Klassenkampf um 1901
Die Tränen der WeltZu Beginn des 20. Jahrhunderts wird Barcelona von gewaltsamen Protestaktionen erschüttert. Der Maler Dalmau Sala versucht dabei, tagsüber seinen elitären Vorgesetzten in der Keramikfabrik zufrieden zu ...
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird Barcelona von gewaltsamen Protestaktionen erschüttert. Der Maler Dalmau Sala versucht dabei, tagsüber seinen elitären Vorgesetzten in der Keramikfabrik zufrieden zu stellen, während er nach Feierabend für die Rechte der Arbeiterklasse kämpft. Schon bald bringt ihn sein Doppelleben in Bredouille. Denn seine Schwester wird festgenommen und landet im Gefängnis. Um sie freizukaufen geht er einen folgenschweren Handel ein…
„Die Tränen der Welt“ ist ein sprachgewaltiges Epos von Ildefonso Falcones. Intensiv und umfassend recherchiert entführt einen der Autor den Leser nach Barcelona um 1901. Sehr detailliert wird dabei das Bild der damaligen Verhältnisse und Lebensumstände gezeichnet. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf architektonischen Begebenheiten und historischen Fakten. Die Opulenz und die Detailverliebtheit bringen aber auch Nachteile – denn die Geschichte ist so umfassend und ausufernd, dass ich nur sehr langsam vorankam und mich stellenweise durch Passagen quälen musste. Die Handlung rund um Künstler Dalmau ist inhaltlich interessant, leider verliert sich der rote Faden oft in architektonischen und historischen Beschreibungen, sodass ich nicht ans Buch gefesselt war. Den Figuren mangelt es ob der vielen Seiten leider dennoch an Tiefe und es gelang mir daher nicht, die Beweggründe und Emotionen der einzelnen Charaktere nachzuempfinden. Ich brauchte mehrere Anläufe und musste mich immer wieder motivieren, um weiterzulesen. Ein umfassendes, gewaltiges Werk für Fans von ausufernden architektonischen und historischen Beschreibungen und Fakten, weniger für Fans von Romanen mit dem Fokus auf Charaktere und deren Beziehungsgeflecht in einem historischen Umfeld.