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Veröffentlicht am 19.04.2022

Ich liebe den Book Club!

The Secret Book Club – Ein Liebesroman ist nicht genug
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Achtung: Band 4 einer Reihe, in sich abgeschlossen, aber es macht mehr Sinn, nach der Reihe zu lesen.

Vlad ist Profisportler und dabei sehr erfolgreich. Aber er hat ein Geheimnis: Seine Ehe ist nicht ...

Achtung: Band 4 einer Reihe, in sich abgeschlossen, aber es macht mehr Sinn, nach der Reihe zu lesen.

Vlad ist Profisportler und dabei sehr erfolgreich. Aber er hat ein Geheimnis: Seine Ehe ist nicht echt. Und er hat noch eines: Er wünscht sich nichts mehr, als dass sie es wäre. Als ihm seine Frau eröffnet, dass sie die Scheidung will, bricht für ihn eine Welt zusammen. Doch das Schicksal hat ihn scheinbar auf dem Kieker, denn er verletzt sich bei dem bislang wichtigsten Spiel seiner Karriere, seine Zukunft steht auf dem Spiel und als er im Krankenhaus aufwacht, besteht seine Frau, Elena, darauf, ihm bei der Genesung beizustehen. Ist das seine Chance auf ein Happy End? Oder ist es längst zu spät?


Vlad ist Eishockey-Profi und er liebt Liebesromane. Wer den Secret Book Club nicht kennt, mag jetzt sagen: ‚Das passt aber nicht zusammen!‘ Wer ihn kennt, weiß, dass Männer auch eine weiche Seite haben können und daran nichts falsch ist.
Die Bücher der Secret Book Club Reihe halten nicht nur den Protagonisten den Spiegel vors Gesicht, um sie mit Hilfe von Liebesromanen ihre eigenen Verhaltensmuster erkennen zu lassen, sondern auch der Gesellschaft selbst. Vlad ist ein großer muskulöser Mann, der Inbegriff von Männlichkeit. Er hat aber auch eine chronische Krankheit mit Darmproblemen, ist sehr emotional, weint oft und hat ein sehr weiches Herz für Tiere. Nichts davon macht ihn weniger männlich, aber ich bin mir sicher, dass es bald schon die erste Rezension geben wird, in der bemängelt wird, Vlad sei ein Weichei. Die Buchreihe prangert das noch immer vorherrschende toxische Männlichkeitsbild an, das in den USA aber auch in Russland sehr ausgeprägt ist. Wir brauchen aber nicht die Besserwisser raushängen zu lassen, auch bei uns in Deutschland findet sich dieses Bild, wenn auch nicht ganz so extrem oder offen gelebt.

Vlad ist unheimlich sympathisch. Ich habe mich schon in den vorherigen Bänden in ihn verliebt, aber erst jetzt erfährt man, was wirklich in ihm steckt. Doch Vlad ist nicht unfehlbar. Er hat seine Probleme wie jeder andere Protagonist und ab und an, möchte man ihn in einen Pool schubsen.

Elena ist auch sehr sympathisch, auch wenn man ihre Besessenheit von der Story, die sie verfolgt nicht so ganz nachvollziehen kann. Sie berührt einen sehr mit ihrer Verletzlichkeit und Unsicherheit. Und oft möchte man sie nur tröstend in den Arm nehmen, wenn sie wieder vollkommen verblüfft reagiert, wenn jemand lieb zu ihr ist.

Vlad und Elena haben ein großes Grundproblem: sie reden nicht miteinander. Sie schaffen es beide nicht, den Mund aufzumachen und Klartext zu reden. So dominieren Missverständnisse und verletzte Gefühle die Geschichte zu einem großen Teil, ebenso wie Minderwertigkeitskomplexe.

Unterbrochen wird die Geschichte immer wieder durch kurze Passagen eines Liebesromans, den Vlad schreibt und dessen Protagonisten die Probleme von Vlad und Elena spiegeln.

Gegen Ende holt die Vergangenheit die beiden ein und es wird verflixt spannend. Aber es macht trotzdem Sinn und das macht das Buch so gut.


