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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2017

Reise in den Süden

Sommer unseres Lebens
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...und ein bisschen in die Vergangenheit. Das verspricht der Roman „Sommer unseres Lebens“ von der Autorin Kirsten Wulf.

Es geht in der Geschichte um Hanne, Claude und Miriam. Die Frauen lernten sich ...

...und ein bisschen in die Vergangenheit. Das verspricht der Roman „Sommer unseres Lebens“ von der Autorin Kirsten Wulf.

Es geht in der Geschichte um Hanne, Claude und Miriam. Die Frauen lernten sich 1989 zufällig kennen, als sie alle drei auf den Weg nach Portugal sind. Miriam und Hanne über eine Anzeige und Claude haben die beiden in Frankreich als Tramperin aufgegabelt.
Die gemeinsame Zeit im Süden Europas schweißt die unterschiedlichen Frauen so zusammen, dass sie beschließen, ihre jeweiligen 50. Geburtstage zusammen wieder in Portugal zu feiern.

Nun ist es soweit, die 25 Jahre sind um und die Frauen lösen ihr Versprechen ein. Nicht bei allen stößt diese Idee anfangs auf Freude. Immerhin hatten sie in den ganzen vergangenen Jahren so gut wie kaum Kontakt zueinander. Doch die drei machen sich, diesmal getrennt voneinander, auf den Weg gen Süden.
Jede von ihnen hat einen anderen Grund diese Reise anzutreten. Doch insgeheim flüchten sie alle vor ihrem Leben zu Hause. Dies verbindet die drei Frauen und meistens bereut auch keine von ihnen die Entscheidung zu dieser Reise.

Auch wenn sich die Geschichte etwas wie die Bewältigung der Midlife Crisis der Frauen liest, hat es Spaß gemacht, sie auf dieser Reise zu begleiten. Ab und an hat man auch einen Einblick in die Vergangenheit und ihre gemeinsame Zeit vor 25 Jahren in Portugal bekommen.

Veröffentlicht am 06.08.2017

Abgrundtief

Targa - Der Moment, bevor du stirbst
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Der Thriller „Targa – Der Moment bevor du stirbst“ von B. C. Schiller (einem Autorenduo) beschäftigt sich mit dem Tod und dem Bösen im Menschen.

Targa ist eine junge Frau, die etwas sonderbar ist. Durch ...

Der Thriller „Targa – Der Moment bevor du stirbst“ von B. C. Schiller (einem Autorenduo) beschäftigt sich mit dem Tod und dem Bösen im Menschen.

Targa ist eine junge Frau, die etwas sonderbar ist. Durch ihre eigene Geschichte kann sie ihre Gefühle sehr gut unterdrücken. Sie wurde als Kind zusammen mit ihrer Zwillingsschwester von der eigenen Mutter ausgesetzt, dabei ist ihre Schwester gestorben.
Nur wenige Menschen lässt Targa in ihr Leben. Zwischenmenschliche Beziehungen fallen ihr nicht leicht. Durch ihre Art ist sie perfekt für die Sondereinheit, die sich mit psychisch kranken Verbrechern befasst.
So führt ihr aktueller Fall sie zu Falk Sandmann. Dozent und Lebemann, dem vorgeworfen wird, mehrere junge Frauen getötet zu haben. Sandmann ist fasziniert vom Thema „letzte Worte vorm Tod“. Er hat auch einen Blog zu diesem Thema. Leider kann ihm die Polizei nichts nachweisen. So wird die Sondereinheit um Targa auf den Fall angesetzt. Sie muss sich ihm nähern. Doch wie wird sie das schaffen? Als eines seiner nächsten Opfer? Oder als Gehilfin?

Parallel spielt die Geschichte auf einer Gefängnisinsel. Hier dreht es sich hauptsächlich um den Wärter Erik und den Gefangenen Carlos. Dieser wird streng bewacht, bekommt jedoch eine Sonderbehandlung. Warum dies so ist, will niemand dem neuen Wärter Erik erzählen. Er selbst lernt Carlos und seine Machenschaften bald kennen und muss nun Befehle des Gefangenen ausführen. Wo wird das enden? Und was hat Carlos vor? Was hat das alles mit Targa zu tun?

Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben. Sie fesselt den Leser. Das Thema selbst finde ich manchmal etwas erdrückend, trotzdem fiebert man mit Targa mit und möchte wissen, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 28.07.2017

Spionagethriller vom Feinsten

Sie werden dich finden
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Bei dem Buch „Sie werden dich finden“ von James Rayburn handelt es sich um einen Spionagethriller vom Feinsten.

Die Geschichte beginnt mit Kate Swift und ihrer Tochter Suzie. Kate ist ehemalige Spionin ...

Bei dem Buch „Sie werden dich finden“ von James Rayburn handelt es sich um einen Spionagethriller vom Feinsten.

Die Geschichte beginnt mit Kate Swift und ihrer Tochter Suzie. Kate ist ehemalige Spionin der CIA und seit 2 Jahren versteckt sie sich zusammen mit ihrer Tochter vor ihren Feinden, allen voran ihr früherer Chef Lucien Benway.
Kate hat es die ganze Zeit über geschafft, ein normales Leben zu führen. Bis sie an der Schule ihrer Tochter einen Amoklauf verhindert. Somit sind ihr die CIA und auch Lucien auf der Spur. Lucien will Kate um alles in der Welt finden, denn er will Rache. Rache dafür, dass Kate ihn und die Machenschaften der CIA verraten hat. Lucien hat daraufhin seinen Posten und auch das Vertrauen der Regierung verloren. Kate hat ihn auffliegen lassen, nachdem Lucien die Ermordung ihres palästinensischen Ehemannes hat anordnen und ausführen lassen.
Auf ihrer Flucht bittet Kate ihren einstigen Mentor um Hilfe. Er soll sie zur CIA-Legende Harry Hook bringen. Was Kate noch nicht weiß, ist, dass Harry ist nicht mehr der ist, der er mal war. Seit seinem Fehler, der mehreren Menschen (darunter auch Frauen und Kinder) das Leben gekostet hat, ist er dem Alkohol verfallen. So findet sie ihn auch im Süden von Thailand vor – abgehalftert und erneut zur Flasche greifend. Kann er ihr und ihrer Tochter wirklich helfen?
Ein Flugzeugabsturz im thailändischen Dschungel kommen Kate und Harry, der versucht sich zusammen zu reißen und zu helfen, sehr gelegen. Kate muss dafür nur einen ihrer kleinen Finger opfern. Dieser landet bei den Überresten der Maschine, nicht ganz ohne das Zutun eines alten „Freundes“ von Harry.
Auch Lucien erfährt vom vermeintlichen Tod von Kate Swift. Doch Lucien wäre nicht Lucien, wenn er es einfach so hinnehmen würde, dass seine Feindin tot ist. Daher schickt er seinen Handlanger aus, um die Sache zu überprüfen.
Zeitgleich macht Lucien seiner Frau Nadja das Leben zur Hölle. Sie sieht ihre Chance auf Rache gekommen, als Lucien mit dem Flugzeugabsturz und dem Tod von Kate in Verbindung gebracht wird. Als auch noch der Reporter, der diese Verbindung in der Öffentlichkeit hergestellt hat, getötet wird, scheint alles seinen Lauf zu nehmen...

Der Thriller hat etwas längere „Erklärphasen“, die ich jedoch interessant finde, weil man so die Hintergründe der einzelnen Personen kennen lernt. Der Showdown gegen Ende des Buches war blutig und ich muss zugeben, auch etwas überraschend. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Thriller zu lesen.

Veröffentlicht am 28.07.2017

auf zur Hexenjagd

Witch Hunter
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1558 in Anglia – Hexenverfolgungen und –verbrennungen sind im Roman „Witch Hunter“ von Virginia Boecker an der Tagesordnung.

Die Geschichte dreht sich um die 16-jährige Hexenjägerin Elisabeth Grey. Sie ...

1558 in Anglia – Hexenverfolgungen und –verbrennungen sind im Roman „Witch Hunter“ von Virginia Boecker an der Tagesordnung.

