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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2020

Perfektes Wechselbad der Gefühle

The Light in Us
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Mit „The light in us“ habe ich eine für mich neue Autorin entdeckt, von der ich sicherlich noch mehr lesen werde. Der Schreibstil von Emma Scott ist so mitreißend und berührend, dass ich von der ersten ...

Mit „The light in us“ habe ich eine für mich neue Autorin entdeckt, von der ich sicherlich noch mehr lesen werde. Der Schreibstil von Emma Scott ist so mitreißend und berührend, dass ich von der ersten bis zur letzten Seite völlig in der Geschichte gefangen war. Der Plot erinnert ein wenig an „Ein ganzes halbes Jahr“. Charlotte ist eine begnadete Violinistin doch nach einem Schicksalsschlag fällt es ihr schwer, sich auf ihre Musik einzulassen. Aus Geldnot nimmt sie eine Stelle als Assistentin von Noah Lake an, einem Extremsportler, der nach einem Unfall blind ist.
Charlotte und Noah sind zwei Charaktere, die ich sehr schnell in mein Herz geschlossen habe. Dass sich hinter Noahs grummeliger Fassade ein liebenswerter Mensch verbirgt, war mir (und Charlotte) sofort klar. „The light in us“ ist die Geschichte von zwei Menschen, die sich an einem Wendepunkt befinden und sich ihren Weg zurück ins Leben kämpfen. Dabei durchlaufen sie nicht nur Fortschritte sondern auch Rückschläge und Zweifel, was den Roman realistisch macht. Emma Scott schreibt emotional, ohne dabei zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. Trotz ernster Themen und der überwiegend düsteren Stimmung macht die Geschichte auch Hoffnung. Zum Finale gibt es noch eine Portion Drama, die ganz wunderbar beim lesen schmerzt. Auch die romantischen Momente waren zum dahinschmelzen. Für mich war das Buch eine perfektes Wechselbad der Gefühle und ein richtig schöner Liebesroman.

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Veröffentlicht am 05.10.2020

Toll geschrieben aber schwierige Hauptfigur

Die Mädchen aus der Firefly Lane
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„Die Mädchen aus der Firefly Lane“ wollte ich unbedingt noch lesen, bevor die Netflix Serie veröffentlicht wird.
Schon nach wenigen Seiten war ich von Kristin Hannahs Schreibstil völlig begeistert. Wozu ...

„Die Mädchen aus der Firefly Lane“ wollte ich unbedingt noch lesen, bevor die Netflix Serie veröffentlicht wird.
Schon nach wenigen Seiten war ich von Kristin Hannahs Schreibstil völlig begeistert. Wozu braucht man eine Verfilmung, wenn es einem Buch gelingt, so lebendige Bilder entstehen zu lassen, fragte ich mich.
Die über 500 Seiten vergingen wie im Flug und ich war völlig in die Geschichte vertieft.
Trotz dem wirklich exzellenten Schreibstil vergebe ich dennoch nicht die Höchstpunktezahl sondern „nur“ 4 Sterne.
Der Grund hierfür liegt an den Charakteren. Der Klappentext beschreibt „Die Mädchen aus der Firefly Lane“ als eine große Frauenfreundschaft.
Diese Freundschaft war für mich allerdings nicht so perfekt.
Während Kate aus behüteten Verhältnissen kommt, hat Tully bereits in jungen Jahren einiges mitmachen müssen. Es ist nachvollziehbar, woher ihre emotionale Kälte kommt, es macht es allerdings schwer, sie gerne zu haben. Tully ist sehr Ich-bezogen. Sie ist übertrieben ehrgeizig und zielstrebig und interessiert sich für die Gefühle ihrer Mitmenschen nur bedingt. Kate traut sich lange nicht, ihr zu sagen, dass sie andere Pläne für ihre Zukunft hat. Was für ein Freundschaft soll das bitte sein, wenn man sich nicht die Wahrheit sagen kann?
Ich mag es nicht, wenn in Büchern Krankheiten ausführlich thematisiert werden, da ich mich unwohl fühle, darüber zu lesen. Phasenweise hatte ich den Wunsch, schneller vorwärts zu blättern um der Situation zu entkommen. Kristin Hannahs hochemotionaler Schreibstil hat mich dann doch dazu überredet, mich auf die Handlung einzulassen und ich musste ein paar Tränen verdrücken.

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Veröffentlicht am 02.10.2020

Thriller für Zugfahrten

The Couple Next Door
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Zu „The couple next door“ habe ich gegriffen, da mich der Plot an den Fall Maddie McCann erinnert. Eltern lassen ihr Kind alleine zu Hause, als sie wiederkommen, ist es entführt. Während es im echten Fall ...

Zu „The couple next door“ habe ich gegriffen, da mich der Plot an den Fall Maddie McCann erinnert. Eltern lassen ihr Kind alleine zu Hause, als sie wiederkommen, ist es entführt. Während es im echten Fall keine Auflösung gibt, war ich gespannt, welche Begründung sich die Autorin hat einfallen lassen.
Von Anfang an entwickelt man keine Sympathien für die Eltern Anna und Marco. Wer bitte lässt sein 6 Monate altes Baby allein, um sich bei den Nachbarn zu betrinken. Fast gönnt man den beiden das Unglück.
Shari Lapena baut Spannung auf, die einem zwar keine schlaflosen Nächte bereitet, aber neugierig genug macht, um weiter zu lese. Durch immer neue Wendungen und Verstrickungen bleibt der Thriller kurzweilig.
Was mich gestört hat, waren die vielen Wiederholungen. Teilweise dreimal die selbe Ausdrucksweise in drei Sätzen. Allgemein ist der Schreibstil recht simpel mit vielen kurzen Sätzen.
Beispiel: Anna sollte ihre Mutter anrufen. Anna hat aber keine Lust ihre Mutter anzurufen.
Das klingt wie in einem Lesebuch der Grundschule. Auch die Auflösung empfand ich als etwas kindisch und einfach gestrickt.
„The couple next door“ ist ein Buch, dass man ganz gut in unruhiger Umgebung oder wenn man den Kopf nicht ganz frei hat, lesen kann, da man nicht besonders viel Konzentration braucht, um der Handlung zu folgen.

