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Veröffentlicht am 10.08.2025

ausbaufähig

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Ich mag so Fantasy über Fae ganz gerne und mochte vor allem die Idee den unbarmherzigen Henkers, der auf die Hilfe einer Sterblichen angewiesen ist. Natürlich entwickelt sich die Story ganz anders als ...

Ich mag so Fantasy über Fae ganz gerne und mochte vor allem die Idee den unbarmherzigen Henkers, der auf die Hilfe einer Sterblichen angewiesen ist. Natürlich entwickelt sich die Story ganz anders als gedacht. Es handelt sich hier um einen Reihenauftakt und ich finde, das merkt man dem Buch auch an, es werden einige Baustellen eröffnet, die vermutlich die Folgebände vorbereiten, was natürlich bedeutet, dass zum Ende dieses Bandes super viele Fragen offenbleiben.

Die Romance fand ich tatsächlich ziemlich gut umgesetzt und sehr catchy. Ich mochte, wie viel mehr hinter dem Silent Death steckt, welche Lasten er mit sich trägt, welche Bürde ihm auferlegt wurde. Für mich ist er der spannendste Charakter des Buches, was auch daran liegen mag, dass alle anderen seltsam blass neben ihm erscheinen.
Selbst Protagonistin Emelin rückt so ein bisschen in den Schatten. Nach anfänglichen Magieübungen hört man davon nicht mehr viel und sie rutscht hauptsächlich in die Rolle des Love Interests, was ich sehr schade fand. Am Ende zeigt sie was sie drauf hat, aber genau das kam dann für mich auch ein bisschen aus der Luft gegriffen. Hier fehlte für mich ein bisschen die Relation dazu, dass vorher quasi ein niemand war, ihre Magie nicht trainierte und eigentlich keinen Schimmer hatte worauf sie sich einließ. Und plötzlich holt die die Badass-Skills raus und überrumpelt alle erfahrenen Krieger-Fae- weiß ich jetzt nicht…

Generell hätte für meinen Geschmack in diesem Buch deutlich mehr passieren können. Vor allem die erste Hälfte des Buches plätschert eher so vor sich hin, weder beziehungstechnisch und noch was den Pakt der beiden Protagonisten angeht, tut sich hier besonders viel. Auch Worldbuilding und Magiekonzept sind eher dünn ausgestattet, da gibt echt noch Potential das Gesamtkonzept runder zu machen.

Das Buch ist aber angenehm geschrieben, sodass ich super schnell durch die Seiten gekommen bin. Das Fantasykonzept ist bisher nicht allzu komplex und die Personenzahl überschaubar, wodurch man sich gut und schnell zurechtfindet. Spannungstechnisch in der ersten Hälfte eher mau, wird aber ab der Hälfte besser. Vom Spicelevel eher auch wenig bis Mittelmaß, was ich gut fand, ich brauch das bei Fantasy nicht.

Als Reihenauftakt ganz gut, aber in den Folgebänden müsste für meinen Geschmack mehr kommen

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Veröffentlicht am 10.08.2025

eine mutige Frau, die Grenzen auslotet

Mein Name ist Emilia del Valle
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Ich lese Bücher von Isabel Allende immer sehr gerne, weil die Autorin es einfach hervorragend versteht eine sehr einnehmende Atmosphäre zu erschaffen. Thematisch hab ich mich hier anfangs sehr schwer getan, ...

Ich lese Bücher von Isabel Allende immer sehr gerne, weil die Autorin es einfach hervorragend versteht eine sehr einnehmende Atmosphäre zu erschaffen. Thematisch hab ich mich hier anfangs sehr schwer getan, nicht nur weil die Story ganz schön klischeehaft anmutet, sondern das Schicksal von Emilias Mutter Molly fast schon schmerzliche Naivität ausstrahlte. Wirkte direkt irgendwie altbacken.

Zum Glück schlägt die Geschichte schnell einen ganz anderen Ton an, nämlich als es um Emilia selbst geht, die sich in einer Männerdomäne unter Pseudonym zu beweisen versucht. Sie macht viele für die Frauen ihrer Zeit unübliche Erfahrungen, ist unerschrocken und lebenshungrig. Ihre forsche Art ist einfach super mitreißend und ich habe begeistert ihre Reisen und Erfahrungen verfolgt.

Ich mag den dichten Erzählstil und die abenteuerlich angehauchte Geschichte. Die Eindrücke die man dabei von Chile und dem tosenden Bürgerkrieg gewinnt sind bildhaft und eindringlich. Emilia begibt sich mehr als einmal in Gefahr und ich habe ihr Schicksal mit angespannter Begeisterung verfolgt. Und dann das Ende: ganz ehrlich, selten sowas vortreffliches gelesen.

Für mich eines der stärksten Bücher der Autorin.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Ultra genialer Vibe

Bestie
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Es gibt so Bücher, die bewegen sich zwischen Realität und Fiebertraum und genauso ein Buch ist „Bestie“ für mich. Ich hab den Vibe der Geschichte so geliebt, die flirrende Atmosphäre Hamburgs und die ambivalenten ...

