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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2018

Toller Abschluss der Serie

Fast ein Volltreffer
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Die Serie
Die Serie begann mit der alleinerziehenden Jessie, die trotz aller Widrigkeiten mit Jack Morrison, dem Erben einer Luxushotel-Kette, zusammen kommt.

Im zweiten Band trifft Jacks Schwester Katelyn ...

Die Serie
Die Serie begann mit der alleinerziehenden Jessie, die trotz aller Widrigkeiten mit Jack Morrison, dem Erben einer Luxushotel-Kette, zusammen kommt.

Im zweiten Band trifft Jacks Schwester Katelyn den Mann wieder, der ihr einst das Herz gebrochen hat: Dean Prescott.

In einem weiteren Band lernen sich Jessies Schwester Monica und Trent Fairchild kennen, seines Zeichens Mit-Inhaber der Fairchild Charter-Fluglinie.

Band 4 handelt von Dr. Walter Eddy, mit dem Monica bei Ärzte ohne Grenzen zusammen gearbeitet hat. Walt verliebt sich in die Autorin Dakota Laurens.

In Band 5 ist es Dakotas Freundin Mary Kildare, die Trents Bruder Glen Fairchild wieder trifft.

Alle Protagonisten werden von der Autorin bereits als Nebenfiguren in einem Vorgängerband eingeführt und tauchen ebenfalls als Nebenfiguren in den späteren Bänden wieder auf.

Zwar ist jeder Band abgeschlossen und kann einzeln gelesen werden, aber um alle Zusammenhänge verstehen zu können, halte ich es für sinnvoll, die Bände nacheinander zu lesen.

Protagonisten und ihre Geschichte
Rachel Price hat ihrer Freundin Emily auf dem Sterbebett versprochen, sich um ihren 15-jährigen Sohn Owen, der ohne Vater aufgewachsen ist, zu kümmern. Um zu vermeiden, dass die Familie von Owens Vater einen Sorgerechtsstreit anzettelt, gibt Rachel ihr bisheriges Leben auf und zieht von Kalifornien nach New York und damit in die Nähe von Owens Großeltern. Nachdem in New York der erste Schnee gefallen ist und sie keinerlei Erfahrung mit schneebedeckten Straßen hat, ist sie äußerst vorsichtig unterwegs. Dennoch rutscht sie weg und ihretwegen landet ein anderes Fahrzeug im Straßengraben. Rachel bietet dem Fahrer an, in ihrem Haus auf seine Abholung zu warten.

Zusammen mit seinen Brüdern leitet Jason Fairchild eine eigene Charter-Fluglinie. Schon als er Rachel das erste Mal sieht, ist er von ihr angetan und so nimmt er ihr Angebot, in ihrem Haus darauf zu warten, dass er abgeholt wird, gerne an. Dass sich die Frau, die ihm danach nicht mehr aus dem Kopf geht, wenig später im Konferenzraum als neue Mitarbeiterin gegenüber sitzt, bereitet ihm wenig Kopfzerbrechen, er will sie unbedingt besser kennenlernen.

Doch für Rachel ist klar, dass sie Berufliches und Privates nicht vermischen darf, weil sie auf ihren Job angewiesen ist, daher kommt Jason Fairchild für eine Beziehung nicht in Frage. Dumm nur, dass ihr Herz eine andere Sprache spricht und als ob diese Turbulenzen nicht reichen, zieht auch noch Owens Verwandtschaft gegen sie ins Feld.

Meine Gedanken zum Buch
Mit diesem Band endet die Not-Quiet-Serie und ich bin der Meinung, Catherine Bybee hat einen tollen Abschluss gefunden.

Jason mochte ich schon aus den vorherigen Bänden, er war derjenige, dem man am meisten angemerkt hat, dass er sich bemüht, Familie und Unternehmen zusammen zu halten. In diesem letzten Band zeigt sich, dass auch die beiden Frauen an der Seite seiner Brüder sich gut eingefügt haben und er auch einmal durchatmen darf, auch wenn er sich das selbst gar nicht zugestehen möchte.

Rachel ist eine tolle Protagonistin. Wie schon ihre Vorgängerinnen steht sie mit beiden Beinen fest im Leben, hat Verantwortung übernommen und kann sich behaupten. Sie weiß sehr genau, was sie will oder in diesem Fall eben nicht will und trotzdem schafft es Jason, sich über eine Hintertür in ihr Herz zu schleichen.

Auch dieser Roman von Catherine Bybee ist gewohnt emotional. Es gab Momente, da sind mir die Tränen herunter gelaufen, genau so konnte ich aber auch schmunzeln und natürlich fehlt es weder an Romantik, noch an Dramatik in dieser Geschichte.

