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Veröffentlicht am 31.05.2019

HINTERHAUS - ein Haus voller dunkler Geheimnisse

Hinterhaus
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Das Cover ist düster und gruselig – ein Abbild der menschlichen Beziehungen der Bewohner untereinander: verwahrlost, geradezu desaströs. Da bröckelt nicht nur die Fassade.
Der Prolog lässt einem das Blut ...

Das Cover ist düster und gruselig – ein Abbild der menschlichen Beziehungen der Bewohner untereinander: verwahrlost, geradezu desaströs. Da bröckelt nicht nur die Fassade.
Der Prolog lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. In welche Richtung mögen die Andeutungen gehen? Zahlreiche weitere Einschübe als Fortführung steigern die Spannung.
Ort des Geschehens: Berlin – Prenzlauer Berg
Die eigentliche Handlung beginnt und löst Verwirrung aus. Carolin, die zentrale Figur in diesem Buch, kommt entspannt nach zwei Stunden Yoga nach Hause und kann ihren Augen nicht trauen: Ihr Lebenspartner Jens ist verschwunden und mit ihm alle Möbel! Ihr Hab und Gut findet sie eingepackt in sieben Umzugkartons. Was ist passiert? Ein Raub scheidet aus. Vielleicht eine fremdmanipulierte Trennung oder eine Entführung? Und das in zwei Stunden? Das schafft Raum für Spekulationen und Antizipationen.
Hier einige Handlungsträger:
Herr Zikram, der Hausverwalter, scheint ein übler Bursche zu sein. Absolut fies und mit tausend Dollarzeichen in den Augen – passend zu dem Titel Hinterhaus.
Der Hausmeister Willi Schneider gefällt mir am Anfang: ein Mann, der loyal und diskret Caro hilft in dieser seltsamen Situation!
Gunther hingegen flößt sofort Angst ein und scheint gar nicht zu seiner Frau Henry zu passen. Ein Heiler und Guru mit skurrilen Vorlieben und Einstellungen.
Gila, die Chefin der Protagonistin wirkt zunächst stark und selbstbewusst, weil sie ihre Prothese offen trägt.
Mandy! Nicht nur ihre Wohnung ist eigenartig! Kein Rauputz! Keine Tapete! Sie hat offensichtlich keine Kontakte. Wie kann man so leben? Andererseits hilft sie jetzt Caro, die gleich am Anfang des Geschehens die Information vom Hausverwalter erhält, dass sie ab sofort obdachlos ist, und nimmt sie in ihrer Wohnung auf.
Als jedoch die erste Leiche entdeckt wird, wird Mandy als Mordverdächtige von nicht rechtsstaatlich wirkenden Polizeibeamten verhaftet. Caro hat nun völlig den Boden unter den Füßen verloren, obwohl sie etwas Trost bei ihrer scheinbar besten Freundin Henry findet. Aber wie alle Mieter in diesem Haus verbirgt auch sie überraschende und schockierende Geheimnisse, die den Leser zutiefst berühren und nachdenklich stimmen.
Oft wünscht sich Caro ihr altes Leben zurück, in dem sie unbeschwert und ohne Eigenverantwortung an der Seite von Jens leben konnte. Jetzt hingegen überschlagen sich die Ereignisse und Katastrophen, die sie über die Grenzen ihrer Belastbarkeit strapazieren. Sie erkennt auf brutale Weise die zur Schau getragenen Fassaden der Mieter und ist völlig gelähmt… bis sie in Lebensgefahr gerät. JETZT muss sie handeln, Initiative und Konzeption entwickeln! Sonst gibt es keine Überlebenschance.
Hier nimmt die Spannung wie nie zuvor Fahrt auf, und es ist nicht mehr möglich, das Buch aus der Hand zu legen.
Der Sprachstil ist an manchen Stellen grenzwertig, was aber zur zunächst einfach strukturierten Persönlichkeit von Carolin vor ihrer Veränderung passt. – Die Verrätselungstechnik ist geschickt, logisch und voller überraschender Wendungen. Das Ende ist spektakulär und selbst für einen geübten Krimileser nicht vorhersehbar.
Allerdings hätte ich mir eine positive Identifikationsfigur gewünscht. Doch diese fehlt.
Conny62

Veröffentlicht am 17.07.2018

Atemberaubende Handlungen !

