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Veröffentlicht am 02.04.2020

Der Roman hat schöne Szenen, aber es hat sich für mich zu sehr gezogen

Rendezvous in zehn Jahren
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Sommer 2011: Valerie und Ted lernen sich in einem kleinen Café in Amsterdam kennen. Sie verstehen sich auf Anhieb, obwohl sie gegensätzliche Wünsche haben, Valerie liebt das Meer, Ted die Berge. Sie beschließen ...

Sommer 2011: Valerie und Ted lernen sich in einem kleinen Café in Amsterdam kennen. Sie verstehen sich auf Anhieb, obwohl sie gegensätzliche Wünsche haben, Valerie liebt das Meer, Ted die Berge. Sie beschließen sich in 10 Jahren wiederzutreffen. Sind ihre Träume bis dahin wahr geworden?
Doch bald erkennt Ted, dass er nicht 10 Jahre auf seine große Liebe warten kann. Er macht sich auf die Suche nach Valerie! Aber kann er sie mit den spärlichen Informationen, die er über sie besitzt, überhaupt finden?


Valerie ist 30 und hat gerade ihre Scheidung hinter sich gebracht, nachdem ihr Mann über Jahre nur noch an ihr herumgenörgelt hatte. Tag ein Tag aus durfte sie sich anhören, was sie alles an sich verändern müsse, bis er sich mit einem Spruch letztlich endlich so daneben benommen hatte, dass Valerie klar wurde: ja, sie musste etwas verändern, aber nicht ihr Aussehen, ihr Gewicht oder ihren Job, nein, sie musste ihren Mann abschaffen. Ihr Mann wollte das anfangs nicht akzeptieren, immerhin habe er so viel Zeit und Energie investiert um sie zu „optimieren“ doch letztlich gab er irgendwann doch auf. Jetzt muss Valerie allerdings komplett neu anfangen. Ihre Wohnung räumen, in ein WG Zimmer ziehen, all diese Dinge. Nie hätte sie gedacht, dass sie so plötzlich jemand neues finden würde und noch dazu einen Holländer mit unglaublichen blauen Augen.

Ted lebt schon lange von der Mutter seines Sohnes getrennt. Er liebt ihn mit all seinem Herzen und die Tage, an denen er bei seiner Mutter ist, sind für ihn dunkle und verlorene Tage. Doch als er Valerie begegnet fühlt er sich zum ersten Mal leicht. Als er aber endlich versteht, dass er sich Hals über Kopf in sie verliebt hat, ist es zu spät. Er sucht nach ihr in Amsterdam, aber findet sie nicht. Er plant sie auf dem Oktoberfest zu suchen, immerhin wohnt sie in München.

Valerie und Ted waren mir direkt sympathisch. Allerdings empfand ich sie als etwas umständlich. 2011 gab es schon Social Media, warum also nicht die Begegnung dort öffentlich machen und einen Suchaufruf starten? Ja, gut, zu einfach, ich weiß.
Ich fand es so süß, wie ihnen nacheinander klar wurde, dass das mit ihnen etwas Besonderes ist und sie unabhängig voneinander beschließen, den jeweils anderen zu suchen. Aber es kommt immer wieder etwas dazwischen. Werden sie es schaffen sich vor Ablauf der 10 Jahre zu finden?

An sich fand ich die Idee super und die beiden Protagonisten auch sehr sympathisch. Aber mich hat das Verpassen genervt. Irgendwann war es einfach zu viel. Einmal kann ja passieren, vielleicht auch zweimal, aber dann wird es etwas viel. Mich hat das dann ehrlich gesagt deprimiert. Ich fand beide haben sich zwar immer wieder auch charmant oft aber einfach nur doof angestellt. Wenn sie schon kein Social Media nutzen, warum dann nicht Plakate? Handzettel? Irgendwas? Ein Foto von sich selbst, die Geschichte darunter und der Aufruf sich per Mail zu melden. Oder meinetwegen über Tageszeitungen oder irgendetwas in der Art die Öffentlichkeit einspannen. Sie haben es sich in meinen Augen vorsätzlich schwer gemacht. Das ist am Anfang noch spannend und romantisch, hat sich aber für mich zu sehr gezogen, obwohl es auch schöne Szenen gab.


