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Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine junge Frau zwischen Mode, Paris und Christian Dior

Merci, Monsieur Dior
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Das Schicksal hat Célestine übel mitgespielt. Vater und Bruder starben im Krieg und ihre Mutter kommt an ihrem Geburtstag, der eigentlich ihr Hochzeitstag werden sollte, zu Tode.

Einen Neuanfang wagend, ...

Das Schicksal hat Célestine übel mitgespielt. Vater und Bruder starben im Krieg und ihre Mutter kommt an ihrem Geburtstag, der eigentlich ihr Hochzeitstag werden sollte, zu Tode.

Einen Neuanfang wagend, zieht die junge Frau von der Normandie in die Stadt der Mode, Paris. Auf der Suche nach einer Arbeitsstelle als Sekretärin, landet Célestine bei einem Vorstellungsgespräch für Schreibkräfte. Als sich herausstellt, dass stattdessen eine Hausdame gesucht wird, nimmt sie die Stelle dennoch an. Der Mann für den sie fortan arbeitet, entpuppt sich als der berühmte Couturier Christian Dior…



Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört und sie hat mir viele schöne Häkelstunden beschert.

Célestine ist eine sympathische junge Frau, die sich, wie so viele Menschen in der Nachkriegszeit, auf die Suche nach dem persönlichen Glück macht. In der damaligen Zeit entdeckten Frauen zum ersten Mal ihre wahre Freiheit und ihr Potenzial, nicht nur beruflich. Célestine wird von Männern enttäuscht, verbittert jedoch nicht, sondern steckt Liebe und Hingabe in ihre Arbeit, in die Liebe zu den Menschen, die sie umgeben. Flüssig und eingängig wird hier das Schicksal einer mutigen und lebensbejahenden Frau erzählt. Undramatisch und unblutig, aber interessant und authentisch. Besonders gefallen haben mir die Einblicke in das Leben des populären Modedesigners Dior, dessen Kreationen bis heute die Herzen höher schlagen lassen. Seine Figur ist liebevoll ausgestaltet und ein weiterer großer Sympathieträger.

Die Sprecherin (Elke Appelt) leistet gute Arbeit, wobei ich mir eine etwas zartere Stimme gewünscht hätte. Hier und da hätte ich Betonungen anders gesetzt, aber das ist natürlich Interpretationssache.

Ein schöner Frauenroman, der stimmig und wohltuend dahinfließt und sich für gemütliche Abende vor dem Kamin eignet.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Originell und auf gute Art schräg

Banksy und der blinde Fleck
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Dies ist das erste Buch von Jaumann, das ich gelesen habe. Eine unterhaltsame Mischung aus Realität, Fiktion, zwischen Detektiv- und Krimi-Geschichte.



„Banksy und der blinde Fleck“ ist der dritte Teil ...

Dies ist das erste Buch von Jaumann, das ich gelesen habe. Eine unterhaltsame Mischung aus Realität, Fiktion, zwischen Detektiv- und Krimi-Geschichte.



„Banksy und der blinde Fleck“ ist der dritte Teil einer Reihe, die sich um die Kunstdetektei von Schleewitz dreht. Eine dennoch in sich abgeschlossene Geschichte, die unabhängig von den anderen Teilen gelesen werden kann.



In erster Linie lebt die Story von dem herrlichen Schreibstil. Sarkastisch,provokant, witzig und intelligent, das sind die Adjektive, die ich Jaumanns Stil zuweisen würde. Auf seine Art ist er ein Wortkünstler, der in diesem unblutigen Krimi die Streetart-Kunst in den Mittelpunkt stellt.

Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich bis dato noch nie etwas von dem populären Streetart-Künstler Banksy gehört habe. Eine Person, deren Identität bis heute ein Rätsel ist! Diese Tatsache hat Jaumann als Ausgangspunkt für seinen Krimi genutzt:



In München tauchen in kürzester Zeit verschiedene Stencils (Graffiti) auf, die laut Medien eindeutig die Handschrift des berühmten Banksy tragen. Kunstdetektei von Schleewitz wird beauftragt, die Echtheit der Werke zu überprüfen und bestenfalls herauszufinden, welche Person sich hinter dem Pseudonym „Banksy“ verbirgt. Schon wird ein nicht zweifelsfrei identifiziertes Graffito für hunderte Euro versteigert. Aus Profitgründen scheinen hier einige namhaften Leute einen faulen Plan zu verfolgen. Beschattungen, Recherchen, Verfolgungsjagden stehen bei von Schleewitz auf der Tagesordnung und dann kommt auch noch ein mutmaßlicher Banksy zu Tode. Die Aufklärung des Rätsels ist plötzlich mehr als nur ein Job.



