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Veröffentlicht am 20.11.2018

Mystik, Gefühl, Dramatik und Spannung in einer Geschichte

Die Melodie der Schatten
3

Fiona und Aidan, das sind die zwei Hauptprotagonisten in „Die Melodie der Schatten“ von Maria W. Peter.

Die Kutsche der jungen Lady Fiona Hemington, Tochter eines Richters, wird auf der Reise zu ihrer ...

Fiona und Aidan, das sind die zwei Hauptprotagonisten in „Die Melodie der Schatten“ von Maria W. Peter.

Die Kutsche der jungen Lady Fiona Hemington, Tochter eines Richters, wird auf der Reise zu ihrer Tante in den Highlands überfallen. Nur durch Zufall oder Glück kann sie den Wegelagerern lebend entkommen. Nur mit Mühe kann sie sich zu einem abgelegenen, düster wirkenden Herrenhaus durchschlagen. Doch genauso wie das Haus wirkt auch der Hausherr auf sie, düster und einschüchternd.

Der Aufenthalt auf dem Anwesen Thirstane Manor ringt Fiona ungeahnte Stärke ab. Nicht nur, dass sie fürchtet den Verstand ganz zu verlieren, da sie nachts Geräusche und Stimmen wahrnimmt, nein auch der Laird selbst scheint mehr als ein Geheimnis hinter seiner abweisenden Fassade zu verbergen.

Laird Aidan nimmt Fiona in sein Haus auf, doch schon bald verfolgt er seine eigenen Ziele mit ihrer Anwesenheit. Welche Pläne will er in die Tat umsetzen? Was hat mit alledem Fiona zu tun, die noch nie zuvor in dieser Gegend gewesen ist.

Zwischen der jungen, unsicheren Fiona und dem verschlossenen, abweisenden Aidan beginnt sich ein Gefühl der Zuneigung, des gegenseitigen Verstehens zu entwickeln. Können sie sich gegenseitig Hilfe aus ihren jeweiligen Albträumen sein?

Je länger Fiona auf Thirstane Manor verweilt, desto mehr zeigt sich ihre Stärke. Ihre Entwicklung ist beträchtlich. Sie wird zur selbstbewussten jungen Frau, die auch den Mut aufbringt, ganz undamenhaft für Bedienstete einzustehen und sie zu verteidigen. Und ganz nebenbei beginnt sie ihre eigene Geschichte und Vergangenheit zu begreifen und verstehen.

Aidan, anfangs von der Idee Fiona für seinen Plan zu missbrauchen, schließt diese immer mehr in sein Herz. Langsam kann Fiona seinen Panzer aus Schmerz, Wut, Hass, Selbstbestrafung und Verzweiflung durchdringen. Auch er beginnt eine Entwicklung indem er sich schrittweise öffnet, sich seinen Dämonen stellt und für Fiona Verantwortung übernimmt.

Können diese beiden Protagonisten ihre jeweilige Vergangenheit gemeinsam heilen? Haben sie so vielleicht eine Chance auf eine friedliche Zukunft?

Der Schreibstil von Maria W. Peters ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Die Beschreibungen der Highlands immer wieder ein einprägsames Bild. Stimmungen und Gefühle werden dem Leser nachvollziehbar dargebracht, ebenso erfährt man Hintergrundinformationen über die damaligen Verhältnisse der Pächter und Großgrundbesitzer, ohne mit Jahreszahlen die Geschichte zu beschweren.

Ich gebe hierzu gerne eine uneingeschränkte Leseempfehlung für jene Leser ab, die historische Ansätze, Gefühle, mystische Aspekte, Spannung und auch Dramatik in einem Buch vereint sehen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Stimmung
  • Spannung
Veröffentlicht am 17.11.2018

Entfesselte Lust und Geilheit erhöht die Liebe

EbenHolz und ElfenBein | Erotischer Roman
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In „EbenHolz und ElfenBein“ beschreibt Martin Kandau einfühlsam wie das Ehepaar Marion und Martin ihre Sexualität ausbauen. Wie sie ihre schwarze Seite gemeinsam entdecken.

Das harmlose Entdecken eines ...

In „EbenHolz und ElfenBein“ beschreibt Martin Kandau einfühlsam wie das Ehepaar Marion und Martin ihre Sexualität ausbauen. Wie sie ihre schwarze Seite gemeinsam entdecken.

