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Veröffentlicht am 27.03.2020

Eine Protagonistin aus der man nicht schlau wird, aber ein wirklich spannender Krimi, voller menschlicher Abgründe!

Die Ratte
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Achtung: Band 1 einer Reihe!

Susanne Mikula will nur eins: Chefredakteurin werden! Dafür ist sie bereit so ziemlich alles zu tun, sogar ihre beste Freundin zu feuern. Doch obwohl sie so viele Opfer bringt, ...

Achtung: Band 1 einer Reihe!

Susanne Mikula will nur eins: Chefredakteurin werden! Dafür ist sie bereit so ziemlich alles zu tun, sogar ihre beste Freundin zu feuern. Doch obwohl sie so viele Opfer bringt, die ihr sogar die Verachtung ihres Teenager-Sohnes einbringen, bringt ihr Chef sie mit einer hinterhältigen Intrige zu Fall. Sie verliert ihren Job und alles andere und kennt nur noch ein Ziel: Rache! Sie setzt fortan ihre Fähigkeiten als Journalistin ein, um ihren Ex-Chef zu Fall zu bringen. Niemals hätte sie gedacht, dass sie dabei auf ein Komplott unheimlichen Ausmaßes stoßen würde, inklusive eines potentiellen Mordes. Doch damit bringt sie sich auch in große Gefahr.


Der Aufbau des Buches ist anfangs nicht ganz einfach. Abwechselnd gibt es kursivgedruckte Seiten, die nur aus Dialogen bestehen. Vollkommen aus dem Zusammenhang der restlichen Handlung gerissen wird man da mit Szenen konfrontiert und diese Szenen sind immer brisant. Sie hängen alle zusammen und sind auch wichtig für die „normale“ Handlung, aber das weiß man anfangs nicht, weil sie nicht einfach die Fortsetzung eines Gesprächs sind, sondern Ausschnitte aus mehreren Gesprächen sind. Man wird zum Rätseln gezwungen und dadurch direkt in das Buch gezogen. Obwohl das anfangs verwirrend ist, fand ich das richtig toll. Ich mag es, wenn ein Buch andere Wege geht.
Dann gibt es noch kurze Szenen, in denen es um hohe Gebühren in der Stadt geht, in der das Buch spielt. Dazu kommen noch Tagebucheinträge und Artikel bzw. Schlagzeilen. Dadurch ist man ganz nah an der Handlung und spürt schon bald den Puls steigen, aus Wut, aus Hilflosigkeit und aus Furcht.

Susanne war auf den ersten Blick keine sympathische Protagonistin. Sie sendet pausenlos widersprüchliche Signale. Ein Beispiel: Ganz zu Beginn des Buches entlässt sie ihre beste Freundin. Ihr gegenüber erklärt sie die Maßnahme als die Idee ihres Chefs. Doch es war ihre. Sie hat beschlossen ihrer besten Freundin zu kündigen, nur um zu beweisen, dass sie stark und nicht sentimental ist. Den Blick stets auf das Ziel: ihren Wunschjob gerichtet. In diesem Moment denkt man, sie sei eiskalt und ein Miststück. Doch dann erfährt man von ihrem Trauma und als man das liest, hat man direkt Mitleid mit ihr. Und schon weiß man nicht mehr, was man von ihr halten soll. Ist diese Kälte ein Produkt dieses Vorfalls oder nur gespielt, um sich für den Job zu qualifizieren?
Hier merkt man übrigens schön die Sozialkritik des Autors – die findet sich überall im Roman – eine Frau muss, um einen Chefposten zu bekommen rüberkommen wie ein Mann, sie darf nicht „sentimental“ oder „emotional“ sein. Sie muss sich auf eine bestimmte Art und Weise anziehen, damit sie ernstgenommen wird, ohne gleichzeitig als Freiwild oder „Schlampe“ angesehen zu werden, stattdessen ist die dann die „Eiskönigin“ oder ähnliches. Doch die Sozialkritik geht noch viel weiter. Ich möchte nicht spoilern, deswegen kann ich hier nicht ins Detail gehen.

