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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2018

Wunderbare Geschichte mit tollen Illustrationen

Der Sternenmann
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Weil er viel unterwegs ist, hat der Schauspieler und Musiker Max von Thun für seinen fünfjährigen Sohn einige Gute-Nacht-Lieder geschrieben und aufgenommen. Aus einem dieser Lieder ist das Buch „Der Sternenmann“ ...

Weil er viel unterwegs ist, hat der Schauspieler und Musiker Max von Thun für seinen fünfjährigen Sohn einige Gute-Nacht-Lieder geschrieben und aufgenommen. Aus einem dieser Lieder ist das Buch „Der Sternenmann“ entstanden.

Mit kleinen – teils sehr persönlichen – Anekdoten rund um die Entstehung des Buches, einer Lesung und dem dazugehörenden Gute-Nacht-Lied hat der Autor auf der Hombuch sein Kinderbuch vorgestellt.



Meine Gedanken zum Buch:

Schon auf den ersten Blick war ich von den tollen Illustrationen begeistert, doch es sind die Kleinigkeiten, die das Buch für mich zu etwas Besonderem machen. Nicht nur, dass man auch beim zweiten und dritten Lesen auf kleine Details stößt, die zuvor nicht aufgefallen sind, ich fand es auch toll, dass der Sternenmann auf seiner Reise einer Astronautin begegnet. Das hat mich als Mädchen-Mama natürlich angesprochen, typischerweise sind Astronauten doch meist Männer.

Die Geschichte selbst ist ganz zauberhaft und vermittelt, dass auch der kleinste Stern am Himmel eine große Bedeutung hat.

Ich bin auf der Lesung von Max von Thun in den Genuss gekommen, das Lied vom Sternenmann live vom Autor gesungen zu hören und ich muss gestehen, ich hatte eine kleine Gänsehaut. Für euch bleibt nun leider „nur“ die Konserve – das Lied kann man auf der Seite des Verlages anhören – aber ich kann euch auch das ans Herz legen, es ist genauso wundervoll, wie die Geschichte.

Veröffentlicht am 30.09.2018

Liebe, Diebstahl und Demenz

Rocky Mountain Horses
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Rocky Mountain Serie von Virginia Fox spielt in dem kleinen Ort independence. Dorthin kehrt Annabelle Stone zurück, als ihr Onkel Tom sie um Hilfe bittet, weil er ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Rocky Mountain Serie von Virginia Fox spielt in dem kleinen Ort independence. Dorthin kehrt Annabelle Stone zurück, als ihr Onkel Tom sie um Hilfe bittet, weil er immer stärker unter seiner Demenz leidet. Im Gegensatz zu ihrer Familie ist Annabelle nicht der Meinung, dass ihr Onkel besser in einem Heim aufgehoben wäre, sie möchte, dass er in seinem geregelten Umfeld und bei seinen Pferden bleiben kann.

Toms Nachbar, Jerome Lassiter taucht regelmäßig auf ihrer Farm auf und bietet seine Hilfe an. Diese nimmt Annabelle auch an, gelegentlich ist sie auch froh, jemanden zu haben, mit dem sie ihre Sorgen um Tom teilen kann, aber Jeromes Avancen lehnt sie ab, denn von Männern hat sie erst einmal genug. Als ein Dieb immer mehr von Jeromes Rinder stiehlt, unterstützt sie ihn, aber die beiden bleiben nicht unbemerkt und geraten in Gefahr.

Meine Gedanken zur Geschichte
Mittlerweile sind 15 Bänder dieser Reihe erschienen, aber dies ist der erste, den ich gelesen habe. Die Geschichten selbst sind in sich abgeschlossen, doch es treten immer wieder Personen und Gegebenheiten aus vorherigen Bänden auf. Normalerweise habe ich kein Problem damit, eine Reihe nicht von Anfang an zu lesen, sondern mittendrin einzusteigen, doch hier hatte ich das Gefühl, dass mir Zusammenhänge fehlen. Insbesondere ist mir das aufgefallen, wenn neue Personen auftauchen, die alte Leser vermutlich schon kennen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sie für neue Leser mit einem kurzen Satz eingeführt werden, so dass man z.B. weiß, was sie in Independence tun oder mit wem sie verwandt oder liiert sind. Für mich entstand stellenweise ein Wirrwarr an Personen, die ich überhaupt nicht zuordnen konnte, so dass ich jedem interessierten Leser empfehlen würde, bei Band 1 zu beginnen.

