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Veröffentlicht am 10.05.2021

Es hätte wirklich mega sein können ...

Laufe nicht
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Triggerwarnung: Entführung, Gewalt, Stalking!

Celestes Leben ist die Hölle. Ihr Vater ist ein religiöser Fanatiker, der eine eigene Sekte gründen will. Er hat seine Familie isoliert und kontrolliert alles. ...

Triggerwarnung: Entführung, Gewalt, Stalking!

Celestes Leben ist die Hölle. Ihr Vater ist ein religiöser Fanatiker, der eine eigene Sekte gründen will. Er hat seine Familie isoliert und kontrolliert alles. Er reagiert mit Folter, brutaler Gewalt, und psychischem Missbrauch auf alles, was ihm nicht passt. Aber Celeste hat einen Traum: sie hat sich heimlich an der Uni von Hawaii beworben und wurde zugelassen! Jetzt muss sie nur noch genug Geld für den Flug verdienen, dann kommt sie endlich aus Alaska raus! Doch sie wird erwischt.
Pluto stalkt Celeste schon seit Jahren. Er ist besessen von ihr, hat sie aber noch nie angesprochen. Er weiß um ihre Lebensverhältnisse und wartet nur auf eine Gelegenheit, um ihr Retter sein zu können, aber ohne erwischt zu werden. Diese Gelegenheit kommt ganz plötzlich, als Celeste von ihrem Vater beinahe zu Tode geprügelt und Anfang Januar aus dem Haus geworfen wird. Wenn Pluto sie nicht mitnimmt stirbt sie – also ist es doch eigentlich kein Verbrechen, oder?


Dieses Buch geht an die Thematik Stalking, Entführung und Gefangenschaft ganz anders heran. Es stellt viele Fragen, auch zu den Hintergründen. Warum hat Pluto getan, was er getan hat? Wie kann Celestes Verhalten erklärt werden? Wer ist im Recht, wer im Unrecht?

Ich fand es sehr interessant, dass dieses Buch aus beiden Sichtweisen geschrieben war, wobei Pluto in der Du-Form erzählt. Ich mag diese Art der Erzählung sehr, vor allem bei dieser Art Buch. Das verstärkt dieses „Stalker-Feeling“ noch zusätzlich.

Man fragt sich von Anfang an, ob Pluto böse oder gut ist. Er hadert mit seiner Entscheidung, aber tut er das nur, weil er keinen Ärger will, oder weil er es wirklich bereut Celeste die Entscheidungsfreiheit genommen zu haben? Und wenn er das tut, dann nur, weil er nicht will, dass sie ihn hasst, oder ist es aufrichtig gemeint?

Es gibt viele Grauzonen in diesem Buch, was ich sehr gut finde. Denn eine Geschichte wie diese ist nie schwarz oder weiß. Genauso wie man den Gefühlen der beiden nicht wirklich trauen kann, denn sie sind natürlich von der Situation beeinflusst. Die Frage ist nur: wie sehr? Spielt Celeste ihre Gefühle nur? Oder lässt sie sich auf Pluto ein? Tut sie es, um zu überleben, oder meint sie es ernst? Ist er einfach im Vergleich zu ihrem Vater und ihrer Mutter das kleinere Übel? Oder leidet sie gar am Stockholm-Syndrom?

Es werden sehr viele Fragen aufgeworfen und zu einem großen Teil auch nicht beantwortet. Man wird gezwungen sich selbst eine Meinung zu bilden und ich persönlich mag sowas sehr gern.

Ich habe aber auch etwas Kritik. Zum einen gab es einige Übersetzungsfehler im Buch – es war nicht extrem viel, fiel mir aber mehr als einmal störend auf. Zudem wird ab und an mit der Du-Perspektive gebrochen, indem die falsche Form von Worten oder Bezeichnungen benutzt wird, z.B. „ihre“ statt „deine“.
Zudem fehlte mir immer wieder das Gefühl. Vor allem bei Celeste wäre da so viel drin gewesen. Aber anstatt bei ihr zu bleiben über längere Zeit in diesem Raum und ihr eine Gefühlsachterbahn zu verpassen, ist man nur bei alltäglichen Situationen dabei, ohne dass genauer auf ihr Befinden eingegangen wird. Das ist schade, denn das hätte dem Buch so viel mehr Tiefgang geschenkt.