In diesem Buch geht es um korrupte Politiker und Polizisten und eine Gesellschaft, die nur dem Stärksten zuhört. Durch die Intrige ihres Chefs verliert Susanne alles. Sie ist am Boden und ganz allein. Sie tut mir da wirklich schrecklich leid. Eine Intrige jagt die nächste, gefolgt von Rufmord und Demütigungen, die scheinbar nie aufhören. Man muss da echt aufpassen, dass man sich von dieser depressiven Stimmung mitreißen lässt. Es macht mich so wütend, was ich da lese! Aber gleichzeitig bin ich auch begeistert von der Art der Beschreibung. Es geht auch nicht nur gegen Susanne, es gibt auch andere Opfer, die teilweise massiv gemobbt werden. Es scheint den „Bösen“ egal zu sein, was sie ihren Opfern antun.

Martin Wehrle reiht sie Ereignisse so aneinander, dass man immer gut folgen kann, obwohl er einem die Kursiven-Dialogszenen hinknallt, ohne Erklärung, ohne Zusammenhang. Man muss selbst mitdenken und kombinieren. Manchmal wird schnell klar, worum es dabei geht, manchmal dauert es sehr lange und manchmal hilft nur viel nachdenken und kombinieren.

Das Buch ist schonungslos. Es reißt einen aus der Komfortzone des eigenen Lebens und zwingt einen, darüber nachzudenken, ob der Autor recht haben könnte. Kann es sein, dass es solche Machenschaften auch in der Realität gibt? Dass wir einfach bislang nur Glück hatten, nicht in sie hineingezogen zu werden?


Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist manchmal wirklich heftig und man muss echt aufpassen, um sich nicht von der Stimmung mitreißen zu lassen. Es ist ein sehr komplexes Buch aber nicht überfrachtet. Mir hat auch die Auflösung sehr gut gefallen. Das Buch ist stimmig und ich mag es sehr, dass das Buch keine Angst hat andere Wege zu gehen.
Zwischendrin ist es emotional echt belastend. Wie Menschen da kaputt gemacht werden, das ist nicht ohne. Wenn man das aber übersteht, lohnt es sich wirklich. Das Buch zwingt einen zu hinterfragen, zu kombinieren und auch das eigene Verhalten und Leben zu überdenken. Die zentrale Frage ist: wem glaubt man? Und diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Glaubt man Artikeln oder Posts im Internet? Glaubt man der Lokalpresse? Oder überregionalen Zeitungen? Glaubt man Freunden? Hinterfragen wir überhaupt was wir hören und lesen, oder schlucken wir brav alles, was uns vorgesetzt wird?

Ein ganz anderer Krimi mit teilweise wirklich heftigen emotionalen Magenschwingern und einer Protagonistin, bei der man einfach nicht weiß, ob man sie nun mag oder nicht. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es sich manchmal ein bisschen zieht, aber in meinen Augen, konnte das Buch die Spannung halten. Von mir bekommt es 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.03.2020

Das wahrscheinlich süßeste Buch, dass ich jemals gelesen habe - einfach wunderschön!

Can you help me find you?
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Caleb und Evie sind seit ihrer Kindheit Freunde. Nur ihretwegen geht er auf die Newton Academy für Mathematik und Naturwissenschaften. Sie hat ihn darum gebeten und er kann ihr einfach nichts abschlagen. ...