Der Handlungsstrang um Annabelle und Jerome hat mir im Grunde gut gefallen, das Knistern zwischen den Protagonisten war greifbar, im Gegensatz dazu wirkte der Handlungsstrang um die Rinder-Diebstähle auf mich sehr konstruiert, so als ob ein Spannungsanteil erzwungen werden sollte. Dass ich dennoch vier Sterne vergebe, ist zu einem großen Teil auch der Tatsache geschuldet, dass die Autorin es schafft, sehr behutsam mit dem Thema Demenz umzugehen und diese Erkrankung und ihre Auswirkungen ganz wunderbar in die Geschichte einfließen lässt.

Veröffentlicht am 30.09.2018

Tolle Protagonisten und Nebendarsteller

Robin – High in the Sky
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Robin Stewart fühlt sich nach einer beruflichen Katastrophe gezwungen, von Schottland nach San Francisco zu fliehen. Sie ist auf einen Mann hereingefallen, was sie ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Robin Stewart fühlt sich nach einer beruflichen Katastrophe gezwungen, von Schottland nach San Francisco zu fliehen. Sie ist auf einen Mann hereingefallen, was sie erst gemerkt hat, als es so gut wie zu spät war. Ihr Ansehen als knallharter Anwältin ist angekratzt und ihr Vater, in dessen Kanzlei sie tätig ist, hat sie kurzerhand zu ihrem Bruder verfrachtet, der praktischerweise auf einen anderen Kontinent und damit völlig außerhalb der Schusslinie lebt.

Auch Sky Forrester ist eher unfreiwillig auf dem Weg von Äthiopien nach Kalifornien. Nach dem Tod seiner Eltern hat er eine Hilfsorganisation geführt, für deren finanzielles Scheitern er verantwortlich gemacht wird. Aber auch er ist auf einen nahestehenden Menschen hereingefallen und sucht nun Unterschlupf bei seiner Großmutter.

Die rüstige Dame ist sehr eigenwillig und steckt Robin und Sky zusammen in eine Wohnung, wo die beiden dann zwangsweise eine Wohngemeinschaft bilden. Und Oma Rosalynd? Die lehnt sich erst einmal genüsslich zurück und zieht im Hintergrund die Fäden, um die beiden zu verkuppeln.

Meine Gedanken zum Buch
Der erste Blick täuscht. Robin – High in the Sky ist mehr als eine romantische Verkupplungsgeschichte. Der Roman vereint zwei „verlorene Seelen“, wie die Autorin die beiden bezeichnet und das weit ab von den Orten, die die beiden als ihre Heimat bezeichnen. Ihre Reisen beginnen in Europa und Afrika und führen sie in den USA zusammen. Dort freunden sie sich langsam an, gestehen sich die Geschichten ihrer persönlichen Niederlagen ein, lassen sich trösten, aufbauen und beginnen zu kämpfen.

Die beiden müssen sich einigen Herausforderungen stellen, sie hadern mit sich und ihr Vertrauen muss man sich erst erarbeiten. Rosalynd war seit dem Tod seiner Eltern die Bezugsperson für Sky, nun nimmt sie diese Rolle auch für Robin ein. Sie gibt beiden Halt und mit ihrer Idee, das ungleiche Paar in eine Wohngemeinschaft zu zwingen, schafft sie eine Basis für eine tiefe Verbundenheit und Freundschaft und, hoffentlich verrate ich nicht zuviel, auch für mehr. Ganz nebenbei lässt Charlotte Taylor noch viele Infos über die Arbeit von Hilfsorganisationen einfließen.

Das alles macht den Roman berührend, aber auch romantisch und humorvoll.