Fazit: Ich liebe den Secret Book Club! Ich habe mich soooo soooo sehr auf dieses Buch und Vlads Geschichte gefreut – er war von Anfang an, mein absoluter Liebling!
Die Protagonisten waren sehr sympathisch, allerdings möchte man sie auch immer wieder schütteln, weil sie es einfach nicht schaffen, miteinander zu reden. Das ist ihr Hauptproblem, aber es kommen noch mehr dazu.
Beide haben mich sehr berührt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Gegen Ende wird es verflixt spannend und etwas arg schnell, aber ansonsten fand ich das Buch wirklich toll!

Von mir bekommt das Buch 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.04.2022

Leider hatte ich so meine Probleme

Dort, wo Blätter und Sterne tanzen
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Triggerwarnung: Amnesie, Missbrauch, psychische Gewalt, Trauma!

Als Maya in einem seltsamen Verschlag aufwacht, hat sie keine Ahnung, was passiert ist. Bald muss sie erkennen, dass sie unter einer Amnesie ...

Triggerwarnung: Amnesie, Missbrauch, psychische Gewalt, Trauma!

Als Maya in einem seltsamen Verschlag aufwacht, hat sie keine Ahnung, was passiert ist. Bald muss sie erkennen, dass sie unter einer Amnesie leidet – aber wie viel Zeit hat sie verloren? Sie befindet sich in einem Camp mitten im Wald und der Winter steht vor der Tür. Reed, der junge Mann, der in dem Camp lebt, behauptet sie bewusstlos gefunden zu haben, teilt ihr aber auch mit, dass sie vor dem Frühling nicht gehen könne, weil es zu gefährlich wäre. Stimmt das? Oder hat Reed sie vielleicht sogar entführt? Maya weiß nicht, was sie glauben soll. Und die Bruchstücke ihrer Erinnerungen machen zunehmend weniger Sinn.


Ich habe die ersten beiden Bände der Entführt-Reihe der Autorin geliebt. Der Klappentext dieses Buches klang auch wieder so interessant, dass ich nicht widerstehen konnte. Leider hat es mich aber nur bedingt überzeugt.

Maya tat mir anfangs sehr leid. Es muss echt hart sein, sich an einem vollkommen fremden Ort wiederzufinden und keine Ahnung zu haben, wie man dorthin gelangt ist, ob man seinem gegenüber trauen kann, oder welches Jahr überhaupt ist. Allerdings ist Maya extrem misstrauisch. Ihr erster Gedanke ist immer, Reed zu verdächtigen zu allem Möglichen fähig zu sein. Ganz am Anfang, als sie ihn noch nicht kennt, kann man das verstehen, aber danach macht es zunehmend weniger Sinn.

Reed ist zu Beginn einfach nur merkwürdig. Was ist das für ein Mensch, der ganz allein – abgesehen von einem Raben – mitten in der Wildnis lebt? Reed ist wortkarg und oftmals irritierend. Langsam erfährt man aber mehr über ihn und er stielt sich immer mehr ins Herz.

Maya wird geplagt von Erinnerungsbruchstücken. Das macht auch Sinn. Das Problem ist nur, dass ihre Deutung derer für mich oft keinen Sinn ergab. Das erinnerte mich sehr an das Sprichwort mit dem Hufgeklapper und dem Zebra. Ganz am Anfang kann man das noch verstehen, aber je mehr ihr einfällt, desto deutlicher zeigt sich, was sie vergessen hatte und schon sehr früh war das zentrale Element klar.
Ich möchte nicht spoilern, deswegen kann ich nicht offen sagen, worum es geht. Die Maya der Vergangenheit macht durchaus Sinn, ihr Handeln ist nachvollziehbar, aber das von der Gegenwarts-Maya leider sehr lange nicht.


Fazit: Ich hatte mir von diesem Buch viel versprochen. Es klang nach etwas ganz anderem als es letztlich war. Die Idee fand ich interessant, aber insgesamt war es leider nur bedingt meins.
Zwischendurch zieht sich das Buch leider sehr, was es mir nicht leichter gemacht hat. Es hat wirklich schöne Szenen und manchmal hat es einem auch das Herz gebrochen, aber ich hätte es beinahe abgebrochen, weil es mich zwischendurch so gelangweilt hat. Einiges zog sich einfach viel zu lange und in Verbindung mit dem Wissen, das man hatte und Mayas oft nicht nachvollziehbarem Verhalten, hat mich das mehr frustriert als unterhalten. Gegen Ende wurde es wieder viel besser, aber bis dahin war es eben ein weiter Weg.