Caleb und Evie sind seit ihrer Kindheit Freunde. Nur ihretwegen geht er auf die Newton Academy für Mathematik und Naturwissenschaften. Sie hat ihn darum gebeten und er kann ihr einfach nichts abschlagen. So sehr er es anderen gegenüber auch leugnen mag: er ist absolut und total verliebt in Evie. Sie hat allerdings keinen Kopf für romantische Dinge. Ihr Leben besteht nur aus Mathematik. Doch so langsam glaubt sie, sie ist vielleicht doch bereit sich auf einen Jungen einzulassen, Bewerber gibt es genügend, auch wenn ihr das nicht klar ist. Sie möchte es mit Leo versuchen, einem Bekannten von Caleb. Der hat panische Angst sie an jemand anderen zu verlieren, aber das Schicksal spielt ihm in die Hände und er beschließt sie in einem Online-Forum, in dem nur Pseudonyme genutzt werden sollen, anzuschreiben, um Evie so näherzukommen. Das klappt auch, sorgt aber für ein ganz großes Chaos... Für wen wird sich Evie entscheiden?


Das Buch ist so unglaublich süß! Schon das allererste Kapitel aus Calebs Sicht hat mich total gepackt. Ich bin dahingeschmolzen! Ich möchte am liebsten in dieses Buch springen und die Charaktere – alle bis auf den einen oder anderen fiesen Lehrer – in die Arme nehmen. Ich glaube das hier ist das süßeste Buch, dass ich jemals gelesen habe!

Ich fühle mich Evie sehr nah. Ich stand auch immer sehr auf Mathe und habe meine Probleme mit Menschen. Ich kann, wie sie in Problemen und deren Lösung komplett versinken – auch wenn es bei mir keine mathematischen sind – und ich kann sie einfach verstehen. Ich finde Evie nicht nur total sympathisch, sondern ich liebe ihre Ehrlichkeit. Sie ist zu gradlinig, um falsch zu sein.

Caleb ist so süß! Er liebt Evie über alles. Er würde absolut alles für sie tun und seine oberste Priorität ist ihr Glück. Er weiß, dass er ihr seine Gefühle nicht einfach so offenbaren kann, weil ihr das Angst machen würde. Sie braucht ihn, er ist ihr Anker und das kann er ihr nicht wegnehmen. Aber er kann auch nicht einfach nur danebenstehen und sie Leo überlassen. Er möchte, dass sie glücklich ist, aber er glaubt auch, dass sie mit ihm glücklicher wäre als mit Leo.

Leo ist nett. Er hat ehrliches Interesse an Evie, ist aber auch ein „normaler“ Teenager im Vergleich zu ihr. Er datet, er knutscht und er hat „fiese“ Tricks drauf, um dafür zu sorgen, dass Caleb auch mal Abstand zu Evie halten muss. Es war nicht wirklich „böse“ was er da gemacht hat, aber irgendwie war für mich ab diesem Punkt klar, dass auf jeden Fall Caleb der „bessere Mann“ ist, wenn man so will. Caleb ist selbstlos, Leo nicht.
Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass für Caleb schon immer klar war, dass Evie die Eine ist.

In diesem Buch dreht sich sehr viel um Mathematik, Physik und Informatik. Man kann zwar nicht immer folgen, da es um Methoden geht, die man an einer „normalen“ Schule einfach nicht lernt, aber mich hat das überhaupt nicht gestört. Das wichtigste wurde immer auch so erklärt, dass man es verstand. Ich finde es toll, wie jeder Charakter auch was die Wissenschaft angeht, sein eigenes Ding macht und „anders“ ist. Evie zum Beispiel mit den Adinkras, kleine Zeichnungen, mit denen sie ein komplexes Problem und Formeln in einem kleinen Bild zusammenfasst. Ihr Verstand funktioniert einfach anders – gut anders. Ich bewundere die Charaktere für ihre jeweilige Leidenschaft.

Wer mich echt genervt hat war ein bestimmter Lehrer – sobald ihr das Buch anfangt, wisst ihr sehr bald welcher – und Evies Mutter. Ich hasse diese Frau! Wer hilft mir, sie in ein Schwarzes Loch zu werfen?