Fazit: Ich fand die Idee und die Herangehensweise wirklich gut. Man wird gezwungen sich viele Fragen zu stellen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Sowas mag ich sehr gern. Allerdings fand ich es sehr schade, dass immer wieder das Gefühl fehlte. Gerade bei Celeste hätte man da so viel mehr rausholen können.
Sehr vieles blieb offen, aber gerade das fand ich gut. Man muss sich auch am Ende wieder eine eigene Meinung bilden und die Puzzle-Teile zusammenfügen. Es gibt mehrere Versionen, die passen können, aber welche ist die, an die du glaubst?

Hätte das Buch etwas mehr Tiefgang gehabt und Celestes Gefühle stärker herausgearbeitet, hätte es wirklich mega sein können, so ist es gut. Von mir bekommt es 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.05.2021

Einerseits wirklich sehr gut, andererseits habe ich aber auch Kritik

Something Pure
3

Alice hasst ihren Job. Nicht so sehr den Job an sich, vor allem ihren Chef und die Tatsache, dass sie sich begrabschen lassen muss, wenn sie ihren Job, den sie dringend braucht, nicht verlieren will. Mit ...

Alice hasst ihren Job. Nicht so sehr den Job an sich, vor allem ihren Chef und die Tatsache, dass sie sich begrabschen lassen muss, wenn sie ihren Job, den sie dringend braucht, nicht verlieren will. Mit ihrem Abschluss kann sie nicht viel anfangen und sie braucht Geld, also bleibt ihr nichts anderes als Kellnern. Dann lernt sie den neuen Aushilfskellner kennen und zuerst traut sie ihm nicht, doch Beck erobert ihr Herz im Sturm. Er versteht sie wie niemand sonst und schon bald kann sie sich ihr Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen. Doch dann kommt Becks Geheimnis ans Licht: er ist verdammt reich. Sein Vater ist gestorben und er wird im Familienunternehmen gebraucht. Beck bittet Alice mit ihm zu gehen, aber kann das gut gehen? Sie kennen einander kaum und Alice hatte nie viel Geld – kann sie in der Highsociety bestehen? Oder wird ihre junge Beziehung an dem Gift der oberen Zehntausend zerbrechen?


Ich mochte Beck und Alice von Anfang an sehr – leider hat sich das zwischendrin aber deutlich abgekühlt. Gerade was ich anfangs so sehr an ihnen mochte – ihr Witz, die Gespräche mit Zitaten, Scherzen, blöden Sprüchen und dann wieder ernsten Themen – ging mir irgendwann auf die Nerven. Gerade die Witze und Sprüche werden ab einem gewissen Punkt einfach zu viel. Dadurch wirkt die Geschichte albern und oberflächlich, was sie absolut nicht ist.
Es steckt viel mehr hinter allem, als man vermuten würde und die Enthüllung dessen fand ich richtig gut. Das Problem ist nur, dass es sehr lange bis dahin gedauert hat. Es entsteht vor allem von Beck ein komplett falscher Eindruck.

Es ist ein heftiger Kulturschock für Alice von ihrem normalen Leben zu einem Leben an Becks Seite. Ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen. Dieser Überfluss, aber gleichzeitig auch die vielen Erwartungen, der Druck, das „von oben herab“ von allen Seiten. Es ist leicht sich davon überwältigen zu lassen und komplett den Bezug zur Realität zu verlieren.

Becks Familie ist eine Vollkatastrophe. Einige lernt man auch von einer anderen Seite kennen, andere bleibe einfach grauenvoll und unbeschreiblich snobistisch und bösartig.

Mich hat das Buch stellenweise an die Royal Family vs. Meghan und Harry erinnert, es geht hier zwar nicht um die Royals, aber die Erwartungen und der Druck sind ähnlich hoch. Plötzlich lebt man unter einem Mikroskop.

Einige Dinge haben mich ziemlich stark gestört, das waren letztlich die, bei denen deutlich mehr dahintergesteckt hat, als man je vermutet hätte. Ich fand es toll als das alles bei der Wendung rauskam, aber ich fand es schade, dass da nicht viel früher mehr angeklungen ist. Dadurch verliert das Buch leider bei der Beziehung zwischen Beck und Alice seinen Fokus. Das „Besondere“, das sie ausgemacht hat von Anfang ist irgendwann weg oder anders ausgedrückt, es wird überlagert von zu vielen Sprüchen und Witzen.