Es gibt so Bücher, die bewegen sich zwischen Realität und Fiebertraum und genauso ein Buch ist „Bestie“ für mich. Ich hab den Vibe der Geschichte so geliebt, die flirrende Atmosphäre Hamburgs und die ambivalenten Gefühle der Protagonistin die alles nur nicht sie selbst ist.

Ich finde Frau-Sein, beliebt sein, begehrt sein, einfach nur gewollt und gesehen sein- das alles wird hier richtig gut eingefangen. Die Geschichte hält dem schönen Schein von Social Media den Spiegel vor. Diese viel Schein, wenig Sein wird pointiert rübergebracht, kleine Episoden, kompromittierte Anekdoten, die unschönen Seiten des Leben wegretuschiert. Anouk inszeniert sich selbst

Auch die Dynamik von Frauen-Freundschaften wird hier beeindruckend wiedergegeben, das sich messen, abwägen, konkurrierend.
Im letzten Dritten nimmt das Buch eine seltsame Wendung, distanziert sich gefühlt von sich selbst, wird abstrakter, inhaltlich und von der Erzählweise her. Da wird nochmal eine ganz neue Dimension und Erzählebene eröffnet und ich weiß nicht so recht, ob mir das gefallen hat. Was mir dann aber wieder richtig gut gefallen hat war das letzte Kapitel, das Ende.

Insgesamt ein Buch, was ich sehr genossen hab und wo ich froh bin es entdeckt zu haben

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Alternative Realität

Im Leben nebenan 
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Die Idee hinter der Story fand ich gleichwohl skurril wie faszinierend, weil sie dieses „was wäre wenn“ beleuchtet, das wohl in jedem von uns auf irgendeine Art gärt. Und ganz nebenbei beleuchtet es dabei ...

Die Idee hinter der Story fand ich gleichwohl skurril wie faszinierend, weil sie dieses „was wäre wenn“ beleuchtet, das wohl in jedem von uns auf irgendeine Art gärt. Und ganz nebenbei beleuchtet es dabei Mutterschaft, Beziehung, Familie, soziale Strukturen und das Gefühl, dass der eigene Körper nicht mehr einem selbst gehört.

Die Geschichte wird in zwei parallelen Handlungsträngen erzählt, die die alternativen Realitäten von Tonis Leben darstellen. Und diese könnten nicht unterschiedlicher sein, drehen sich aber beide um Tonis Fokusthema Mutterschaft. Und eröffnen dem Leser damit den Blick auf die ungeschönte Auseinandersetzung mit der „das habe ich mir so aber nicht vorgestellt“.

Tonis alternatives Leben fühlt sich falsch, übergestülpt und unverdient an. Sie merkt was fehlt, wo sie aneckt, mit sich selbst hadert und kämpft. Da sie den direkten Vergleich zu ihrem alternativen Leben hat, wirkt das bewusster, gleichzeitig emotional aufgeladener. Ich habe die Handlung teilweise mit Schrecken, aber auch einem gewissen Amüsement und über Tonis Umfeld verfolgt.

Thematisch fand ich das Buch super nahbar und Toni emotional sehr authentisch. Das Buch hat einiges in mir bewegt, zum Nachdenken angeregt und trotzdem gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Es verschwinden Mädchen im Prater

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Ich hab diese Reihe historischer Kriminalromane und die zentralen Figuren über die Bücher hinweg echt liebgewonnen.
Vor allem das Wiener Lokalkolorit gefällt mir nach wie vor richtig gut. Für mich war ...

Ich hab diese Reihe historischer Kriminalromane und die zentralen Figuren über die Bücher hinweg echt liebgewonnen.
Vor allem das Wiener Lokalkolorit gefällt mir nach wie vor richtig gut. Für mich war dies der erste Band der Reihe, den ich als Hörbuch gehört habe und der Wiener Dialekt vor allem von Rothmayer kommt hier super zum Tragen. Das macht das Erleben der Geschichte für mich nochmal eine Spur authentischer.

Das Buch beginnt wie aus der Reihe bereits bekannt mit einem düsteren Szenario und einem Todesfall, auch wenn diese auf den ersten Blick vorerst nicht zusammenhängen.
Alles rund um die Magierfehde und die Tricks hat mir richtig gut gefallen und war thematisch perfekt für diese Reihe geeignet.
Das eigentliche Kernthema des Buches, welches auch titelgebend ist, taucht aber erst nach ungefähr einem Viertel der Geschichte intensiver auf, was für meinen Geschmack zu spät war.

Stattdessen geht es viel um die Beziehung zwischen Leo und Julia, was ich so langsam etwas ermüdend finde. Ein unerwartetes Highlight war für mich Rotmayer, den man hier nochmal von einer anderen Seite erlebt. Er und Anna sind meine nicht ganz so heimlichen Lieblinge.

Ich fand die Geschichte wieder angenehm stimmungsvoll, auch wenn das Tempo größtenteils eher gemächlich ist. Viel mehr geht es um die allgemeine Atmosphäre im Prater und das Schaustellerleben. Mochte ich sehr und kann vor allem auch das Hörbuch sehr empfehlen.

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