Dass das Buch in Deutschland im Hochsommer erschienen ist, ist etwas unglücklich, weil man bei den derzeitigen Temperaturen nicht an Schnee schippen und Christbaum schmücken denkt, aber das hat dem Roman keinen Abbruch getan.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Irgendwann konnte ich nicht mehr genug bekommen von dieser Geschichte

Gruppentherapie
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Der Protagonist und seine Geschichte
Der 30-jährige Ben Valdern führt ein Doppelleben. In München ist er Architekt in einem bekannten Architekten-Büro und seit einem halben Jahr mit der Clarissa, der Tochter ...

Der Protagonist und seine Geschichte
Der 30-jährige Ben Valdern führt ein Doppelleben. In München ist er Architekt in einem bekannten Architekten-Büro und seit einem halben Jahr mit der Clarissa, der Tochter seines Chefs liiert. Doch zwei Mal in der Woche jettet er nach Mallorca, wo er als Benny Biber die Bühne des UNIVERSUM als Partysänger im weißen Anzug rockt und danach die Nacht mit der Barfrau Eva verbringt.

Clarissa Zöllner ist dank ihres Elternhauses in der Highsociety von München groß geworden, während Ben mit dem Schicki-Micki-Leben gar nichts anfangen kann. Außer seinem Kumpel Sascha, der die Melodien zu seinen Texten liefert, weiß in München niemand von seinem Leben als Benny Biber. Als Clarissa immer mehr darauf drängt, zusammenzuziehen und ihr Vater Ben ein Prestige-Projekt überträgt, gerät dieser zunehmend unter Druck, schließlich bereiten ihm seine Auftritte viel Freude und er möchte auf keine Fall darauf verzichten.



Meine Gedanken zum Buch
Ich muss gestehen, anfangs hatte ich meine Probleme mit der Geschichte, sie konnte mich zunächst nicht so recht überzeugen, was rückblickend möglicherweise daran lag, dass mich die Lieder, die immer wieder ins Buch einfließen, nicht wirklich an Schlager sondern eher an sinnfreie Sauflieder erinnert haben.

Doch dann habe ich in die CD von Ben Valdern hineingehört, hatte die Musik im Ohr und auf einmal konnte ich gar nicht mehr genug von der Geschichte bekommen und habe den Rest in einem Rutsch gelesen. Ja, die Schlager von Ben Valdern gibt es tatsächlich. Gesungen werden sie vom Autor Friedrich Kalpenstein höchstpersönlich, der sie auch selbst getextet hat.

Insbesondere die Dialoge zwischen Ben und Sascha sind sehr humorvoll, aber Friedrich Kalpenstein versteht es auch, groteske Situationen so gekonnt zu transportieren, dass ich das Gefühl hatte, daneben zu stehen, mehr als einmal musste ich laut lachen.

Zu Beginn habe ich mich noch davor gescheut, Ben wegen seiner Dreiecksbeziehung sympathisch zu finden, aber da Clarissa vom ersten Moment an fast unerträglich gezeichnet ist, konnte ich schnell darüber hinwegsehen.

Insgesamt hat mich das Buch nach dem ersten Drittel super unterhalten, da ich jedoch meine Schwierigkeiten mit dem Einstieg hatte, ziehe ich einen Stern ab.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Gefühlvoll, erotisch, aber nicht billig

TURT/LE - Letzte Rettung
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Nathan „Red“ Redfield war mit den SEALS in Afghanistan und wurde von Terroristen gefangen genommen. Sechs Monate lang wurde er gefoltert, bevor das Militär ihn lokalisieren ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Nathan „Red“ Redfield war mit den SEALS in Afghanistan und wurde von Terroristen gefangen genommen. Sechs Monate lang wurde er gefoltert, bevor das Militär ihn lokalisieren und befreien konnte. Er hat körperliche und seelische Schäden davon getragen und verschließt sich sogar vor seinen Freunden.

Sierra Morgan hat ebenfalls eine Karriere bei der Army hinter sich. Mittlerweile arbeitet sie als Physiotherapeutin. Aufgrund einiger dramatischer Erlebnisse möchte sie aus Selbstschutz nicht mehr mit Männern arbeiten, lässt sie sich von Reds bestem Freund Clint Hunter dazu überreden, eine Therapie mit dem SEAL zu starten. Nach seiner anfänglichen Ablehnung macht Red schnell gesundheitliche Fortschritte und auch emotional kommen sich die beiden näher. Doch als erneut Unheil auf Red zurollt, ist Sierra viel zu nah an ihm dran und gerät selbst in Gefahr.