Es gibt in diesem Buch auch eine Verwicklung, was mir daran besonders gut gefiel war, dass es etwas war, was Teenager wirklich machen würden aber ohne extrem viel Drama. Ja, es sorgt für etwas Drama aber wird nicht zu Tode geritten und ewig ausgeschlachtet. Dadurch wirkt das auf mich realistisch und es passt zu den Charakteren, die allgemein sehr reif wirken, wenn auch manchmal unbedarft in romantischer Hinsicht, einfach, weil sie anders ticken.


Fazit: Ich liebe dieses Buch! Ich bin so froh, es gelesen zu haben! Es ist das wahrscheinlich süßeste Buch, dass ich jemals gelesen habe. Das Drama hält sich in Grenzen, stattdessen ist witzig, süß und „anders“. Die Charaktere fallen aus dem Rahmen und das Buch tut es ihnen gleich. Für mich ist einfach alles stimmig. Ich konnte mich sehr gut mit den Charakteren identifizieren und habe jede Seite genossen, auch wenn ich wegen Evies Mutter und so manchem Lehrer schon gern handgreiflich geworden wäre.

In meinen Augen ist das Buch für alle Altersgruppen geeignet. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.03.2020

Realistische Stalking-Darstellung, aber ich habe auch Kritik

Dem Wahnsinn entkommen
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Seit 5 Jahren wird Sarah gestalkt. Max ist reich, ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft und trotzdem macht er ihr das Leben zur Hölle. Sein Psychoterror wird mit jedem Tag schlimmer und scheint kein ...

Seit 5 Jahren wird Sarah gestalkt. Max ist reich, ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft und trotzdem macht er ihr das Leben zur Hölle. Sein Psychoterror wird mit jedem Tag schlimmer und scheint kein Ende zu finden. Sarah ist ganz allein, isoliert und mit den Füßen ganz kurz vor dem Abgrund. Die Hoffnung, dass er irgendwann aufhört hat sie längst aufgegeben. Wie also soll das alles enden? Wird er einen Fehler machen und etwas tun, dass nachweislich illegal ist, oder wird Sarah am Ende tot sein, von Max ermordet, wie so viele andere Stalking Opfer?


Das Buch beschreibt den Psychoterror und die Angst, die mit Stalking einhergehen wirklich sehr realistisch. Ich selbst wurde gestalkt, zum Glück nicht so extrem wie Sarah, aber dennoch, ich weiß, wie sich diese Angst anfühlt. Die Zweifel, ob man sich etwas einbildet, oder nicht. Steht er wirklich da und beobachtet dich, oder bildest du dir das nur ein? Wirst du verrückt oder ist er es? Die Angst vor jedem Telefonklingeln und wie sehr einen die Angst auch noch Jahre später verfolgt, indem man sich monatelang überlegt, ob man sich bei den Sozialen Medien anmelden soll, ob man es wagt ein Bild von sich zu zeigen. Ich weiß, wie das ist. Diese Angst lässt einen niemals ganz los.
Man spürt die Angst in diesem Buch. Man ist ganz nah bei Sarah und spürt, wie sie daran zerbricht.

Ich habe zwei Kritikpunkte:
1. Verliere ich am Anfang die Orientierung. Zuerst sagt Sarah (deren Namen man erst später erfährt) ihr Stalker sei ihr Mentor. Später sagt sie es sei Max, ein Mann, den sie auf einer Kreuzfahrt kennengelernt hat. Aber so wie ich die Geschichte zwischen ihnen erlebe, war er nie ihr Mentor, sondern eine Affäre. Das ergibt für mich also keinen Sinn.
2. Es gibt im Buch einen Punkt, an dem Sarah eine Entscheidung trifft, die zieht eine ganze Menge weiterer Entscheidungen nach sich für die alle dasselbe gilt: ich kann sie absolut nicht nachvollziehen. Ich verstehe einfach nicht, wie sie so – in meinen Augen: dumm sein konnte! Das macht mich richtig wütend! Ich verstehe absolut nicht, warum sie sich so entscheidet. Absolut nicht! Ich hätte das nie im Leben getan. Und die weiteren Entscheidungen genauso wenig.