Racheopfer
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Atemberaubende Handlungen !
Jede Zeile, jede Seite – ein Genuss für alle Thriller- Fans!
Das Feuer in den Wörtern RACHE und OPFER auf dem Cover glüht und lodert zugleich. Die dunkelrote Farbe zeigt als ...

Atemberaubende Handlungen !
Jede Zeile, jede Seite – ein Genuss für alle Thriller- Fans!
Das Feuer in den Wörtern RACHE und OPFER auf dem Cover glüht und lodert zugleich. Die dunkelrote Farbe zeigt als Signalfarbe, welche ungeheure Energie in dieser Emotion steckt: Wie kann RACHE so stark werden? Die Antworten finde ich auf den 158 Seiten, die mich so gefesselt haben, dass ich diesen Kurzthriller von Ethan Cross direkt noch einmal gelesen habe.
Die erste Zeile beginnt mit “Francis Ackerman junior“ und lässt somit die enorme Präsenz dieser Person erahnen: ein Wesen voller Finsternis mit überdurchschnittlicher Intelligenz und einer inneren Tragik, die in seiner Biografie begründet ist. Ackerman verfügt über eine extreme Beobachtungsgabe im Hinblick auf seine Mitmenschen, die er so blitzschnell berechnen und einschätzen kann, um sich dann wie auf einer Bühne im Theater als lebende Legende in Szene setzen zu können, um zu quälen, zu töten oder sie in die Welt „seiner Spiele“ zu führen. Dabei sieht es für den Leser so aus, als wäre seine eigene Gedankenwelt an manchen Stellen durchbrochen von total überraschenden Überlegungen und augenscheinlichen Emotionen. Bisher hat er seine Ziele immer erreicht…
In der Strafvollzugsbehörde in Lansing findet eine Konferenz statt, in der u.a. Dr. Jennifer Kelly, der Chef Dr. Stewart Kendrick, Direktor der psychiatrischen Klinik Cedar Mill, David McNamara, der Sicherheitschef und der Gouverneur von Michigan teilnehmen.
Kendrick will seine Studie für eine bahnbrechende, neue Therapie bei Gewalttätern vorstellen und erbittet in einem sprachstrategisch geschickt aufgebauten Dialog mit dem Gouverneur um die Aufnahme von Ackerman in seine Klinik, quasi als Prüfstein für die entscheidende Schlussphase seiner Tests. Eine absolut sichere Unterbringung im „Eisernen Kreis“, in seiner Klinik, betrachtet er als gewährleistet.
Kendrick hat Erfolg, obwohl unterschwellig zu erkennen ist, dass er nicht nur von wissenschaftlichen Motiven angetrieben ist. Der Wahnsinn beginnt: Ackerman, DER Ausbrecherkönig, DER Experte auf allen Gebieten im „Umgang“ mit Menschen wird in den „Sicheren Kreis“ verlegt.
Ackerman genießt die Vorfreude auf „sein“ Theaterstück, in dem er die Brillianz seiner Intelligenz in Szene setzen kann – nach seinen ureigenen Vorstellungen. – Das Team in der Klinik ist gewarnt, Ackermans Akte und seine extremen Fähigkeiten sind bekannt. ABER bereits in der ersten Nacht gelingt es dem Monster, aufgrund einer nicht geahnten“ Sollbruchstelle“, sein Schauspiel zu beginnen. Jenny muss Rache an Ackerman ausüben für das, was er ihr vor Jahren angetan hat. Verlangen nach Rache, eine Emotion von verheerendem Ausmaß, die Jenny mit aller Wucht in ihrer Persönlichkeit entstellt, so dass eine gewisse Parallele zu Ackerman entsteht. Dieser hat so auf „seiner“ Bühne Personen gefunden für seine ureigenen Spiele.
Biografieauszüge dienen als Erläuterung und lassen zu, dass ich Antipathien und Sympathien entwickeln kann. Die handelnden Personen und ihre Charaktere entstehen vor meinem geistigen Auge: Jenny hat ihre Emotionen überhaupt nicht mehr im Griff; David McNamara imponiert mir, da er immer wieder den Verstand einschaltet.
Ein lebensbedrohliches Katz – und – Maus-Spiel hat begonnen, bei dem ich mich abwechselnd frage: Wer ist die Maus? Und wer ist die Katze? Ackerman kämpft auf seine brutalste Art in immer wieder überraschenden Weise. Es entsteht somit der Eindruck, dass die Handlungen geradezu explodieren.
Cross verwendet hier verkürzte Sätze – sprachtechnisch für mich interessant – und zeigt so das rasende Tempo der aufeinander folgenden Geschehnisse. Ackermans Gedanken werden an manchen Stellen eingeblendet; so dass Vorausdeutungen entstehen und die Spannung an keiner Stelle nachlässt. Gedanken, Befindlichkeiten, Emotionen der handelnden Personen werden ausführlich geschildert; der Wortreichtum von Cross imponiert mir immer wieder.
Bei der Raubtiermetaphorik am Schluss geht mir wegen des Bildreichtums das Herz auf… und es bleibt heftiges Herzklopfen.
Dieser Kurzthriller ist für mich die ideale Einstiegslektüre für die weiteren Bücher von Ethan Cross: Er hat als Autor hier handwerklich ein Meisterstück geschaffen, für das ich nur die uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen kann.

