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Veröffentlicht am 03.07.2025

Entspannte Gaming-Romanze

Novel Haven - Levels of Love
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Als Programmiererin Lara unerwartet für ihre Chefin einspringen muss, um auf der GameChanger-Convention das Spiel Novel Haven ihrer Firma vorzustellen - und bitte den Wettbewerb und das Preisgeld zu gewinnen ...

Als Programmiererin Lara unerwartet für ihre Chefin einspringen muss, um auf der GameChanger-Convention das Spiel Novel Haven ihrer Firma vorzustellen - und bitte den Wettbewerb und das Preisgeld zu gewinnen - ist sie voller Sorge. Denn Vorträge und Connecten mit Menschen machen ihr Angst. Vor Ort trifft sie auf Spieleentwickler Luca, der es mit seiner Art überraschenderweise schafft, ihr einen Teil der Angst zu nehmen. Beide fühlen sich voneinander angezogen und noch viel wichtiger: miteinander wohl. Doch sie dürfen eines nicht vergessen: Sie sind und bleiben Konkurrenten und das Preisgeld ist überlebenswichtig, um die jeweiligen entwickelten Spiele auch auf den Markt bringen zu können...

Novel Haven ist ein niedlicher Roman, der Gamerherzen höher schlagen lässt. Er wirkt durch sein Detailreichtum rund ums Gaming - begonnen beim Cover über die Arbeit der Figuren bis hin zu der Convention - sehr authentisch und ist mir so noch nicht begegnet. Gleichzeitig hat er ein ruhiges Tempo und verbreitet eine Cosy Stimmung. Das Spiel, das die weibliche Hauptfigur Lara mitentwickelt ist eine Variante von Stardew Valley für BuchliebhaberInnen und ich wünschte, es würde tatsächlich existieren!

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive der beiden Hauptfiguren Lara und Luca wiedergegeben und besonders Luca habe ich schnell ins Herz geschlossen. Mit Lara und ihrer teils widersprüchlichen Art (Einerseits wahnsinnig introvertiert, andererseits plötzlich extrem aufgeschlossen gegenüber Luca) brauchte ich etwas länger, um warm zu werden. Nachdem sich die beiden Figuren jeweils innerlich zum gefühlt hundertsten Male in Erinnerung riefen, dass sie ja Konkurrenten seien, dann aber überhaupt nicht danach handelten, musste ich doch ein paar Mal mit den Augen rollen, weil es einfach total unglaubhaft wirkte. Hier wurde definitiv Spannung durch inneres Kämpfen mit sich selbst/gegen die Gefühle und auch Spice zwischen den Figuren liegen gelassen. Gemeinsam sind sie aber ein sehr süßes Paar.

Beide Figuren haben mit Schwierigkeiten und Traumata zu kämpfen, die dem Roman viele Aspekte verliehen und mich berührten. Zeitgleich hätte ich mir aber tatsächlich eine realistischere und tiefergehende Auseinandersetzung damit gewünscht. Es wirkte manchmal ein bisschen so auf mich, dass die bloße Anwesenheit des anderen die Traumata nahezu heilt. Neben den vorhanden Facetten der Figuren hat mir thematisch besonders gut gefallen, dass die Autorin Wert darauf gelegt hat, darzustellen, wie schwer es für Frauen ist, in dieser/einer männerdominierten Branche zu arbeiten (Stichwort: sexistische Kommentare und Verhaltensweisen). Auch die Nebenfiguren, insbesondere Laras beste Freundinnen, waren gut ausgearbeitet und haben den Roman vielseitig gestaltet.

Die Handlung plätscherte manchmal ein bisschen vor sich hin und war sehr cosy, sodass es mir neben den doch überwiegend vorhersehbaren Hintergründen etwas an Spannung fehlte. Zum Ende hin überschlugen sich dann die Ereignisse, deren Auflösung mir manchmal zu rosarot und unrealistisch vorkamen. Trotzdem muss man Novel Haven gerne haben, nicht nur wegen der süßen Beziehung zwischen Luca und Lara, sondern vor allem wegen seiner Sanftheit in der Erzählung.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Dupin und die Schokoladenfabrik

Bretonische Versuchungen
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In seinem neuesten Fall muss Kommissar Dupin in den Gefilden der Schokoladen-Herstellung ermitteln, nachdem die Inhaberin einer Confiserie in Schokolade ertrunken aufgefunden wird, Die Ermittlungen führen ...

