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Veröffentlicht am 06.11.2025

Andrea Schnidt ist zurück

Ungezügelt
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Beinahe 30 Jahre liegt die Erstveröffentlichung des ersten Bandes, “Frisch gepresst” nun zurück, doch die Romane rund um Heldin Andrea Schnidt haben über die Jahre nichts an Humor eingebüßt. Routiniert ...

Beinahe 30 Jahre liegt die Erstveröffentlichung des ersten Bandes, “Frisch gepresst” nun zurück, doch die Romane rund um Heldin Andrea Schnidt haben über die Jahre nichts an Humor eingebüßt. Routiniert und kampferprobt stellt sich die sympathische Protagonistin den Widrigkeiten des Lebens. Andrea, der wir in “Ungezügelt” (erschienen bei Knaur im Oktober 2025) nun im 13. Band folgen dürfen, ist mittlerweile 60 Jahre alt, zum zweiten Mal verheiratet und zweifache Oma. Noch immer sind die zentralen Themen Beziehungen, Freundschaften, Familie, Karriere, Körperwahrnehmung und berufliche Perspektiven.

Susanne Fröhlichs unverkennbarer Schreibstil ist selbstironisch und sehr locker. Die hessische Mundart kommt darin prima zur Geltung. Mit viel Witz und Humor schildert sie den Alltag ihrer Protagonistin mit all seinen Herausforderungen und schreckt auch vor ernsten und schweren Themen nicht zurück. So thematisiert Susanne Fröhlich in “Ungezügelt” Demenz, die Hürden des Älterwerdens und zwischenmenschliche Konflikte. Ihre Heldin Andrea Schnidt ist keine Superheldin, sondern eine ganz normale Frau, die sich mit eben jenen Problemen rumschlägt, die die meisten LeserInnen gut nachvollziehen und nachempfinden können.

Ich hatte wieder großen Spaß an der Lektüre und hatte beim Lesen immer wieder die Stimme von Susanne Fröhlich im Ohr, denn viele der älteren Bände habe ich zusätzlich als Hörbuch genossen. Auch wenn ich selbst ein anderes Leben führe und viele der Themen von Andrea Schnidt sich mir nicht stellen, gefällt mir doch ihre offene und unbekümmerte Art.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Perspektivwechsel

Jetzt gerade ist alles gut
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Manche Ereignisse im Leben führen dazu, dass man Dine in einem neuen Licht sieht. Ein solches Erlebnis widerfährt auch dem Erzähler des kleinen Büchleins “Jetzt gerade ist alles gut” von Stephan Schäfer, ...

Manche Ereignisse im Leben führen dazu, dass man Dine in einem neuen Licht sieht. Ein solches Erlebnis widerfährt auch dem Erzähler des kleinen Büchleins “Jetzt gerade ist alles gut” von Stephan Schäfer, erschienen bei park x Ullstein im Oktober 2025. Morgens ist er noch kerngesund aufgestanden und abends sieht er sich mit seiner Sterblichkeit konfrontiert. Ein kleiner Schnitt im Finger, durch eine winzige Unaufmerksamkeit beim Kochen – etwas, das täglich tausendfach passiert - führt bei ihm innerhalb kürzester Zeit zu einer lebensbedrohlichen Sepsis. Nach seiner Genesung stellt er sich immer wieder die Frage, was im Leben wirklich wichtig ist. Er lernt die kleinen Augenblicke und persönlichen Begegnungen zu schätzen, über die wir im Alltag allzu oft hinwegeilen.

“Jetzt gerade ist alles gut” ist ein inspirierendes Buch, das zum Innehalten anregt. Einzelne Kapitel haben mich tief berührt und mich zum Nachdenken gebracht. Was ist mir in meinem Leben wirklich wichtig und welche Augenblicke, seien sie auch noch so kurz, sind wirklich bedeutsam? Mal ist es ein kurzes Gespräch mit einem Fremden im Zug, dann auch wieder ein Treffen mit alten Freunden, die man vielleicht lange nicht gesehen hat. In kurzen Kapiteln schildert Stephan Schäfer was ein Leben intensiv und glücklich macht. Es sind nicht die großen, lebensverändernden Entscheidungen, die Schäfer anspricht, sondern leisen Momente, deren Summe zu einem erfüllten Leben beiträgt.

Ich bin froh und dankbar, dieses Buch gelesen zu haben und empfehle es nicht nur denjenigen, die sich nach einem Perspektivwechseln sehnen, sondern all jenen, die durch ihr Leben eilen. Die Geschichte lädt dazu ein, innezuhalten und den Moment wertzuschätzen.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Gute Unterhaltung, schwaches Ende

Am Ende des Sturms
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Ein solider Krimi, dessen Handlung zwischen Berlin und Italien angesiedelt ist. Diverse Leichen kreuzen den Weg der LeserInnen, und das sympathische Ermittlungsteam um Jan Tommen greift zu einigen – sagen ...