Mir hat Oma Rosalynd sehr gut gefallen, sie ist ein ganz herzlicher Mensch, den man einfach liebhaben muss. Aber Robin und Sky sind natürlich wunderbare Protagonisten, zu sehen, wie sich die beiden entwickeln, wieder Selbstvertrauen gewinnen und zurück ins Leben finden, war ein Lesevergnügen.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Ein vielversprechender Debütroman

Memories of your Smile
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Die Britin Jessica Preston ist 43 und arbeitet als Professorin an der Uni in Berlin. Gerade steht ihr der Weggang ihrer Assistentin bevor, die sie beruflich wie privat ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Die Britin Jessica Preston ist 43 und arbeitet als Professorin an der Uni in Berlin. Gerade steht ihr der Weggang ihrer Assistentin bevor, die sie beruflich wie privat sehr schätzt, die sich aber nun entschlossen hat, selbst nochmal die Schulbank zu drücken.

Auf die Ausschreibung des Assistenz-Stellte hat sich unter anderem Tim beworben, der nicht nur zu spät zum Vorstellungsgespräch kommt, sondern auch ein lockeres Mundwerk an den Tag legt. Der 29-jährige hat einige Jahre in Großbritannien gelebt und gearbeitet, was für ihn spricht. Allerdings hat Tim eher eine Karriere als Singer-Songwriter anvisiert, als den Rest seines Lebens im Vorzimmer einer Professorin zu verbringen.

Doch Jessica fasziniert ihn und auch umgekehrt kehren Jessicas Gedanken immer wieder zu dem Bewerber zurück, der offenbar versucht hat, mit ihr zu flirten. Nachdem Tim sich von ihrer Erwartungshaltung an seine künftigen Aufgaben nicht abschrecken lässt, erhält er eine Zusage. Jessica ist gefesselt von seiner kessen Art, doch die Tatsache, dass sie langsam Gefühle für den so viel jüngeren Mann entwickelt, schiebt sie genauso weit von sich, wie den vagen Eindruck, dass auch er möglicherweise mehr für sie empfinden könnte. Tim hingegen ist sich absolut im Klaren darüber, dass er sich verliebt hat, zweifelt aber daran, dass sich seine Chefin wirklich für ihn interessieren könnte. Er schreibt einen Song für sie, in dem er seine Gefühle zum Ausdruck bringt.

Der Singer-Songwriter Mike McSonner hat die beiden Lieder „Memories of your Smile“ und „Masquerade“ eigens für diesen Roman geschrieben und aufgenommen.

Auf der Homepage von Tamara Leonhard findet ihr die Links zu

Auf der Homepage von Tamara Leonhard findet ihr die Links zu
Soundtrack zum Roman von Mike McSooner
Trailer zum Buch
kostenlosen Kurzgeschichten der Autorin


Meine Gedanken zum Buch
Ich fange mal damit an, wie es mir erging, als ich dieses Buch beendet habe. Mir haben ein wenig die Worte gefehlt und in mir hat sich ein Gefühl völliger Zufriedenheit breitgemacht, weil „Memories of your Smile“ bis zum Epilog rund und perfekt war.

Tamara Leonhard hat sich intensiv mit dem Altersunterschied der beiden Protagonisten auseinandergesetzt. Aus meiner Sicht hat sie die Bedenken und Vorbehalte authentisch herausgearbeitet, denn sie hat die Themen aufgegriffen, die auch mich, die ich in Jessicas Alter bin, an deren Stelle beschäftigt hätten. Trotz dieser etwas schweren Thematik ist dem Roman die Leichtheit nicht abhanden gekommen.

Wie man dem Klappentext schon entnehmen kann, stößt die Beziehung der beiden Protagonisten an einigen Stellen auf Unverständnis, was sich dramatisch entwickelt, da es plötzlich um viel mehr als ihre Liebe geht, es geht um ihre Existenz. Sicherlich kommt die Handlung nicht ohne eine solche Wendung aus, es wäre aus meiner Sicht auch unrealistisch, wenn niemand Anstoß an dem ungleichen Paar nehmen würde.

Nun komme ich auf meine einleitenden Worte zurück, wie gesagt, ist dies eine ganz runde Geschichte, die bis hin zum Epilog erstklassig herausgearbeitet ist. Ein Indiz dafür, dass mich ein Buch emotional berührt ist es, wenn ich fühlen kann, wie es denn Protagonisten ergeht, das kann ein warmes Gefühl sein, dass sich in mir breit macht, der Bauch, der sich zusammen zieht oder auch mal Tränen. Tamara Leonhard hat einen ganz wunderbaren Schreibstil, mit dem sie es problemlos geschafft hat, mich so zu berühren und wenn ich bedenke, dass dies ihr erster Roman ist und sie möglicherweise noch besser wird, dann dürfen wir darauf gespannt sein, was uns noch erwartet.