Fazit: Ich fand das Buch nicht schlecht. Es fing super an, ließ dann für mich aber leider nach. Die Protagonisten waren sehr sympathisch, machten sich in meinen Augen das Leben aber unnötig schwer. Es gab für meinen Geschmack zu viel hin und her, zu viel verpassen, Zufälle, Missverständnisse. Das war irgendwann einfach nur noch nervig. Als Leser wusste man über alles Bescheid, über jede verpasste Gelegenheit und ich hatte das Gefühl, dass sie sich immer wieder dumm angestellt haben. 2011 gab es bereits Social Media und selbst wenn sie das nicht nutzen wollten, hätte es andere Wege gegeben die Öffentlichkeit in die Suche mit einzubeziehen. Ja, das war nicht das Thema des Buches, aber ich fand es schade, dass das komplett ausgeklammert wurde. Wäre ich in der Situation gewesen, hätte ich nach jedem Strohhalm gegriffen.
Mich hat das Buch immer wieder deprimiert. Es hatte schöne Szenen, aber für mich ging irgendwann der Charme des Anfangs verloren. Ja, es wird wieder besser, aber der gesamte mittlere Teil hat sich für mich gezogen.

Von mir bekommt das Buch ganz knappe 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.04.2020

Ein erschütterndes, gewaltiges aber wirklich sehr gut durchdachtes Buch

Miracle Creek
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Achtung: es werden sehr schwere Verletzungen beschrieben, auch die eines Kindes!


Ein Feuer zerstört das Leben vieler Menschen, zwei sterben sogar: Kitt, eine Mutter von fünf Kindern und Henry, gerade ...

Achtung: es werden sehr schwere Verletzungen beschrieben, auch die eines Kindes!


Ein Feuer zerstört das Leben vieler Menschen, zwei sterben sogar: Kitt, eine Mutter von fünf Kindern und Henry, gerade einmal 8 Jahre alt. Der Sauerstofftank, der eine Überdruckkammer in einer Scheune versorgte, war in Flammen aufgegangen und sogar explodiert.
Henrys Mutter sitzt wegen Brandstiftung und Mordes auf der Anklagebank. Alles deutet darauf hin, dass sie ihren eigenen Sohn umgebracht hat, jeder sagt gegen sie aus: Freunde, Verwandte, Bekannte, einfach jeder. Doch ist es wirklich so einfach? Was ist mit den Betreibern der Überdruckkammern? Immerhin hatte der Mann seine Frau, die sich absolut nicht damit aus kannte, allein gelassen – war es ihre Schuld? Oder seine? Oder war es einer der fanatischen Demonstranten? Bald wird klar: jeder in dieser kleinen Stadt mit dem idyllischen Namen „Miracle Creek“ hat etwas zu verbergen. Doch wer von ihnen ist verantwortlich für das Feuer?


Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Es geht um den Tag des Feuers und den Prozess. Die einzelnen „Opfer“ machen ihre jeweilige Aussage und man erfährt mehr über sie, über ihr Leben, was mit ihnen bei dem Feuer passierte und warum sie überhaupt dort waren. Man erfährt Stück für Stück mehr über den Tag und es wird klar, dass es mehrere Verdächtige gibt, allen voran die Demonstranten, die an diesem Tag die Patienten – vor allem aber deren Mütter – bedroht haben. Die Indizien sprechen gegen Elizabeth, aber was ist mit den Demonstranten, hätte es nicht auch einer von ihnen sein können? Sehr bald ist klar, dass Pak, der Betreiber, der an diesem Tag nicht an seinem vorgesehenen Platz gewesen war, sondern die Demonstranten verscheuchen wollte, etwas gesehen hat. Aber was? Wer hatte noch alles ein Motiv? Und vor allem: was geschah an diesem Abend wirklich?

