Fantasievolle Fortsetzung mit kleinen Schwächen
House of War and Bone - Die Goldene Stadt 2Nachdem Fallon bei ihrem Rettungsversuch an Ende von Band 1 versehentlich ihre Kräfte mit Ariyon getauscht hatte, muss sie nun alles daransetzen, ihn aus dem Land der Toten zu retten, bevor er sich vollständig ...
Nachdem Fallon bei ihrem Rettungsversuch an Ende von Band 1 versehentlich ihre Kräfte mit Ariyon getauscht hatte, muss sie nun alles daransetzen, ihn aus dem Land der Toten zu retten, bevor er sich vollständig in einen Nachtwandler verwandelt. Gleichzeitig steht sie vor mehreren weiteren Herausforderungen: Sie muss weiterhin versuchen, das Vertrauen der Königin zu gewinnen, sie muss ihre neu entdeckten Heilkräfte verstehen und kontrollieren und sich auch noch mit ihrer leiblichen Mutter auseinandersetzen...
Ich habe mich wahnsinnig auf die Fortsetzung der Trilogie rund um die goldene Stadt gefreut und war entsprechend gespannt, wie es nach dem Ende von Band 1 weitergeht. Die Handlung knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Teils an – so nahtlos, dass ich am Anfang tatsächlich einen Moment gebraucht habe, um wieder richtig in die Geschichte hineinzufinden.
Die Kapitel wechseln zwischen den Perspektiven der Hauptfiguren Fallon und Ariyon, wobei Fallon deutlich häufiger zu Wort kam. Der Schreibstil ist leicht und eher einfach gehalten, was gut zur jüngeren Zielgruppe der Reihe passt und sich flüssig lesen ließ.
Insgesamt wirkte dieser Teil auf mich leider etwas unrund. Es gab viele fantasievolle Ideen und spannende Ansätze, und auch Fallons Rabe Yanric war wieder ein echtes Highlight. Mit seinen frechen Kommentaren und seinem mutigen Herzen sorgte er immer wieder für unterhaltsame Momente und ich hatte ihn bereits in Band 1 sehr ins Herz geschlossen.
Trotz einzelner spannender Szenen hatte ich jedoch das Gefühl, dass es ziemlich viele Baustellen gleichzeitig gab. Manche Entwicklungen wirkten dadurch etwas oberflächlich abgehandelt, und an einigen Stellen hätte ich mir mehr „Show, don’t tell“ gewünscht. Obwohl das Hauptziel Ariyon zu befreien klar war, fehlte mir zwischendurch etwas der rote Faden. Die Handlung plätscherte für mein Gefühl stellenweise ein wenig vor sich hin.
Das Ende wartete allerdings mit einem gemeinen Cliffhanger auf, der definitiv neugierig auf Band 3 macht. Diesen werde ich sicherlich auch lesen - ich will ja schließlich wissen, wie es ausgeht! Insgesamt hat mich dieser zweite Teil aber leider nicht ganz so begeistert, wie ich es mir nach dem starken Auftakt erhofft hatte.