Conny62

Veröffentlicht am 10.07.2019

Ich war völlig auf der falschen Fährte, obwohl ich eine geübte Krimileserin bin!

Die stumme Patientin
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Die Malerin Alicia Berenson hat angeblich ihren Mann brutal erschossen, obwohl sie ihn unglaublich geliebt hat. Seit sechs Jahren befindet sie sich in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt, in der ...

Die Malerin Alicia Berenson hat angeblich ihren Mann brutal erschossen, obwohl sie ihn unglaublich geliebt hat. Seit sechs Jahren befindet sie sich in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt, in der sie sediert wird und kein einziges Wort spricht.. Alle haben sie aufgegeben. Schließlich möchte der forensische Psychiatherapeut Theo Faber sie zum Sprechen bringen. Seine Arbeit ist ein Abenteuer! Ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand legen können, habe antizipiert und nachgedacht. Das Ganze war aber zu brilliant, zu intelligent! Auf alle Spuren bin ich hereingefallen! Die Wendungen am Schluss waren einfach nur super!
Sehr, sehr empfehlenswert! Ich versprechen puren Lesegenuss.
Conny62

Veröffentlicht am 10.07.2019

Verstörend und bewegend !

Die perfekte Lüge
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Damit habe ich nicht gerechnet! Zwei Freundinnen, die sich seit über dreißig Jahren kennen, geraten aneinander. Psychologisch sehr interessant, stimmt aber auch mehr als nachdenklich...lässt hinterfragen. ...

Damit habe ich nicht gerechnet! Zwei Freundinnen, die sich seit über dreißig Jahren kennen, geraten aneinander. Psychologisch sehr interessant, stimmt aber auch mehr als nachdenklich...lässt hinterfragen. Die perfekte Idylle entpuppt sich als Idylle. Schwedische Wälder können nicht das reparieren, was innerlich zerstört ist. Die Handlung ist schockierend, an manchen Stellen vorhersehbar, aber man glaubt es einfach nicht!
Ein Debütroman, der faszinierend und gleichsam schockierend ist. - Mich hat gewundert, dass Michelle Sacks nicht Psychologie studiert hat. Sie hat so profunde Kenntnisse!
Conny62

Veröffentlicht am 21.05.2019

Super ! Super !

In Liebe und Tod
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Dieses Buch habe ich geradezu verschlungen !
Eva Dallas, eine vollkommen touphe Detektivin untersucht die brutale Ermordung eines jungen Paares, das in Kürze heiraten wollte. Natalie Copperfield, 26 Jahre ...

Dieses Buch habe ich geradezu verschlungen !
Eva Dallas, eine vollkommen touphe Detektivin untersucht die brutale Ermordung eines jungen Paares, das in Kürze heiraten wollte. Natalie Copperfield, 26 Jahre alt, hatte sogar ein Messer im Bett. eine Stunde nach ihrem Tod ist ihr Verlobter getötet worden.
Es geht um eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, in der abstruse Geschichten geschehen.
Andere Handlungsstränge werden vermischt. Total spannend !
Conny62