Fazit: Ich fand das Buch sehr interessant. Ich mochte die Protagonisten und auch einige der Nebencharaktere sehr gern. Die Thematik wird hier etwas anders angegangen und es gab sehr viele wirklich coole und witzige Szenen. Witz und Schlagfertigkeit werden von den Protagonisten auch oft wie eine Maske benutzt, um nach außen nicht zu zeigen, wie verletzlich sie wirklich sind, das passt gut zu ihnen, sorgt aber leider dafür, dass zumindest mir, die vielen Witze und Sprüche irgendwann auf die Nerven gefallen sind. Es war zu viel.

Die Wendung bzw. Auflösung gefiel mir dafür wieder richtig, richtig gut! Es ist schade, dass davon nicht schon früher mehr einfließt, das hätte dem Buch finde ich gut getan. Insgesamt hat mir das Buch aber wirklich sehr gut gefallen, sodass es für 4 Sterne gereicht hat.

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Veröffentlicht am 09.05.2021

Sehr, sehr interessant, aber ein bisschen Kritik habe ich trotzdem

Dark Blue Rising (Bd. 1)
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Achtung: Band 1 einer Reihe mit leichtem Cliffhanger!

Solange Tabby sich erinnern kann, lebt sie mit ihrer Mutter Cate nach strengen Regeln: sprich nicht mit Fremden, zieh keine Aufmerksamkeit auf dich, ...

Achtung: Band 1 einer Reihe mit leichtem Cliffhanger!

Solange Tabby sich erinnern kann, lebt sie mit ihrer Mutter Cate nach strengen Regeln: sprich nicht mit Fremden, zieh keine Aufmerksamkeit auf dich, traue niemandem, fall nicht auf. Tabby hat das nie hinterfragt. Klar hätte sie manchmal gern ein festes Zuhause und würde am liebsten in einem richtigen Zimmer schlafen, aber so ist es eben. Immer unterwegs. Doch dann hat Tabby einen Unfall und plötzlich wird die Bedrohung von der Cate immer gesprochen hat wahr: die Polizei ist hinter ihnen her. Aber warum?
Als schließlich die „Wahrheit“ ans Licht kommt, ist Tabby fassungslos: Cate ist nicht ihre Mutter, sie hat sie als Dreijährige entführt. Aber wieso hätte sie das tun sollen? Stimmt das überhaupt, oder lügen diese Fremden sie an? Was soll Tabby überhaupt noch glauben? Und was hat es mit diesem „Kreis“ auf sich? Cates letzte Botschaft an sie lautete: „Hüte dich vor dem Kreis“.


Ich muss vornewegschicken, dass das Buch ganz anders anfängt als es aufhört. Es ist kein Buch zum „einfach mal so runterlesen“, es gibt viele Wendungen und man muss wirklich gut aufpassen, um nicht abgehängt zu werden!

Tabby war mir direkt sympathisch. Sie ist anders als andere Mädchen in ihrem Alter, besonnener irgendwie, aber man spürt ihre Sehnsucht nach Freundschaft und Zugehörigkeit. Natürlich ist sie nicht frei von Fehlern und macht auch mal „dumme“ Dinge, aber wenn Cate ihr eins beigebracht hat, dann ist es nachzudenken, nicht alles hinzunehmen, zu hinterfragen.
Natürlich wirft sie die Behauptung über Cate aus der Bahn. Ich meine, ihr Leben lang hält sie sie für ihre Mutter, lebt dieses ungewöhnliche Leben mit ihr und dann soll das alles eine Lüge sein? Ich fand es aber wirklich toll, wie das verarbeitet wurde im Buch.

Im zweiten Handlungsteil hatte ich ein paar Schwierigkeiten, mit ihrer Leidenschaft fürs Schwimmen. Einiges kam da recht abrupt – das hat mich nicht gestört, aber ich hätte da einfach früher mit mehr Fragen von ihr gerechnet.

Zwischendrin wird es fast etwas zu langsam. Es dreht sich alles um ihren Alltag, aber es „passiert“ kaum etwas. Das hat sich dann etwas gezogen. Dann aber, kam ganz plötzlich wieder Tempo in die Story und man musste extrem aufpassen, um nichts zu verpassen. Von allen Seiten wird man mit Informationen und Puzzleteilen beworfen und muss sie ganz schnell in die richtige Reihenfolge bringen, um nicht abgehängt zu werden. Aber es lohnt sich.