Meine Gedanken zum Buch

TURT/LE (Terrorism Undercover Reconnaussance Team / Ladies Elite) ist ein Projekt der US-Regierung zur Bekämpfung von Terrorisums und das LE steht für den weiblichen Teil der Einheit. Die TURT/LE-Bände vermischen sich teilweise mit der Hunter-Reihe. Mir persönlich gefällt es, wenn Geschichten übergreifen, es ist, als ob man alte Bekannte trifft.

Ungewöhnlich in diesem Band ist, dass die Nebenhandlungen um die SEALS sehr viel Raum einnehmen. Die Geschichte selbst dreht sich zwar überwiegend um Red und Sierra, wobei Vergangenheit und Gegenwart beleuchtet werden, aber viele der altbekannten SEALS stoßen zu der Gruppe, die versucht, herauszufinden, was es mit den Bedrohungen auf sich hat, an die Red sich seit seiner Befreiung bruchstückhaft erinnert. Im Gegenzug dazu bleiben die TURT/LEs außen vor.

Leider ist dabei die Liebesbeziehung zwischen den beiden Protagonisten ein wenig auf der Strecke geblieben. Die Romantic Thrill-Bücher von Michelle Raven haben mich bisher überwiegend überzeugt, weil sie von einer gelungenen Mischung aus Romantik und Thriller leben. Das war hier nicht so der Fall, wie ich das aus den anderen Büchern der Autorin gewohnt bin.

In dieser Geschichte nähern sich die Protagonisten außerdem nur langsam an, was ihrer Vergangenheit geschuldet und damit absolut legitim ist. Wie ich es von Michelle Raven kenne, lässt sie die richtige Portion Erotik einfließen, so dass die Handlung gefühlvoll, aber nicht billig wirkt.

Sehr gut gefallen hat mir, wie die Autorin Reds Gefühlsleben herausgearbeitet hat, seine Erinnerungen an die Folter sind allerdings nichts für zarte Gemüter.

Da Michelle Raven eine meiner meistgelesenen Autorinnen ist, vergleich ich dieses Buch natürlich mit ihren anderen Romanen. Die Geschichte hat mich zwar gut unterhalten, aber nicht komplett überzeugen können.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Das Buch ist all den Eltern gewidmet, die gelegentlich, oftmals oder ständig an sich zweifeln, obwohl sie es wirklich nicht nötig hätten

Prost, Baby!
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Dieses Buch ist laut Buchbeginn für diejenigen,

- die zu viel herumschreien
- die ein stummes „Leck mich!“ in den Kühlschrank brüllen
- die null Geduld haben
- die abends ihren Wein brauchen
-die Einwilligungserklärungen ...

Dieses Buch ist laut Buchbeginn für diejenigen,

- die zu viel herumschreien
- die ein stummes „Leck mich!“ in den Kühlschrank brüllen
- die null Geduld haben
- die abends ihren Wein brauchen
-die Einwilligungserklärungen für die Schule vergessen
- bei denen die längst überfälligen Bibliotheksbücher herum liegen
- die ohne Bestechung mit Süßigkeiten aufgeschmissen wären

Da mein bester Freund der Meinung ist, dass ich gelegentlich Anwandlungen einer Helikoptermutter an den Tag lege, habe ich mich vom Titel des Buches direkt angesprochen gefühlt. Der Buchbeginn hat sein übriges dazu beigetragen.

Die Autorin berichtet auf sehr unterhaltsame Weise von ihren alltäglichen Problemen und illustriert ihr Buch mit Strichmännchenbildern. Ich habe oft geschmunzelt, ich habe mich auch wiedererkannt und wenn ich bedenke, wie oft ich mich wiedererkannt habe, bin ich wohl eher eine Raben- als eine Helikoptermutter. Außerdem bin ich überzeugt davon, dass viele Mamas und Papas sich in diesem Buch wiederfinden werden, weil es mitten im Leben spielt.

Trotz all des Humors, den sich die Autorin offensichtlich bewahrt hat, lässt sie ihre Leser auch an den schlimmsten Stunden ihres Lebens teilhaben. „Die Dinge stehen nicht gut für ihr Baby.“ Ein Satz, den man als (werdende) Eltern nie hören will.

Für mich kommt das Buch zehn Jahre zu spät, denn als die Kinder klein waren, habe ich mich mehr als einmal verunsichern lassen. Heute weiß ich, dass meine Kinder auch nicht anders sind, als andere Kinder.

