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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2026

So wichtig!

Pillow Talk
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Ein Buch, das ich mir mit 14 schon gewünscht hätte - in „Pillow Talk“ von Leonie Lippl werden Themen besprochen, die leider immer noch stark tabuisiert werden: Sex, Sexualität, Lust und Beziehungen.

Das ...


Ein Buch, das ich mir mit 14 schon gewünscht hätte - in „Pillow Talk“ von Leonie Lippl werden Themen besprochen, die leider immer noch stark tabuisiert werden: Sex, Sexualität, Lust und Beziehungen.

Das Buch ist so genial aufgebaut: zuerst erklärt die Autorin, was an der eigenen Person wichtig ist, um guten Sex zu haben - sei es das eigene Körperbild oder gewisse Erwartungen. Danach bezieht sie sich auf die Beziehungen zu anderen und abschließend werden Themen wie Mythen dargestellt. Begleitet wird jede Sektion mit thematischen Unterkapiteln, gerade im zweiten Teil sind diese sehr hilfreich, wenn man sich zu einem bestimmten Thema genauer belesen möchte. Besonders stechen dabei immer die kleinen Tipp-Boxen heraus, die eine Umsetzung der beschriebenen Inhalte veranschaulichen.

Sprachlich überzeugt das Buch durch seine Nähe. Leonie Lippl schreibt, als würde man sich mit einer Freundin oder Schwester unterhalten - ohne Scham aber mit viel Verständnis. Natürlich waren nicht alle Punkte neu für mich, aber das müssen sie auch nicht sein. Das Buch hat mich dazu angeregt, meine eigenen Vorstellungen und Erwartungen zu hinterfragen und zurückzublicken, wie mich vor allem Medien zu meiner Jugendzeit zum Thema Sexualität geprägt haben.

Ein wichtiges Buch, für jede*n, egal welches Alter oder Geschlecht - damit diese Themen einfach kein Tabu mehr sind!

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Suche nach Identität

Moosland
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Das raue Island im Sommer 1949 und eine Protagonistin, die schweigt. Das findet ihr in Katrin Zipses Roman "Moosland" - erschienen im Dumont-Verlag.

Als Lesende erfahren wir zunächst nicht viel ...

Das raue Island im Sommer 1949 und eine Protagonistin, die schweigt. Das findet ihr in Katrin Zipses Roman "Moosland" - erschienen im Dumont-Verlag.

Als Lesende erfahren wir zunächst nicht viel über die Protagonistin, wir wissen nur, dass sie nach dem Aufruf der Bauernpartei nach Island reist, um für ein Jahr auf einem Bauernhof zu arbeiten. Sie wird in die Familie geworfen, trägt Verantwortung, arbeitet, aber sie leidet und schweigt. Was hat Elsa durchgemacht? Wie wird sie in der Familie aufgenommen? Diese Fragen lassen uns als Lesende durch den Roman gleiten.

Sprachlich ist der Roman sehr rau und atmosphärisch. Durch Zipses Stil konnte ich mir die stets ändernde Landschaft gut vorstellen, aber auch die Figuren gingen mir dabei sehr nahe.

Ich hätte nicht gedacht, dass mich das Buch so überzeugt - ein Zeichen, außerhalb der Komfortzone zu lesen. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Unglaublich stark!

Gelbe Monster
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(CN: Gewalt in Beziehungen, Selbstverletzendes Verhalten)

Gefangen zwischen Schuld und Aufarbeitung: In Clara Leinemanns Debüt „Gelbe Monster“ begleiten wir Charlie auf dem Weg zu ihrem Antiaggressionstraining, ...

(CN: Gewalt in Beziehungen, Selbstverletzendes Verhalten)

Gefangen zwischen Schuld und Aufarbeitung: In Clara Leinemanns Debüt „Gelbe Monster“ begleiten wir Charlie auf dem Weg zu ihrem Antiaggressionstraining, nachdem ihre Beziehung mit Valentin endete. Nicht sofort ist klar, was passiert ist - doch das erfahren wir Stück für Stück durch Charlies Schilderungen und Rückblicke.

Die Mathematikstudentin Charlie lernt Valentin durch einen Zufall kennen und so wie der Zufall es wollte, entsteht eine Bindung zwischen ihnen. Allerdings verläuft diese Bindung nicht so gesund, wie erhofft. Charlie wird von ständiger Wut begleitet - eine Wut, die irgendwann rausmuss.

