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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.01.2026

Meisterwerk voller großer Gefühle, Spannung und Nervenkitzel im royalen Setting

Royal Heist
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Kann man bei dem ersten Buch, das man 2026 gelesen hat, bereits von einem persönlichen Jahreshighlight sprechen – obwohl das Jahr gerade einmal sieben Tage alt ist?

Ich mache auf jeden Fall genau das, ...

Kann man bei dem ersten Buch, das man 2026 gelesen hat, bereits von einem persönlichen Jahreshighlight sprechen – obwohl das Jahr gerade einmal sieben Tage alt ist?

Ich mache auf jeden Fall genau das, denn weniger hat dieses Buch nicht verdient. Es ist ein absolutes Meisterwerk, was aber bei der Autorin Lena Kiefer ehrlich gesagt aber auch keine Überraschung ist. Nachdem ich ihre vorherigen Bücher ebenfalls geliebt habe, hat sie auch bei "Royal Heist" wieder gezeigt, wie gut sie mit Worten umgehen kann - spannend, lebhaft, berührend und mit großen Gefühlen.

Mit Darcy hat die Autorin eine sehr starke, selbstbewusste Hauptprotagonistin geschaffen, die mir von Anfang an sympathisch war. Ich mochte ihre schlagfertige Art und fand es gleichzeitig toll, wie nach und nach ihre verletzliche Seite zum Vorschein kam. Sie, aber auch der andere Hauptcharakter Tristan sowie sogar zum Teil die Nebencharaktere, haben unfassbar viel Tiefe und sind toll ausgearbeitet. Man konnte zum Beispiel einfach spüren, wie Darcy in ihrer Rolle bleiben wollte, aber die Vergangenheit und Erinnerungen sie einholten und immer wieder ihr "Wahres Ich" durchblitze. Das war unfassbar authentisch und ich fühlte beim Lesen quasi ihre Gefühle.

Der Effekt wurde durch die wiederholten Perspektivwechsel zwischen Darcys und Tristans Sichtweise noch einmal verstärkt und machte die beiden Charaktere noch nahbarer.

Apropos Tristan, holy moly! Auf den ersten Blick wirkt er wie das Schwarze Schaf in der royalen Familie und ich stand ihm skeptisch gegenüber. Doch er ist so viel mehr als es scheint und wenn man erst einmal hinter die Fassade schaut, kann man ihn einfach nur lieben.

Aber auch Spencer fand ich sehr spannend und es wurde sehr interessant dargestellt, was für eine Last eigentlich auf den Schultern des Thronerbens liegt - und gleichzeitig, wie es für die anderen Kinder der Königin ist. Sei es für Tristan, der stets nur die Nummer Zwei und lediglich der Ersatz ist, oder aber auch für die beiden Schwestern, deren jeder Schritt von der Öffentlichkeit beobachtet wird.

Dieses ganze royale Setting hat mich beim Lesen begeistert und ich mochte das besonders in Kombination mit Darcys Crew, die Robin Hood like ihren nächsten, großen Raubüberfall plant. Für Spannung ist also definitiv gesorgt, genauso wie für viele große, verwirrende sowie berührende, herzzerreißende und romantische Gefühle.

Das Buch endet mit einem absoluten Cliffhanger und ich hibbel dem zweiten Teil ganz aufgeregt hingegen. Man könnte auch sagen: Diese Buchreihe macht süchtig!

Ich bin gespannt, wie es weitergeht und hoffe, dass die ein oder andere offene Frage im zweiten Teil aufgelöst wird. Und ich würde mich auch freuen, wenn wir noch mehr über die Nebencharaktere erfahren.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Gemütliche, vorhersehbare Weihnachtsgeschichte für entspannte Lesestunden

Schneeflockenfunkeln
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Um es direkt vorwegzunehmen: Ich habe eine leichte Liebesgeschichte mit Weihnachtsstimmung gesucht - und gefunden. Wer eine anspruchsvolle Story sucht oder gar auf überraschende Wendungen hofft, wird mit ...

Um es direkt vorwegzunehmen: Ich habe eine leichte Liebesgeschichte mit Weihnachtsstimmung gesucht - und gefunden. Wer eine anspruchsvolle Story sucht oder gar auf überraschende Wendungen hofft, wird mit diesem Buch jedoch nicht glücklich. Für mich war die Geschichte jedoch perfekt um mich in Weihnachtsstimmung zu bringen.