Gefallen hat mir besonders der Einbezug eines realen Künstlers und die um seine Person errichtete Story. Am Anfang verlor sich die Geschichte manchmal zu sehr in der Frage, wer Banksy in Wirklichkeit sein könnte, nahm dann aber wieder Fahrt auf und trug mich auf der Welle der Wortgewandtheit bis zum Ende. Für mich eine interessante Lektüre, die ich so noch nicht kannte. Meiner Meinung nach muss man aber Lust drauf haben, keine Mainstream-Geschichte!

Veröffentlicht am 12.12.2025

Das Genug zwischen Wollen und Brauchen

Das Wenige und das Wesentliche
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Ein kleines philosophisches Büchlein über die Frage nach dem Wesentlichen im Leben. Nach dem „Genug“ und dem „Wie lebe ich richtig?“



Für den Rahmen dieses Buches hat von Düffel das „Stundenbuch“ gewählt. ...

Ein kleines philosophisches Büchlein über die Frage nach dem Wesentlichen im Leben. Nach dem „Genug“ und dem „Wie lebe ich richtig?“



Für den Rahmen dieses Buches hat von Düffel das „Stundenbuch“ gewählt. Meiner Interpretation nach vergleicht er hiermit die Länge eines Tages mit der Lebensspanne eines Menschen. Die Sekunden, Minuten und Stunden fließen dahin. Und doch wünschen wir uns Zeitlosigkeit.

In lockerer Versform führt uns der Autor am Neujahrstag durch die Natur. Auf Wanderschaft. Auch das ist in meinen Augen ein Sinnbild für die Lebensreise eines Menschen. Losgehen, erleben, Sinn suchen, erkennen, heimkehren.

Kind, Erwachsener, Greis.



Diesen Text zu lesen, hat mich nachdenklich gestimmt. Auf der einen Seite werden neue Fragen aufgeworfen, auf der anderen fand ich Antworten. Fasziniert hat mich von Düffels Gedankengang, dass oft über das Jenseits gemutmaßt wird. Die einen glauben an eine ewige Seele, die anderen, dass nach dem Tod nichts mehr kommt. Dabei sollten wir uns mehr auf das Leben konzentrieren, erleben, bewusst sein, präsent sein. Nach einer gelungenen Lebensgeschichte und einem gelungenen Ende streben.



Den Leser erwarten hier tiefgründige Denkanstöße, kein oberflächliches Geschwafel. Ich habe es mit Freude gelesen und nehme neue Erkenntnisse mit, dafür bin ich dem Autor sehr dankbar.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine Kleinstadt, ein heißer „Wikinger„ und eine geflohene Braut

Things We Never Got Over (Knockemout 1)
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Eine Kleinstadt, ein heißer „Wikinger“ und eine geflohene Braut. Diese Mischung verspricht auf jeden Fall eine lebendige Geschichte mit interessanten Wendungen.



Naomi landet mehr oder weniger zufällig ...

Eine Kleinstadt, ein heißer „Wikinger“ und eine geflohene Braut. Diese Mischung verspricht auf jeden Fall eine lebendige Geschichte mit interessanten Wendungen.



Naomi landet mehr oder weniger zufällig in der Kleinstadt „Knockemout“. Ihre verhasste Zwillingsschwester Tina hat sie um Hilfe gebeten, aber stattdessen trifft Naomi auf deren elfjährige Tochter - sie ist Tante und wusste nichts davon!

Keine Wohnung, kein Handy, kein Auto und kein Geld - dafür ein Kind, um das sie sich kümmern soll. Naomi muss ganz von vorne anfangen, aber nicht allein! Knox, der attraktive „Wikinger“ springt ihr zur Seite, allerdings alles andere als freundlich. Was verbirgt der sexy Hüne hinter seiner „grumpy“ Maske?

Die Story hat mich neugierig gemacht und ich habe schnell festgestellt, dass es richtig Laune macht, dieses Buch zu lesen. Nicht umsonst hat es so viele Fans!
Lucy Scores Schreibstil ist der Hammer und passt absolut in unsere Zeit. Sie versteht es, die Charaktere bunt und lebhaft zu gestalten. Die Dialoge sprühen vor Authentizität.
Ich war sofort drin in der Geschichte und habe mit Naomi und Knox, die nahezu abwechselnd „zu Wort kommen“, regelrecht mitgefiebert. Gewundert habe ich mich ab und an über das Alter der Protagonisten, die für mein Empfinden um einiges hätten jünger sein können, ihres Auftretens wegen.

Besonders gelungen sind Score die familiären Szenen. Es wird einem beim Lesen richtig warm ums Herz, wenn sie beschreibt, wie die verschiedenen Generationen unter einem Dach zusammengewürfelt werden. Sehr viel Liebe kam mir aus ihren Zeilen entgegen.

