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Cydonia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2026

Mal schnell ein bisschen achtsam

Einatmen. Ausatmen.
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„Einatmen. Ausatmen.“ ist ein kurzweiliger, amüsanter Roman von Maxim Leo, von dem man sich aber nicht zu viel Tiefgang erwarten sollte.

Im Mittelpunkt stehen zwei gegensätzliche Protagonisten: Marlene ...

„Einatmen. Ausatmen.“ ist ein kurzweiliger, amüsanter Roman von Maxim Leo, von dem man sich aber nicht zu viel Tiefgang erwarten sollte.

Im Mittelpunkt stehen zwei gegensätzliche Protagonisten: Marlene Buchholz, eine hochkompetente, aber empathielose Spitzenmanagerin, die um beruflich weiterzukommen ein Achtsamkeitstraining bei einem Coach in einem Schloss absolvieren muss. Ohne Seminar kein Job als Vorstandsvorsitzende.
Ihr Gegenpol ist der Coach Alex Grow, dessen wirklicher Name gar nicht Grow ist und der sich bei seinem kometenhaften Aufstieg selbst verloren hat. Er befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten und kann seine Akademie nur retten, wenn er mit dem Coaching von Marlene Erfolg hat.
Das klang in meinen Augen nach einem Buch mit spritzigen Dialogen. Ich hatte auch erwartet, dass der Autor den Gegensatz von Achtsamkeit und dem privilegierten Leben im Schloss auf die Schippe nimmt.
Es sind einige witzige und zum Teil skurrile Szenen zu finden, das Buch ließ sich prima lesen und war amüsant. Es regte zum Nachdenken an, auch wenn es sich eher um „Alltagspsychologie“ handelt.
Marlenes komplette Wandlung war für mich allerdings unglaubwürdig.
Auch wenn der Roman hinter meinen Erwartungen zurückblieb, fand ich ihn berührend und unterhaltsam. Schade, dass es keine halben Sterne gibt – ansonsten 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Aufruf zum Kampf für eine bessere, gerechtere Welt

Funkenschwestern
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„Funkenschwestern“ macht deutlich, warum wir von tatsächlicher Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Barbara Blaha will aufzeigen, dass das, was uns Frauen vermeintlich „privat“ passiert, in Wahrheit ...

„Funkenschwestern“ macht deutlich, warum wir von tatsächlicher Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Barbara Blaha will aufzeigen, dass das, was uns Frauen vermeintlich „privat“ passiert, in Wahrheit „geteilte politische Realitäten“ sind.
In sieben Kapiteln untersucht sie diese näher und verbindet sie mit persönlichen Geschichten. So schafft sie es, komplexe Themen verständlich darzustellen und einen persönlichen Bezug zum/r Leser:in zu finden. Die meisten Frauen haben eine oder mehrere in „ Funkenschwestern“ geschilderte Situationen sicher bereits selbst erlebt.
Die Autorin erzählt die Geschichte des Patriarchats, von geschlechterspezifischer Gewalt, finanzieller Ungleichheit und vielem mehr.

Unterlegt wird das Ganze mit diversen Studien und Medienberichten, die man im Rahmen der mehr als 400 Quellenangaben auch selbst nachlesen kann.

Besonders interessant fand ich die Informationen zu engagierten Frauen, deren Mut und Beharrlichkeit zu gesellschaftlichen Veränderungen führten, egal, ob es sich um einzelne Frauen wie z.B. Amalie Ryba handelt oder um den „Freien Tag“ der isländischen Frauen.

Das Buch regt zum Nachdenken über soziale Gerechtigkeit im allgemeinen und Zusammenhalt an und macht deutlich, wie viel Veränderungskraft in einer einzelnen Person und in der Gemeinschaft steckt und welch weiten Weg wir noch gehen müssen. Am Schluss legt die Autorin dar, wie wir eine andere Welt schaffen können.
Die Sprache war äußerst angenehm zu lesen. Auch das Design von „Funkenschwestern“ hat mir gut gefallen.
So interessant das Buch war, der emotionale Funke ist bei mir nicht ganz übergesprungen. Die Anmerkung der Autorin „Hier wird gezündelt“ wurde für mich nicht erfüllt.
Insgesamt ist „Funkenschwestern“ ein sehr informatives, gutes Buch, das ich insbesondere Leser:innen empfehlen kann, die sich mit diesem Thema noch nicht tiefer befasst haben.
Ich hoffe, dass es auch viele männliche Leser findet.

Veröffentlicht am 16.02.2026

Amüsant und tiefgründig

Wir Freitagsmänner
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„Wir Freitagsmänner – Wer wird denn gleich alt werden?“ist ein humorvoller, warmherziger Roman von Hans-Gerd Raeth über das Älterwerden, Selbstzweifel und die Sehnsucht nach einem Neuanfang und einer neuen ...