Ich bin jetzt schon begeistert.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Trotz Einschränkungen vier Sterne

Africa in Love
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
An ihrem Hochzeitstag lässt Christoph Mara sitzen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Charlotte beschließt Mara, die Hochzeitsreise nach Südafrika dennoch anzutreten. ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
An ihrem Hochzeitstag lässt Christoph Mara sitzen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Charlotte beschließt Mara, die Hochzeitsreise nach Südafrika dennoch anzutreten. Anstelle des Bräutigams fliegt die gemeinsame Freundin Michaela mit. Komplettiert wird das Quartett durch Christophs Bruder und Trauzeugen Ben, der sich die Reise ebenfalls nicht entgehen lassen möchte.

Da Ben Christoph bei seiner „Flucht“ geholfen hat, steht er nicht gerade in der Gunst der vier Frauen, doch das interessiert ihn wenig, schließlich hat er die Reise nicht ihretwegen angetreten, sondern weil ihn das Land interessiert.

Auch dass er sich auf der Rundreise von Johannesburg nach Kapstadt das Zimmer mit Charlotte teilen muss, nervt sie wesentlich mehr als ihn. Doch im Laufe der Reise stellt Charlotte widerwillig fest, dass Ben auch sympathische Seiten hat…

Meine Gedanken zum Buch
Mia Leoni hat diese Rundreise selbst unternommen und das merkt man auf jeder Seite, auf der sie das Land, die Menschen und die Tiere beschreibt. Durch ihre Erinnerungen schafft sie es, lebhafte Bilder vor das innere Auge ihres Lesers zu zaubern und hat mir Lust darauf gemacht, Südafrika selbst zu erkunden.

Mit Mara, Charlotte, Michaela und Ben hat der Roman gleich vier Protagonisten, von denen ich rückblickend nur mit Ben direkt und ohne Einschränkungen warm geworden bin. Er ist ein herzlicher Mensch, der einerseits zu seinem Bruder steht und andererseits nicht bereit ist, das Geld in den Sand zu setzen und auf eine Reise, auf die er sich gefreut hat, zu verzichten. Dass er sich dabei drei Frauen gegenüber sieht, die ihn nicht gerade liebenswürdig behandeln, lässt er an sich abprallen.

Mara war mir unsympathisch. Trotz ihres Alters steht sie sehr unter dem Einfluss ihrer Mutter und ordnet sich ihrem Elternhaus unter, statt auf ihren zukünftigen Mann einzugehen. Christoph hingegen kann man nur vorwerfen, zu lange gewartet zu haben, um auf den Tisch zu hauen. Obwohl er seine Braut am Hochzeitstag sitzen lässt, fand ich ihn wesentlich liebenswerter als seine Braut.

Charlotte wirkt anfangs sehr zickig, im Grunde steht sie aber nur voll und ganz hinter ihrer besten Freundin. Dass es zwischen ihr und Ben funkt, verdrängt sie und schmeißt sich in die Arme eines anderen, für mich hätte es das nicht gebraucht.

Michaela reist erstmals ohne Mann und Kind und vermisst beide, was mehr als legitim ist. Allerdings geht ihr Koffer verloren und der Umfang, den dieser Handlungsstrang einnimmt, weil sie in Südafrika neue, etwas gewöhnungsbedürftige Kleidung kaufen musste, war aus meiner Sicht eher überflüssig.

Aber wahrscheinlich hat es dieser unterschiedlichen Charaktere bedarf, um daraus einen so unterhaltsamen Roman zu schaffen. Die Bissigkeit von Charlotte und die Schlagfertigkeit von Ben haben dem Buch die richtige Prise Humor verpasst. Doch auch die Gefühle sind nicht zu kurz gekommen, was in erster Linie wieder Ben zu verdanken ist, der sich nicht nur um Charlotte bemüht, sondern sich auch um andere Menschen kümmert, die ihr Leid mit der Liebe haben.

Deshalb vergebe ich trotz meiner Einschränkungen vier Sterne.