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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2025

horizonterweiternd, berührend und zum Nachdenken anregend

Schwarzes Herz
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Jetzt im Nachhinein finde ich, dass die online verfügbare Hörprobe unglücklich gewählt wurde, weil sie wichtige Stellen vorwegnahm und ich an manchen Stellen schon vorher wusste, was passieren würde. Dies ...

Jetzt im Nachhinein finde ich, dass die online verfügbare Hörprobe unglücklich gewählt wurde, weil sie wichtige Stellen vorwegnahm und ich an manchen Stellen schon vorher wusste, was passieren würde. Dies nahm die Spannung weg und ist sehr schade.

Deswegen rate ich vom Anhören der Hörprobe ab und empfehle die Leseprobe, die andere Inhalte offenbart.

Wer dies in die Tat umsetzen möchte, sollte auch die Triggerwarnung ernst nehmen.

Die Inhalte sind nicht immer leicht zu verdauen und können triggern.

Aus diesem Grunde hat die Autorin vermutlich nicht klar kommuniziert, was der Geschichte ihr selbst passierte und was nicht. Ich kann diese Entscheidung absolut nachvollziehen, wobei ich ehrlich zugebe, dass der neugierige Teil in mir trotzdem gerne wissen würde, was nun fiktiv und was real war.

Dies ist jedoch Meckern auf ganz hohem Nivau. Der Schritt an die Öffentlichkeit, den die Autorin mit diesem Buch machte, war vermutlich schon schwierig genug. Es braucht viel Mut dafür und ich bin dankbar, dass die Autorin diese mit der Veröffentlichung dieses Buches zeigte. Vielleicht bringt sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal Mut auf und deckt die Geschichte auf, dies ist aber nichts, was man verlangen könnte, finde ich.



Toll finde ich, dass die Autorin ihr Buch selbst vorliest. Ich finde es so persönlicher, als wenn es eine Fremde Person getan hätte, wobei anzumerken ist, dass die Autorin wenig bis gar keine Gefühle in ihrer Stimme zulässt. Dies soll uns Hörern wohl helfen, uns unsere eigene Meinung zu bilden, ohne die ihre mit einfließen zu lassen. Mich persönlich hätten jedoch Reaktionen der Autorin interessiert.



In dem Buch wird der Werdegang der Ich-Erzählerin (bestehend aus Fiktion + Realität) gut dargestellt.

Von klein auf, bis im späten Erwachsenenalter wird die Ich-Erzählerin von Rassismus und Co begleitet.

In der Grundschule wird sie schikaniert, beziehungstechnisch fällt sie in eine toxische Beziehung, die Liste ist lang; seelische und körperliche Gewalt ziehen sich wie ein roter Faden durch den Lebenslauf der Ich-Erzählerin.

Ihre Gedankengänge sind verständlich, emotional und jedem, der Ähnliches durchgemacht hat, vertraut.

Schade fand ich hierbei, dass der Fokus des Buches ganz klar auf der Schilderung des Lebenslaufes der Ich-Erzählerin lag; es ist ein sehr guter Roman, um sich besser in Opfer von Rassismus/ Gewalt und toxischen Beziehungen hinversetzen zu können. Tipps und Strategien, sich selbst aus einer solchen Lage zu befreien, gibt es (abgesehen vom Lebenslauf der Autorin) nicht.



Zum Schreibstil sei noch gesagt, dass die Ich-Erzählerin ihm hohen Maße Fäkalsprache (F*** und Co.) verwendet. Mich persönlich hat dies nicht gestört, da es die (nicht 100%ige) Autobiografie wirklich, ungeschönt, realitätsnah darstellt. Euphemismen oder sachliche Sprache wären meiner Meinung nach Fehl am Platz, aber vielleicht ist es für einen anderen potentiellen Leser ein Störfaktor.



Was meinen Lesefluss jedoch gestört hat, war das regelmäßige Springen zwischen den Zeiten.