Es wird ziemlich schnell deutlich, dass jeder der Charaktere etwas mit sich herumträgt. Jeder hat Geheimnisse, Dinge, für die er sich schämt, oder die ihm peinlich sind, oder schlimme Dinge, die derjenige getan hat. Man könnte meinen, es gehe nur darum, ob Elizabeth schuldig oder unschuldig ist, doch es dauert nicht lange und man erfährt, dass nicht alles schwarz oder weiß ist, dass Elizabeth nicht entweder Heilige oder Teufel ist.

Es ist wirklich schrecklich, was dort passiert ist. Wenn der Ablauf der Explosion und des Feuers beschrieben wird, und wie die Leute verletzt wurden, das ist echt nicht leicht zu lesen und zu ertragen. Die Beschreibungen sind teilweise sehr detailliert.

Was mir sehr gut gefallen hat, waren unter anderem die Zeichnungen. In dem Buch sind einige Zeichnungen / Grafiken enthalten, die dabei helfen den Überblick zu behalten. Wo sich was auf dem Gelände befindet, wie was genau funktioniert. Die haben wir dem Prozess zu verdanken, in dem sie als Schaubilder dienen.
Zudem fand ich es toll, wie man am Anfang den Sachverhalt hingeknallt bekommen hat: Viele verletzte, zwei Tote, Elizabeth wegen u.a. Mordes angeklagt und die Indizien sprechen gegen sie. Man neigt irgendwie dazu ganz zu Beginn das alles unhinterfragt zu glauben. Zudem lässt die Staatsanwaltschaft nichts unversucht einen davon zu überzeugen. Doch die Charaktere sorgen für Zweifel. Man kommt irgendwann an den Punkt, an dem so ziemlich alles möglich ist. Je mehr zu Wort kommen, je mehr aus ihrer Sicht erzählen, desto vielschichtiger wird die Handlung. Jeder hat etwas zu verbergen, jeder hat ein Motiv, sei es nun ein realistisches oder ein unrealistisches.

Die Auflösung ist heftig. Das hätte ich so nicht erwartet. Klar ist mir der Gedanke mal in den Sinn gekommen, aber, dass es dann wirklich so gewesen sein könnte, das hat mich dann doch schockiert.


Fazit: Eine Tragödie ist geschehen. Viele Menschen wurden verletzt, zwei getötet. Eine Frau steht vor Gericht. Fast jeder hält sie für schuldig. Aber ist sie es auch?
Dieses Buch ist wirklich faszinierend. Es zeigt wie viele kleine Dinge eine Ereigniskette ergeben, die schließlich zu einer Tragödie führten. Jeder Charakter in diesem Buch hat etwas zu verbergen, fast jeder macht sich irgendwie verdächtig. Das gesamte Buch hindurch erhält man durch die verschiedenen Sichtweisen der Charaktere Puzzlestückchen. Da sie aber durch die Sicht der Charaktere eingefärbt sind, passen sie oft nicht ganz. Die Subjektivität ihrer Erinnerungen und Gedanken macht deutlich, wie viel so oder so interpretiert werden kann. Man erfährt immer mehr Einzelheiten und muss aufpassen nicht in ihrer schieren Menge unterzugehen. Die Auflösung ist wirklich heftig und kommt unerwartet. Ich finde sie aber gut. Ich mag es, überrascht zu werden.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, aber man muss zwischendrin aufpassen, nicht den Faden zu verlieren, weil man wirklich extrem viele Informationen bekommt. Es zieht sich dadurch etwas, aber es lohnt sich wirklich dran zu bleiben. Es steckt sehr viel in diesem Buch, mehr als man je vermutet hätte.

