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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2026

Informativ, feinfühlig, liebevoll, ehrlich

Humbi und Mohna auf der wilden Wiese
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Das sind die ersten Worte, die mir zum Buch von Carina Lendl einfallen. Mit und durch „Humbi und Mohna auf der wilden Wiese“ lernen wir verschiedene Insekten und Blumen beziehungsweise Sträucher kennen. ...

Das sind die ersten Worte, die mir zum Buch von Carina Lendl einfallen. Mit und durch „Humbi und Mohna auf der wilden Wiese“ lernen wir verschiedene Insekten und Blumen beziehungsweise Sträucher kennen. Die Freundinnen Humbi, die Steinhummelkönigin, und Mohna, die kleine Mohnbiene, verleben eine schöne Zeit auf dieser wilden Wiese. Sie finden Freunde, erleben Abenteuer, helfen einander, sind füreinander da, müssen aber auch die Schattenseiten des Tierreichs kennenlernen. Fressen und gefressen werden ist ebenfalls ein Thema.
Doch das große und wichtige Abenteuer kommt mit den Tramplern, den Menschen. So sehr die Tiere auch Freunde geworden sind, gegen die Übermacht der Trampler werden sie nicht ankommen. Dies einzusehen ist hart, aber leider auch ehrlich.
Ich finde, dass dieses Buch für Kinder mit Interesse an Natur und Tierwelt evtl erst ab zirka neun Jahre gut lesbar und verständlich ist. Anfangs würde ich es begleitend mit meinem Kind lesen, gerade auch um Wörter und Zusammenhänge erklären zu können. Das hat sich bei mir mit meinen zwei Lesetöchtern 8 und 9 Jahre gezeigt.
Die Illustrationen von Hannelore Demel-Lerchster werden immer wieder in schwarzweiß eingestreut und regen zusätzlich die Vorstellungskraft des Kindes an.
Für mich war es eine sehr schöne, liebevoll beschriebene Geschichte, die an Freundschaft und Zusammenhalt appelliert. Die Einteilung in kurze Kapitel erleichtert zudem das Lesen mit den Kindern. Auch wenn Ignaz, der Igel, immer wieder in seinen deftigen Dialekt zurückfällt, so finde ich nicht, dass dies ein Lese- oder Verständnisproblem darstellt.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Geschichtlich sehr interessant, emotional, schöne Liebesgeschichte

Zypressensommer
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Den „Zypressensommer“ in der Toskana mit Julia zu verbringen hat mir richtig Freude gemacht. Zwar fand ich die Verbindung zum Titel etwas dürftig, da ebendiese Zypressen nicht wirklich oft erwähnt werden. ...

Den „Zypressensommer“ in der Toskana mit Julia zu verbringen hat mir richtig Freude gemacht. Zwar fand ich die Verbindung zum Titel etwas dürftig, da ebendiese Zypressen nicht wirklich oft erwähnt werden. Aber an und für sich ist die Geschichte richtig schön zu lesen. Sie ist emotional aufgebaut, die Figuren wirken authentisch und die geschichtlichen Ereignisse basieren auf tatsächlichen Geschehen. Dies macht den Roman noch interessanter und auch etwas aufrührend. Trotzdem wirkt er nicht bedrückend oder düster.
Teresa Simon schafft eine Atmosphäre, die auch schwarze und schwere Vergangenheit gut lesbar macht. Ihr Schreibstil ist eigentlich leicht zu lesen. Einzig hat mich mit der Zeit gestört, dass so viele italienische Wörter und Sätze vorgekommen sind. Ja, sie passen zur Geschichte, klar, nur ist es für mich, die ich kein Italienisch kann, etwas schwierig, da nicht immer alles übersetzt oder erklärt wurde. Auch die Figuren verstanden zu Beginn nicht, was ihr Gegenüber sagte, das wird dadurch noch deutlicher. Beim Lesen war mir das dann aber etwas zu viel.
Davon abgesehen hat mir das Buch sehr gut gefallen. Gerade auch, weil man über einen Teil der etwas vergessener scheinenden Vergangenheit wie der Resistenza in Romanform erfährt.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Je weiter der Fall voranschreitet, desto fesselnder

Leichenblässe
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Es ist mein erstes Buch von Simon Beckett und lag viel zu lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Zu unrecht. „Leichenblässe“ hat mich fast von Anfang an gefangen genommen. Die ersten Seiten kam ich ...

