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Cydonia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2026

Amüsant und tiefgründig

Wir Freitagsmänner
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„Wir Freitagsmänner – Wer wird denn gleich alt werden?“ist ein humorvoller, warmherziger Roman von Hans-Gerd Raeth über das Älterwerden, Selbstzweifel und die Sehnsucht nach einem Neuanfang und einer neuen ...

„Wir Freitagsmänner – Wer wird denn gleich alt werden?“ist ein humorvoller, warmherziger Roman von Hans-Gerd Raeth über das Älterwerden, Selbstzweifel und die Sehnsucht nach einem Neuanfang und einer neuen Liebe.
Im Mittelpunkt steht Henri, ein Mann in den Fünfzigern, der seine Ehe durch eine Affäre in den Sand gesetzt hat. Als sein Arzt ihm männliche „Wechseljahre“ diagnostiziert, beginnt Henri, sein Leben und seine Wünsche neu zu überdenken und stellt fest, dass es gar nicht so einfach ist, zu wissen, was man vom Leben (noch) erwartet oder wünscht.
Raeths Schreibstil ist lebendig und oft sehr witzig. Ich musste mehrmals laut lachen. Er macht das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre, die einfühlsam und realistisch die kleinen Dramen des Lebens zeigt, obwohl er sich aller Klischees bedient.
Die Figuren sind sehr sympathisch dargestellt. Der Autor zeigt, wie wichtig Freunde im Leben sind.
„Wir Freitagsmänner“ bringt den Leser zum Schmunzeln, regt aber auch zum Nachdenken über Lebensphasen, Erwartungen und Chancen an. Die Idee, das Leben als Woche zu betrachten, bei der es bereits Freitag ist, fand ich sehr gelungen.
Der Roman ist eine empfehlenswerte, unterhaltsame Lektüre über das Leben in der zweiten Lebenshälfte - geeignet nicht nur für Männer. Ich denke, jüngere Leser würden ihn nicht so amüsant finden.

Veröffentlicht am 11.02.2026

Nicht mein Geschmack

Verbrenn das Negativ
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Unter Thriller mit Gruselfaktor hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Ein Thriller war es für mich nicht, dazu hat es mir an Spannung gefehlt. Ich würde das Buch ins Genre „gemäßigter Horror“ einordnen. ...

Unter Thriller mit Gruselfaktor hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Ein Thriller war es für mich nicht, dazu hat es mir an Spannung gefehlt. Ich würde das Buch ins Genre „gemäßigter Horror“ einordnen.

Der Schreibstil war gut und flüssig. Aus dem Plot hätte man einen tollen Thriller machen können, doch leider wurde das Potential in meinen Augen verschenkt.

Die Journalistin Laura wird von ihrem Chef und Exfreund nach L.A. geschickt, um über ein Remake zu berichten, ein Remake von „The Guesthouse“, einem Horrorfilm, in dem sie selbst als kleines Mädchen – gezwungen von ihrer Mutter - die Hauptrolle spielte. Damals starben während der Dreharbeiten diverse Kollegen unter mysteriösen Umstände. Die jeweilige Todesart entsprach dem Drehbuch und man munkelte von einem Fluch. Kaum kommt Laura in L.A. an, beginnt die Todesserie erneut und Laura muss sich mit ihrer Vergangenheit befassen.

So weit ganz spannend. Für mich zog sich das Buch „Verbrenn das Negativ“ dann aber wie Kaugummi und ich war mehrmals nah dran, abzubrechen. Man hätte das Geschehen wesentlich konzentrierter schildern können und die Personen glaubwürdiger. Die Idee mit dem Medium fand ich z.B. sehr gut, die Figur dann allerdings enttäuschend.
Mir hat die Buchidee an sich gut gefallen, die Umsetzung im Buch leider nicht. Als Drehbuch für einen Film kann ich es mir jedoch wunderbar vorstellen.

Veröffentlicht am 01.02.2026

Für mich kein Highlight

The Woman in Suite 11
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Laura (Lo) Blacklock will zurück. Einige Jahre nach der traumatischen Kreuzfahrt (Buch: The Woman in Cabin 10) und einem Hausfrauendasein erhält sie die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in ...

Laura (Lo) Blacklock will zurück. Einige Jahre nach der traumatischen Kreuzfahrt (Buch: The Woman in Cabin 10) und einem Hausfrauendasein erhält sie die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz und sieht darin ihre Chance, ins Berufsleben als Reisejournalistin zurückzukehren.

Nach der Ankunft stellt sich heraus, dass noch weitere Personen eingeladen wurden, welche seinerzeit auf dem Schiff waren. Damit schafft Ruth Ware eine spannende Grundlage für das Buch, da man bereits ahnt, dass die Einladung keineswegs nur erfolgt ist, um das neue Luxushotel zu begutachten. Auch Carrie aus dem Vorgängerbuch taucht wieder auf.