Trotz meiner Kritikpunkte bekommt es von mir 5 Sterne, weil mich die schiere Wucht dessen, was dieses Buch alles enthält einfach umhaut.

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Veröffentlicht am 01.04.2020

Für mich der schönste Band der Reihe! Ich bin mehrmals dahingeschmolzen!

Duty & Desire – Verdächtig nah
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Achtung: Band 3 einer Reihe!

Seit sie an der Polizei-Akademie angefangen hat geht Danika Greer einfach nicht mehr aus dem Kopf. Andauernd denkt er an sie, sein Körper reagiert auf sie und er will sie ...

Achtung: Band 3 einer Reihe!

Seit sie an der Polizei-Akademie angefangen hat geht Danika Greer einfach nicht mehr aus dem Kopf. Andauernd denkt er an sie, sein Körper reagiert auf sie und er will sie in seinem Leben haben. Natürlich ist das unmöglich, er ist Lieutenant und sie Anfängerin und außerdem hasst sie ihn! Trotzdem kann er dieser Anziehungskraft nicht den gar aus machen. Dabei ist er doch dafür bekannt ein gefühloser Arsch zu sein. Warum klappt das dann bei Danika nicht?
Danika kann nicht vergessen, was für furchtbare Dinge Greer über ihren besten Freund Jack gesagt hat. Sie kann sie nicht vergessen und schon gar nicht vergeben. Sowieso versteht sie einfach nicht, warum sie sich zu ihm hingezogen fühlt. Aber egal, wie sehr sie sich auch einzureden versucht, dass er der Falsche ist, diese Gefühle gehen einfach nicht weg!


Ich war vom ersten Moment an „drin“ in diesem Buch. Greer war in Band 1 noch ein absoluter Ober-A... und ich konnte ihn bis kurz vor Schluss überhaupt nicht leiden. In Band 2 hat er sich noch mehr zum A... gemacht, aber schon da waren seine Gefühle für Danika nicht mehr zu übersehen und haben ihn irgendwie weicher gemacht. Man hat den echten Greer ab und an durchblitzen sehen, statt den eiskalten Lieutenant, den er nach außen hin verkörpert und allen immer wie eine Schutzmauer entgegenstellt. Aber sein Verlangen nach Danika und sein Wunsch für sie ein besserer Mann zu sein, machen ihn sympathisch.
Dummerweise ist er aber ein Experte dafür sich die Sache mit ihr zu versauen. Er sagt die falschen Sachen, tut die falschen Sachen und er weiß in dem Moment, kurz nachdem er es getan hat auch direkt, dass er es mal wieder versaut hat, aber er schafft es auch lange nicht dieses Muster zu durchbrechen. Danika trifft ihn an einem Punkt, den er lange Zeit für tot gehalten hat.

Danika ist die Tochter von Einwanderern. Sie ist die älteste und fühlt sich für alle verantwortlich. Ihre Familie verstärkt diese Gefühle durch ihre großen Erwartungen an sie noch zusätzlich und so ist es auch wenig verwunderlich, dass sie, wenn es um ihre Familie geht, erst handelt und später nachdenkt. Sie würde alles für sie tun.
Warum sie sich ausgerechnet zu Greer hingezogen fühlt, kann sie absolut nicht verstehen. Sie hasst ihn für das, was er über Jack gesagt hat. Aber ihr Körper hat die Message irgendwie nicht bekommen.

Die beiden sind so heiß zusammen! Ein paar Mal musste ich das Buch kurz zur Seite legen, um durchzuatmen. Wow! Greer kann echt heiß sein und süß und mit Danika zusammen ist er einfach ein ganz anderer Mann. Er kümmert sich um sie, will, dass sie glücklich ist, dass alles hat, was sie auch nur ansatzweise brauchen könnte und gleichzeitig hat er schreckliche Angst sich auf sie einzulassen. Denn das würde bedeuten sich verletzlich zu machen und das kann er nie wieder zulassen.