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Veröffentlicht am 26.09.2020

Wichtige und aktuelle Themen

Die verschwindende Hälfte
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Als ich gesehen habe, dass Brit Bennetts viel gelobter Roman „Die verschwindende Hälfte“ bereits in Deutschland erscheint, habe ich mich sehr gefreut und die Veröffentlichung mit Spannung erwartet.
Der ...

Als ich gesehen habe, dass Brit Bennetts viel gelobter Roman „Die verschwindende Hälfte“ bereits in Deutschland erscheint, habe ich mich sehr gefreut und die Veröffentlichung mit Spannung erwartet.
Der Roman beginnt Ende der 60er Jahre und umfasst eine Zeitspanne bis Mitte der 80er Jahre. Trotzdem ist er thematisch brandaktuell, was erschütternd ist.
Noch immer wird unser Leben von Normen bestimmt, die keinen Sinn ergeben. Warum gilt weiß als einzig richtige Hautfarbe?
Rasse spielt in „Die verschwindende Hälfte“ eine zentrale Rolle. Die Geschichte beginnt in Mallard, einem kleinen Ort, in dem die Einwohner um den hellsten Teint wetteifern und versuchen, ihre schwarzen Wurzeln zu vergessen.
Die Zwillinge Desiree und Stella fühlen sich eingeengt und von der Perspektivlosigkeit erschlagen. Bei Nacht und Nebel machen sie sich auf den Weg nach New Orleans um ein besseres Leben zu beginnen.
Stella scheint es tatsächlich zu gelingen, ihr Leben um 360 Grad zu wenden, der Preis ist ihre Seele, ist dies nicht zu viel?
Desiree heiratet einen Schwarzen und die Hautfarbe ihres Kindes ist alles, was die Einwohner von Mallard hassen.

Während die erste Hälfte des Romans den Fokus hauptsächlich auf Desiree und ihre Tochter Jude legt, erfahren wir im zweiten Teil mehr über Stella.

Es hat ein paar Seiten gedauert, bis ich mit dem Roman warm geworden bin, da ich zu Beginn den Eindruck hatte, dass die Geschichte von einer dritten, beobachtenden Person erzählt wird und ich deswegen nicht richtig dabei bin. Dies hat sich allerdings nach einigen Kapiteln geändert und plötzlich war ich gefesselt und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
„Die verschwindende Hälfte“ beschreibt die Suche nach Identität. Es handelt von vielen verschiedenen Charakteren, die glücklich sein und ihren Platz im Leben finden möchten und dabei an der Gesellschaft scheitern.
Neben der Rassenthematik geht es auch um Transsexualität.
Brit Bennett beschreibt sehr einfühlsam und bewegend das Gefühlschaos ihrer Protagonisten. Insbesondere mit Jude und Reese habe ich sehr mitgefiebert.
Ich hatte hohe Erwartungen an dieses Buch und wurde nicht enttäuscht. „Die verschwindende Hälfte“ ist ein toller Roman, der einen Platz auf meiner Liste der Jahreshighlights sicher hat.

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Veröffentlicht am 17.09.2020

Konnte ich kaum weglegen

Der Fremde am Strand
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Von der Autorin Lisa Jewell habe ich bisher nur Gutes gehört. Auf „Der Fremde am Strand“ bin ich durch eine positive Buchvorstellung im Radio aufmerksam geworden, so dass ich beschlossen habe, dass dies ...

Von der Autorin Lisa Jewell habe ich bisher nur Gutes gehört. Auf „Der Fremde am Strand“ bin ich durch eine positive Buchvorstellung im Radio aufmerksam geworden, so dass ich beschlossen habe, dass dies mein erster Roman von ihr werden soll.
Der Klappentext hat definitiv gehalten, was er versprochen hat, denn ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Kapitel sind kurz und jedes endet an einer spannenden Stelle. Die Geschichte spielt auf drei Ebenen. 1993 lernt eine Familie im Sommerurlaub einen zwielichtigen jungen Mann kennen. In der Gegenwart verliert ein Mann sein Gedächtnis während eine Frau auf die Rückkehr ihres Ehemanns wartet.
„Der Fremde am Strand ist eine Mischung aus Roman und Psychothriller. Es gibt nicht nur einen Charakter, der eindeutig böse ist, es gibt mehrere andere, die suspekt scheinen. Die Geschichte beginnt undurchsichtig. Ich habe eine Weile gerätselt, wer dieser Mann ohne Gedächtnis ist. Stück für Stück setzt sich ein schauriges Bild zusammen, dem bis zum Schluss immer weitere Details hinzugefügt werden.
Die Handlung ist ein wenig unrealistisch aber ich fand das Buch wirklich sehr gelungen und empfehle es gerne weiter.

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