Es ist keine Voraussetzung, „The Woman in Cabin 10“ gelesen zu haben, obwohl die Autorin häufig Bezug auf dieses nimmt. Wer es gelesen hat, fragt sich aber, wie Laura jetzt so grenzenlos naiv sein kann. Vielleicht hätte mir „The Woman in Suite 11“ besser gefallen, wenn ich das Vorgängerbuch nicht gekannt und niedrigere Erwartungen gehabt hätte.

Ruth Ware hat einen tollen Schreibstil und lässt sich gut lesen. Für einen richtig guten Thriller fehlte mir jedoch die durchgehende Spannung ihrer bisherigen Bücher. Auch waren Handlung und Charaktere sehr konstruiert und teilweise logisch nicht nachvollziehbar.

Für mich war es aufgrund meiner hohen Erwartungen kein Highlight und nicht das beste Buch der Autorin. Wer ihre anderen Bücher nicht kennt, dem gefällt es bestimmt.

Veröffentlicht am 28.01.2026

Das Wasser bringt es ans Licht

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Mit „Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten“, dem sechsten Band zum deutsch-österreichischen Ermittlungsteam Alexa Jahn und Bernhard Kramer, liefert Anna Schneider erneut einen packenden Krimi.
Um mitzukommen, ...

Mit „Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten“, dem sechsten Band zum deutsch-österreichischen Ermittlungsteam Alexa Jahn und Bernhard Kramer, liefert Anna Schneider erneut einen packenden Krimi.
Um mitzukommen, muss man die vorgehenden Bände nicht gelesen haben.

Von der ersten Seite an zieht die Geschichte in ihren Bann.
Während schwerer Unwetter und einer damit verbunden Flutkatastrophe werden nicht nur viele Menschen vermisst, es geschehen auch mehrere Mordfälle.

Die Flut erinnert sehr an die Flut im Ahrtal und Anna Schneider schreibt nicht nur einen spannenden Krimi, sondern sie zeigt auf, in welche psychischen und körperliche Ausnahmesituationen sowohl Betroffene als auch die Helfer kommen und wie hilflos der Mensch der Naturgewalt gegenübersteht. Man spürt die Zerrissenheit von Alexa. Sie muss den Überblick über alle eingehenden Notrufe behalten, möchte aber am liebsten selbst tätig werden und jedem einzelnen helfen.
Auch das Thema Gewalt gegen Frauen kommt zur Sprache.

Erzählt werden im Krimi mehrere unterschiedliche Einzelfälle und Perspektiven. Man fragt sich als Leser, was diese miteinander zu tun haben und fiebert auf die Auflösung hin.
Mir hat besonders gut die Verknüpfung von Spannung mit gesellschaftlichen Themen gefallen und wie gut die Autorin die entsprechende Stimmung bzw. Atmosphäre schafft.

Mein Fazit: Ein fesselnder Krimi, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich freue mich schon auf Band 7.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Der Mörder ist (nicht) immer der Gärtner

Mord im Nacktschnecken-Milieu
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Das Buch "Mord im Nacktschneckenmilieu" vermittelt auf äußerst spannende und unterhaltsame Weise Wissen zu Flora und Fauna.
Anhand von Kriminalfällen, die sich im eigenen Garten zutragen können, wird so ...

Das Buch "Mord im Nacktschneckenmilieu" vermittelt auf äußerst spannende und unterhaltsame Weise Wissen zu Flora und Fauna.
Anhand von Kriminalfällen, die sich im eigenen Garten zutragen können, wird so mancher zum Detektiv und sicher auch seinen Garten mit anderen Augen betrachten.
Es ist in 20 Kriminalfälle gegliedert, die von Einbruch über Diebstahl bis zum Mord reichen. Beschrieben werden Tatort, Indizien, Zeugen und Verdächtige. Dann werden Täter und Motiv präsentiert. Als Täter kommt fast jeder in Frage: Pflanzen, diverse Tiere sowie der Mensch - nicht nur der Gärtner.
Elke Schwarzer versteht es, Wissen auf witzige und humorvolle Art zu vermitteln. Dabei setzt sie den juristischen Jargon gekonnt ein.
Wunderschöne Bilder und Zeichnungen ergänzen den Text. Das Buch ist auch farbig schön und übersichtlich gestaltet und wirkt versehen mit Lesebändchen sehr hochwertig.
Wer die Natur liebt, wird begeistert sein und das Buch sicher häufiger zur Hand nehmen.
Ich finde es sehr gelungen.