Das Buch lässt einen mit einer ganzen Menge Fragen zurück. Vor allem fragt man sich, wie das alles zusammenhängt. Einiges weiß man schon, anderes vermutet man nur, aber bei ein paar Dingen fragt man sich, wozu das eigentlich gut war. Es passiert kurz vor Schluss einfach so extrem viel, dass man noch eine ganze Weile nach den letzten Worten damit beschäftigt ist, wieder Ordnung in seinen Kopf zu bekommen. Ich bin definitiv gespannt, wie es weitergeht in Band 2 und 3 und ob ich mit meinen Theorien richtig liege.


Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allerdings habe ich auch ein bisschen Kritik. Der Anfang und der gesamte erste Teil des Buches, gefielen mir mega, da dachte ich schon, ich hätte ein Highlight in den Händen. Dann kam die Mitte und es wurde deutlich ruhiger. Viele Fragezeichen, aber es zog sich auch. Die nächste Wendung brachte nur noch mehr Fragezeichen und so ein starkes ungutes Gefühl. Im letzten Teil geht es dafür ganz plötzlich wieder richtig ab. Beinahe zu sehr. Es kommen sehr abrupt so viele Informationen, dass man kaum Schritthalten kann. Es werden Charaktere eingeführt und schwupps sind sie wieder weg und man fragt sich „sind die jetzt wichtig? Kommt da noch was?“ Es passiert so viel und ständig wird alles, was man zu wissen glaubte über den Haufen geworfen.

Ich fand das Buch wirklich gut, aber es fiel mir schwer den Überblick zu behalten. Manches ging mir einfach zu abrupt und ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl in Fragezeichen zu ertrinken. Trotzdem fand ich die Story an sich echt interessant und bin total gespannt auf Band 2 und 3!

Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.05.2021

Neuauflage, aber leider ohne Verbesserungen aus meiner Sicht

Lean on Me
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Als ich dieses Buch entdeckt habe, wollte ich es unbedingt lesen. Das Cover hat mich direkt angesprochen, aber der Klappentext noch mehr. Leider habe ich nicht rechtzeitig gemerkt, dass ich dieses Buch ...

Als ich dieses Buch entdeckt habe, wollte ich es unbedingt lesen. Das Cover hat mich direkt angesprochen, aber der Klappentext noch mehr. Leider habe ich nicht rechtzeitig gemerkt, dass ich dieses Buch bereits kenne. Es ist eine Neuauflage von “Love Play”, das ich bereits 2019 rezensiert habe.

Weil ich aber dem Buch eine faire Chance geben wollte - man kann ja auch nie wissen, ob es nicht überarbeitet worden ist! - habe ich es nochmal gelesen. Leider hat sich meine Bewertung nicht verbessert, sondern sogar etwas verschlechtert - wahrscheinlich bin ich heute strenger als vor knapp 2 Jahren …


Lilah hat gerade den schlimmsten Tag ihres Lebens und von Seite zu Seite wird es einfach immer nur noch schlimmer und dann taucht auch noch die Ex-Liebe ihres Lebens auf und sie kann ihn nicht mal hassen, weil sein Vater, der auch für sie eine Art Vater-Figur war, einen Schlaganfall hatte. Obwohl ein Teil von ihr ihm noch immer nicht verziehen hat, dass er sie, wie alle anderen in ihrem Leben einfach so verlassen hat – am Telefon! – kann ein anderer Teil nicht anders, als ihn zu lieben.

Ethan war lange weg, jetzt ist er wieder Zuhause und hat immer noch Gefühle für Lilah. Sie ist die Eine und er möchte sie unbedingt zurück.


Lilah tat mir am Anfang sehr leid, auch als man erfährt, wie es ihr bislang im Leben so ergangen ist, fühle ich mit ihr und wünsche mir für sie, dass es endlich mal aufwärts geht. Ich hatte so sehr gehofft, dass Lilah es Ethan nicht leicht machen würde, dass er um sie kämpfen muss, beweisen muss, dass er sich verändert hat und ihrer Vergebung würdig ist. Dass einfach deutlich gemacht wird dadurch, wie sch… sein Verhalten damals war und wie sehr er Lilah verletzt hat. Ich finde Lilah hätte jedes Recht misstrauisch ihm gegenüber zu sein und Männern im Allgemeinen. Bis heute hat sie jeder Mann einfach "weggeworfen”, wenn sie ihm unbequem wurde oder er einfach keine Lust mehr auf sie hatte. So etwas hinterlässt Wunden. Ich hätte mir gewünscht, dass Lilah Zeit braucht, um wieder zu vertrauen - vor allem Ethan! - und dass sich Ethan ihr Vertrauen verdienen und beweisen muss, dass er nicht wieder weg gehen wird. Dass sich die Geschichte nicht wiederholen wird.