Manchmal hat mich Greer wirklich zu Tränen gerührt. Das hätte ich niemals erwartet. Obwohl er auch, wie Charlie und Jack aus Band 1 und 2 total süß sein kann, fehlt diesem Buch die Leichtigkeit, die in den anderen Bänden dominierte. Das passt aber auch perfekt, denn Greer ist auf keinen Fall jemand, der alles leichtnimmt, oder jungenhaft ist. Er ist ein erwachsener, gestandener Mann. Er ist zielstrebig und so ist auch das Buch. Trotzdem gibt es auch witzige Szenen, keine Frage, aber das ganze Buch fühlt sich erwachsener an, als die beiden Vorgänger.

Das Buch hat auch spannende Szenen, in denen man das Adrenalin richtig durch die Adern rauschen spürt.

Die Wendung hat mir sehr gut gefallen, vor allem die Art, wie sie aufgezogen wurde. Es war nicht einseitig und das fand ich richtig gut und passend für die Protagonisten und das Buch. (Natürlich verrate ich euch nicht, was dieses „es“ ist – ich spoilere nicht!)


Fazit: Ich liebe dieses Buch! Es ist eindeutig mein Lieblingsband der Reihe, obwohl die anderen auch wirklich wunderschön waren. Aber hier stimmte einfach alles: die Protagonisten, die Handlung, die Spannung, der Drama-Grad und das Gefühl. Alles genau perfekt. Ich bin so oft dahingeschmolzen, ich kann es gar nicht zählen. Ich liebe Greer und Danika und ich freue mich so, dass ich die Reihe entdeckt habe. Natürlich sind die Protagonisten aus Band 1 und 2 auch in diesem wieder präsent und machen das Buch „rund“. Allein durch die Freundschaft der drei Rekruten entsteht so ein gemütliches, warmes Gefühl. Greer und Danika heizen beim Lesen ordentlich ein, aber es geht nicht nur um Sex, sondern auch um echte Gefühle.
Band 3 ist eindeutig „erwachsener“ als die vorherigen Bände. Aber dennoch spannend und romantisch. Ich habe keine Kritik und wenn ihr meine Rezensionen häufiger lest, wisst ihr, wie selten das ist. Ich bin einfach rundum glücklich und zufrieden.

Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.03.2020

Ein sehr interessanter Krimi, aber mit fiesem Cliffhanger!

In jedem Mann steckt etwas Gutes
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Achtung: Beschreibungen von gefolterten Tieren!

Achtung: Cliffhanger!


Diana Neumann ist nach einer langen Zeit in ihrer Wahlheimat London nach Villach zurückgekehrt. Ihre Ehe ist endlich geschieden ...

Achtung: Beschreibungen von gefolterten Tieren!

Achtung: Cliffhanger!


Diana Neumann ist nach einer langen Zeit in ihrer Wahlheimat London nach Villach zurückgekehrt. Ihre Ehe ist endlich geschieden und sie hat die Nase voll von Männern. In ihrem Schreibtisch entdeckt sie eine Schublade mit doppeltem Boden: darin mehrere alte Akten über Fälle, in denen augenscheinlich nicht ordentlich ermittelt worden ist. Diana beschließt die Akten an sich zu nehmen und selbst zu ermitteln.

Dann wird Diana zu mehreren Tatorten gerufen, an denen Männer tot aufgefunden wurden. Die Pathologie geht so kurz vor Weihnachten von Selbstmorden aus, doch Dianas Bauchgefühl sagt ihr, dass da mehr dahintersteckt. Gibt es vielleicht eine Verbindung zu den alten Akten in ihrem Schreibtisch?