Von mir bekommt das Buch ganz knappe 2 Sterne, mehr war für mich leider nicht drin.

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Veröffentlicht am 19.04.2022

Mich hat das Buch leider zunehmend verloren

Die Nordlicht-Saga 1: Fate and Fire
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Achtung: Band 1 einer Reihe mit leichtem Cliffhanger!

Emma liebt Fantasy-Romane, ihren Heimatort und den Laden ihres Vaters. Sobald sie mit der Schule fertig ist, möchte sie ihn übernehmen und in ein ...

Achtung: Band 1 einer Reihe mit leichtem Cliffhanger!

Emma liebt Fantasy-Romane, ihren Heimatort und den Laden ihres Vaters. Sobald sie mit der Schule fertig ist, möchte sie ihn übernehmen und in ein Buchcafé verwandeln. Doch plötzlich ist nicht mehr nur ihre Mutter gegen diesen Plan, sondern auch ihr Vater scheint sich gegen sie zu wenden. Dazu kommen noch Sorgen um die angeschlagene Gesundheit ihres Vaters und die finanzielle Zukunft, da der Laden aktuell wegen eines verschwundenen Mädchens geschlossen bleiben muss. Alles in allem beginnt Emmas letztes Schuljahr also äußerst bescheiden. Für zusätzliche Verwirrung sorgt Marc, der neue Mitschüler aus dem Emma einfach nicht schlau wird. Er ist ein wandelndes Fantasy-Klischee, aber sowas gibt es nur in Romanen, richtig?


Das Buch beginnt wie eine Mischung aus Twilight und Vampire Diaries – mit Anspielungen darauf, dass Emma total auf beide Reihen steht, wird auch nicht gespart. Das hat mich aber nicht gestört, ich fand das eher süß. Genauso wie mich das Buch am Anfang auch gut abgeholt hat. Ich wollte wissen, in welche Richtung es gehen würde, auch hinsichtlich des Fantasy-Elements. Leider hat es mich dann aber zunehmend verloren.

Ich fand Emma direkt sympathisch, auch ihr bester schwuler Freund war echt süß, auch wenn ich sein Verhalten bald nicht mehr nachvollziehen konnte. Ähnlich ging es mir leider auch mit den Protagonisten. Emma und Marc lernen sich kennen, es wird immer wieder mal etwas mysteriös und geheimnisvoll, aber irgendwann liegt der Fokus sehr lange auf dem Hin und Her, bzw. Heiß und Kalt zwischen den beiden. Im einen Moment sind sie interessiert, im nächsten ganz plötzlich wieder spinnefeind. Das sorgte bei mir für Längen und hat mich irgendwann leider genervt.

Die Idee hinsichtlich des Fantasy-Elements fand ich sehr interessant, weil mal was ganz anderes. Das wird sehr langsam aufgebaut, wogegen ich nichts habe, was mich aber gestört hat, war, dass man ab einem gewissen Punkt praktisch mit Informationen bombardiert wurde. Da fühlte ich mich dann leider abgehängt. Gleichzeitig nahm das Tempo zu und ich verlor zunehmend den Überblick.
Einiges war recht früh schon klar, aber für mich passierte zu viel gleichzeitig. Ich hatte irgendwann das Gefühl den vielen Sprüngen nicht mehr hinterher zu kommen.

Das Buch endet mit einem leichten Cliffhanger – leicht deswegen, weil es kein „OMG-Moment“ ist, sondern eher unbefriedigend viel offenbleibt. Das Buch bricht praktisch einfach ab, macht noch einen kleinen Sprung mit dem Epilog und hinterließ mich zumindest mit einem richtig großen „Hä?“.


Fazit: Ich fand das Buch anfangs richtig gut. Ich mochte die Charaktere und fand auch gut in die Handlung hinein. Allerdings entwickelte es sich dann in eine Richtung, die es mir schwer gemacht hat. Zum einen war es mir zu viel plötzliches Hin und Her mit den Protagonisten, scheinbar grundlos. Zum anderen fühlte ich mich hinsichtlich des Fantasy-Elements mehrmals, vor allem gegen Ende, abgehängt. Das ergab für mich auch nicht alles Sinn. Das Ende kam für mich recht abrupt. Es brach praktisch ab, machte noch einen kleinen Zeitsprung mit dem Epilog und nichts ergab für mich mehr einen Sinn. Das kann man als Cliffhanger machen, das ist legitim, aber ich mag diese Art nicht. Ich habe lieber einen „OMG“-Cliffhanger, als vollkommen verwirrt dazustehen.