Leider geht es ziemlich schnell von „du hast mich verlassen und mein Herz gebrochen“ zu „er sieht so heiß aus“ und „er ist so toll und es kribbelt immer noch zwischen uns“. Mir geht es zu schnell. Ja, es ist ein Liebesroman und es war klar was kommen würde, aber ich hatte gehofft es würde etwas realistischer ablaufen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Frau mit Vertrauensproblemen, die so tief verletzt worden ist, so schnell vergibt. Es wirkt einfach so, als habe Lilah null Rückgrat.

Es folgte die obligatorische Erklärung, warum Ethan ja gar nicht schuld an dem ist, was damals passiert ist und überhaupt war das doch gar nicht so schlimm. Außerdem braucht er Lilah doch! Sie ist sein Glücksbringer!

Ich finde es schade, dass so vieles im Buch so furchtbar schnell ging, vor allem im ersten Drittel. Lilah gibt so schnell nach und es dauert nicht lange, schon wälzt man sich im Bett. Ich habe nichts gegen explizite Szenen, wirklich nicht, aber ich hätte mir einfach gewünscht, dass Lilah auch hier auf die Bremse tritt und erst das Vertrauen wiederhergestellt werden muss.

Im letzten Drittel wirkt das Buch gehetzt auf mich. Alles scheint in Rekordzeit aufgelöst zu werden und es ging mir wieder einmal viel zu schnell. Das Positive: Lilah wurde mir wieder etwas sympathischer. Trotzdem, insgesamt konnte ich zu viele Entscheidungen von Lilah nicht nachvollziehen. Mir kam es immer wieder so vor, als handelten die Protagonisten sehr abrupt und plötzlich.


Fazit: Ich fand die Grundidee wirklich gut. Immerhin hat mich diese Idee zweimal zum Lesen dieses Buches verführt. Aber leider hat es mich beide Male nicht überzeugen können. Ich konnte die Entscheidungen und Handlungen der Protagonisten oft nicht nachvollziehen. Vieles kam für mich zu plötzlich und zu abrupt.

Hier findet sich auch mal wieder das Motiv, das mich schon öfter zum Schimpfen gebracht hat: die alles sofort verzeihende Frau. Es nervt mich mittlerweile sehr in Büchern, wenn SIE IHM immer alles in Rekordzeit verzeiht, weil er entweder der Meinung ist, von vornherein nie Schuld gewesen zu sein und ihr das ebenfalls einredet, oder der christliche Aspekt zum Tragen kommt: man muss doch vergeben können! oder drittens ER einfach zu charmant ist und gutaussehend, dass sie es einfach nicht schafft, lange genug mit dem Sabbern aufzuhören, um längere Zeit böse zu sein.

Wie gesagt, die Grundidee fand ich sehr, sehr gut, aber wie auch schon beim ersten Mal lässt mich das Buch mit gemischten Gefühlen zurück. Irgendwie mochte ich die Protagonisten schon - auch wenn ich viel Kritik für sie habe - und auch das Ende war nicht schlecht, aber mich hat insgesamt einfach zu viele gestört und wütend gemacht.

Von mir bekommt das Buch 2 Sterne und die auch nur wegen der wirklich guten Grundidee!

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Veröffentlicht am 05.05.2021

Sehr, sehr interessant!

Karl V.
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Karl V. ist wahrscheinlich vielen ein Begriff. Er war ein Zeitgenosse von Heinrich VIII. und Francois I. und lebte zu einer recht turbulenten Zeit. Er war ein Neffe von Katharina von Aragon, der erste ...