Diana war mir direkt sympathisch. Sie ist Vollblutpolizistin, fühlt mit den Opfern und wünscht sich nichts mehr als Gerechtigkeit. Aber sie ist auch nicht perfekt. Sie hat ihre Macken und das macht sie so sympathisch. Sie möchte die Schwächsten beschützen, das, davon ist sie fest überzeugt, ist ihr Job als Polizistin.
Allein schon die Namen ihrer zwei Kater zeigen, was für eine Art Mensch sie ist: Sherlock und Columbo.
Nach und nach erfährt man, woran ihre Ehe gescheitert ist und was ihr Mann ihr alles angetan hat. Da kann man echt verstehen, warum sie die Nase voll von Männern hat. Sie tut mir unglaublich leid, aber ich bewundere sie auch dafür, dass sie ausgebrochen ist und nach all dem trotzdem ihren Job macht. Sie verkriecht sich nicht, sondern nutzt ihre Vergangenheit, um eine bessere Polizistin zu sein.

Leider hat sie es als Frau in dem Job nicht leicht. Ihre männlichen Kollegen nehmen ihre Theorien nicht ernst und verhalten sich immer wieder, als sei sie eine kleine Schwester, die den Brüdern hinterherrennt, weil sie mitspielen will. Das wirft die Frage auf, ob sie ihre Theorien wirklich für abwegig halten, oder nur deswegen direkt verwerfen und als lächerlich abtun, weil sie von ihr, einer Frau, kommen. Oder steckt sogar noch mehr dahinter?

Es ist natürlich echt fies, dass das Buch mit einem Cliffhanger endet. Gerade als es so richtig spannend und interessant wird! Ich hoffe nur, der nächste Band kommt bald!

Der Schreibstil lässt sich gut lesen und man merkt gar nicht, wie man durch das Buch rast. Erst als man umblättert und plötzlich steht da „Danksagung“ merkt man, dass man am Ende angelangt ist und will doch so gerne weiterlesen!
Ich hatte ab und an ein paar Probleme mit Begriffen. Meine Eltern stammen zwar aus Bayern – ich habe also einen kleinen Vorteil – aber manche Worte sind einfach „zu österreichisch“ für mich. Das stört aber nicht weiter, aus dem Zusammenhang bekommt man dann schon raus, worum es geht. Ich finde es toll, dass das Buch nicht alle Zeugen immer Hochdeutsch reden lässt, dadurch wirkt es authentischer.


Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich fand die Protagonistin / Ermittlerin total sympathisch und „echt“. Was mich etwas gestört hat, waren die Kollegen, die sich geweigert haben, ihre Theorie auch nur in Erwägung zu ziehen. Das ging mir zu lang. Andererseits passt das auch zu den Rückschlüssen, die Diana aus der Akte gezogen hat: entweder schlampt da schon länger jemand, oder es wird etwas vertuscht. Allerdings endet das Buch gerade dann, als es richtig spannend wird. Man hängt jetzt richtig in der Luft und versucht alle Puzzle-Teile zusammenzukratzen und in anderer Reihenfolge zu verbinden, alles in der Hoffnung, doch noch ein bisschen mehr zu erfahren.

Von mir bekommt das Buch 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 31.03.2020

Komplett anders. Verwirrend, merkwürdig, witzig und schräg, von allem etwas, verpackt in 44 Kurzgeschichten

Einhornsex ist nichts für Spießer
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Es war mal wieder an der Zeit für Kurzgeschichten. Bei diesem Titel könnte man vermuten, es gehe in diesem Buch nur um Sex, dem ist aber nicht so. Es handelt sich um 44 Kurzgeschichten auf 206 Seiten.

Es ...

Es war mal wieder an der Zeit für Kurzgeschichten. Bei diesem Titel könnte man vermuten, es gehe in diesem Buch nur um Sex, dem ist aber nicht so. Es handelt sich um 44 Kurzgeschichten auf 206 Seiten.