Sprachlich und inhaltlich hat mich der Roman vollkommen überzeugt. Der Stil ist durch Charlies Perspektive einerseits ironisch, andererseits auch total ernst. Man lernt die Protagonistin und ihre Gefühlswelt wirklich intensiv kennen - sie ist unsicher, vergleicht sich, hat negative Gedanken, ist obsessiv und wütend. Besonders interessant sind dabei ihre ambivalenten Betrachtungsweisen auf ihr Umfeld und ihre Beziehung.

„Mit ihrem Gesicht, ihrer komischen Art, ihrer ekligen Haut, ihren stoppeligen Beinen. Sie war zu bedürftig, zu anhänglich, sie war komisch, und das merkten die Leute, das merkte auch Valentin. Sie weinte immer heftiger, kratzte in ihrem Gesicht herum, sie kratzte Hautschuppen ab, sie kratzte über ihren Hals und ihre Schultern, ihre Arme, ihre Beine, alles sollte glatt werden, glatt und makellos.“ (S. 50)

Weibliche Wut wird selten in Büchern thematisiert - doch hier passiert es auf eine richtige spannende Art und Weise! Ein Must-Read für Fans von „Liebewesen“, „Die schönste Version“ und „Wenn wir lächeln“!

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Ein starker Roman!

Hazel sagt Nein
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Eine junge starke Heranwachsende und ihr Nein mit Folgen.

In „Hazel sagt Nein“ von Jessica Berger Gross, in das Deutsche übersetzt von Angela Koonen, begleiten wir Hazel und ihre Familie - bestehend aus ...

Eine junge starke Heranwachsende und ihr Nein mit Folgen.

In „Hazel sagt Nein“ von Jessica Berger Gross, in das Deutsche übersetzt von Angela Koonen, begleiten wir Hazel und ihre Familie - bestehend aus Bruder Wolf, Mutter Claire und Vater Gus - und sehen zu, wie sich deren Leben verändern werden, nachdem Hazel „Nein“ gesagt hat.

In ihrem neuen Wohnort Riversburg besucht Hazel die Highschool. Doch ihr erster Schultag verläuft gar nicht wie geplant - ihr Schuldirektor teilt ihr nämlich mit, dass sie für dieses Jahr die Schülerin sei, mit der er Sex haben möchte. Aber: Hazel sagt Nein. Sie sagt nein und löst damit eine Reihe von Kettenreaktionen, sowohl in ihrem familiären Umfeld, als auch in der naheliegenden Gesellschaft aus.

Auch wenn das Buch meist auf eine eher witzige und lockere Schreibweise fokussiert ist, bleiben ziemlich ernste Themen wie Antisemitismus und Sexismus nicht aus und werden realistisch in die Geschichte einbezogen. Durch die Perspektivwechsel zwischen Hazel, Wolf, Claire und Gus bekommt man einen intensiven Einblick in verschiedene Sichtweisen auf den Handlungsablauf.

Ein bewegender, tiefgreifender Roman, der auf eine eher lockere Art eine bedeutende Geschichte erzählt!

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Hat mich nicht ganz überzeugt!

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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2,5 Sterne! Verloren zwischen Papier und Stempel und Füllfederhaltern: Im Roman „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ von Baek Seungyeon begleiten wir die junge Hyoyeong durch ihren Arbeitsalltag ...


2,5 Sterne! Verloren zwischen Papier und Stempel und Füllfederhaltern: Im Roman „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ von Baek Seungyeon begleiten wir die junge Hyoyeong durch ihren Arbeitsalltag durch im kleinen Brief- und Papierladen.

Nach ihrem Studiumsabbruch braucht die Protagonistin einen Neuanfang - da kommt der Laden total gelegen. Wir lernen Teile ihrer Vergangenheit kennen, doch auch der Chef des Ladens kommt im Roman häufig vor und spielt eine Rolle. Zudem lernt man die Besucher*innen des Briefladens kennen, welche Briefe schreiben, empfangen, oder einfach nur stöbern. Es wird gezeigt: Schreiben verbindet!

Leider hat der Roman mich nicht so bewegt, wie erhofft. Häufig habe ich keinen klaren roten Faden erkennen können. Zwar gäbe es mehrere unterschiedliche Figuren, trotzdem konnte ich keine Emotion und Bindung zu ihnen aufbauen. Trotzdem mochte ich den einfachen Stil ganz gern. Die Charakterkarte am Anfang ist sehr sinnvoll!

Ein eher ruhiges Buch, für alle, die den Sinn im Briefe schreiben finden wollen.

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