Das Buch ist immer wieder sehr spannend, vor allem dann, wenn Max komplett die Kontrolle verliert. Ich meine, wir alle kennen die Statistiken und die Berichte aus dem Fernsehen, wenn mal wieder – ja, mal wieder, denn es ist nichts Seltenes! – eine Frau von ihrem Stalker umgebracht wird. Man wartet irgendwie darauf, dass Max versucht Sarah umzubringen. Man hat die ganze Zeit, genauso wie Sarah, genau davor Angst. Wie sie glaubt man Max überall zu entdecken, fragt sich, wie weit er noch gehen wird.


Fazit: Ich finde dieses Buch wichtig. In Zeiten von Serien wie „You“, die einige wirklich „romantisch“ finden und sich zu Aussagen hinreißen lassen, wie „er liebt sie so sehr, dass er sie stalkt“ ist so ein Buch umso wichtiger. Nur fürs Protokoll: ich mag die Serie auch, aber ich sehe sie wie „Dexter“, man ist irgendwie auf der Seite des „Bösen“, obwohl einem klar ist, dass er böse ist und schlimme Dinge tut. Ich finde Joe nicht romantisch, er ist gruselig. Ich finde die Serie, als Serie gesehen sehr gut, aber wenn man noch nie mit dem Thema zu tun hatte oder eine andere Beziehung zu der Serie hat, dann kommt sie vielleicht wirklich bei einigen als „romantisch“ an. Bei mir allerdings nicht.
Stalking hat nichts mit Liebe zu tun. Die Täter reden sich ein es gehe um Liebe. In Wirklichkeit geht es um Kontrolle und Macht. Der Täter will das Opfer besitzen, er will die absolute Kontrolle. Es geht um Isolation und Psychoterror. Dieses Buch zeigt das sehr deutlich. Ich vermute, dass Sarah sich bei meinem 2. Kritikpunkt so verhält, um zu zeigen, welche Fehler man als Opfer machen kann. Dennoch kann ich ihr Verhalten an diesem Punkt einfach nicht nachvollziehen. Das liegt vielleicht auch an meinen persönlichen Erfahrungen, das kann sein.

Ich möchte das Buch allen ans Herz legen, die einmal das „wahre“ Gesicht von Stalking sehen wollen. Ich denke, es kann viel zur Aufklärung über die Thematik beitragen.

Den Inhalt, die Charaktere und dergleichen bekommen von mir 3,5 Sterne. Ich fand die Darstellung von Sarahs Angst wirklich ganz toll, konnte ihr Verhalten aber mehr als einmal absolut nicht nachvollziehen.

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Veröffentlicht am 25.03.2020

Richtig spannend kurz vor Schluss, aber ich konnte nicht im Buch versinken

Wenn Schmetterlinge fliegen lernen
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Olivia hat sehr jung ihre Eltern verloren. Dieses Erlebnis hat sie nie verwunden. Ihre Großeltern nahmen sie auf, doch die Kindheit in deren Haus war nicht weniger traumatisierend. Olivia zieht sehr früh ...

Olivia hat sehr jung ihre Eltern verloren. Dieses Erlebnis hat sie nie verwunden. Ihre Großeltern nahmen sie auf, doch die Kindheit in deren Haus war nicht weniger traumatisierend. Olivia zieht sehr früh aus und reist durch die Welt. Doch als ihre Großmutter an Alzheimer erkrankt, muss sie zurück nach Zürich. Dort fordert sie der ehemalige Assistent ihres Vaters auf, den Umständen des Todes ihrer Eltern nachzugehen und dessen Forschungen bezüglich eines seltenen Schmetterlings. Ihr Jugendfreund Tom hilft ihr dabei. Olivia spürt, dass sich ihre Gefühle verändern, doch kann sie ihre Mauern einreißen, hinter denen sie ihr Herz beschützt?