Es sind aber keine „normalen“ Kurzgeschichten. Teilweise wirken sie ein bisschen irre, also ziemlich ungewöhnlich und für mich auch nicht immer verständlich. Aber manche enthalten auch mehr oder weniger gut versteckte Gesellschaftskritik. Da wäre „Runter mit dir“ in der es um Social Media geht und wie sehr sich manche von Likes und Kommentaren abhängig machen, ein „perfektes“ Leben vorgaukeln, während nichts davon der Wahrheit entspricht. Andere sind einfach nur schräg, wie „Pizza al dente“, bei denen man vielleicht nicht wirklich versteht, worum es geht, aber trotzdem irgendwie lachen muss. Dann gibt es noch Anspielungen auf die moderne Pop-Kultur, wie zum Beispiel die Serie „Game of Thrones“. In „Faszination deutsche Sprache“ geht es um die vielen Fehler, die heute mit „das“ und „dass“ gemacht werden und manch anderem, auf witzige Art und Weise liest man hier eine Abrechnung mit der deutschen Sprache und ihren fehleranfälligen Benutzern. Oder „Und die Säge, die hat Zähne“ und „(Meine) alchemistische Periode ohne System“, die teilweise total witzig, teilweise total schräg sind. In diesem Buch findet man so ziemlich von allem etwas.

Manche Geschichten sind eher langsam, andere legen ein flottes Tempo hin. Kurze und sehr kurze Sätze reihen sich aneinander und geben den Rhythmus vor, fast wie bei einem Gedicht.

Dieser Kurzgeschichten Band ist nicht ganz mein Fall. Ich mag es, wenn Bücher andere Wege gehen, aber hier stand ich viel zu oft am Ende einer der Kurzgeschichten da mit einem riesigen Fragezeichen vor dem Kopf und einem „hä?“ auf den Lippen. Ich denke dieses Buch ist etwas für alle, die einfach mal etwas komplett anderes lesen wollen. Ein Kurzgeschichten Buch, das komplett aus dem Rahmen fällt. Bei dem man nicht jede Geschichte versteht, aber immer irgendwie doch etwas geboten bekommt. Allerdings empfehle ich das Buch langsam zu lesen und nicht zu viele Kurzgeschichten hintereinander, sonst kann einem schon mal der Kopf schwirren.

Ab und an ist aber auch eine Geschichte dabei, die einem richtig gut gefällt. Dieses Buch ist einfach ganz, ganz anders. Gerade deswegen passt es so gut zu seinem Cover und dem Titel. Alles an diesem Buch fällt aus dem Rahmen. Auf mich macht das Buch den Eindruck fast schon moderne Kunst zu sein: muss nicht jeder verstehen, aber manche finden es genial. Ich gehöre in diesem Fall zu den „jeders“, aber so ist das eben bei Büchern, die nicht der Norm entsprechen, man weiß nie was man bekommt oder wie es beim Leser ankommt.


Fazit: Dieses Buch kann einen schwindelig schwatzen. Wie? Ein Buch redet nicht? Doch klar tut es das! Wir alle hören doch beim Lesen diese Stimme im Kopf, die uns die Geschichte erzählt. Tja und bei diesem Kurzgeschichten-Band mit oft extrem kurzen Sätzen kann einen diese Stimme schon mal schwindelig machen. Ich gebe ganz offen zu, dass ich einen großen Teil der Kurzgeschichten nicht gerafft habe. Vielleicht bin ich dafür zu sehr „Roman-Leser“, ich weiß es nicht. Es waren einige merkwürdige, eine ganze Reihe verwirrender, aber auch eine gute Portion witzige Geschichten dabei.

Wer gern Sprach-Experimente liest oder Bücher mag, die komplett aus der Reihe fallen und nichts gegen Kurzgeschichten hat, der dürfte seine Freude an diesem Buch haben. Ich hänge jetzt erstmal den Kopf aus dem Fenster und lasse ihn mir wieder freipusten. Irgendwie schwirren da jetzt so viele Worte drin rum...

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