Es ist mein erstes Buch von Simon Beckett und lag viel zu lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Zu unrecht. „Leichenblässe“ hat mich fast von Anfang an gefangen genommen. Die ersten Seiten kam ich etwas mit den kursiv gesetzten Texten durcheinander. Einmal sind es Gedanken von David, ein andermal wird vom Mörder geschrieben. Aber die Teile, die den Mörder betreffen, sind eindeutig länger als irgendwelche Gedanken. Dann ging es sehr gut sogar, außerdem wird eine andere Erzählform verwendet.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, der Fall spannend. Die Schauplätze mitunter mehr als ekelhaft und die Beziehungen der Personen untereinander realistisch. Auf den Täter bin ich eigentlich nicht wirklich gekommen. Es gibt Wendungen und falsche Fährten. Das mag ich an einem Thriller.
Auch die emotionale Seite durfte nicht fehlen. Sie ging mir schon sehr nahe. Ich hoffte bis fast zum Schluss, dass nicht eintrifft, was eigentlich offensichtlich ist. Aber lies selbst.
Ich habe jetzt noch etwas Herzklopfen beim Gedanken an die letzten Seiten. Der Thriller ist manchmal sehr, sehr bildlich geschrieben, sodass ich hin und wieder dachte, die Gerüche wahrzunehmen. Nicht sehr angenehm, spricht aber eindeutig für den Autor. Von mir gibt es eine volle Leseempfehlung für Thriller-Liebhaber.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Hier ist mehr Agatha Raisin als ihr Team am Ermitteln

Agatha Raisin und die tote Therapeutin
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Es ist nicht mein erstes Buch von M.C. Beaton. Ich lese die Geschichten der leicht chaotischen Detektivin Agatha immer wieder gerne. Sie sind humorvoll und flott in den Handlungen und im Ablauf.
Jedes ...

Es ist nicht mein erstes Buch von M.C. Beaton. Ich lese die Geschichten der leicht chaotischen Detektivin Agatha immer wieder gerne. Sie sind humorvoll und flott in den Handlungen und im Ablauf.
Jedes Buch ist einzeln zu lesen und doch gibt es weiterführende Fäden. Zum Beispiel hat Agatha natürlich auch hier ihr Herz an den falschen Mann verloren. Oder ihre irrwitzigen Ideen, die interessanterweise dann doch zu einem positiven Ergebnis führen, oder ihre Freundin, die Pfarrersfrau, die ihr auch privat zur Seite steht.
In diesem Band „Agatha Raisin und die tote Therapeutin“ hatte ich das Gefühl, dass es mehr Morde gab, als in den Büchern, die ich bisher gelesen habe. Auch war hier eher Agatha und ihre Ermittlungen im Vordergrund. Ihr Team war zwar zur Stelle, doch gefühlt nur unterstützend und blieb eher im Hintergrund. Das finde ich jetzt nicht wertend, es ist mir eben aufgefallen und bildet eine reizvolle Abwechslung.
Der erste Mord zieht weitere nach sich. Doch sind alle vom gleichen Mörder verübt worden? Es bleibt spannend, doch Agatha findet die Lösung.
Ich hatte unterhaltsame und rätselhafte Stunden mit dieser quirligen, aber liebenswerten Frau. Manchmal könnte sie zwar etwas nervig werden, was ihre Männergeschichten betrifft, doch dann ist sie wieder einfach nur direkt und genauso menschlich wie verrückt. Eine einzigartige Mischung, die man mag, oder auch nicht. Mir gefällt ihre Art.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Schweigen erzeugt manchmal mehr Leid als einem bewusst ist

Elbland
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Die Geschichte der Sudetendeutschen in Tschechien und deren Vertreibung stehen im „Elbland“ im Mittelpunkt. Eingearbeitet in die Familiengeschichte von Nina bringt Claudia Rikl auch einen Teil ihrer eigenen ...

Die Geschichte der Sudetendeutschen in Tschechien und deren Vertreibung stehen im „Elbland“ im Mittelpunkt. Eingearbeitet in die Familiengeschichte von Nina bringt Claudia Rikl auch einen Teil ihrer eigenen Geschichte mit ein.
Ninas Mutter will die Vergangenheit durch Schweigen vergessen, oder es ist schlichtweg zu schmerzvoll für sie zu erzählen. Wie dem auch sei. Für ihre Familie eine jahrelange Belastung. Nach ihrem Tod versucht Nina einen Teil ihrer Wurzeln zu finden. Darüberhinaus versucht sie auch die Entfremdung zu ihrer Schwester zu verringern. Und ganz nebenbei bemerkt Nina welche Mauern sie selbst um sich gezogen hat.
Claudia Rikl schreibt einfühlsam, vorsichtig und nennt die Dinge doch beim Namen. Da das Buch zwei Zeitebenen enthält, erfährt der Leser immer wieder die Geschichte auch aus Irmas Sicht, der Mutter von Nina. Mir hat diese Herangehensweise sehr gut gefallen, da ich schon zwischendurch immer wieder Einblicke in die Vergangenheit erfahren konnte.
Das Buch ist aufwühlend und zugleich auch hoffnungsvoll. Es hat mir Neues aus diesem Kapitel der Geschichte aufgezeigt. Ich finde es ein sehr lesenswertes Buch.

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