In der einen Zeile wird die Ich-Erzählerin misshandelt, in der anderen versucht sie diese Situation näher mit, in der Vergangenheit liegenden, Ereignissen, zu beleuchten. Was wohl dem tieferen Verständnis dienen sollte und zeigen sollte, dass das eine mit dem anderen zu tun hat, verwirrte mich etwas. Außerdem war da wieder meine neugierige Seite, die unbedingt wissen wollte, was nun in dem jeweiligen Moment passiert, ohne in die Vergangenheit zu springen. Dieses Warten war zeitweise nervend.



Da mich dieses Buch berührt und zum Nachdenken gebracht hat, möchte ich es zusammenfassend mit 4 Sternen bewerten. 3 Sterne waren zu wenig und 5 ein bisschen zu viel, da mich die Zeitensprünge dafür zu sehr störten.

Ich kann dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Ich würde dem Buch 3-4 Sterne geben.

Geh, wohin dein Herz dich trägt
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Positiv ist, dass es mich von Seite 1 an packte, sodass ich das komplette Buch an einem Vormittag verschlang.

1-2 Sterne würde ich jedoch abziehen, da ich mehr erwartet habe und kein Fan von offenen ...

Positiv ist, dass es mich von Seite 1 an packte, sodass ich das komplette Buch an einem Vormittag verschlang.

1-2 Sterne würde ich jedoch abziehen, da ich mehr erwartet habe und kein Fan von offenen Enden bin. Es ist ein Briefroman und !!ACHTUNG Spoiler!! der Leser erfährt leider nicht, ob, wann und wie dieses Tagebuch bei der Nichte der Verfasserin ankommt.

Abgesehen davon war es dennoch eine wunderschöne Geschichte, die zu Tränen rührte. Kein Potenzial zum Lieblingsbuch, aber eines, dass man ohne schlechtes Gewissen an einem kalten Wintertag empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Zwischen Utopie und Autorität: Vegetarianer von Felix Kucher – Ein visionärer Roman

Vegetarianer
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Manchmal sind es gerade die Bücher, mit denen man nicht rechnet, die einen nachhaltig beeindrucken. So ging es mir mit Vegetarianer von Felix Kucher. Der Titel hat mich neugierig gemacht – ich rechnete ...

Manchmal sind es gerade die Bücher, mit denen man nicht rechnet, die einen nachhaltig beeindrucken. So ging es mir mit Vegetarianer von Felix Kucher. Der Titel hat mich neugierig gemacht – ich rechnete mit einem Roman über gesunde Ernährung oder moderne Nachhaltigkeit. Stattdessen begegnete mir das literarische Porträt eines Mannes, der Ende des 19. Jahrhunderts mit voller Überzeugung gegen die Normen seiner Zeit rebellierte: Karl Wilhelm Diefenbach.



Diefenbach war vieles: Künstler, Lebensreformer, Vegetarier, Naturheilkundler, Anhänger der Freikörperkultur und überzeugter Gegner der Schulmedizin. Der Roman begleitet ihn durch entscheidende Stationen seines Lebens.



Was mich beim Lesen besonders gepackt hat, war die Widersprüchlichkeit seiner Figur. Ich musste mich immer wieder fragen: Ist das noch Idealismus – oder schon Größenwahn? Man schwankt beim Lesen zwischen Faszination und kritischer Distanz.



Ein Punkt, der für mich den Roman besonders relevant gemacht hat, war die Aktualität vieler Themen. Sie begegnen uns heute wieder, wenn auch in ganz anderem Kontext.



Was den Stil angeht: Kucher schreibt sprachlich anspruchsvoll, aber nicht unzugänglich. Allerdings ist der Roman daher nichts für zwischendurch – aber dafür umso lohnender.



Ich hätte mir an manchen Stellen etwas mehr emotionale Nähe gewünscht – gerade, um die tragischen Seiten von Diefenbachs Leben noch stärker spürbar zu machen.