„Wir Freitagsmänner – Wer wird denn gleich alt werden?“ist ein humorvoller, warmherziger Roman von Hans-Gerd Raeth über das Älterwerden, Selbstzweifel und die Sehnsucht nach einem Neuanfang und einer neuen Liebe.
Im Mittelpunkt steht Henri, ein Mann in den Fünfzigern, der seine Ehe durch eine Affäre in den Sand gesetzt hat. Als sein Arzt ihm männliche „Wechseljahre“ diagnostiziert, beginnt Henri, sein Leben und seine Wünsche neu zu überdenken und stellt fest, dass es gar nicht so einfach ist, zu wissen, was man vom Leben (noch) erwartet oder wünscht.
Raeths Schreibstil ist lebendig und oft sehr witzig. Ich musste mehrmals laut lachen. Er macht das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre, die einfühlsam und realistisch die kleinen Dramen des Lebens zeigt, obwohl er sich aller Klischees bedient.
Die Figuren sind sehr sympathisch dargestellt. Der Autor zeigt, wie wichtig Freunde im Leben sind.
„Wir Freitagsmänner“ bringt den Leser zum Schmunzeln, regt aber auch zum Nachdenken über Lebensphasen, Erwartungen und Chancen an. Die Idee, das Leben als Woche zu betrachten, bei der es bereits Freitag ist, fand ich sehr gelungen.
Der Roman ist eine empfehlenswerte, unterhaltsame Lektüre über das Leben in der zweiten Lebenshälfte - geeignet nicht nur für Männer. Ich denke, jüngere Leser würden ihn nicht so amüsant finden.

Veröffentlicht am 11.02.2026

Nicht mein Geschmack

Verbrenn das Negativ
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Unter Thriller mit Gruselfaktor hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Ein Thriller war es für mich nicht, dazu hat es mir an Spannung gefehlt. Ich würde das Buch ins Genre „gemäßigter Horror“ einordnen. ...

Unter Thriller mit Gruselfaktor hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Ein Thriller war es für mich nicht, dazu hat es mir an Spannung gefehlt. Ich würde das Buch ins Genre „gemäßigter Horror“ einordnen.

Der Schreibstil war gut und flüssig. Aus dem Plot hätte man einen tollen Thriller machen können, doch leider wurde das Potential in meinen Augen verschenkt.

Die Journalistin Laura wird von ihrem Chef und Exfreund nach L.A. geschickt, um über ein Remake zu berichten, ein Remake von „The Guesthouse“, einem Horrorfilm, in dem sie selbst als kleines Mädchen – gezwungen von ihrer Mutter - die Hauptrolle spielte. Damals starben während der Dreharbeiten diverse Kollegen unter mysteriösen Umstände. Die jeweilige Todesart entsprach dem Drehbuch und man munkelte von einem Fluch. Kaum kommt Laura in L.A. an, beginnt die Todesserie erneut und Laura muss sich mit ihrer Vergangenheit befassen.

So weit ganz spannend. Für mich zog sich das Buch „Verbrenn das Negativ“ dann aber wie Kaugummi und ich war mehrmals nah dran, abzubrechen. Man hätte das Geschehen wesentlich konzentrierter schildern können und die Personen glaubwürdiger. Die Idee mit dem Medium fand ich z.B. sehr gut, die Figur dann allerdings enttäuschend.
Mir hat die Buchidee an sich gut gefallen, die Umsetzung im Buch leider nicht. Als Drehbuch für einen Film kann ich es mir jedoch wunderbar vorstellen.

Veröffentlicht am 01.02.2026

Für mich kein Highlight

The Woman in Suite 11
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Laura (Lo) Blacklock will zurück. Einige Jahre nach der traumatischen Kreuzfahrt (Buch: The Woman in Cabin 10) und einem Hausfrauendasein erhält sie die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in ...

Laura (Lo) Blacklock will zurück. Einige Jahre nach der traumatischen Kreuzfahrt (Buch: The Woman in Cabin 10) und einem Hausfrauendasein erhält sie die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz und sieht darin ihre Chance, ins Berufsleben als Reisejournalistin zurückzukehren.

Nach der Ankunft stellt sich heraus, dass noch weitere Personen eingeladen wurden, welche seinerzeit auf dem Schiff waren. Damit schafft Ruth Ware eine spannende Grundlage für das Buch, da man bereits ahnt, dass die Einladung keineswegs nur erfolgt ist, um das neue Luxushotel zu begutachten. Auch Carrie aus dem Vorgängerbuch taucht wieder auf.

Es ist keine Voraussetzung, „The Woman in Cabin 10“ gelesen zu haben, obwohl die Autorin häufig Bezug auf dieses nimmt. Wer es gelesen hat, fragt sich aber, wie Laura jetzt so grenzenlos naiv sein kann. Vielleicht hätte mir „The Woman in Suite 11“ besser gefallen, wenn ich das Vorgängerbuch nicht gekannt und niedrigere Erwartungen gehabt hätte.

Ruth Ware hat einen tollen Schreibstil und lässt sich gut lesen. Für einen richtig guten Thriller fehlte mir jedoch die durchgehende Spannung ihrer bisherigen Bücher. Auch waren Handlung und Charaktere sehr konstruiert und teilweise logisch nicht nachvollziehbar.

Für mich war es aufgrund meiner hohen Erwartungen kein Highlight und nicht das beste Buch der Autorin. Wer ihre anderen Bücher nicht kennt, dem gefällt es bestimmt.