In seinem neuesten Fall muss Kommissar Dupin in den Gefilden der Schokoladen-Herstellung ermitteln, nachdem die Inhaberin einer Confiserie in Schokolade ertrunken aufgefunden wird, Die Ermittlungen führen Dupin unter anderem in das Baskenland - mit von der Partie und nicht umzustimmen: Nolwenn, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den kaltblütigen Mord dieses Mal in Aktion und nicht vom Schreibtisch aus mitaufzuklären!

Der bereits 14. Fall ist wieder spannend, temporeich und amüsant. Ich liebe die Reihe und habe alle Krimis gelesen - das Team rund um Kommissar Dupin ist mir sehr ans Herz gewachsen und es ist eine reine Freude, in jedem Band die Figuren wiederzutreffen und zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln. Ich gebe zu: der Stil des Autors rund um die kriminalistischen Untersuchungen und der enge Verdächtigenkreis mit der nach vielen falschen Fährten für den Leser ganz am Ende dann doch etwas vorhersehbaren Aufklärung, könnten vielleicht ein kleines Fresh-Up gebrauchen. Dennoch habe ich den Krimi innerhalb kürzester Zeit weggeatmet - immer mit einem Stückchen Schokolade in der Nähe. Denn das Setting und Krimidrama rund um die Confiserie ist nicht nur fesselnd, sondern sorgt auch für viel Appetit! Die Kulinarik wie auch die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen kommen auch in diesem Band nicht zu kurz. Dazu Nolwenn, die sich nicht abschütteln lässt und eine deutlich ausgeprägtere Rolle in diesem Band einnimmt. Herrlich! Für mich auch dieses Jahr wieder ein Highlight und Fernweh schürend - Kommissar Dupin ist einfach ein Muss!

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Skandale und Lebenslügen

Great Big Beautiful Life
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Alice Scott ist Journalistin und hat das Gefühl, den großen Coup gelandet zu haben: Sie hat die Ex-Prominente Margaret Ives - Milliardärstochter einer der reichsten Familien des 20. Jahrhunderts - auf ...

Alice Scott ist Journalistin und hat das Gefühl, den großen Coup gelandet zu haben: Sie hat die Ex-Prominente Margaret Ives - Milliardärstochter einer der reichsten Familien des 20. Jahrhunderts - auf Little Crescent Island ausfindig gemacht. Als sie zu einem Vorgespräch zu der inzwischen über 80-Jährigen Dame kommt, um eine Biographie über ihr Leben, das von Skandalen und tragischen Ereignissen geprägt war, zu schreiben, landet sie jedoch auf dem Boden der Tatsachen: Konkurrent Hayden Anderson ist ebenfalls vor Ort und beide erhalten nur einen Monat lang Zeit, Margaret von sich zu überzeugen. Wer Margaret zufriedenstellt, wird nachfolgend die Biographie schreiben und veröffentlichen dürfen, die nicht nur Geld, sondern auch Ruhm in das Leben des jeweiligen Journalisten bringen wird - eine unglaublich wichtige Chance für Alice.

Ich habe fast alle Romane der Autorin gelesen und habe mich auf den neuesten schon sehr gefreut. Das Setting ist schön gewählt und verströmt mit Eindrücken von Meer und Vegetation Sommerfeeling. Die Geschichte wird in wechselnden Kapiteln aus Sicht der weiblichen Hauptfigur Alice in der Jetzt-Zeit sowie ihren journalistischen Texten, die sie über die Vergangenheit von Margaret schreibt, wiedergegeben. Das hat mir grundsätzlich gut gefallen und hat auch Neugier auf die Geschehnisse in Margarets Leben geschürt. Mir persönlich hätten aber Kapitel aus Margarets Sicht in der Ich-Perspektive in der Vergangenheit besser gefallen, um mich emotional besser connecten zu können. So hatte ich doch sehr lange nicht das Gefühl, emotional im Roman anzukommen, denn hinzu kam, dass Alice und Hayden sehr schnell miteinander anbändelten und ich dabei nicht so richtig hinterherkam. Die beiden waren mir gefühlt zu schnell zu deep in ihrer Liebesbeziehung zueinander. Erst im letzten Drittel des Romans kam bei mir so richtig Spannung auf - einerseits, weil ich unbedingt das übergeordnete Geheimnis erfahren wollte, andererseits gab es endlich eine prickelnde Spannung zwischen Alice und Hayden, die mich an die Seiten fesselte. Somit war der Roman insgesamt nicht ganz das Emily-Henry-Niveau, das ich gewöhnt bin, aber im letzten Drittel dann doch überzeugend!