Das harmlose Entdecken eines Pornofilms bringt den Stein ins Rollen. Martin und Marion beginnen sich schön langsam ihre Fantasien zu erzählen und erfahren so eine neue Ebene in ihrer Ehe. Trotzdem ein gewagtes Spiel. Kann ihre Liebe der voyeuristischen Lust standhalten?

Im Afrikaner Moe finden sie einen Partner, um mit ihm die ersten Schritte in die neu gewonnene Freiheit zu wagen. Zärtlich und leidenschaftlich begegnen sich die drei, erfahren sich mitten in der freien Natur und erleben ihre Lust in völlig ungekannter Geilheit.

Doch bei diesem einmaligen Erlebnis soll es nicht bleiben. In Paris wird sich Marion aus Liebe zu Martin der urwüchsigen Kraft und Geilheit von Sangho stellen. Doch diesesmal herrscht nicht Zartheit, Feinfühligkeit und Rücksichtnahme vor, sondern pure Geilheit. Der Akt ist hart und bringt Marion an, wenn nicht sogar über ihre Grenzen.

Der Schreibstil und die Wortwahl sind harmonisch und poetisch. Derbe Ausdrücke finden sich nur spärlich, dann aber an passenden Stellen, ohne zu beschämen. Martin Kandau zelebriert beinahe die Beschreibung der schönen Marion. Es ist ein Emporheben der Weiblichkeit. Er findet Worte, die Marion als seine Heilige darstellen und gleichzeitig zeigen sie dem Leser die Seite von Marion, die Martin reizt, die er ebenso begehrt und liebt, seine ganz persönliche Hure Marion.

Bei all den angenehmen, er- und anregenden Beschreibungen muss ich aber dennoch anmerken, dass für mich manchmal zu viele Wortwiederholungen bzw. das ein- oder andermal zu oft dasselbe Bildnis verwendet wurden.

Grundsätzlich ist die Geschichte aber durchaus glaubhaft aufgebaut. Die Szenen nicht übertrieben oder konstruiert erdacht, sodass ich ein paar Stunden anregender Unterhaltung beim Lesen fand. Meine Leseempfehlung geht an alle Leser, die die Protagonisten auf neuen, ungewohnten Terrain beobachten wollen, die dabei eine poetische Sprache bevorzugen und gerne Geschichten lesen, die durchaus in der Realität zu finden sein könnten.


Veröffentlicht am 04.11.2018

Leicht und ohne Tiefgang

Ohne Mann bin ich wenigstens nicht einsam
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Der Roman handelt von Lyn. Mit fast 40 Jahren trennt sie sich von ihrem Mann. Aus heiterem Himmel und ohne Vorwahrung stellt sie ihr Mann vor Tatsachen. Lyn nimmt ihre Koffer und geht. Hier wird die Zeit ...

Der Roman handelt von Lyn. Mit fast 40 Jahren trennt sie sich von ihrem Mann. Aus heiterem Himmel und ohne Vorwahrung stellt sie ihr Mann vor Tatsachen. Lyn nimmt ihre Koffer und geht. Hier wird die Zeit nach der Trennung beschrieben. Nelly Arnold hat versucht die Gefühlswelt und die Fragen in Bezug auf Neuanfang, Verlassen werden und die Vergangenheit in Frage stellen, einzufangen.

Ich habe das Buch innerhalb kurzer Zeit gelesen. Vom Lesefluss ein gutes Buch. Vom Inhalt war ich leider nicht so überzeugt.

An manchen Stellen kommt ansatzweise Humor durch, der sich aber nicht durchsetzen kann. Die Protagonistin selbst ist eine durchschnittliche Frau in einer durchschnittlichen Familie. Sicher kein leichtes Umfeld um eine Geschichte spannend, interessant oder witzig zu gestalten. Insoferne hat mir auch der Zug gefehlt. Es plätschert einfach so vor sich hin. Als Roman für zwischendurch, als Urlaubslektüre allemal gut geeignet.

Dazu kommt, dass ich mir unter dem Titel etwas anderes vorgestellt habe. Ok, Lyn ist nach der Trennung nicht einsam, aber ist sie auch ohne Mann? Mir ist die Grundaussage dahinter völlig klar, doch diesen einen Satz kann man eben auch anders auslegen.