Leider hat mich das Buch nicht packen können. Mir tat Olivia leid, aber ich hatte das Gefühl, von den Mauern, die sie um sich errichtet hat, ebenfalls abgeblockt zu werden.

Ich fand es tragisch, dass sie so viele geliebte Menschen verloren hat, das muss wirklich schrecklich sein. Ihre Kindheit bei den Großeltern war auch schlimm. Ich kann einfach nicht verstehen, wie ihre Großmutter einfach danebenstehen und zulassen kann, dass ihre Enkelin, die unter dem Tod der Eltern leidet von ihrem Großvater regelmäßig verprügelt wird! Ja, sie litt auch, aber sollte sie da nicht ihre Enkelin umso leidenschaftlicher verteidigen? Natürlich sieht sie das anders, als sie mal einen klaren Moment hat. Sie hätte zwar häufiger einschreiten sollen – so viel gibt sie wenigstens zu – doch sie sieht die Schuld bei Olivia, weil sie zwar aussah, wie ihre Mutter, doch vom Wesen her ihrem Vater zu sehr ähnelte und das den Großvater „provozierte“. Das ist für mich keine Erklärung und schon gar keine Entschuldigung! Gut, der Mann scheint schon immer schwierig gewesen zu sein, aber dennoch. Selbst wenn sie es gewohnt war, dass er sie und anfangs auch die Tochter mies behandelt hat, sie hätte doch ihre Enkelin beschützen wollen müssen. Kein Wunder, dass Olivia denkt, von beiden Großeltern gehasst worden zu sein!

Ich kam irgendwie nicht richtig rein in die Geschichte. Ich hatte nicht das Gefühl, emotional an die Charaktere heranzukommen. Ich fühlte mich auf Distanz gehalten. Natürlich tut mir Olivia leid, aber sie lässt mich nicht mitfiebern.

In diesem Buch gibt es viel Drama. Mir war es auch immer wieder zu viel. Es enthält auch Krimi-Elemente und wird auch kurz vor Schluss richtig spannend. Aber mir war einiges zu weit hergeholt. Im Endeffekt geht es in diesem Buch um Selbstfindung. Schafft Olivia es, sich nicht länger über die Verluste und Traumata ihrer Kindheit zu definieren? Kann sie ihre Schutzmauern einreißen, hinter denen sie ihre Gefühle versteckt und ihre alten Muster durchbrechen?
Das Gleichnis mit dem Schmetterling ist hier sehr gut gewählt.


Fazit: Mich hat das Buch einfach nicht packen können. Ich wurde mit den Charakteren nicht warm und fühlte mich immer auf Abstand gehalten, auch von der Geschichte selbst. Ich konnte nicht versinken.
Kurz vor Schluss wurde es richtig spannend. Der Teil gefiel mir am besten. Mir war es zu viel Drama, da tat die Spannung richtig gut.

Das Buch war leider nicht meins. Es bekommt von mir 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.03.2020

Sehr verworren und zu detailversessen - ich habe immer wieder den Überblick verloren

Das Buch der Nacht
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Achtung: Band 3 einer Reihe!

Diana und Matthew sind heil wieder in der Gegenwart zurück und Diana ist immer noch mit Zwillingen schwanger. Doch in ihrer Abwesenheit ist so einiges passiert und nur weniges ...

Achtung: Band 3 einer Reihe!

Diana und Matthew sind heil wieder in der Gegenwart zurück und Diana ist immer noch mit Zwillingen schwanger. Doch in ihrer Abwesenheit ist so einiges passiert und nur weniges davon ist gut. Noch immer sehen sie sich von allen Seiten von Feinden bedroht. Ihre Liebe ist verboten, ihre Kinder sind verboten und selbst Diana würden ihrer außergewöhnlichen Kräfte wegen so manche gern tot sehen. Können sie es schaffen sich ein sicheres Leben aufzubauen, oder sind die Opfer, die sie bringen müssen, einfach zu groß und ihre Feinde möglicherweise zu stark?