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Holmes-artig, aber trotzdem enttäuschend

Holmes & Moriarty
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Inhalt: London, 1889: Sherlock Holmes und Dr. Watson werden von einem jungen Schauspieler engagiert, um einem seltsamen Fall nachzugehen. Zu seinen Aufführungen kommen jeden Tag dieselben Zuschauer – jedoch ...

Inhalt: London, 1889: Sherlock Holmes und Dr. Watson werden von einem jungen Schauspieler engagiert, um einem seltsamen Fall nachzugehen. Zu seinen Aufführungen kommen jeden Tag dieselben Zuschauer – jedoch immer in anderen Verkleidungen. Zur gleichen Zeit läuft Professor Moriarty und Sebastian Moran die Zeit davon: Sie werden für einen mysteriösen Mord verantwortlich gemacht und müssen untertauchen.

Eine unsichtbare Hand zieht das Netz um die beiden verfeindeten Genies Holmes und Moriarty immer enger. Schnell wird klar, dass es hier um weit mehr geht als sie. Werden die beiden über ihre Schatten springen und zusammenarbeiten können, oder ist die Welt dem sicheren Untergang geweiht?

Mit seinem Kriminalroman Holmes&Moriarty versucht der Autor Gareth Rubin in große Fußstapfen zu treten. In wechselnden Kapiteln wird die Handlung aus Sicht der jeweiligen Gehilfen (Watson für Sherlock Holmes und Moran für Prof. Moriarty) wiedergegeben. Während ich Watson abgöttisch liebe, empfand ich Moran als unnötig brutal und wurde bis zum Schluß nicht warm mit ihm. Dennoch ist der Autor in der Tat sehr nah an den Stil von Arthur Conan Doyle gekommen. Die Art von Sherlock Holmes, die Herangehensweise an Ermittlungen, der dem Zeitalter angemessene Sprachstil und das Setting entsprachen überwiegend dem Original. Dies begeisterte mich und weckte das "Holmes-Fieber" in mir. Meine Begeisterung wurde jedoch durch den im Hintergrund liegenden Fall getrübt. Die Aufklärung war etwas hektisch, die Hintergründe erschienen mir zu unrealistisch und warum unbedingt Moriarty mit an Bord sein musste, kann ich mir auch im Nachgang nicht erklären. Deshalb konnte mich der Roman auch vom Spannungsbogen her nicht so recht abholen. Dank des hohen Erzähltempos und Sherlocks Art konnte ich den Krimi dennoch schnell weglesen. Ich wäre definitiv gespannt auf einen weiteren Sherlock-Roman des Autors, dann aber hoffentlich mit realistischerem Input!

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Niedlicher Abschluss

Silvercliff Hall – Hinter Spiegeln gefangen
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Im zweiten Teil der Silvercliff-Diologie muss Emilia Nathan aus den Fängen von Charles Lafontaine-Boutary retten. Ein magisches Duell soll die Lösung sein, doch Charles bedient sich schwarzer Magie…

Weil ...

Im zweiten Teil der Silvercliff-Diologie muss Emilia Nathan aus den Fängen von Charles Lafontaine-Boutary retten. Ein magisches Duell soll die Lösung sein, doch Charles bedient sich schwarzer Magie…

Weil ich neugierig war, musste ich natürlich auch den Abschluss der Silvercliff-Reihe lesen. Wie in Bd. 1 gab es doch die ein oder andere Länge und bisweilen empfand ich Emilia als etwas anstrengend. Nathan hingegen ist mir richtig ans Herz gewachsen und seine abgeklärte Art hat für einige Lacher gesorgt. Insgesamt hat mir der zweite Teil sehr viel besser gefallen als Bd. 1, denn das Wordbuilding und die vielen bunten magischen Ideen waren fantasievoll und unterhaltsam. Insgesamt war die Dilogie im Vergleich nicht so rund wie die Whisper Whisper-Reihe der Autorin, ich habe sie dennoch gerne gelesen. Nun bin ich gespannt auf das nächste Erzeugnis von Aniela Ley und hoffe, dass ich nicht zu lange darauf warten muss.

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