Insgesamt bekommt das Buch von mir 3 Sterne. Ich fand es interessant, aber ich hatte auch eindeutig meine Probleme.

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Wie du deinen eigenen Wert erkennst

Wie du Menschen loswirst, die dir nicht guttun, ohne sie umzubringen
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Wenn ihr mich fragt, sind Selbstzweifel und mangelndes Selbstbewusstsein, die Volkskrankheit Nummer eins. Klingt komisch, aber denkt mal darüber nach. Niemand möchte es offen zugeben, als würde es uns ...

Wenn ihr mich fragt, sind Selbstzweifel und mangelndes Selbstbewusstsein, die Volkskrankheit Nummer eins. Klingt komisch, aber denkt mal darüber nach. Niemand möchte es offen zugeben, als würde es uns automatisch weniger wertvoll machen, weniger „gut“, wenn andere wissen, dass wir an uns zweifeln. Aber wir neigen alle dazu, uns selbst unsere Misserfolge vorzuwerfen, unser Handeln zu hinterfragen und uns über die Meinung anderer zu definieren.
Aber wo kommen diese Selbstzweifel eigentlich her? In vielen Fällen wurden sie uns einst von jemandem in den Kopf gesetzt. Dieser Mensch, oft aber auch andere, haben sie mit Gemeinheiten gewässert und genährt und heute kämpfen wir jeden Tag mit dieser Stimme in uns.

In diesem Buch geht es in erster Linie um toxische Menschen. Das sind Menschen, die uns nicht guttun, die uns Selbstzweifel einreden oder bereits vorhandene Zweifel gegen uns verwenden. Es sind Menschen, die andere als Fußabtreter oder Trittleiter auf dem Weg nach oben benutzen. Es sind A… wie es die Autorin so treffend beschreibt, aber wir alle haben mindestens einen solchen Mensch in unserem Leben.

Dieses Buch ist kein klassisches Selbsthilfebuch oder ein typischer Ratgeber. Die Autorin erzählt darin eine Geschichte, acht Menschen machen sich auf, gemeinsam ihr Leben zu verändern. Allein schon in dieser Geschichte kann man vieles erkennen und man entdeckt immer wieder parallelen zu Situationen, die man vielleicht selbst erlebt hat.

Was aber bei diesem Buch am wichtigsten und besten ist, sind die Seiten zwischendrin – meistens sind sie schwarz, manchmal aber auch weiß – und auf diesen Seiten stehen „Kommentare“. Manchmal sind es kleine Spitzen, meistens aber Aussagen, die erschreckend treffend sind.


Fazit: Es geht in diesem Buch um toxische Beziehungen und wie man diese Menschen aus seinem Leben entfernt. Es geht in meinen Augen aber vor allem um Selbstwert. Denn diese Menschen sind toxisch für uns, weil sie unser Selbstwertgefühl zerstören. Sie untergraben es und geben uns das Gefühl, weniger wert zu sein. Sie werden damit nicht einfach so aufhören, wir müssen uns verändern. Wir müssen unseren eigenen Wert erkennen. Wir müssen uns klar machen, was wir für uns und unser Leben wollen. Wir müssen aufhören, uns im Kreis zu drehen. Aufhören mit „irgendwann“, sondern lernen, dass wir mehr verdienen.

Mein Rat: lest dieses Buch und vor allem, lest immer und immer wieder diese schwarzen bzw. weißen Seiten, verinnerlicht das, was dort steht und lernt nicht nur toxische Menschen aus eurem Leben zu entfernen, sondern auch euer Leben so zu gestalten, dass diese Stimme in eurem Kopf verschwindet, die euch einreden will, was ihr wert seid.

Von mir bekommt das Buch volle 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Ein Buch, in dem viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick erwarten würde

Die sieben Männer der Evelyn Hugo
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Monique hat das Gefühl in einer Sackgasse zu stecken, sowohl beruflich als auch privat. Sie hatte gehofft, eine richtige Journalistin sein zu können, richtige Artikel über wichtige Themen zu schreiben ...