Im Großen und Ganzen bin ich mit „Ohne Mann bin ich wenigstens nicht einsam“ nicht ganz glücklich. Wie gesagt als Urlaubslektüre, oder wenn ich einfach ein leichtes Buch zwischendurch brauche; dafür ist dieses Buch wie gemacht.

Veröffentlicht am 21.10.2018

macht Lust auf mehr

Das Da wird dir Manieren beibringen!
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Kurzrezi:
Beim Lesen dieses Buches kommt die Lust auf (teilweise) Umsetzung wie von alleine auf. Von "Alltagsmöglichkeiten" bis zu interessant aber "bleibt im Reich der Phantasie" ist hier für jede/n die/den ...

Kurzrezi:
Beim Lesen dieses Buches kommt die Lust auf (teilweise) Umsetzung wie von alleine auf. Von "Alltagsmöglichkeiten" bis zu interessant aber "bleibt im Reich der Phantasie" ist hier für jede/n die/den dieses Thema interessiert eine Geschichte dabei. Das Buch liest sich extrem schnell, in meinem Fall war es gerade mal ein Tag.

Veröffentlicht am 10.10.2018

Bildreich und ungeschönt ins Dresden 1869

Die Tote im Fechtsaal
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Mit dem Roman „Die Tote im Fechtsaal“ begeben wir uns nach Dresden, ins Jahr 1869. Helga Glaesener setzt hier ihre Protagonistin, Annie Troll, in die eher untere Schicht. Als alleinerziehende Mutter hat ...

Mit dem Roman „Die Tote im Fechtsaal“ begeben wir uns nach Dresden, ins Jahr 1869. Helga Glaesener setzt hier ihre Protagonistin, Annie Troll, in die eher untere Schicht. Als alleinerziehende Mutter hat sie es nicht einfach. Doch Annie ist eine starke Frau. So schaffte sie es in dieser unfreundlichen Zeit eine Fechtschule für Frauen aufzubauen. Ein sehr ungewöhnliches Unterfangen. Mehr schlecht als recht kommt sie mit ihrer Tochter über die Runden, muss sich mit den Vorurteilen ihrer Mitbürger und säumigen Klientinnen ärgern.

Als eine ihrer Schülerinnen, eine bekannte Tänzerin an der Oper, in ihrem Fechtsaal ermordet wird, gerät schnell Annie unter Verdacht. Doch warum soll sie eine ihrer Einnahmequellen umbringen?

Annie ist eine Frau der Tat und verlässt sich nicht auf die Polizei. Sie bittet Daniel Raabe um Hilfe. Er ist Privatdetektiv. Gemeinsam, denn Annie mischt natürlich kräftig mit, versuchen sie etwas Licht in die Angelegenheit zu bringen. Doch was hat die Freimaurerloge, die gläsernen Herzen am Grab der Tänzerin oder der Tod von Daniels Frau und Tochter mit der Sache zu tun? Immer tiefer tauchen beide in das Wirrwarr ein und beginnen ein Puzzleteil nach dem anderen zu lösen. Kann Daniel mit dieser neuartigen Ansicht, dass Fingerabdrücke jedes Menschen unterschiedlich sind, punkten oder gar den Täter überführen?

Der Roman ist kein klassischer Liebesroman, bei dem die Protagonisten von Anbeginn füreinander bestimmt und auf den Weg zueinander sind. Zwischen Annie und Daniel entwickelt sich zwar unbestreitbar ein Gefühl, aber bleibt es bei Freundschaft, oder kann sich daraus, trotz unterschiedlicher Herkunft, mehr entwickeln?

In meinen Augen zählt der Roman sehr wohl zu den historischen Romanen, auch wenn weder geschichtliche, noch politische Informationen den Leser dargebracht werden. Doch die Handlungsorte kann sich der Leser durch die klare Darstellung sehr gut vor Augen holen und auch die Lebensgewohnheiten der Menschen werden in ungeschönter Weise benannt.

Mir hat der Roman einige Stunden erfreulicher Lesezeit eingebracht. Vor allem gefiel mir die Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen der verschiedensten Personen zueinander sehr gut.