Der Roman hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Es gab ein paar sanfte Twists, ein bißchen Drama und viel prickelnde Erotik. In der Rückschau komme ich nicht umhin zu bemerken, dass die Menschen von „Knockemout“ ein wenig ZU perfekt sind, dass Naomi ganz schön VIEL Glück hat und das Buch ein Tick zu viel Wohlfühlroman ist - für meinen Geschmack! Nachdem ich Scores Erklärungen am Ende gelesen habe, verstehe ich aber ihr Anliegen, eine liebevolle Szenerie zu erschaffen.

Absolut geeignet als Kamin- und Urlaubslektüre, eingekuschelt mit Tee und Schokolade. Ich bedanke mich bei Score für die unterhaltsamen Lesestunden.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Schein oder Sein - Kämpferin zwischen Licht und Schatten

Lightlark 1: Lightlark
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Isla Crown ist die Herrscherin des Wildfolk, eines der sechs verfluchten Reiche, von denen alle 100 Jahre das jeweilige Oberhaupt zum sogenannten „Centennial“ antreten muss. Einem tödlichen Spiel, das ...

Isla Crown ist die Herrscherin des Wildfolk, eines der sechs verfluchten Reiche, von denen alle 100 Jahre das jeweilige Oberhaupt zum sogenannten „Centennial“ antreten muss. Einem tödlichen Spiel, das zum Ziel hat, die verhängten Flüche zu brechen. Dabei muss jedoch ein Herrscher sterben und niemand weiß, wer das sein wird.


Der Wettstreit findet auf der Insel „Lightlark“ statt, die nur alle 100 Jahre für exakt 100 Tage aus einem tobenden Sturm auftaucht. Dort versammeln sich die Herrscher des Sun-, Moon-, Sky-, Star- und Wildfolk, um einander gegenüberzutreten und ihre Kräfte zu messen. Isla ist fest entschlossen, zu gewinnen, um ihr Volk zu befreien. Aber sind das nicht alle? Wem kann man trauen? Wer ist mehr Schein als Sein? Isla ertrinkt schon bald in einem Strudel aus Lügen, hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen und der Zuneigung zweier Herrscher …





Dies ist das erste Buch der Lightlark-Reihe und ein spannender Fantasy-Auftakt. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich zu Anfang unheimlich Schwierigkeiten hatte in die Geschichte reinzukommen. Einerseits, weil es sich um eine abstrakte Fantasiewelt handelt und ich eine ganze Weile brauchte, um sie mir bildhaft vorstellen zu können, andererseits weil ich es schwieriger finde komplexe Informationen über das Hören statt über die Augen aufzunehmen. Aus diesem Grund war ich nach den ersten 5% kurz davor, das Hörbuch abzubrechen. Zudem nervte mich zunächst die (für mein Empfinden) ziemlich nasale Stimme von Nina Reithmeier. An sie habe ich mich aber nach und nach gewöhnt und fand sie schließlich auch passend für Isla.





Jetzt, wo ich das Hörbuch beendet habe, kann ich aber sagen, dass sich das Dranbleiben durchaus gelohnt hat. Irgendwann hat es „Klick“ gemacht und ich habe mit Spannung verfolgt, wie Isla sich durch das Geflecht der Lügen windet. Die komplette Geschichte wird im personalen Erzähler aus ihrer Sicht erzählt. Es hat zugegebenermaßen etwas gedauert bis sie meine Sympathie wecken konnte, aber ich mochte, wie ihre kriegerische Seite und ihre Machtlosigkeit in krassem Gegensatz zueinander stehen. Ihre Verletzlichkeit und auch die etwas naive Vertrauensseligkeit. Das machte sie für mich als Charakter plastisch und greifbar.


Besonders mochte ich die eingeflochtenen Liebesgeschichten. Eine wilde, kämpferische Schönheit zwischen zwei mächtigen Männern - das prickelt! Ein paar mehr erotische Szenen hätten meiner Meinung nach nicht geschadet ;)





Im Nachhinein hätte ich das Buch lieber gelesen statt gehört, weil ich einige Sachverhalte nicht sofort begriffen und gern nochmal nachgelesen hätte. Die Story ist sehr verstrickt, hat einige Twists und fantasievolle Spannung zu bieten. Nicht alles ist in meinen Augen nachvollziehbar oder zufriedenstellend, aber ich habe der Geschichte mit Interesse gelauscht und werde auch den zweiten Teil auf jeden Fall lesen oder hören. Insgesamt nicht 100% überzeugend, aber dennoch hörenswert.