echten Vergnügen machen.

Die Charaktere wirken dabei authentisch und lebendig. Konstantin ist kein typischer Held, eher ein Mensch mit Macken und Schwächen, was ihn umso sympathischer macht. Manchmal etwas überdreht, aber eben genau dadurch so richtig nah am Leben.

„Konstantins Erbe“ ist somit viel mehr als nur eine Geschichte über einen Bestatter. Es ist ein Spiegelbild einer besonderen Zeit mit all ihren skurrilen und ernsten Facetten, erzählt in einem unterhaltsamen, flüssigen Stil, der niemals langweilig wird. Wer auf schräge Charaktere und überraschende Wendungen steht, findet hier definitiv eine neue Lieblingskrimireihe.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Willkommen im Ruhrpott der Achtziger!

Leberwurst mit Gürkskes
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"Ach ja, wo ist nur die Zeit geblieben?", mit diesem Seufzer entführte mich Elke de San Antonio in ihrem Roman „Leberwurst mit Gürkskes“ mitten hinein in die knallbunte und schräge Welt der 80er Jahre. ...

"Ach ja, wo ist nur die Zeit geblieben?", mit diesem Seufzer entführte mich Elke de San Antonio in ihrem Roman „Leberwurst mit Gürkskes“ mitten hinein in die knallbunte und schräge Welt der 80er Jahre. Wer damals gerne das TV-Highlight „Ein Colt für alle Fälle“ schaute und dabei genüsslich Leberwursthäppchen mit Essiggürkchen knabberte, wird sich sofort heimisch fühlen.

Im MMittelpunktdes Romans steht der schüchterne Manfred, ein ganz gewöhnlicher Typ, der weder als Frauenheld glänzt noch im Mittelpunkt stehen will. Sein ruhiges Leben gerät jedoch gehörig aus den Fugen, als die attraktive Grit über ihm einzieht. Plötzlich wird aus dem Couch-Potato ein Mann mit Herzklopfen und Nerven aus Drahtseilen. Grit fasziniert Manfred auf eine Weise, die er so nicht erwartet hatte. Doch wie es in guten Geschichten so ist: Nur weil man mal kurz den Mut fassen möchte, läuft nichts reibungslos. Grits Ex-Verlobter taucht auf und sorgt für zusätzlichen Wirbel und das Chaos ist perfekt.

Elke de San Antonio versteht es meisterhaft, die Atmosphäre jener Zeit mit lebendigen Beschreibungen aufleben zu lassen. Die Geschichte wirkt nicht wie ein staubiges Retro-Nostalgie-Porträt, sondern wie eine kleine Zeitreise, die charmant und humorvoll zeigt, wie das Leben in den 80ern tatsächlich war. Schräge Situationen, authentische Charaktere und allerlei kuriose Details machen den Lesegenuss besonders.

Wer Lust hat auf eine unterhaltsame Story voller Herz, Witz und einer Prise Chaos, der sollte „Leberwurst mit Gürkskes“ unbedingt ausprobieren. Ein Buch, das Erinnerungen weckt und gleichzeitig ein vergangenes Lebensgefühl auf wunderbare Weise einfängt.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Das erfundene Paradies

Poyais. Ein Land, das es nie gab
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In "Poyais. Ein Land, das es nie gab" nimmt uns Uli Aechtner mit auf eine faszinierende Reise in der Hoffnung und Schmerz nah beieinander liegen. Im Mittelpunkt steht Gregor McGregor, ein Hochstapler par ...

In "Poyais. Ein Land, das es nie gab" nimmt uns Uli Aechtner mit auf eine faszinierende Reise in der Hoffnung und Schmerz nah beieinander liegen. Im Mittelpunkt steht Gregor McGregor, ein Hochstapler par excellence, dessen perfider Plan beinahe die ganze Welt in seinen Bann zieht. Er zeichnet das Bild eines Mannes, der skrupellos handelt und mit seinem erfundenen Paradies viele Menschen täuscht.

Doch die Geschichte endet nicht beim Betrug: Parallel dazu erleben wir das Leben von Julie, einer jungen Frau aus gutem Hause, die gemeinsam mit dem ehemaligen Angestellten Carl von einem Neuanfang in der Neuen Welt träumt. Ihr Weg dorthin ist alles andere als einfach. Viele Herausforderungen und emotionaler Höhen und Tiefen liegen vor ihr. Und auch gerade Julies Schicksal sorgt für die perfekte Balance zwischen Spannung, Freude und Leid.

Was diesen Roman so besonders macht, ist die kunstvolle Verwebung dieser beiden Handlungsstränge. Anfangs mag es zwar etwas verwirrend sein, die Namen und Figuren richtig zuzuordnen, doch schon bald entfaltet sich die Geschichte in einem fesselnden Tempo. Uli Aechtners bildhafter Schreibstil lässt die Szenen lebendig werden. Man riecht förmlich das frische Holz des Schiffsausbaus, fühlt die Hitze auf der Haut und hört das Kampfesgeschrei.

Alles in allem zeigt "Poyais. Ein Land, das es nie gab" eindrucksvoll, dass Betrüger wie Gregor McGregor kein Phänomen der Gegenwart sind. Ihre Geschichten ziehen sich durch alle Zeiten. Das Buch bietet nicht nur spannende Unterhaltung, sondern regt auch zum Nachdenken an über Illusionen, Täuschungen und die Sehnsucht nach einem besseren Leben. Ein echter Lesegenuss!

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