Denn für Weihnachtsstimmung wird in diesem Buch ordentlich gesorgt und ich hätte mir ehrlich gesagt auch zu gerne auf der kleinen Farm von Miles Familie einen Tannenbaum ausgesucht. Apropos Miles! Dieser Charakter ist, wie man heutzutage ja sagt, eine absolute Green Flag und während es in Büchern meist von Bad Boys nur so wimmelt, fand ich den Good Guy erfrischend sympathisch. Doch ehrlicherweise war es mir hier und da etwas zu Dick aufgetragen - an dieser Stelle möchte ich nur das Schlagwort "Adventskalender" in den Raum werfen, ohne gleichzeitig zu viel zu verraten. Während man sich streiten kann, ob das eventuell einfach kitschig süß ist, war es mir persönlich einfach zu viel, wenn gleich es zu einer kitschig süßen Weihnachtslovestory irgendwie doch wieder passt. Wie man merkt: Irgendwie passend, irgendwie übertrieben - ich bin zwiegespalten.

Was ich allerdings weiß, ist, dass ich nicht nur Miles sympathisch fand, auch Lynn mochte ich. Doch am meisten habe ich wohl Lynns Tante während der ganzen Geschichte ins Herz geschlossen, obwohl sie nur ein Nebencharakter ist. Doch sie ist so liebevoll und herzlich, dass sie einfach für ein warmes Gefühl beim Lesen sorgte.

Zugegeben, die Story war recht schnell durchschaut und der Verlauf der Geschichte dementsprechend vorhersehbar. Hier und da dümpelte die Geschichte auch etwas vor sich hin und manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht, doch gleichzeitig ist es einfach gemütlich und mehr Action und Ereignisse hätten dieses Gefühl gestört.

Aus diesem Grund würde ich das Buch jedem empfehlen, der auf der Suche nach einer herzerwärmenden Geschichte zur Weihnachtszeit ist.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Spannender Auftakt einer Geschichte mit viel Potential

To Cage a Wild Bird
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Die Grundidee bei diesem Buch ist an sich nicht unbedingt neu: Die Bevölkerung wird in drei Gruppen eingeteilt, die Armen werden unterdrückt und es gibt "Spiele" um Leben und Tod, die unter anderem zur ...

Die Grundidee bei diesem Buch ist an sich nicht unbedingt neu: Die Bevölkerung wird in drei Gruppen eingeteilt, die Armen werden unterdrückt und es gibt "Spiele" um Leben und Tod, die unter anderem zur Unterhaltung der Reichen dienen.

Allerdings haben wir bei diesem Buch dieses Mal ein Gefängnis-Setting, denn die kriminell gewordenen Menschen landen in der Haftanstalt Endlock und können dann von der Oberschicht für ein "Spiel" gekauft werden, wo sie von eben jenen gejagt und getötet werden können.

Und genau in diesem Gefängnis landet der Bruder der Hauptprotagonistin Raven, die daraufhin in das Gefängnis eindringen, ihren Bruder finden und gemeinsam mit ihm fliehen will. Etwas, was zuvor noch nie ein Insasse geschafft hat.

Genau diese Idee fand ich super spannend und interessant. Hinzu kommt, dass Raven als Kopfgeldjägerin eine sehr starke, unabhängige und selbstständige Protagonistin ist - sowas liebe ich!

Brooke Fast hat mich mit ihrem Schreibstil wirklich schnell in ihren Bann gezogen - flüssig, spannend und mit hohem Tempo. Sie hat in diesem Buch eine interessante Welt geschaffen, für spannungsreiche sowie bewegende Momente gesorgt und liebenswerte Charaktere entwickelt, was auch die Nebencharaktere betrifft.

Als ich auf der letzten Seite ankam, war ich etwas traurig, dass es schon vorbei ist. Und hier kommen wir zu meinem Kritikpunkt: Das Buch hat nur 448 Seiten, weshalb man es recht schnell durchgelesen hat. Dieser Seitenumfang kommt bei einem Debütroman nicht selten vor und wird vom Verlag so vorgegeben, aber dementsprechend ist der Umfang zur Ausarbeitung der Geschichte natürlich einfach begrenzt.