Die Autorin hat sich gefragt, was eine gute Mutter ausmacht. Danach hat sie ihre Kinder gefragt, warum sie eine gute Mutter sei.
Und das führt mich zu einem Absatz des Buches, der im Grunde schon alles aussagt:

"Das Buch ist all den Eltern gewidmet, die gelegentlich, oftmals oder ständig an sich zweifeln, obwohl sie es wirklich nicht nötig hätten. Denn für die, auf die es wirklich ankommt, sind sie ihr Ein und Alles und die lieben sie mehr als alles in der Welt."

Veröffentlicht am 17.06.2018

Wegen Inkompetenz ist noch keiner aus dem Amt gejagt worden

Anderland
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Der Journalist Ingo Zamperoni hat sich auf vielfältige Weise mit Amerika beschäftigt, so hat er unter anderem Amerikanistik studiert und einen Teil seiner Studienzeit in Boston verbracht, er war beruflich ...

Der Journalist Ingo Zamperoni hat sich auf vielfältige Weise mit Amerika beschäftigt, so hat er unter anderem Amerikanistik studiert und einen Teil seiner Studienzeit in Boston verbracht, er war beruflich mehrere Jahre in Washington und ist nicht zuletzt mit einer Amerikanerin verheiratet, was ihm, nach eigenen Angaben, einen diskussionsfreudigen Schwiegervater eingebracht hat.

Das Ende seiner Tätigkeit im ARD-Auslandsstudio im Oktober 2016 fiel mit dem Endspurt der Präsidentschaftswahl in den USA zusammen. Doch auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland hat er sich noch beruflich und privat in Amerika aufgehalten. In seinem Buch „Anderland“ berichtet er von Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen, mit denen er über Donald Trump gesprochen hat und er schreibt darüber, welche Gedanken er selbst sich rund um den derzeitigen Präsidenten der USA macht.

„Auweia, jetzt wird´s eng für Bush, Clinton & Co …!“ ist der Wortlaut von Ingo Zamperonis ironischem Tweet, den er absetzte, als Trump 2015 seine Kandidatur zur Präsidentschaftswahl verkündete. „I don´t fucking believe ist.“ ist der erste Satz des Prologs seines Buches. Dabei handelt es sich um die Aussage seiner Ehefrau Jennifer während eines Telefonates, kurz nachdem bekannt wurde, dass Trump Ohio für sich gewinnen konnte und der Glaube an einen Wahlsieg von Hillary Clinton zu bröckeln begann. Wie man unschwer erkennen kann, ist „Anderland“ kein trockener Text über die Politik in den USA. Im Gegenteil, Ingo Zamperoni scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, die Ära Trump in verständlichen Worten aufzuarbeiten und dabei den Unterhaltungsfaktor für seine Leser nicht aus dem Auge zu verlieren. Aber auch die ganz ernsten Themen wie Neonazis, Schwulenhass, Drogenmißbrauch und den moralischen Verfall lässt er nicht außen vor.

Der Autor ist durch mehrere Bundesstaaten der USA gereist und hat mit Menschen verschiedener Nationalität, Herkunft und Bildung gesprochen. Er lässt diese Menschen in seinem Buch zu Wort kommen und zwar unabhängig davon, ob sie Befürworter des Präsidenten sind oder gegen ihn auf die Straße gehen. Positiv aufgefallen ist mir dabei, dass Ingo Zamperoni sich immer bemüht, die Argumente dieser Menschen nachzuvollziehen. Ich bin nicht nur von den persönlichen Einblicken angetan, den Erinnerungen, den Gedanken und Sorgen, die der Autor in seinem Buch teilt, sondern auch davon, dass er ganz pragmatisch Fakten auf den Tisch legt und diese durch Nachweise unterstreicht.

Zum positiven Gesamtbild trägt außerdem bei, dass Ingo Zamperoni den Präsidenten nicht nur von seiner eigenen, kritischen Warte aus betrachtet, sondern aufzeigt, was dieser richtig gemacht hat, womit er die Menschen anspricht. Umgekehrt berichtet der Autor aber genauso darüber, was Hillary Clinton falsch gemacht hat.

„Anderland“ war für mich ein sehr aufschlussreiches Buch, da es einige Facetten beleuchtet hat, über die ich mir bislang keine Gedanken gemacht habe. Gut gefallen hat mir, dass es sehr verständlich geschrieben war und wenn der Autor Begriffe verwendet hat, die möglicherweise nicht jedem bekannt sind, hat er deren Bedeutung immer ausgeführt.

Ich vergebe fünf von fünf Sterne.

Mein Lieblingszitat:

„Wegen Inkompetenz ist noch keiner aus dem Amt gejagt worden.“