Ein solider Krimi, dessen Handlung zwischen Berlin und Italien angesiedelt ist. Diverse Leichen kreuzen den Weg der LeserInnen, und das sympathische Ermittlungsteam um Jan Tommen greift zu einigen – sagen wir – kreativen Methoden, um den Fall zu lösen.

Zunächst hatte ich etwas Mühe, in die Story hineinzufinden, doch sobald der Einstieg gelungen war, entwickelte sich der Krimi durchaus spannend und unterhaltsam. Allerdings erschien mir das Ende zu konstruiert und wenig glaubwürdig. Für meinen Geschmack kamen da zu viele Zufälle zusammen.

Insgesamt also ein solider und gut lesbarer Krimi mit unterhaltsamer Handlung – nur das Finale hätte für meinen Geschmack etwas plausibler ausfallen dürfen.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Ein Debüt, das fesselt

The Business Trip
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Das Cover von Jessie Garcias „The Business Trip“, erschienen bei dtv im Oktober 2025, hat mich sofort neugierig gemacht, und auch der kurze Klappentext hat mich so neugierig gemacht, dass ich diesen Thriller ...

Das Cover von Jessie Garcias „The Business Trip“, erschienen bei dtv im Oktober 2025, hat mich sofort neugierig gemacht, und auch der kurze Klappentext hat mich so neugierig gemacht, dass ich diesen Thriller einfach lesen musste. Und ich wurde nicht enttäuscht: Mit angehaltenem Atem bin ich nur so durch die Seiten geflogen, weil ich unbedingt wissen musste, was hinter der ungewöhnlichen Dreierkonstellation aus der mittellosen Jasmine, die vor ihrem gewalttätigen Freund flieht, der Businessfrau Stephanie und dem Mann über den beide plötzlich Nachrichten an ihr Freunde schreiben steckt.
Die kurzen Kapitel, die jeweils aus der Ich-Perspektive unterschiedlicher Figuren erzählt werden, verstärken den Eindruck, man lese einen True-Crime-Fall, der sich nach und nach vor den Augen der LeserInnen entfaltet. Durch die schnellen Perspektivwechsel und die zahlreichen Twists im Plot bleibt das Tempo hoch, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Jessie Garcia hat einen mitreißenden und überaus spannenden Schreibstil und versteht es ihre LeserInnen immer wieder auf falsche Fährten zu führen.
Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Figuren hätten für meinen Geschmack noch etwas mehr Tiefe vertragen, besonders Trent wirkte stellenweise etwas stereotyp und eindimensional
Trotzdem ist The Business Trip für mich ein absolutes Thriller-Highlight. Jessie Garcia ist mit ihrem Debüt ein starker Auftakt gelungen, und ich freue mich schon auf weitere Titel von ihr. Kleine Schwächen hin oder her – ich runde guten Gewissens auf 5 von 5 Punkten auf.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Ein ganz normaler Familienausflug

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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Viele Kinderbücher machen zwar den Kleinen Spaß, sind aber für die VorleserInnen langweilig. „Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat“, Carlsen-Verlag im September 2025, gehört eindeutig nicht ...

Viele Kinderbücher machen zwar den Kleinen Spaß, sind aber für die VorleserInnen langweilig. „Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat“, Carlsen-Verlag im September 2025, gehört eindeutig nicht dazu. Hier haben alle etwas zu lachen: Opa nörgelt, Oma sucht ihr verlegtes Handy, dem Großen ist schlecht, weil er am Abend zuvor feiern war, die große Schwester ist genervt, weil sie auf den Ausflug mit muss und nicht selbst fahren darf, die Kleine muss mal Pipi und Papa und Mama sind ohnehin schon gestresst. Beste Voraussetzungen, also für einen harmonischen und entspannten Ausflug mit der Familie zur Hochzeit der Großtante.
Marc-Uwe Kling trifft den Familienwahnsinn einfach auf den Punkt. Mit viel Witz und einem scharfen Blick für typische Situationen macht er die Geschichte so unterhaltsam, dass wir Großen beim Vorlesen genauso viel Spaß haben, wie die Keinen beim Zuhören. Beim Vorlesen musste ich das ein oder andere Mal laut auflachen und der Sechsjährige hat sich natürlich über das Kotzen ganz besonders gefreut.
Ein großartiges Kinderbuch, das uns restlos begeistert hat! Wir freuen uns auf weitere Abenteuer aus der „Der Tag, an dem…“-Reihe mit dieser chaotischen, liebenswerten Familie. Klare Leseempfehlung: 5/5 Sternen

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