Das ist wirklich schade, denn das Buch hat meiner Meinung nach nicht sein komplettes Potenzial ausgeschöpft. Ich hätte mir noch etwas mehr Tiefe bei den Charakteren gewünscht und vor allem einen langsameren, etwas nachvollziehbareren Beziehungsaufbau zwischen Raven und dem Wachmann Vale. Das war für mich zu "holter di polter" und die Spice Szenen, von denen es einige gab, waren deshalb nicht unbedingt überzeugend. Ich würde sogar so weit gehen, dass sie meiner Meinung nach sogar zum Teil etwas überflüssig waren. Hier hätte man ruhig einige Szenen streichen und dafür der eigentlichen Handlung, dem Beziehungsaufbau aber auch der Entwicklung der Beziehung zu den Nebencharakteren mehr Raum geben können.

Trotzdem bin ich von diesem Buch begeistert und freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung! Gerne hätte ich diesem Buch die volle Punktzahl gegeben, denn, auch wenn ich mich wiederhole: Die Idee war super und der Schreibstil hat mir unfassbar gut gefallen. Doch meine Kritik muss natürlich auch bei der Bewertung berücksichtigt werden, sodass ich hier leider einen Stern abziehen muss. Dennoch würde ich dieses Buch aber definitiv weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 29.12.2025

Berührender, emotionaler Roman über Verluste, Hoffnung und Wunder

Das Jahr voller Bücher und Wunder
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Wenn ich dieses Buch mit drei Worten beschreiben müsste, würde ich die Worte berührend, zauberhaft und leise wählen. Und damit ist das Buch irgendwie ganz anders, als ich erwartet habe. Es hat mein Inneres ...

Wenn ich dieses Buch mit drei Worten beschreiben müsste, würde ich die Worte berührend, zauberhaft und leise wählen. Und damit ist das Buch irgendwie ganz anders, als ich erwartet habe. Es hat mein Inneres wirklich berührt und das auf eine ganz ruhige Art und Weise.

Es gibt kein großes Tamtam und man jagt auch nicht durch eine Geschichte mit hoher Geschwindigkeit, sondern erlebt jeden Monat des Jahres voller Bücher und Wunder ganz bewusst und intensiv. Dieses langsame Tempo war aber genau passend, denn es sorgt dafür, dass man die Momente viel mehr bemerkt. Und dabei geht es um die kleinen Momente und Veränderungen, die in der Summe doch plötzlich das ganze Leben verändern können.

Aber man muss sich darauf einlassen, denn ich vermute, dass dieses langsame Tempo ansonsten auch langwierig oder gar langweilig wirken könnte.

Mir hat es jedoch ausgesprochen gut gefallen und ich mochte die Veränderung, die unsere Hauptprotagonistin Tilly Monat für Monat machte. Es war realistisch, authentisch und fühlbar - der Verlust ihres geliebten Ehemannes, das anschließende Einigeln und irgendwie auf der Stelle treten und dann der "Kampf" zurück ins Leben. Aber nicht nur das, sondern auch zu lernen, wer man eigentlich wirklich ist - das hat mich sehr berührt.

Dass ihr dabei eine kleine Buchhandlung hilft, die so zauberhaft und charmant beschrieben wird, war herzerwärmend - genauso wie alle Personen, oder sollte ich eher Lebewesen sagen, schließlich gibt es da ja noch die Katze, die zu eben jener Buchhandlung gehören.

Es ist ein Ort wie in einer Filmkulisse, nur bin ich mir sicher, dass es noch immer diese ganz besonderen Buchhandlungen mit dem einmaligen Charme unter uns gibt. Wir sollten sie einfach viel öfters aufsuchen! Diesen Appell nehme ich mir nach diesem Buch auf jeden Fall zu Herzen.

Ich mochte die Geschichte auf jeden Fall sehr, genauso wie die Kulisse, die von der Autorin geschaffen wurde. Der Schreibstil war absolut angenehm zu lesen, berührend und herzerwärmend zugleich.