Die Geschichte dreht sich um die 16-jährige Hexenjägerin Elisabeth Grey. Sie lebt im Land Anglia und gehört zu den besten und gefährlichsten Hexenjägern unter der Herrschaft von König Malcom, obwohl sie vom optischen her so aussieht, als könne sie keiner Fliege etwas zuleide tun. Doch eines Tages wird Elisabeth selbst der Hexerei beschuldigt, da sie verbotene Kräuter bei sich trägt. Die einzige Konsequenz, die das Gesetz hier zulässt, ist der Tod. So wird sie vom Inquisitor Blackwell, der auch noch ihr Lehrmeister ist, zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt.
Ihr engster Freund und Hexenjägerkollege Caleb möchte sie retten, jedoch lässt er sich nicht mehr bei Elisabeth im Kerker blicken. Kurz bevor sie durch ein Fieber dahin gerafft wird, eilt ihr ein Retter zu Hilfe. Jedoch ist es nicht Caleb, sondern der mächtigste Hexer und meist gesuchteste Verbrecher von ganz Anglia – Nicholas Perevil. Er nimmt sich ihrer an, aufgrund der Weissagungen einer Seherin. Doch welche Rolle soll Elisabeth als Hexenjägerin bei den Reformisten/Hexern einnehmen? Und weiß der mächtige Nicholas, dass er ausgerechnet eine der besten Hexenjäger in sein Haus geholt hat?
Caleb ist auf der Suche nach Elisabeth, die nun genau so auf der Fahndungsliste steht, wie auch Nicholas und seine Anhänger. Doch sucht er nach ihr, um sie auf den Scheiterhaufen zu bringen? Oder möchte er sie vor den anderen Hexenjägern und den Soldaten des Königs finden, um ihr zu helfen dem Todesurteil doch noch zu entkommen?
Warum glaubt Blackwell nicht, dass Elisabeth keine Hexe ist? Er sollte Elisabeth doch kennen. Hat er etwas zu verbergen das nur sie ans Licht bringen kann? Möchte er sie vielleicht aus dem Weg räumen?

Das Buch ist toll geschrieben und lässt keine Langeweile aufkommen. Man wird regelrecht gefangen genommen von den Geschehnissen um Elisabeth und ganz Anglia. Es kommen auch nicht nur Hexen und Hexenjäger vor - auch Geister, Gestaltwandler und Piraten tauchen in der Geschichte auf. Und der große Showdown lässt einem kaum Zeit richtig durchzuatmen. Das Buch ist für alle, die eine kleine Zeitreise machen möchten oder einfach nur gerne Fantasygeschichten lesen. :)

Veröffentlicht am 28.07.2017

verrückt oder blind - das ist hier die Frage

Der Pfau
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„Einer der Pfauen war verrückt geworden. Oder sah schlecht.“ -So beginnt „Der Pfau“ von Isabel Bogdan.

Einer der Pfauen war verrückt geworden. Oder sah schlecht. Auf jeden Fall greift er alles an, was ...

„Einer der Pfauen war verrückt geworden. Oder sah schlecht.“ -So beginnt „Der Pfau“ von Isabel Bogdan.

Einer der Pfauen war verrückt geworden. Oder sah schlecht. Auf jeden Fall greift er alles an, was blau ist. Egal ob es sich dabei um ein Auto oder Papier handelt...
Die Investmentbänkerin Liz und ihre Abteilung sind zusammen mit einer Köchin und einer Psychologin zur Teambildung mitten in den schottischen Highlands, bei den McIntoshs. So recht scheint keiner von ihnen Lust auf nur tröpfelndes Wasser oder Schiffe zeichnen zu haben. Auch nervt es die Bänker, dass sie keinen WLAN-Empfang haben.

Nachdem der verrückte (oder blinde) Pfau das blaue Auto von Liz attackiert hatte, musste Lord Hamish McIntosh (der Besitzer des Pfaus) handeln. Kurzerhand erschoss er den Pfau und ließ ihn im Unterholz des Waldes zurück.
Dort fand ihn Mervyn, der Hund der Investmentbänkerin. Natürlich glaubt diese, ihr Hund hätte den Pfau erlegt. Also verstecken sie und ihre Kollegen das tote Tier (wieder) im Unterholz des Waldes, jedoch nur vorübergehend. Denn die bei den Bänkern mitgereiste Köchin hatte einen anderen Plan für den toten Vogel...

Das Buch ist recht witzig geschrieben, wenn man dem britischen Humor nicht ganz abgeneigt ist. Ab und zu stolpert man über das ein oder andere Fremdwort. Ansonsten liest sich die Geschichte sehr flüssig.
Schade nur um den schönen Pfau.