Ich fand es toll, dass man so viele liebgewonnene Charaktere wiedergetroffen hat und auch ein paar neue kennenlernen durfte. Darunter auch welche, die mir ganz persönlich sehr ans Herz gewachsen waren.
Leider sind aber auch die Feinde nicht einfach so verschwunden – obwohl es echt toll wäre, wenn sich mal eben der Erdboden öffnen und die alle verschlingen würde – sondern bringen sich in Stellung. Manch einen hatte man auf dem Plan, manch einen auch nicht und die Taten so einiger sorgen dafür, dass einem ganz anders wird.

Das Buch ist wieder sehr, sehr detailliert. Man erfährt alles über die genetischen Untersuchungen, die durchgeführt werden müssen, Theorien und auch über Dianas Arbeit. Im Prinzip verwandelt sich das Buch immer wieder in ein Sachbuch, dass einem verschiedene wissenschaftliche Disziplinen erklärt. Ich finde es an sich nicht schlecht, dass alles so genau beschrieben wird, aber hier sorgt es leider für Längen. Ich bin da leider oft weggedriftet. Ich musste mich manchmal wirklich anstrengen, dranzubleiben.

Interessant ist wieder die Handlung bezogen auf Dianas Kräfte, die ja scheinbar grenzenlos sind. Ich finde das faszinierend!

Wen ich mal wieder gehasst habe ist Baldwin. Ich verabscheue ihn wirklich sehr! Nicht nur wegen seines Verhaltens – manchmal ist er einfach nur böse und gemein – sondern auch vor allem dafür, dass es ihm absolut egal ist, wen er verletzt, vielleicht sogar dauerhaften Schaden zufügt. Zudem ist er einfach total halsstarrig und belehrungsresistent. Ein anderer kann einfach nicht recht haben. Punkt. Natürlich steckt auch in ihm mehr, als man denken würde, aber das dauert echt extrem lang.

Die Handlung ist sehr, sehr vielschichtig und verworren. Für meinen Geschmack macht das Buch zu viele Wendungen. Es dreht und wendet sich ohne Ende. Man bekommt sehr viele Informationen, oft zu viele, um den Überblick wirklich zu behalten. In meinen Augen, wollte es die Autorin besonders gut machen, indem sie für absolut alles eine Erklärung liefert, doch um das zu schaffen biegt sie andauernd ab. Die Erklärungen sind nicht in wenigen Sätzen geliefert, sondern ziehen sich manchmal gefühlt unendlich hin. Das Buch profitiert auch immer wieder davon, weil alles stimmig ist, aber man muss extrem aufpassen, um sich nicht in den 100.000 Details zu verlieren.


Fazit: Ich fand Band 3 besser als Band 2, aber an den ersten Band der Reihe, kommt es für mich nicht heran. Es verstrickt sich zu sehr in Details und eine Wendung und Enthüllung jagt die nächste. Immer wieder denkt man „jetzt kommt der Showdown!“, aber nein, er kommt nicht. Er wird abgebrochen und es zieht sich wieder. Ich habe für dieses Buch 2 Tage gebraucht, normalerweile lese ich jedes Buch innerhalb weniger Stunden, allein das zeigt, wie verworren es ist. Es hat seine Längen und macht es einem nicht leicht, dranzubleiben und nicht den Überblick zu verlieren.
In meinen Augen hat sich die Autorin zu sehr in Details verloren. Man kann den roten Faden manchmal nicht einmal mehr erahnen. Ja, die Details sind wichtig und fügen sich am Ende zu einem komplexen Puzzle zusammen, aber zwischendrin verliert man den Blick fürs Wesentliche.

Von mir bekommt das Buch knappe 3 Sterne.

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