Mein Fazit: Vegetarianer ist kein einfacher, aber ein spannender und relevanter Roman. Wer sich für historische Persönlichkeiten, alternative Lebensentwürfe oder gesellschaftliche Utopien interessiert, wird hier auf seine Kosten kommen. Felix Kucher gelingt es, eine widersprüchliche Figur aus der Vergangenheit so zu erzählen, dass sie uns im Heute etwas zu sagen hat. Ein Buch, das mich noch lange beschäftigt hat – und das ich gerne weiterempfehle. ⭐⭐⭐⭐⭐

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Veröffentlicht am 17.05.2025

⭐⭐⭐⭐⭐

Der Hormonwerte-Code
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Dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich würde 5 Sterne vergeben, denn Caroline Kreuschmer schafft es, ein komplexes Thema wie das Hormonsystem verständlich, strukturiert und anschaulich zu ...

Dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich würde 5 Sterne vergeben, denn Caroline Kreuschmer schafft es, ein komplexes Thema wie das Hormonsystem verständlich, strukturiert und anschaulich zu erklären. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Leser Schritt für Schritt abgeholt wird – ganz gleich, wie viel Vorwissen vorhanden ist. Die Autorin verwendet klare Sprache, teilweise ergänzt durch hilfreiche Skizzen und Zeichnungen, die Zusammenhänge noch besser nachvollziehbar machen.

Auch wenn für mich als Leserin mit etwas Vorwissen nicht alles neu war, fand ich die Inhalte gut aufbereitet. Für Einsteigerinnen ist das Buch ein echter Gewinn – man fühlt sich weder überfordert noch alleingelassen.

Besonders positiv hervorheben möchte ich die Praxisbeispiele und Fallgeschichten am Ende des Buches. Sie machen das Thema greifbar und zeigen, wie sich hormonelle Ungleichgewichte im Alltag äußern können. Die kleinen Merkkästen, "remember" und "good to know" helfen zusätzlich dabei, das Gelesene besser im Gedächtnis zu behalten.

Ich würde das Buch nicht nur Frauen ab Mitte 30 empfehlen, sondern auch jüngeren Leserinnen, da es ein gut recherchiertes Buch zum Thema Wechseljahre ist, mit dem man sich ruhig schon früher beschäftigen kann.

Fazit: Ein empfehlenswertes Buch für alle Frauen, die ihren Körper besser verstehen möchten – verständlich, übersichtlich und praxisnah.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Toleranz lernen – mit Begleitung der Eltern

Komm mit in die Welt von morgen!
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Das Buch „Komm mit in die Welt von morgen!“ nimmt Kinder mit auf eine Reise in eine nachhaltigere, bewusstere Zukunft – mit vielen spannenden Ideen und Denkanstößen, wie wir als Gesellschaft umweltfreundlicher ...

Das Buch „Komm mit in die Welt von morgen!“ nimmt Kinder mit auf eine Reise in eine nachhaltigere, bewusstere Zukunft – mit vielen spannenden Ideen und Denkanstößen, wie wir als Gesellschaft umweltfreundlicher und toleranter leben können. Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet, und das Buch ist sichtlich mit Herz gemacht.

Allerdings war es mir persönlich ein bisschen zu doll (zwei Mütter, eine Afrikanerin, Großeltern mit Tattoos,...) . Das ist natürlich erlaubt, aber ich bezweifle, dass dieses Familienmodell künftig die Norm sein wird – es wird vermutlich weiterhin eher die Ausnahme bleiben. Trotzdem finde ich es wichtig, dass Kinder solche Modelle kennenlernen, um ihre Toleranz zu erweitern. In dieser Hinsicht ist das Buch absolut unterstützenswert und gerade für offene, tolerante Familien empfehlenswert.

Was den Inhalt betrifft: Die Themen sind wichtig und richtig – aber oft recht komplex. Fast auf jeder Seite gibt es Zusatzinformationen, die für Kinder alleine schwer zu verstehen sind. Ich würde dieses Buch deshalb nicht zum Alleinlesen empfehlen, sondern eher als gemeinsames Buch für offene Eltern und Kinder, um gemeinsam über die Themen zu sprechen und sie altersgerecht einzuordnen.

Insgesamt: Kein schlechtes Buch, aber auch kein Highlight für mich. Es leistet einen wertvollen Beitrag zur Diskussion über Zukunft, Vielfalt und Nachhaltigkeit – aber es fordert auch viel Mitdenken und Begleitung durch Erwachsene.

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