Monique hat das Gefühl in einer Sackgasse zu stecken, sowohl beruflich als auch privat. Sie hatte gehofft, eine richtige Journalistin sein zu können, richtige Artikel über wichtige Themen zu schreiben und bedeutend zu sein. In Wirklichkeit verkommt sie zu einer Fußnote. Auch privat läuft es nicht gut, ihr Mann hat sie verlassen und sogar den Couchtisch mitgenommen, obwohl seine neue Wohnung voll möbliert ist. Doch dann verändert eine E-Mail ihr Leben: Evelyn Hugo, einer der größten Hollywood-Stars aller Zeiten will eines ihrer seltenen Interviews geben – aber nur, wenn Monique es führt. Woher weiß diese Ikone überhaupt, dass sie existiert? Ihre Chefin glaubt, dass sie eine leicht manipulierbare junge Journalistin sucht, doch Monique erfährt bald, dass es um etwas ganz anderes geht: Evelyn will kein Interview geben, sie will ihre Biografie schreiben lassen und in der soll nur die Wahrheit stehen – die Wahrheit über absolut alles. Allerdings bleibt die Frage bestehen: warum Monique?


Oberflächlich betrachtet geht es in diesem Buch um eine Hollywood-Ikone, die seit den 1950er Jahren das Kino maßgeblich mit beeinflusst und geprägt hat, angelehnt könnte man meinen an so manche berühmte Schauspielerin dieser Zeit. Doch es geht um viel mehr als nur das. Es geht um mehr als eine Frau, die siebenmal geheiratet und unzählige Filme gedreht hat.

Man lernt Evelyn zunächst als alte Dame kennen, die trotzdem ihren Biss nicht verloren hat und genau weiß, was sie will und was nicht. Das muss auch Monique schnell erkennen. Aber sobald sie aus ihrem Leben erzählt, erkennt man, dass hinter allem mehr steckt, als man es von außen vermuten würde.
Man erfährt, wie ein Teenager aus Angst und um sein Leben zu verändern Entscheidungen traf, die kein Teenager und keine Frau jemals treffen müssen sollte. Man erfährt, dass hinter all dem Glanz Hollywoods eben beinahe nichts so golden glänzt, wie man denkt. Dass Schauspieler nicht so sind, wie sie sich nach außen darstellen und verkaufen, dass Me-Too eigentlich 60 Jahre zu spät kam.

Es geht um Entscheidungen, Ängste, Träume, Wünsche, Liebe, Verlust und Erkenntnisse. Es geht darum, dass eine alte Dame ihre Geschichte erzählt, ungeschönt, aber trotz allem nichts bereut. Sie steht zu ihren Entscheidungen, auch zu denen, die sie unglücklich gemacht haben und auch zu denen, die anderen Kummer bereitet haben. Aber es geht auch und vor allem um ein zentrales Thema:

Selbstwert.


Fazit: Oberflächlich betrachtet könnte man sagen, es geht in diesem Buch um eine Schauspielerin, die siebenmal verheiratet war, Affären und Geheimnisse hatte und zum Hollywood-Olymp gehörte. Eigentlich geht es in diesem Buch aber vor allem um eins: Selbstwert. Es geht darum, seinen eigenen Wert zu erkennen und sich nicht mit weniger zufrieden zu geben. Es geht darum, sich nicht auf etwas reduzieren zu lassen, sich nicht mit etwas zufrieden zu geben, weil man denkt, man habe nichts Besseres verdient.
Es geht darum mit sich selbst im Reinen zu sein, zu dem zu stehen, was man will und sich zu behaupten.
Aber auch die Geschichte drum herum kann einen nur in ihren Bann ziehen. Monique und Evelyn sind sehr greifbar und „echt“. Sie führen einen durch diese fremde Welt, die man automatisch immer mit Glamour, Geld und Glanz gleichsetzt, aber nur selten hinter diese Fassade blickt. Evelyn reißt diese Fassade ein und zeigt einem, wie es damals wirklich lief.

Es ist gleichzeitig eine inspirierende und deprimierende Geschichte. Man mag von Evelyn und ihren Entscheidungen halten was man will, aber egal wofür man sich entscheidet, Fakt ist, dass in diesem Buch sehr viel mehr steckt, als man es erwarten würde.

Von mir bekommt es volle 5 Sterne.

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