Allerdings ziehe ich einen Punkt ab, da ich mit dem Buchhändler Alfie leider nicht ganz so warm geworden bin beim Lesen. Er klingt nach einem wundervollen, aufopferungsvollen Menschen, aber mir fehlte hier trotz allem mehr Tiefe. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass er "zu perfekt" ist? Mir fehlen diese kleinen Makel oder Eigenheiten, die eine Persönlichkeit ausmachen.

Zusammenfassend kann ich aber das Buch einfach nur loben und würde es definitiv weiterempfehlen

Veröffentlicht am 29.12.2025

Prickelnde Romance und spannende Ermittlungen a la cosy Crime

Burnham Dynasty
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Aufgrund einer Empfehlung habe ich zu diesem Buch gegriffen, worüber ich sehr glücklich bin, denn ansonsten wäre dieses Buch vermutlich an mir vorbeigegangen. Während das Cover mich ehrlich gesagt nicht ...

Aufgrund einer Empfehlung habe ich zu diesem Buch gegriffen, worüber ich sehr glücklich bin, denn ansonsten wäre dieses Buch vermutlich an mir vorbeigegangen. Während das Cover mich ehrlich gesagt nicht so in seinen Bann ziehen konnte, konnte mich das der Schreibstil von Julie Marinello umso mehr. Und das ist schließlich das, worauf es ankommt!

Die Autorin schreibt sehr flüssig, sodass ich die Worte nur so inhaliert habe und durch die Seiten flog. Gleichzeitig schafft sie es die Szenen bildlich vor meinem geistigen Auge aufleben zu lassen und transportiert die Gefühle und Gedanken sehr greifbar - es ist, als würde man wirklich in diese Welt eintauchen.

Besonders die Protagonistin Cathy war mir direkt sympathisch. Schlau, zielstrebig und… anders als ihre Mitschüler. Denn während diese vom goldenen Teller aßen, wurde bei Cathy auf die Eigenmarken des Supermarktes zurückgegriffen, statt den Frischkäse einer Marke zu kaufen. Ohne ein Stipendium wäre es für Cathy dementsprechend nicht möglich, die „Schule der Reichen“ zu besuchen. Und während sie eigentlich nur an der Realisierung ihres beruflichen Zukunftswunsches arbeiten will, machen ihr ihre Mitschülerinnen das Leben unsagbar hart.

Natürlich, oder eher erschreckenderweise, ist Mobbing kein überraschendes Thema an Schulen, doch diese Boshaftigkeit hat mich dennoch einfach schockiert. Und leider ist das für viele Schüler die traurige Normalität…

Dementsprechend finde ich es toll, dass diese Thematik in die Geschichte integriert wurde!

Nach einem besonders furchtbaren Mobbingvorfall zieht Cathy vorübergehend zu ihrem Vater, der wiederum auf einem riesigen Anwesen einer aristokratischen Familie als Stallmeister arbeitet. Zu dieser Familie gehört ausgerechnet Josh, der mit der Anführerin der Mobbinggruppe anbandelt. Man merkt direkt zu Beginn: Das hat Konfliktpotential!

Die Autorin wechselt immer wieder die Perspektiven zwischen Cathy und Josh, sodass wir tiefere Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Charaktere erhalten. Dadurch schafft sie es eine Verbindung zu beiden Charakteren herzustellen und während man Josh eventuell zunächst mit Vorurteilen begegnet, so merkt man schnell, dass er mehr als einfach "ein arroganter, reicher Schnösel" ist.

Ich flog beim Lesen auf jeden Fall nur so über die Seiten und war über einige unerwartete Wendungen doch sehr überrascht! Generell geht es in diesem Buch nicht einfach nur um eine Liebesgeschichte zwischen reich und arm, sondern es erwartet uns auch gleichzeitig ein Mordfall und eine damit einhergehende spannende Ermittlung, die ich die Kategorie "cosy Crime" einordnen würde.

Es ist eine gelungene Kombination und ich kann nur sagen: Ja zur Liebesgeschichte, zur Spannung rund um den Mordfall und zu den Intrigen der Reichen.

Ich würde das Buch definitiv weiterempfehlen, allerdings darf man nicht außer Acht lassen, dass es ein Young-Adult-Buch ist und man dem Ganzen je nach Alter eventuell schon "entwachsen" sein könnte.