Karl V. ist wahrscheinlich vielen ein Begriff. Er war ein Zeitgenosse von Heinrich VIII. und Francois I. und lebte zu einer recht turbulenten Zeit. Er war ein Neffe von Katharina von Aragon, der erste Frau Heinrichs VIII. und erbte ein Reich, in dem die Sonne niemals unterging. Das war allerdings alles gar nicht so vorgesehen.
Betrachtet man die Geschichte seiner Familie fallen nicht nur die vielen berühmten Namen auf, wie Isabella von Kastilien, Ferdinand von Aragon, Johanna die Wahnsinnige – ebenfalls eine sehr faszinierende Persönlichkeit und nach wie vor umstritten! – und diverse andere. Was aber ebenso auffällt ist, dass Karl V., ursprünglich Carlos I. von Spanien eigentlich gar nicht hätte König werden sollen, geschweige denn Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Doch durch diverse Todesfälle rückte er immer weiter auf in der Thronfolge und wurde schließlich mit 16 Jahren König von Spanien.
In seinem Fall konnte man also von einer Reihe von „glücklichen Todesfällen“ sprechen.

Heute ist er aber nicht als der bekannt, der einfach nur der glückliche Erbe war, sondern er hat auch selbst einiges bewirkt, bzw. war er an vielen Umbrüchen der Zeit beteiligt. Er verstand sich als Friedenswahrer Europas und Verteidiger der Christenheit – obwohl er selbst sich regelmäßig gezwungen sah Kriege zu führen, vor allem gegen Frankreich, das sich mit dem Osmanische Reich verbündet hatte, das deutliche Expansionsbestrebungen zeigte.

Karl V. war es auch, der versuchte die Kirchenspaltung und die Reformation aufzuhalten – vergeblich, wie wir wissen. Er war ein zutiefst religiöser Mann und letztlich war es das „Versagen“ die Einheit der Christenwelt zu bewahren, das ihn letztlich aufgeben ließ.

Allerdings verdankte das Heilige Römische Reich ihm ihr erstes allgemeingültiges Strafgesetzbuch, die Constitutio Criminalis Carolina von 1532.

Wenn wir ehrlich sind, hatte er kein Glück mit seinem Reich. Karl V. wollte viel, wurde aber immer wieder ausgebremst. Er wollte Einheiten schaffen, doch nicht umsonst lautet der Untertitel des Buches „Der Kaiser, dem die Welt zerbrach“, denn so sehr er es auch versuchte, sein größtes Ziel blieb ihm verwehrt. Die Einheit der Christenheit zerbrach 1555 mit dem Augsburger Religionsfrieden, woraufhin sich Karl V. in ein Kloster zurückzog und abdankte. Sein Sohn, Philipp II. – auch kein Unbekannter, er war der Ehemann von Maria I. (Tudor) von England, der später die spanische Armada in die Schlacht schickte, um Elizabeth I. zu stürzen, was wie man weiß, 1588 zu einer vernichtenden Niederlage führte und England letztlich den Weg zu einer Seemacht ebnete.

Mit seiner Abdankung zerbrach auch das Reich von Karl V. Er teilte es selbst 1556 auf. Sein ältester Sohn Philipp II. erbte Spanien und die burgundischen Besitzungen, sowie die amerikanischen Kolonien (und noch so einiges anderes), Karls jüngerer Bruder Ferdinand I. hatte bereits 1521 die späteren österreichischen Erblande erhalten und bekam nun auch den Kaisertitel. Diese Teilung sorgte für die Spaltung des Hauses Habsburg in die spanische (Casa de Austria) und die österreichische Linie (Haus Habsburg-Österreich). Zwei Jahre später starb Karl V. 1558.

In dieser Biografie werden natürlich all diese Fakten behandelt, aber sie ist mehr als eine bloße Aufzählung von Daten. Sie zeigt uns den Mann hinter den Fakten. Seinen verzweifelten Kampf, seine Rückschläge und Errungenschaften, seine Liebesbeziehungen und Hobbys. Wer war der Mensch Carlos hinter dem großen Namen und dem riesigen Reich? Hier erfährt man es.


Fazit: Mir hat die Biografie sehr gut gefallen! Ich fand sie interessant und spannend. Klar sind die reinen Fakten über das Leben Karls V. bekannt, aber hier erfährt man mehr über den Menschen Carlos. Zudem natürlich noch diverse Hintergründe und Ereignisketten, die einem vielleicht nicht direkt klar waren. Ich persönlich liebe Geschichte und wie alles, wie Zahnräder, ineinandergreift. Jede Entscheidung zieht Konsequenzen nach sich.
Ich fand den Schreibstil sehr angenehm und keineswegs trocken oder langweilig. Ich konnte immer gut folgen und fühlte mich auch nicht von Daten erschlagen.

Von mir bekommt das Buch volle 5 Sterne.

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